Küchenrückwand aus marmoriertem Aluminum mit Buchenholzrahmen

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Im letzten Sommer habe ich meine Küche renoviert und habe beschlossen, die Nische hinter der Tür sinnvoll zu nutzen. So entstand die Idee, dort eine zusätzliche Arbeitsplatte einzubauen.
Einen Fliesenspiegel wollte ich nicht als Rückwand haben. Käufliche Lösungen verwarf ich jedoch, da mir zu Teil weder Preis noch Optik zusagte. Nach einiger Zeit beschloss ich, eine Rückwand aus 2mm Aluminium herzustellen, dass dann marmoriert wurde. Die tat ich aus zwei Gründen. Edelstahl in diesen Dimensionen konnte ich in meiner Werkstatt nicht fachgerecht genug bearbeiten und des Weiteren ist Aluminium absolut unenpfindlich gegen Fingerabdrücke. Zum Reinigen genügt Spiritus. Und da ich gelernter Maschinenbauer bin, fällt mir die Arbeit mit Metall relativ leicht.

Die Schwierigkeit bei diesem Projekt war die Genauigkeit, mit der alles gefertigt werden musste, da jede Ungenauigkeit sofort ins Auge springen würde. Noch schwieriger ist es aber, das Aluminium vor Kratzern zu schützen, denn tiefere Kratzer kann man nicht kaschieren.
Das Projekt hat sich über knapp 3 Wochen hingezogen, aber ich denke, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Ich beschreibe hier nur die Fertigung der Rückwand, sowie den Einbau und nicht die komplette Renovierung. Ich habe seinerzeit viele Fotos gemacht, um das wichtige zu Dokumentieren, falls irgendwann mal etwas getauscht werden muss..... Leider aber nicht alles. Aber ich hoffe, dass es auch so gut nachvollziehbar ist.
Ich hatte viel Spaß bei diesem Projekt, aber auch Gedanken, was mich da geritten hat, so etwas zu beginnen..... Denn in Gedanken war alles viel einfacher, als es dann tatsächlich gewesen ist.
Viel Spaß beim Lesen und eventuell beim Nachmachen...
Und natürlich beantworte ich alle Fragen gerne.

Grüße

Christian

Du brauchst

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Werkzeuge
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Materialliste
  • 5 x Blechtafeln | Aluminium (1000 x 400 x 2)
  • 3 x Sperrholzplatten | Pappel (1200 x 600 x 12)
  • 3 x Sperrholzplatten | Pappel (1200 x 600 x 4)
  • 200 x Schrauben | Edelstahl (3 x 16)
  • 3 x Holzleisten gehobelt | Buche (20 x 20 x 2700)
  • 8 x Flachdübel | Buche (Größe 0)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Küchenwand, für die die Rückwand gefertigt wird.

In diese Nische sollte die Arbeitsplatte. Man sieht schon den Eschenholzrahmen, den ich provisorisch befestigt hatte.

Das Problem war, dass in diesem Haus keine Wand gerade ist und alles vor Ort eingepasst werden musste. Auf dem Rahmen aus Eschenholz ist ein Item Profil von 40mm aufgelegt, da die zukünftige Arbeitsplatte 39 mm stark ist, konnte ich das Profil als Referenz nutzen.
Die Rückwand hat eine Geasmthöhe von 400mm und läuft an den Seiten um.

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Fertigung der Trägerplatten

Hier sieht man die Verleimung der seitlichen Trägerplatte.
Hier ist die Trägerplatte lose aufgesetzt und eingepasst. Die Buchenleisten sind noch nicht verleimt.
Meine Hilfskonstruktion zum Sägen der Trägerplatte

Die Trägerplatten für das Aluminium sollten 16mm dick sein, aber auch leicht, denn die Rückwand ist 2580mm lang und ich musste sie sehr oft vom Keller in den zweiten Stock tragen- und wieder herunter.....
Die große Trägerplatte wird aus drei einzelnen Teilen zusammengesetzt. . Die Teile wurden mit Flachdübeln verbunden und auf Maß 2650 x 400 gesägt. Dann wurde im Versatz von hinten die 4mm Sperrplatten aufgeleimt und getackert. Die beiden seitlichen Trägerplatten wurden ebenfalls mit ca. 70mm Übermaß gefertigt.
Danach wurde die Platte der Nische angepasst - ich habe mit einer Schmiege die Schrägen übertragen und dann alles auf Maß gesägt.

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Vorbereitung des Aluminiums

Hier das vorgeschnittene Aluminium
Hier die linken und die rechten Einzelteile.

Ich habe eine ganze Tafel Aluminium gekauft und sie mit knapp 40mm Aufmaß zuschneiden lassen. Bei zugeschlagenem Aluminum sind die Kanten immer einseitig gerundet. Aber das würde man sofort sehen. Ferner muss man penibel auf darauf achten, damit man keine Kratzer hinneinmacht.
Ich habe die mit der Kappsäge vorgeschnittenen Buchenholzleisten auf der Werkbank mit der Trägerplatte mit Schraubzwingen befestigt und dann das Aluminium auf der TKS zugesägt. Ich habe das Aluminium mit insgesamt 5/10 mm Untermaß gesägt, damit sie sich hinterher gut montieren lassen.
Danach habe ich die Trägerplatte an den "Nahtstellen der Aluminiumplatten mit Aluminiumspray lackiert, damit man eventuelle Fugen nicht mehr sehen kann.
Im Anschluss wurde der Rahmen mit der Trägerplatte verleimt und geschliffen. Der Rahmen bekam innen umlaufend eine Fase, die bündig mit der später einzulegenden Platte ist.

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Bohren des Aluminiums.

Hier ist das Aluminium sschon gebohrt.

Alle Aluminiumplatten werden von der Rückseite angerissen, gekörnt und gebohrt. Das Anreißen habe ich mit einem Höhenreißer gemacht.
Beim Bohren von Aluminium immer mit Spiritus kühlen!
Und ein weiches Holz unter dir komplette Fläche legen, da die Vorderseite beim Bohren unten liegt. Ich habe Reste vom Pappelsperrholz genommen und mit einem Spiralbohrer d= 3,2 mm die Bohrungen auf der Säulenbohrmachine mit einem Anschlag gemacht. Im Anschluss wurde beiseitig sehr vorsichtig mit einem Querlochsenker entgratet. Die Senkungen werde erst später gefertigt.

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Bohrungen für die Steckdosen und Schalter

Vor dem Bohren noch einmal kontrollieren...
Und eine Innenecke wandseitig abhobeln... Nun passt alles...
Hier arbeit ich mit dem mobilen Bohrständer.
Die Bohrungen im Aluminium wurde bei etwa 150 1/min auf der Säulenbohrmachine gefertigt. Und es wurde wieder mit Spiritus gekühlt.

Nachdem die Positionen festgelgt warn, konnte ich mit der Fertigung der Bohrungen für die Hohlwanddosen beginnen.
Das Herstellen der Bohrungen mit der 68er Bohrkrone ist mit Handgeführten Werkzeugen zu gefährlich, weil die auftretenden Kräfte sehr groß sind.
Die Aluminiumspäne sollte man nicht vom Werkstück fegen, weil Kratzer entstehen können. ich habe sie abgesaugt und dann das Werkstück mit Druckluft gereinigt.

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Ausschnitte für Hohlwanddosen

Hier die fertigen Ausschnitte.

Das Ausschneiden habe ich mit der Stichsäge gemacht. Ich habe die Ausschnitte von der Unterseite gemacht, die Oberseite abgeklebt und zusätzlich ein Opferholz befestigt.
Danach wurde alles mit einer Schlüsselfeile entgratet.

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Marmorierung des Aluminiums.

Mit der Zentrierspitze ein Mittelkreuz markiert.
Dann werden die Bleche im Rastermaß verschoben.
Das ist ein Probestück gewesen.

Um die Marmorierungen zu fertigen, habe ich ein 30 mm Raster auf eine alte Spanplatte gezeichnet. Der Marmorierstift hat einen Durchmesser von 60mm.
Ein Anschlagbrett, dass mit Schraubzwingen befestigt ist, muss nach jeder Reihe ein Raster verschoben werden. Aber nur jedes zweite Raster wird marmoriert. Dann überlappen sie sich zu 75%.
Da das Muster sowohl über die Plattenfugen, als auch um die Ecken laufen soll, ist das ein zeitraubender Prozess. ein Fehler und man muss die letzten beiden Reihen wiederholen.... Und niemand ist Fehlerfrei....
Ich habe 2 Tage lang marmoriert.....

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Ein letztes Anpassen vor der Montage.

Hier sind schon die Befestigungsbohrungen zu sehen.
Hier die fertig marmorierten und gesenkten Teile.
hier sieht man gut das um die Ecke laufende Muster.

Das letzte Anpassen vor der Endmontage...
Bei den marmorierten Teilen sind die Schraubenbohrungen gesenkt- wieder mit dem Querlochsenker und Spiritus. Mit dem Tiefenanschlag der Säulenbohrmaschine. Anderenfalls werden die Senkungen nicht gleich.
Nun wird der Buchenholzrahmen noch 3 mal mit Leinölfirnis behandelt.

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Der Einbau...endlich.....

Die Montage hatte es noch einmal in sich, da alles separat verschraubt werden musste. erst die Trägerplatte, dann das Aluminium, dann die Hohlwanddosen und dann die Elektrik.... alles ohne Kratzer oder sonstige Beschädigungen.
Aber auch das war nach einiger Zeit erledigt.
endlich......

Ich weiß nicht, ob ich so ein Projekt noch einmal machen würde, wenn ich wüßte, was auf mich zukommen würde.....
Aber im Endeffekt hat es sich gelohnt


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