Kreisfräsvorrichtung (Fräszirkel) für die Kantenfräse

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    3 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Für größere Fräsungen von Kreisen habe ich meinen Kreisfräs-Zusatz der mit der Oberfräse kam aber der ist unter etwa 120mm Radius nicht brauchbar. Da ich aber Kreise mit Durchmessern bis herunter auf 15mm Radius ausfräsen wollte war das Teil natürlich völlig nutzlos.
Natürlich gibt es für dieses Hilfsmittel schon jede Menge Anleitungen aber die waren mir für das was ich vor hatte einfach zu aufwendig zu bauen. Die Devise war „einfach, fad und geschmacklos“ mußte es sein.
Als Oberfräse habe ich meine kleine 120V Kantenfräse vorgesehen weil sie kleiner und handlicher ist. Es ist eine US Variante der blauen Bosch GKF 600 aber das Teil sollte ohne Probleme auch für Makita/Katsu, DeWalt und Andere und auch in der Art für größere Ofs verwendbar sein. Was dabei heraus kam will ich hier zeigen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber,  Netz-Bohrschrauber PNS 300
  • Kapp- und Gehrungssäge,  5312 (120V)
  • Tischbohrmaschine,  3320 120V
  • Druckluft Nagler,  PDT 40 C2
  • Bandsäge,  BS-12R
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Materialliste
  • x x Multiplex | Birke (9,5mm, nach Bedarf)
  • 2 x Schloßschraube | Stahl (M6*35)
  • 1 x Einschlagmutter | Stahl (M6)
  • 1 x Bauscheibe | Stahl (M6)
  • 1 x Dorn | Buche (6mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Maße bestimmen

Die Länge hängt vom maximal gewünschten Kreisdurchmesser ab den ich so gewählt habe dass ich bis dort hin komme wo ich die größere Parkside POF 1200 dann verwenden kann. Dies bestimmt die Länge der Bodenplatte auf Tiefe der OF-Bodenplatte plus maximaler Radius plus ca. 40mm. Die Deckplatte ist dann diese Länge minus die OF Tiefe.

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Zuschnitt

Aus 9,5mm MPX wurden die oben berechneten Teile zugesägt. Der Schieber wurde ziemlich willkürlich 30mm breit gemacht und muß nur so lang wie der doppelte kürzeste Abstand von Feststellschraube bis zum Ende mit dem Dorn sein.

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Bohrungen für Oberfräsenmontage bestimmen

Die Bodenplatte der Fräse wird abgeschraubt und auf die Bodenplatte gelegt. Die Bohrungen für die Befestigungsschrauben und die Mitte der Fräseröffnung werden nun exakt angezeichnet. Für die Befestigungen habe ich dies mit der Spitze eines genau in die Löscher passenden Holzbohrers und füe die große Mittenbohrung mit einem geeigneten Forstnerbohrer gemacht.
Auch die Aussparung für den Schieber wurde mit 30mm Breite aufgezeichnet.

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Bodenplatte bohren

In der Mitte wird mir dem zur Markierung verwendeten Forstnerbohrer ein großes Loch gebohrt und mit den Holzbohrern die Löcher für die Schrauben gebohrt welche dann auch noch gesenkt werden.
Da bei mir eine Lochsäge besser in die große Bohrung paßte habe ich die verwendet.

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Bodenplatte Ausschnitt für Schieber

Jetzt wurde der Schlitz für den Schieber mit der Bandsäge in die Bodenplatte gesägt. Hierbei lieber etwas zu eng aussägen und hinterher an den Schieber anpassen. Das Schleifen bis es passt wurde mit den Bandschleifklötzen gemacht.

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Deckplatte anzeichnen und fräsen

Auf der Mitte der Deckplatte wird eine Linie markiert und mit einem 6mm Fräser ein Schlitz eingefräst der etwa 15mm von der Stirnseite weg anfängt und mindestens die Länge des maximalen Fräsradius haben muß.

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Schloßschraube dünner machen

Da ich nur 9mm MPX verwendet habe wollte ich nicht daß der Kopf der Schloßschraube zu sehr aufträgt. Er wurde kurzerhand am Schleifbock etwas flacher geschliffen denn er muß ja nicht die Nennkräfte dieser Schraubengröße aushalten.

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Schieber bohren

Der Schieber erhält exakt mittig zwei 6mm Bohrungen. Eine etwa 9mm von der Stirnseite entfernt für den Buchedübel die andere so daß sie dort sitzt wo der Schieber im ganz eingeschobenen Zustand am Anfang des Schlitzes der Deckplatte ist. Bei dieser Bohrung senkt man aber zuerst mit einem 20mm Forstnerbohrer so tief an daß der Kopf der Schloßschraube völlig hinein paßt und bohrt erst dann mit einem 6mm Bohrer vollends durch.

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Verleimen Boden und Deckel

Die Deckplatte wird nun auf die Bodenplatte geleimt und evtl. auch noch verschraubt. Bei mir wurde aber aus Faulheit nur mit 15mm Nägeln getackert. Da ich die Deckplatte zu lang gelassen hatte wurde sie danach noch auf Maß getrimmt.

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Dorn und Schraube montieren

In die Bohrung des Schiebers wird der Buchedübel so eingeleimt dass er auf der Unterseite (dort ist die 20mm Senkung) heraussteht. Ist er für dünneres Material zu lang muß man eben auf einer Hilfsplatte mit Bohrung fräsen. Bei meiner Vorrichtung steht er etwa 10mm über und was dann noch hinten heraus schaute habe ich abgesägt.

In die Senkbohrung wird die Schloßschraube eingeschlagen die ich zur Sicherheit noch mit etwas Epoxy verklebt habe aber das ist sicher nicht notwendig.

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Sternmuttern anfertigen

Nach dem bereits beschriebenen Verfahren wurde eine M6 Sternmutter aus 9,5mm MPX gefertigt. Sie besteht aus dem eigentlichen Sterngriff, einem Sockel und einer Einschlagmutter.
Da die Lochsäge nur ein 6mm Loch im Zentrum bohrt muß für die Einschlagmutter noch auf 7,5mm aufgebohrt werden.
Danach werden die Krallen der Mutter markiert und vorgebohrt und dann wird sie mit Epoxy eingeklebt. Zum Schluß folgte noch eine Lackierung mit rotem Sprühdosenlack.

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Zusammenbau

Der Schieber wird mit dem Dorn in Richtung Spannzange und der Schloßschraube im Schlitz der Deckplatte eingesetzt. Auf die Schloßschraube kommt nun eine M6 Bauscheibe und die M6 Sternmutter.

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Kantenfräse montieren

Nun wird noch die Kantenfräse mit etwas längeren Senkkopfschrauben (bei mir M4) aufgeschraubt und nach kurzer Bauzeit und 1h Trockenzeit für den Leim konnte ich schon fräsen.

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Schieber anfräsen

Nun wird der Fräser mit dem größten geplanten Durchmesser in die OF eingesetzt. Der Schieber wird langsam in den laufenden Fräser geschoben um vorne am Schieber eine Kerbe zu erhalten. Dadurch kann man noch leinere Radien fräsen.

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Schieber für lochfreie Kreisfräsung bohren

Manchmal will man auch Scheiben in denen kein 6mm Loch ist das man dann mehr oder weniger sichtbar ausbessern muß. Hierfür wurde in den Rest des 30mm Streifens eine 20mm Bohrung in 15mm Abstand vom Ende gebohrt und ebenfalls für eine Schloßschraube gesenkt und gebohrt.

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Halteschraube einkleben

Wie beim vorigen Schieber wird auch hier eine Schloßschraube mit dünner geschliffenem Kopf mit Epoxy eingeklebt.
Wenn man mit einem guten doppelseitigen Klebeband z.B. eine dünne Scheibe von einem 20mm Buche Rundstab aufklebt kann man dies dann als Drehpunkt verwenden und die ausgefräste Scheibe hat kein Loch.
Zur Aufbewahrung gehen beide Schieber sogar gleichzeitig rein.

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Erklärung

Wer sich jetzt fragt warum ich den Schieber nicht in einem Schwalbenschwanz geführt habe stellt eine berechtigte Frage. Das halte ich zwar für eine handwerkliche Lösung aber hier unnötig weil ja die Fräse auf dem Werkstück aufliegt und der Schieber somit nicht nach unten weg kann (und die Schraube hält ihn auch noch) und nach oben kann er sowieso nicht. Zudem halte ich nicht viel davon Helferlein zu bauen deren Bauzeit höher ist als die Zeit die ich sie dann verwende. Je weniger aufwendig desto besser.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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