Leimholzzwingen

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16 x neue Leimholzzwingen
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Es gibt sicherlich schon viele Bauanleitungen von Zwingen aller Art. Da ich immer wieder daran scheitere, feinere Dinge mit meinen normalen Zwingen sauber und vor allem schonend zu spannen, möchte ich Euch hier eine Leimholzzwingen zeigen, auf welche mich mein Sohn gebracht hat, da er diese in der Schule verwendet. Eigentlich wollte ich diese dann kaufen, jedoch dachte ich mir, dies wäre ein kleines und gutes Projekt. Nun viel Spaß beim durchlesen und evtl. nachbauen. Euer Saberlod


Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Vorbereitung

Gute Vorbereitung ist alles
Zu 1. und 2.
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Zu 6.
Zu 7.
Zu 8.
Zu 8.

Die Führungsstangen sollten aus Aluminium sein und die Zwingen aus Buche. Somit besorgte ich mir erst mal das Aluminium Flachmaterial mit folgenden Maßen 4x2m mit 25x5mm in der Bucht. Buche Leimholzplatten habe ich noch jede Menge Reste. Des weiteren benötigt man noch Rundmaterial mit einem Durchmesser von 5mm. Generell haben die Zwingen hier auch Aluminium Stifte, dennoch möchte ich hier Stahlstifte verwenden. Rundmaterial in dieser Abmessung hatte ich ebenfalls noch. Zusätzlich benötigt man noch Rundmaterial Durchmesser 10mm aus Messing. Dies ist sicherlich nicht unbedingt notwendig, hierzu aber später mehr. Jetzt kann's losgehen, die Arbeitsschritte:

1. Als erstes werden die Alu Stangen auf Maß zugesägt. Folgende Vorgehensweise. Aus den ersten beiden 2m Stangen säge ich 1x900mm, 1x700m und 1x400mm.
2. Aus den anderen zwei Alu Stangen säge ich Stücke in den Maßen 2x500mm, 1x400mm und 2x300mm. Somit habe ich insgesamt 16 Zwingen. Der Spanbereich liegt bei jeder Zwinge bei länge Sägeschnitt minus 100mm.
3. Anschließend werden die Alustäbe sorgfältig entgratet.
4. Nun wird das Holz auf länge geschnitten, ich habe mich für eine Spannweite von 150mm entschieden, somit Gesamtlänge 200mm.
5. Das so vorbereitete Holz wird nun jeweils für das Zwingen Ober- und Unterpaar mittig angezeichnet. Der mittige Strich plus halbe Sägeblatt breite. Des weiteren wird der Mittelpunkt der beiden Bohrungen für die Klauenweite angezeichnet. Bei mir war es für die eine Seite 48mm Abstand und die andere mit 55mm Abstand.
6. Nun werden zwei Löcher mit Durchmesser 20mm gebohrt.
7. Danach kommt der Trennschnitt und ein Paar Ober-/Unterteil ist vorbereitet.
8. Das Ober- / Unterteil sollte jeweils eine Stärke von 45mm haben.

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Das Daumenloch

Erstellung der Hilfsvorrichtung
Zu 9.
Zu 10.
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Mir ist hier leider kein besserer Titel eingefallen, aber dieses Loch soll dazu dienen, das der Spannhebel in der Grundstellung versenkt werden kann und man ihn somit wiederum besser greifen kann.

Das Daumenloch hat einen Durchmesser von 35mm und wird nicht zur hälfte in die Obere Zwinge gebohrt, der Radius beginnt 6mm oberhalb der Leiste. 
9. Somit bohre ich als Erstes in ein Stück Restholz das Loch mit Durchmesser 35mm. Säge anschließend den Versatz ab.
10. Die Oberteile werden nun mittels Zwingen auf dem  Bohrmaschinentisch geklemmt. 
11. Nun können alle Oberteile mit dem selben außermittigen Loch mit Hilfe der kleinen Hilfsvorrichtung gebohrt werden.
12. Somit sind die Rohlinge des Ober-/Unterteils mit den größeren Bohrarbeiten abgeschlossen.

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Die Führung für den Spannhebel

Alle Oberteile mit Spannhebelnut
Zu 13.
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In die Oberteile welche das außermittige Loch haben muss nun noch die Führungsnut eingebracht werden. Diese wird mit der Kreissäge gemacht.

13. Hierbei stelle ich das Sägeblatt auf eine Höhe von 29mm ein.
14. Des weiteren markiere ich den Punkt wie weit ich die Nut ins Oberteil einsäge. An der Kreissäge einfach einen Endanschlag und die Sache ist geritzt.
15. Nun können alle Oberteile gesägt werden. Die Nut wird mittig mit einer Breite von 6mm eingebracht.

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Die Führung für die Alustäbe

Alle Führungsschlitze sind gesägt
Zu 16.
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Zu 18.

Alle Oberteile bekommen eine Nuttiefe von 39mm und alle Unterteile eine Nuttiefe von 38mm. Die Nutbreite ist jeweils 5mm so wie die Alustäbe.

16. Als erstes stelle ich die Höhe des Sägeblattes auf 38mm für die Unterteile ein und bringe das Sägeblatt auf seine Startposition. 
17. Jetzt einfach loszusägen wäre Lebensmüde. Da man sicherlich die einzelnen Brettchen nicht mit der Hand halten kann. Um hier auf Nummer sicher zu gehn, bastle ich mir kurzerhand eine kleine Vorrichtung um die Ober-/Unterteile einfach einstecken zu können.
18. Jetzt kann es losgehen, einfach einstecken und durch das Sägeblatt schieben. Hierbei ist noch eines zu bedenken, die Unterteile sollten das Alu Flachmaterial stramm aufnehmen, möglichst ohne spiel. Die Oberteile sollten so ausgesägt werden, damit das Alu Material sehr schön durchgleiten kann.

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Aussägen der Stege für den Spannbereich

Die fertig ausgesägten Stege
Zu 19.
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Der Nächste Schritt ist das Aussägen der Stege für den Spannbereich der Ober-/Unterteile.

19. Als erstes Zeichne ich die Stellen für die beiden Spannstifte an und Körne diese vor. Hierbei ist sehr hohe Sorgfalt geboten, da dort nachher die Alustange sauber und rechtwinklig durchlaufen muss. Des weiteren wird noch die Stelle für das Loch welches das Ende des beweglichen Teils wird angezeichnet und gekörnt.
20. Danach werden die beiden Halblöcher angezeichnet.
21. Um anschließend auf der Bandsäge ausgeschnitten zu werden. Dies ist für alle Ober-/Unterteile gleich.
22. Zum Schluss werden die Stege noch sauber geschliffen.

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Sägen des beweglichen Teiles der Oberteile

fertig gesägter beweglicher Teil
Zu 23.
Zu 24.

23. Das Loch am Ende des Sägeschnittes wird mit einem 4mm Bohrer gebohrt.

24. Und im Anschluss wird auf der Bandsäge der lange Schlitz für den beweglichen unteren Teils bis zum 4mm Loch durchgesägt. Achtet bitte darauf, das ihr mit diesem Schnitt den Einschnitt für den Spannhebel im vorderen Bereich sauber auftrennt. Ansonsten wäre hier nochmals Nacharbeit an der Spannhebelnut notwendig.

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Einbringen der Führungsbolzen ins Oberteil

Die vorerst fertigen Oberteile
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Nun ist die Führung für die Aluschiene dran. Hierbei ist auf jeden Fall wichtig, hohe Sorgfalt! Die beiden Bohrungen für die Bolzen müssen exakt im Maß stimmen ansonsten läuft die Aluschiene nicht bzw. kann verklemmen.

25. Die vorgekörnten Löcher werden aufgebohrt. In meinem Fall mit einem 5mm Bohrer, und anschließend mit einem 5,1mm Bohrer nochmals nachgebohrt. Meine Bolzen haben einen Durchmesser von 5mm, das Holz zieht sich nach dem Bohren wieder ein wenig zusammen und somit sitzen diese Bombenfest. Solte evtl. in einem anderen Reststück ausprobiert werden!!
26. Nun säge ich einige Stückchen mit einer länge von 20mm von meinem 5mm Rundstahl ab, anschließend entgrate ich die Bölzchen noch ein wenig, indem ich sie in den Akkuschrauber spanne und am Tellerschleifer anfase. 
27. Die fertigen Bölzchen setze ich an den vorhandenen zwei Löchern an. 
28. Nun schiebe ich die Aluschiene hinein und schlage den ersten Bolzen mit dem Hammer ein. Den zweiten Bolzen setze ich nur so tief an damit ich sehen kann ob meine Aluschiene freigängig ist. Wenn dies nicht der Fall sein sollte wird ein wenig mit der Feile nachgeholfen und der Bolzen vollständig eingeschlagen. Wichtig hierbei ist wiederum das die Bolzen auf beiden Seiten ein wenig überstehen.
29. Nun säge ich mir ein 5mm dickes und 11mm breites Stückchen Holz zu. In dieses Feile ich eine kleine Aussparung für den äußeren Bolzen ein.
30. Dieses Holzstückchen wird dann mittels Holzleim in die noch offene hintere Nut eingeklebt.
31. Und fast Bündig eingedrückt. Danach spanne ich das Oberteil an den beiden Stellen mit den Bolzen in den Schraubstock und drücke diese ca. 1mm zusammen um sie ein wenig aufzuspreizen. Somit sind die Bolzen nun absolut fest mit dem Holz verbunden.
32. Nun wird das gesamte Oberteil geschliffen. Auch hier ist Vorsicht geboten. Ich mache dies an meinem Tellerschleifer und hatte somit gleich die Erfahrung, das wenn ich die Bolzen abschleife und von der anderen Seite dagegen drücke, wird's halt an der Stelle mit dem Bolzen echt verdammt Heiß!!! Eine Brandblase am rechten Daumen war das Ergebnis. Das Foto dazu erspare ich euch :) Also immer schön aufpassen!
33. Die Nut für den beweglichen Teil entgrate ich mit meinem Schleifbogen -  Funktioniert übrigens einwandfrei, und ging ratzfatz.

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Fertigstellen der Unterteile

Die fest mit dem Alu Flachmaterial verbundenen und verschliffenen Unterteile
Zu 34.
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34. Bevor ich mit den Unterteilen beginne, Fase ich alle Ober-/Unterteile ringsum mit einer 45° schräge an.

35. Nun werden die Befestigungslöcher angezeichnet und ebenfalls wiederum vorgekörnt.
36. Gleiche Prozedur wie beim Oberteil. Durchbohren mit einem 5mm Bohrer.
37. Anschließend wird die Aluschiene eingeschoben und richtig winklig ausgerichtet. Hier sollte die Schiene wirklich Passgenau sitzen. Mit dem selben 5mm Holzbohrer bohre ich die Aluschiene nur ganz leicht an!!!!! Auf keinen Fall durchbohren, den die Aluspäne würden die obere Bohrung sicherlich nicht auf dem Maß 5mm belassen sondern ihr hättet anschließend ein 5,5mm oder noch größeres Loch, des weiteren würde dies dem Holzbohrer sicherlich auch nicht gut tun.
38. Nach entfernen der Aluschiene (Vorher markieren zu welchem Unterteil und vor allem wie rum!) wird diese separat mit einem 4,9mm Bohrer gebohrt.
39. Das Unterteil wiederum wird mit einem 5,1mm Bohrer aufgebohrt.
40. Die Aluschiene wird auf Position eingeschoben und die vorab vorbereiteten Bolzen (Gleiche wie schon oben beschrieben) mit Gefühl eingeschlagen.
41. Diese werden dann wiederum am Schraubstock zusammengepresst - Sitzt, wackelt und hält fest!
42. Nun werden wiederum kleine Holzplättchen mit dem Maß 46mmx14mm und knapp 5mm dick für den Zwingenrücken zugesägt. 
43. Diese werden dann in den noch offenen Spalt im Zwingenrücken eingeleimt.
44. Anschließend wird alles schön verschliffen. Fertig!

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Herstellung des Spannhebels

Der fertige Spannhebel
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Der Spannhebel ist 100mm lang und 45mm hoch, die Dicke beträgt in meinem Fall 6mm. Der untere große Radius beträgt 12,5mm und geht zum vorderen Ende bis auf 16mm auf. Damit ich somit auch eine gute Hemmung des Spannhebels erreiche.
45. Als erstes wird die Vorlage mittels Sprühkleber auf ein Stück Holz geklebt.
46. Das so präparierte Holzstück ist nun bereit für die Säge.
47. Am besten geht das Aussägen mit der Bandsäge. Ich lasse hier jedoch zwischen der Vorlage noch ein klein wenig Schleifzugabe. 
48. Der so ausgeschnittene Spannhebel wird nun sauber zugeschliffen.
49. In meinem Fall muss die Papierschablone nicht mehr vom Holz runter, da die beklebte Seite, die Abfallseite ist.
50. Nun wird das Loch angekörnt. Die Bohrung ist um 3mm nach rechts verschoben um hier die Wirkung des Spannarmes zu erhöhen.
51. Nun bohre ich das Loch mit 9mm vor.
52. Und anschließend mit 9,8mm als Fertigmaß auf.
53. Der Spannhebel kann nun auf 6mm Dicke zugesägt werden. Hierzu findet wiederum die Bandsäge ihren Einsatz.
54. Nun kommen wir zum 10mm Messing Rundmaterial. Generell würde es ausreichen, den Spannhebel mit 5,2mm aufzubohren und ihn über den 5mm Passstift führen zu lassen. Dies ist jedoch die Schwachstelle der Zwinge und der Spannhebel steht dort unter der größten Belastung. Darum führe ich den 5mm Passstift in der Messinghülse. Das Messing Rundmaterial wird mittig angekörnt.
55. Mit einem 5,2mm Bohrer, durchbohre ich das Messing Rundmaterial.
56. Die Messinghülse wird nun in den Spannhebel eingesetzt.
57. Und mit Hilfe des Schraubstocks eingepresst.
58. Nun wird das überstehende Messing Restmaterial mit der Bandsäge abgesägt.
59. Der fest fertige Spannhebel wird nun noch auf dem Schleifbock sauber Plan geschliffen, damit er in dem Zwingen Oberteil sauber und leicht, aber dennoch spielfrei läuft.
60. Zum Schluss kommt wiedermal mein Schleifbogen zum Einsatz. Damit breche ich die Kanten damit sich der Spannhebel auch zwischen den Fingern gut anfühlt.

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Fertigstellung der Oberteile

Oberteile mit eingebautem Spannhebel
Zu 61.
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61. Als erstes wird das Oberteil angerissen und gekörnt. Das Anreismass beträgt von unten 19mm hoch und von rechts 16mm hoch.

62. Nun kommt das schon bekannte vorbohren mit 5mm. Steckt hierbei bitte einen kleinen Keil in die Nut hinein, damit das Oberteil beim bohren nicht zusammengedrückt wird und euch somit das Loch misslingt.
63. Die 5mm Bohrung wird nun mit einem 5,1mm Bohrer nachgebohrt.
64. Der Passstift wird in die Bohrung eingesetzt wobei der Spannhebel vorab sauber fluchtend mit der Bohrung ausgerichtet sein muss. Das ganze wird wiederum mit dem Hammer eingeschlagen und nochmals im Schraubstock nachgepresst. Hierbei ist darauf zu achten, das man nicht zu stark drückt, da sich ansonsten der Spannhebel verklemmen könnte.
65. Nun wird alles noch schön sauber verschliffen und wir sind auch damit fertig.

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Die Abschlussarbeit

Die fertigen Leimholzzwingen
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Zu 72.
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Zu 74.

66. Nach dem verschleifen, werden die Oberteile auf die Alustange aufgeschoben und am unteren Teil der Aluschiene mit vier herzhaften Hammerschlägen fixiert.

67. Ich hoffe, das auf dem Bild sauber sichtbar ist, wie die Kanten einwenig eingedrückt sind.
68. Nun schneide ich kleine Streifen mit dem Maß 36mmx16mm aus einer weichen Faserplatte aus.
69. Für das Zuschneiden reicht ein herkömmliches Messer. Anstatt einer weichen Faserplatte kann man auch Kork nehmen, mir persönlich ist jedoch die Faserplatte lieber.
70. Nun werden die kleinen Zuschnitte auf die Zwingenklauen aufgeklebt.
71. Und mittels der eigenen Spannkraft der Zwinge fixiert.
72. Damit die Zwingen sauber aufgeräumt werden können, bastle ich mir noch schnell eine Wandhalterung. Somit werden 16 Felder auf einem ausreichend langem Holzstück angerissen.
73. Die Schlitze säge ich am besten auf der Bandsäge aus.
74. Zum guten Schluss wird das ganze noch sauber verschliffen und an einer geeigneten Stelle an der Wand fixiert.. Fertig

Danke das ihr so geduldig alles durchgelesen habt.


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