Lauflernwagen

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Lauflernwagen
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    60 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Opa bin ich schon seit 15 Jahren aber bis letztes Jahr hatte ich keine Zeit für meine Enkel was zu bauen – so ist das wenn man eine Gaststätte führt, da kommt die Familie zu kurz.
Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf aufgeben, aber es gibt bekanntlich keinen Nachteil wo nicht auch ein Vorteil sich ergibt.
Nach einer schweren Rücken-OP konnte ich mich im Dezember endlich mal wieder in meine kleine Werkstatt begeben, ok, die Ärzte sollten es nicht wissen, aber mehr als drei Monate liegen ist genug.
Weihnachten steht vor der Türe und unser jüngstes Enkelkind wird im Januar 2014 ein Jahr, da würde sich ein Lauflernwagen sicher gut hermachen. Im Netz habe ich diverse Modelle mir angesehen, eines gefiel mir besonders – es war aus Buche massiv und nur geölt – dieses Modell galt es nun nach zu bauen. Nachdem ich die Planung abgeschlossen, die Hölzer zugesägt und den Wagen zusammengebaut und geölt hat hatte, kam meine Frau und meinte sie habe im Netz einen Lauflernwagen, nachfolgend nur noch LLW genannt, gesehen der ein „Mäuseaussehen“ hätte und der würde ihr so sehr gefallen, ob ich nicht diesem machen könne.
Wer kann schon der Oma einen Wunsch abschlagen, ich nicht, und so machte ich mich dran, den Wunsch von der Oma umzusetzen. Da ich aber wie gesagt „meinen Wagen“  schon soweit fertig hatte, musste improvisiert werden. Ich wollte eigentlich auch kein Objekt daraus machen, darum gibt es davon auch keine Bilder. Darum mag das Endprodukt ob der verschiedenen Materialien ein wenig sonderbar erscheinen, den Grund wisst ihr dann ja und werd es mir nachsehen.
Auf Maßangaben verzichte ich größtenteils da jeder eine andere Vorstellung ob der Größe hat, sollte einer explizit die Maße wissen wollen, dann kann er mich ja kontaktieren.
Wichtig ist nur das der LLW ein gewisses Grundgewicht hat, damit er nicht kippt wenn der Lauflehrling, sorry, der Laufauszubildende sich dranhängt. :-))))

Los geht's - Schritt für Schritt

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Lauflernwagen

Anprobe
Anprobe

Jetzt galt es erst mal eine „Maus“ zu zeichnen, was meine Fähigkeiten schon sehr strapazierte aber nach gewissen Recherchen gelang es mir ein ansehnliches Modell zu fertigen. Dazu verwendete ich ein 12er Birkensperrholz das ich mir der Stichsäge ausgesägt habe und sukzessive bis zum 320 Korn mit dem Exzenterschleifer geschliffen habe.
Die erste Anprobe ist fällig. Passt und sieht schon mal ganz gut aus.

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jetzt kommen die Ohren dran

Mausohr

Nachdem der Korpus gelungen war galt es die Ohren zu gestalten – das war ob meiner fehlenden Begabung nicht so einfach, mir fehlt da das räumliche Denken und so musste ich einige Schablonen aus Pappe fertigen bis ich die Größe und das Aussehen einigermaßen zustande bekam. Irgendwann war ich  damit zufrieden und übertrug den Entwurf auf ein  12er Sperrholz und händelte es wie den Korpus – aussägen und bis zum 320er Korn schleifen.

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Mausohr die zweite Klappe

Im Eifer des Gefechtes vergaß ich natürlich mal wieder das dokumentieren – ja da wäre es toll, wäre man/n eine Frau und hätte das Multitasking im Blut. Ohren habe ich mit Runddübel befestigt da ich es vorzog den Korpus und die Ohren separat anzustreichen und erst dann zusammen zu „bauen“. Das erschien mir vorteilhafter, auch habe ich je Seite zwei Ohren gemacht, eins innen, eins außen – das muss man aber nicht, mir gefiel es so einfach besser. 

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Jetzt kommt die Farbe ins Spiel

Malerarbeiten
Malerarbeiten

Der „Mäusewagen“ im Netz war in Blau gehalten und hatte weiße Punkte und da die Oma den Mäusewagen wollte, meinte sie auch dass er so auszusehen hatte und ich machte mich an die nächste, mir so fremde Arbeit, das anmalen. Dazu verwendete ich einen wasserlöslichen Acryllack der natürlich allen Voraussetzungen der kindergerechten Nutzung erfüllte. Speichel und sonstiges resistent muss er sein und ist es natürlich – dazu habe ich lange im Netz recherchiert. Wie üblich – 10 Fragen – 15 Meinungen. Ich ging dann doch ins Farbengeschäft meines Vertrauens und habe mich dort beraten lassen – das kostete nicht nur mehr Zeit sondern auch ein vielfaches an Geld – aber das sind uns die kleinen Racker ja wert, oder? J

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Zusammenbau

Seht selber wie es geworden ist – zweimal habe ich die blaue Farbe aufgetragen – natürlich mit dem zweiten Anstrich bis zum nächsten Tag gewartet, selbiges tat ich auch bei den weißen Punkten. Dazu hatte ich mir eine Schablone erstellt, denn freihändig hätte ich die runden Punkte nicht so hinbekommen. Natürlich muss das Mäuschen auch noch ein Gesicht bekommen und so mobilisierte ich all meine künstlerischen Fähigkeiten und malte dem Mäuschen ein Gesicht auf.
 Danach folgte der Zusammenbau. Da ich alles vorher bemalt hatte musste ich die Teile mit Runddübeln an dem Korpus befestigen, das machte ich deshalb, weil das bemalen so einfacher und sauberer zu machen ist, als wenn man das Ganze erst nach dem Zusammenbau bemalt. Dann hätte man es nur zusammenleimen müssen. Das aber muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Ausstattung

mit Bett und Puppe
mit Bettzeug und Puppe

In der Zwischenzeit hatte meine Frau im Netz nach der geeigneten Bettwäsche für den LLW gesucht, denn sie meinte, dass unsere Kleine – ich vergaß sie vorzustellen – Marla heißt sie, den LLW auch gleich als Puppenwagen benutzen kann – wenns ein Bub wäre dann hätte ich noch einen Satz Bauklötze dazu gemacht – aus Holz versteht sich. Sie wurde auch findig und da die arme kleine Marla ja so gar keine Puppe hat, musste auch noch die passende Puppe mit rein – nun auch das hat geklappt wie ihr anhand der Bilder sehen könnt.
Die Räder habe ich mit einer Schlossschraube und Mutter befestigt - über die Mutter kann man den LLW "bremsen", in dem man die Mutter fester anzieht oder ein bisserl lockert wenn das Kind dann mal richtig laufen kann und auch die Gänge zwei bis sechs benutzt. :-)))
Als alles fertig war musste ich feststellen dass das Mäuschen keinen Schwanz hatte - den machte ich dann noch schnell aus mehreren Wollfäden die ich per Kleber an einem Ende fixierte und in ein kleines Loch das ich am Hintern ins Holz bohrte, steckte und mit Sekundenkleber fest machte. Jetzt ist der LLW komplett.

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endlich Weihnachten

Marla und Cecilia
Marla und Cecilia

Endlich Weihnachten und die ersten Gehversuche unserer kleinen Marla mit ihrem LLW, wenn die Bilder nicht lügen dann gefällt er ihr, seht aber selbst.
Und hier die Kleine mit ihrer Cousine Cecilia – die justament auch nochmals gerne „klein“ gewesen wäre – aber auch ganz stolz die „große“ Cousine ist.
Ich hoffe dass Euch mein Projekt gefällt und ihr mir meine schlampige Dokumentation nachsehen könnt. :-))))

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Nachtrag

Nachtrag:

Den "Grundwagen" habe ich aus dem Netz abgekupfert - dachte mir, besser gut nachgemacht als schlecht selbst erdacht. Hoffe das trüb das allgemeine Bild nicht. :-)
Maße hatte ich nicht, nur die Bilder und darum habe auch ich keine Maße angegeben.
Der Grundwagen ist ca. 60cm hoch und 45cm lang und 38cm breit. Dazu kommt die Schräge für das Betterl, was im Original nicht ist, so das der Wagen ca. 55cm lang ist.
Die Griffstangen sind aus 20mm Buchenholz und in 20/30/40cm Höhe angebracht
Die Maus ist 60cm lang und 48cm hoch und 12mm stark.
Das Holz für den Wagen ist aus Buchenreste zusammen geleimt und dann gehobelt und geschliffen, und dann ausgesägt. Es hat eine fertige Stärke von 22mm. Zusammen gebaut habe ich ihn mit Flachdübel und Holzleim.
Die Räder sind ebenfalls aus 22mm Buche, habe sie mit der Oberfräse ausgefräst, eine Nut in die Laufflächen gefräst in die ich dann einen 6mm dicken Gummiring, aus dem Netz, getan habe. Das Buchenholz wie erwähnt bis zur 320 Körnung geschliffen - nach der 180er habe ich das Holz mit einen feuchten Lampen abgerieben und nach dem Trocknen mit der 240er geschliffen (alles mit dem Exzenterschleifer) dann das Ganze mit einem Holzöl welches ich mit der Alkanna­Wurzel rot eingefärbt habe, das Öl hebt dann die Struktur des Holzes noch mehr hervor, eingelassen. Nach dem ersten Ölen und 24Std. Trocknungszeit habe ich es mit einem 320er geschliffen und dann mit einem Hartwachsöl und einem feinem Schleifvlies mit dem Exzenterschleifer „einmassiert“ das gibt dann eine sehr feine Oberfläche, die habe ich dann noch mit einen weichen Lappen abgerieben, das gibt dem Ganzen den seidigen Glanz. Das kann, muss man aber nicht machen.

Wie gesagt – das war der Ursprüngliche Plan bis dann die Oma kam und das mit der Maus einbrachte. Da der ursprünglich geplante Wagen schon soweit fertig war, konnte ich die Maus nur noch anbauen. Das sieht jetzt vielleicht ein wenig komisch aus, aber für ein Kind darf es ja gerne ein bisserl kunterbunt sein, oder?
Was die weißen Punkte auf der Maus angeht – es stimmt, ich habe noch nie ne Maus mit weißen Punkten gesehen, aber ich habe auch noch nie eine blaue Maus gesehen. Aber wie gesagt – es ist ein Kinderspielzeug und da darf es gerne ein bisserl bunter sein. J))))))
 


Rechtlicher Hinweis

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