Lowbudget-Leichtbauwand ("Bessere Werkstatt" - Teil 1)

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Gar nicht so einfach, alles...
...alles auf ein Foto zu bekommen.
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    100 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Meine Werkstatt ist meine Garage. Genauer gesagt, das linke Drittel einer Dreiergarage. Zu den beiden anderen Dritteln (die meinen Nachbarn gehören) hatte ich bereits vor geraumer Zeit eine Trennwand gebaut, die in erster Linie als Staubschutzwand dienen sollte. Diesen Zweck hat sie bis heute gut erfüllt. Im hinteren Teil unserer Garage werden diverse Dinge gelagert, die nirgendwo anders untergebracht werden können. Durch meine Basteleien staube ich da aber alles ein. Ich habe also entschieden, die Garage zu unterteilen. Einen kleinen Teil, ähnlich einer Kammer, für besagte Dinge. Und einen größeren Teil als Werkstatt. Dadurch wird meine jetzt schon nicht große Werkstatt noch mal etwas kleiner. Das wiederum erfordert, dass ich fast alle Werkstattmöbel und Gerätschaften neu bauen bzw organisieren muss. Aber erst einmal werden die Bereiche abgetrennt.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Spanplatten für die vorhandene Trennwand

Von diesem Stapel habe ich mich bedient...
...mit Muskelkraft sortiert und...
...und in die Werkstatt verbracht.
Die Platten einzeln auf Böcke gewuchtet...
...und von Nägeln, Klammern und Schrauben befreit.
Startpunkt ermittelt
Die erste Platte sitzt...
...natürlich "im Wasser".
Dann die zweite Platte.
Es wird alles mit Spax verschraubt, aber mit Vorbohrung.
Ab der vierten Platte muss zugesägt werden.
Platten der ersten Wand...
... fertig montiert.

Die bereits erwähnte Trennwand bleibt erhalten, wird aber zusätzlich mit Spanplatten verkleidet. Das ganze wird dann mit Wandfarbe getüncht und mit einer Beleuchtung versehen. Im 90° Winkel dazu wird eine Wand mit eingelassener Tür gebaut, hinter der sich dann die "Kammer" befindet. Diese Wand soll aus einzelnen handlichen Modulen entstehen, die ebenfalls mit Spanplatte verkleidet werden.

Die Spanplatte bekam ich kostenlos. Die Module baue ich aus Palettenholz, was mich zwar Arbeit, aber keine Euro kostet.
Die Spanplatten konnte ich aus einem Möbelhaus bekommen. Da waren das auch mal Wände und deshalb auch schon einseitig gestrichen. Das kam mir aber eher entgegen, da es hauptsächlich in weiß gestrichen war und ich so später wohl mit einem Anstrich auskommen sollte. Die Platten waren ziemlich groß, ca. 120 x 250 cm. Diese alleine zu bewegen war schon grenzwertig. Als erstes musste ich diverse Tackerklammern und Schrauben entfernen.
Dann wurde der Startpunkt, also die Ecke, in der diese Spanplatten mit der noch zu bauenden Modul-Trennwand zusammen stoßen, mit dem Laser ermittelt und angezeichnet. Von dort aus wurden die Platten nacheinander mit der Staubschutzwand und auf dem Fußboden aufstehend, verschraubt. Die letzten Platten rund um die Tür mussten gesägt werden, der Rest konnte ohne weitere Massnahmen verarbeitet werden.

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Anstrich und Beleuchtung

Spachtelmasse...
... und Acryl.
Noch einmal drüber rollen.
Goethes letzte Worte: "Mehr Licht!"

Die Spanplatten waren schon einseitig mit viel (fast 2 mm Schichtdicke!) Wandfarbe gestrichen. Deshalb frischte ich das nur mit einem weiteren Anstrich auf. Bei der Farbe schien mir ein Billigprodukt völlig ausreichend. Ein Irrtum, wie sich herausstellte. Denn besonders gur gedeckt hat die Farbe selbst bei dieser simplen Aufgabe nicht. Einige Löcher und Ausbrüche spachtelte ich zuvor mit Holzspachtelmasse (Woodfiller) zu. Da ich eine gewisse Bewegungsdynamik zwischen den Platten aufgrund des Ständerwerkes nicht ausschließen kann,wurden die Stöße mit Acryl ausgespritzt.
Wenn die spätere Modulwand fertig ist, werde ich eine bis jetzt vorhandene Leuchtstoffröhre "verlieren", weil sie sich dann hinter der Wand befindet. Vorteilhaft, weil ich so keine Beleuchtung in der Kammer machen muss. Allerdings fehlt mir das Licht dann in der Werkstatt. Also habe ich zwei LED Röhren von je 120 cm beschafft. Montage und Anschluss erläutere ich hier nicht, weil diese Themen hier ja nicht gerne gesehen sind. Um es kurz zu halten: Es ist jetzt heller als vorher und das war das Ziel.

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Planung und Bau der Module 1 bis 7

Das Rohmaterial...
...gehobelt.
Modulbau, Schritt 1.
Modulbau, Schritt 2.
Modulbau, Schritt 3.
Modulbau, Schritt 4.
Bohren, Leimen, Schrauben...
...erstes von sieben Modulen fast fertig.
Doch noch ein Querholz eingesetzt.

Die "Modul-Trennwand", die im 90° Winkel zur ersten Wand steht, soll 330 cm breit und 288 cm hoch werden. Genau mittig sitzt eine doppelflügelige Tür, die den Zugang zur Kammer ermöglicht.
Für links und rechts der Tür baue ich also insgesamt 7 baugleiche Module, je 120 cm breit und 72 cm hoch. Der Anschluss an die vorhandenen Wände (links Mauerwerk, rechts Staubschutzwand) erfolgt mit einem Streifen, ebenfalls aus Palettenholz. Ein achtes Modul muss separat gebaut und angepasst werden, da an dieser Stelle reichlich Leitungen herlaufen. Wie löchriger Käse muss also hier ein Modul mit vielen Aussparungen entstehen. Motto: Loch an Loch - und hält doch! Über der Tür schliesslich ein neuntes und letztes Modul, das wird dann individuell angepasst. Kommt in späteren Arbeitsschritten noch.

Das Palettenholz wurde sortiert, ausgehobelt und auf 16 mm Stärke gebracht.

Das Palettenholz wurde nun mit der TKS zurecht gesägt. Alle Teile wurden verleimt und verschraubt, die Verschraubungen vorgebohrt. So entstanden Module, die trotz einer Bautiefe von nur 40 mm, eine recht hohe Eigenstabilität aufweisen, dennoch aber nicht zu schwer sind. Und so auch von einer Person verarbeitet werden können. An die vermeintlich fertigen Module schraubte ich dann doch zusätzliche Hölzer an. Es zeigte sich nämlich, dass eine Verschraubung der Füllungen nicht nur oben und unten, sondern auch mittig erforderlich war.

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Montage der Wand mit den Modulen 1 bis 7

Verlaufslinie mit dem Laser ermittelt.
Holzstreifen links und...
...und rechts zur leichteren Montage der Module.
Unterstes Modul links...
...an der wandseitigen Leiste verschraubt...
...und am Boden verdübelt...
Rechts ebenso.
Weiterer Aufbau...
...von unten nach oben.
Ausrichtung stimmt.
Stück für Stück...

Mit dem Laser wurden die Montagelinie für die Module ermittelt und markiert. Zur leichteren Montage der Module wandseitig brachte ich Holzstreifen aus Palettenholz an. Links wurde ins Mauerwerk gedübelt, rechts direkt Holz auf Holz verschraubt. Dann wurden die beiden untersten Module mit den Streifen verschraubt und am Fussboden verdübelt. Anschliessend abwechselnd links und rechts die weiteren Module aufgesetzt und verschraubt.

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Bau und Montage der Module 8 und 9

Rohre im Weg.
Mit einem Modul dicht dran.
Rohre verkleidet.
Das Modul über der Türöffnung.
Einfache Leimbinder...
...mit 93° Schräge...
...mit 10 mm Dübel...
...eine kraftschlüssige Verbindung hergestellt.

Die Module über der Türöfnung und links oben mussten individuell gebaut werden. Insbesondere links musste ich dabei noch diverse Rohrleitungen aussparen bzw. umkleiden.
Für den Anschluss der vollständigen Modulwand an den Betonquerträger, also quasi der Decke, (auf den Bildern an der daran montierten Leuchtstoffröhre zu erkennen) stellte ich aus Streifen Palettenholz einfache Leimbinder her. Die Träger haben keinen rechteckigen Querschnitt, ich nahm also mit dem Winkelmesser Mass. Dies ergab einen Winkel von 93° in dem ich die Leimbinder entsprechend abschrägte. Anschliesend habe ich diese am Träger verdübelt und die Modulwand mit den Leimbindern verschraubt. So mit war die Trennwand außer am Türausschnitt umlaufend befestigt. Die Rohrumkleidung baute ich aus drei Spanplatten und verschraubte diese rückseitig.

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Bau und Montage der Tür

Spanplatte auf Länge und Breite zugesägt.
Querholz unten mit Rolle. Hier die rechte Tür.
Längsstrebe und Querholz oben, hier an der linken Tür.
Türen montiert...
...halb und...
...ganz geöffnet.
Mittig noch Scharniere montiert...
...und Grifflöcher gebohrt und gefräst.

Die Tür habe ich zweiflügelig gebaut, damit sie in der Werkstatt weniger Schwenkraum einnimmt und auch nicht zu schwer wird. Eine Rolle unter jedem Flügel soll zusätzlich Gewicht abfangen. Auch hier nahm ich etwas von der kostenlosen Spanplatte, die in zwei gleichgroße Stücke zugesägt wurde. Jeweils unten und oben montierte ich Querhölzer, am unteren auch die Möbelrolle. Die Montage mit soviel Abstand, dass durch die Rolle ca 5 mm Bodenfreiheit bleibt. Da Spanplatte in dieser Größe nicht formstabil bleibt wurde von oben nach unten ein durchgehender Streifen aus der gleichen Platte im rechten Winkel verleimt und verschraubt.
Die Montage am Ständerwerk/Modulwand erfolgte dann mit einfachen Scharnieren, die ich zum Teil aus dieser Werkbank ausbaute, weil sie bald sowieso abgerissen wird. Also warum neu kaufen? Statt Türgriffen bohrte ich zwei Grifflöcher und fräste einen Radius von beiden Seiten an.

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Füllungen und Anstrich

45° Fase an allen Füllungen gefräst.
Die ersten Füllungen sitzen...
...es folgen alle baugleichen...
...mit den 4 Sonderanpassungen ist die Wand zu.
Während des 1. Anstrich.
Und nach dem 2. Anstrich.

Die Füllungen sägte ich mit der HKS aus den Spanplatten zurecht. Dabei merkte ich einmal mehr, wieviel eine gute Führungsschiene wert sein kann. Schade, dass ich eine ebensolche nicht habe... Dann zeigte sich ein Fehler. Ich hatte die Plattenstärke durchgängig mit 17 mm kalukuliert (16 mm Platte + 1 mm Altanstrich), jedoch zeigten sich die Platten größtenteils eher in der Stärke 19 mm + Anstrich. Ich hatte von einer Platte zuvor das Stärkenmass ermittelt und das war ausgerechnet die einzige 16 mm Platte im ganzen Stapel. Um keine unschönen Absätze zwischen den Modulen und den Füllungen zu haben, habe ich die Kanten der Füllungen mit der Fräse in 45° angefast. Die Füllungen wurden dann von unten nach oben Stück für Stück eingeschraubt. Ganz masshaltig war mein Konstrukt nicht, einige Platten musste ich nachsägen, an anderen bildeten sich kleine Spalten. Nachdem die letzte Füllung verschraubt war, habe ich rückseitig (also im Inneren der Kammer) die offenen Stellen mit Acryl ausgespritzt, Ganz staubdicht wird die Wand sowieso nicht, aber offensichtliche Öffnungen kann man ja ruhig mal zu machen. Vom Acryl war eh' noch 3/4 in der Kartusche übrig... Der Anstrich mit der Billigfarbe verlief wie erwartet. Deckkraft nahe Null. Ein zweiter Anstrich war klar und dabei offenbarte sich, dass auch von der Sichseite unansehnliche Spalten zu sehen waren, die ich kurzerhand mit Acryl gefüllt habe.


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Abschluss und Fazit

Fertig gestrichen...
...kam noch mehr Licht...
...und Steckdosen hinzu.

Zum Abschluss habe ich noch zwei weitere LED Röhren und drei Steckdosen installiert.

Fazit: Einen Schönheitspreis gewinne ich nicht. Aber für eine simple Trennwand in einer Garage/Werkstatt sollte es langen und brachte mir zumindest einen Lerneffekt. Im Nachgang habe ich erkannt (und mich darüber sehr geärgert!) dass ich das Projekt viel zu umständlich gemacht habe. Statt die Spanplatten in viele kleine Teile zu sägen und als Füllungen einzusetzen, hätte ich sie vor die Module schrauben können und hätte mir viel Zeit gespart. Die Entscheidung fiel aber mit Blick auf die Wandstärk die jetzt wie geplant ca. 40 mm hat. Sonst wären es 60 mm gewesen. Warum ich mir wegen 2 cm das Leben so schwer gemacht habe, weiß ich auch nicht...


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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