Leimzwingen nach Sergio Acuña Padin

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Alle sechs Zwingen...
..hier zwei davon in Aktion.
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    32 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Dieses Projekt wurde durch das Video von Sergio Acuña Padin inspiriert. Da ich, insbesondere aus dem Holz von Einwegpaletten, öfters Platten zusammenleime und ich nicht bereit bin mir dafür teure Zwingen zu kaufen, schien mir diese Variante nachbauenswert. Allerdings habe ich einige Veränderungen vorgenommen.

  1. Statt Kantholz habe ich verleimte Steifen Multiplex verwendet, weil ich mir davon mehr Stabilität erhoffe.
  2. Statt die Oberflächen zum Schutz vor austretendem Leim mit Wachs zu schützen, habe ich diese mit Klebeband belegt.
  3. Die Köpfe der Sechskantschrauben verschwinden vollständig im Holz, damit die Zwingen vollflächig aufliegen können.
  4. Und außerdem habe ich statt Flügelmuttern selbstgebaute Drehverschlüsse verwendet.

Der Vorteil dieser Zwingen liegt im doppelten Anpressdruck. Durch die Verkeilung werden die zu verleimenden Holzstreifen, wie in jeder Zwinge auch, aneinander gepresst. Durch den gleichzeitigen Druck von oben wird aber auch verhindert, dass sich die Streifen durch den seitlichen Druck nach oben drücken.

Weitere Projekte von mir sind hier zu finden.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PHO 2000  - Hobel (elektrisch)
  • PTA 2000  - Arbeitstisch
  • PPS 7 S  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PBS 75 A  - Band- und Varioschleifer (elektrisch)
  • PST 900 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elektrisch)
  • Tischbohrmaschine,  93896
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 10,8V-2-LI
  • Allzwecksauger,  TH-VC 1930 SA
  • Gewindeschneider
  • Schleifklotz
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Materialliste
  • 24 x Multiplex (3.6 x 70 cm)
  • Rest x Palettenholz
  • Leim
  • 12 x Gewindeschraube (M8 x 120)
  • 12 x Einschlagmutter (M8)
  • Klebeband
  • Leim
  • Pattex 100%

Los geht's - Schritt für Schritt

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Multiplex sägen, leimen, bohren.

Multiplex wird auf der TKS...
...in Streifen von 36 mm geschnitten.
Leim wird aufgetragen...
...und mit der Rolle gleichmäßig verteilt.
Mit Spax und Zwingen unter Anpressdruck gesetzt.
Blockweise verzwingt.
Die Bohrpunkte werden markiert.
Mit dem 20 mm Forstner Platz für die 6-Kantschraubenköpfe geschaffen...
...so dass diese im Holz verschwinden.
Kontaktflächen mit Klebeband versiegelt.
Pärchenbildung.
Jedes Pärchen mit 8 mm durchgebohrt. Lochabstand ca 80 mm.

Als Gesamtlänge wählte ich 70 cm. Somit sollte die Herstellung von Leimholz bis rund 60 cm Breite möglich sein. Um auch längere Bretter erstellen zu können, wollte ich gleich 6 Zwingen bauen.
Im Baumarkt ließ ich mir Multiplex 18 mm in handliche Stücke zuschneiden. Auf der PPS 7 schnitt ich diese dann in in Streifen von 36 mm auf. Diese Streifen aufgedoppelt ergeben dann 12 stabile Vierkanthölzer mit einem Kantenmass von 36 x 36 mm. Die Verleimung habe ich mit ein paar Spaxschrauben unterstützt. 
Nachdem der Leim getrocknet war, markierte ich die benötigten Bohrpunkte und bohrte zunächst an 6 der 12 Teile mit dem Forstner die Vertiefungen für die Sechskantschraubenköpfe. Dann wurden aus allen 12 Teilen 6 Paare zusammen gelegt, als zusammengehörig gekennzeichnet, die Kontaktflächen mit transparentem Klebeband belegt und dann mit 8 mm durchgebohrt.

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Die Drehverschlüsse.

Vorlagen auf Palettenholz verteilt...
...verklebt und am Stichsägetisch grob ausgesägt.
Am Bandschleifer die Unterseite geglättet und in Form geschliffen.
Mittelpunkt mit 2 mm gebohrt. Erleichtert das Wiederfinden wenn die Vorlage ab ist.
Dann die Vorlage entfernt und die Oberseite geschliffen.
Mit dem Forstner eine Vertiefung...
...und mit dem 10 mm Bohrer durchgebohrt...
...für die Einschlagmuttern.
Vier kleine Bohrungen für die Krampen erleichtern das Einschlagen.
11 von 12 waren gut, die letzte jedoch...
..zerbrach und musste neu gemacht werden - ärgerlich!
Gewinde erweitern, weil sonst zu kurz.
Vorher - Nachher.

Die Form entwarf ich in Photoshop, druckte sie aus und klebte sie auf Palettenholz. Den Mittelpunkt bohrte ich mit 2 mm durch, um ihn später, nach dem Sägen und Schleifen, wiederfinden zu können. Am Stichsägetisch wurden dann die Verschlüsse grob ausgesägt, an der Bandschleiferstation in Form geschliffen und an der Tischbohrmaschine mit dem Forstner eine Vertiefung für die Einschlagmuttern gebohrt. Dann wurde mit 10 mm durchgebohrt. Die Einschlagmuttern wurden eingebracht nachdem ich für die Krallen zuvor kleine Führungslöcher gebohrt hatte. Zusätzlich sicherte ich die Einschlagmuttern noch mit etwas Klebstoff (Pattex "100%").
Die benötigten Gewindeschrauben M 8 x 120 bekam ich leider nur mit Schaft. Also habe ich das Gewinde selber mit dem Gewindeschneider erweitert.

3 5

Die Keile.

Palettenholzstücke...
...gehobelt...
...und in Keilform gesägt und per Hand verschliffen.

Auch hierfür kam Palettenholz zur Verwendung,  welches ich vorher an der Hobelstation glättete. Der Zuschnitt erfolgte am Schiebeschlitten der PPS7. Die Schnittflächen wurde per Hand etwas geschliffen. 

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Die Halterungen.

Zugesägtes Kantholz angelegt und die Bohrpunkte markiert.
Mit 10 mm gebohrt...
...und am Schiebeschlitten Schlitze bis zu den Bohrlöchern gesägt.
Passt!
Ein weiteres Kantholz auf Gehrung abgelängt...
...und das Ganze mit einem 6 mm Sperrholzrest verleimt und verschraubt.
Die Halterung an der Wollmilchsau festgeschraubt.
So können alle 6 Zwingen hintereinander eingehängt werden.
Zugesägte Spanplattenreste werden...
...miteinander verleimt und...
...und mit einer weiteren Spanplatte als Rückwand versehen.
Hängt nun direkt neben den Zwingen und hält die Keile griffbereit.

Für eine kompakte Unterbringung an der Wollmilchsau baute ich noch zwei Halterungen, eine für die Zwingen und eine für die Keile.
Für die Zwingen entstand die Halterung aus Sperrholz sowie aus Kantholzresten, die vom Projekt Trennwand übrig waren. Für die Keile zimmerte ich aus einfacher 10 mm Spanplatte ein kleines Kästchen. Hier lasse ich mal die Bilder sprechen.

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Anwendungsbeispiel und Fazit.

Die Bohrungen der oberen Zwingenteile werden etwas vergrößert.
Anwendungsbeispiel, Schritt 1: Zwingen bereit legen, Oberteile abnehmen.
Schritt 2: Werkstücke einleimen und an die hier rechten Schrauben anlegen.
Schritt 3: Oberteile auflegen und mit den Drehverschlüssen unter Druck setzen.
Schritt 4: Keile paarweise zwischen Werkstück und hier linke Schrauben einsetzen.
Schritt 5: Mit einer Zwinge die Keile gegeneinander verpressen und so Druck auf die Leimstellen bringen.
Hier noch mal als Gesamtansicht.

Erste Tests zeigten, dass die oberen Zwingenteile zum Verkanten neigen. Um dem entgegen zu wirken, habe ich die Bohrungen an diesen Teilen noch etwas erweitert.
Für das Anwendungsbeispiel auf den Bildern nahm ich drei Stück Palettenholz. Allerdings war das nur eine Trockenübung. Die Bretter waren weder gehobelt noch gesägt und ich habe auch keinen Leim verwendet. Wie gesagt, es soll nur das Funktionsprinzip verdeutlichen.
Die maximal mögliche Stärke der zu verleimende Bretter liegt bei ca 35 mm. Aber durch Austausch der Schrauben liese sich diese auch ändern. 

Ich habe nun für den umgerechneten Stückpreis von etwas mehr als 5,00 € Leimzwingen, die mich bei gleichen Möglichkeiten sonst ein vielfaches gekostet hätten. 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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