Kinderspielzeug - Harfen mit stimmbaren Saiten

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    20 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Meine beiden Töchter haben sich eine Harfe gewünscht (keine echte - eine zum Spielen). Also habe ich mich mit ihnen hin gesetzt und beide haben ihre Vorstellungen genannt. Sie sollten echte Saiten haben und bespielbar sein. Dazu sollten sie dekorativ sein. So wurde ein neues Projekt geboren, das die eine oder andere Herausforderung mit sich brachte- Denn - ganz so einfach wurde es dann doch nicht. Das sollte sich aber erst während des Projektes heraus stellen...

Bitte beachtet, dass es nur eine Hilfe darstellt. Ich habe keine wirklichen Maße anzugeben. Das Instrument kann gebaut werden, wie man möchte. 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Stichsäge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Säbelsäge
  • Bandschleifer
  • Hammer
  • Winkel
  • Meter
  • Bleistift
  • Dremel
  • Schraubzwingen
  • Holzbohrer div. Größen
  • Zange
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Materialliste
  • 1 x Platte | Buchenholz (30x80x18)
  • 1 x Stange | Bambus (5cm dick)
  • 12 x Stück | Zitherwirbel
  • 1 x Platte | Pappelholz (30x10x0,5)
  • 12 x Saiten | Gitarrensaiten
  • Schrauben
  • Schleifpapier
  • Holzleim | Express
  • Hartholzöl
  • Filzgleiter | Selbstklebend

Los geht's - Schritt für Schritt

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Form vorzeichnen und ausschneiden

  • Als Erstes habe ich die gewünschte Form in der gewünschten Größe auf eine Hartholzplatte (Buche, ca. 30 x 80 x 18 cm) vorgezeichnet. 
  • Anschließend habe ich die Form mit einer Stichsäge und hilfsweise auch mit einer Tauchsäge ausgesägt.

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In Form bringen und schleifen

  • Die grob ausgeschnittene Form habe ich dann erst einmal in Form geschliffen. Das ist mir mit einem Bandschleifer, den ich umgedreht auf der Arbeitsplatte befestigt habe, recht gut gelungen. Den Rest habe ich dann mit einem Dremel und diversen Schleifaufsätzen geschafft.
  • Mit 80er und 120er Schleifpapier habe ich dann noch den Feinschliff vollzogen.

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Den Standfuß bauen

Eine Harfe braucht natürlich auch einen Standfuß. 

In einem Winkel von 30° steht sie recht stabil.
Als Erstes habe ich ein Trapez ausgesägt. Die Länge soll ausreichen, dass der Harfenbogen gut drauf passt. Oben ein wenig schmäler als unten und um 30° abgeschrägt. 
Dazu dann noch eine Grundplatte. Wie groß (bzw. wie lang) diese wird, bleibt jedem selbst überlassen. Da ich alles frei Schnauze gemacht habe, kann ich keine genauen Maße angeben. Wichtig ist nur, dass die Platte an der schmalen Seite mindestens 5cm breit ist.

Beide Teile natürlich wieder gut schleifen und mit einer Schraube (vorbohren nicht vergessen) und express-Holzleim miteinander verbinden.

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Harfe mit dem Standfuß verbinden

Jetzt wird der Harfenbogen einfach mit dem Standfuß verbunden. Man muss dabei bedenken, dass Gitarrensaiten einen unglaublichen Zug ausüben. Daher muss alles gut fest sitzen. Auf jeden Fall mit Schrauben und Leim arbeiten.

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Der Resonanzkörper

Resonanzkörper aus Bambus
Resonanzkörper aus Holz

Damit ein Instrument klingt, braucht es einen Resonanzkörper. Ich habe zwei Kinder und beide hatten ihre eigenen Vorstellungen darüber, wie ihre Harfe aussehen sollte. Daher hat es sich ergeben, dass ich zwei verschiedene Resonanzkörper bauen musste. 

Im Folgenden habe ich die Titel mit "a" und "b" benannt. "a" ist die Harfe mit dem Bambus als Resonsnazkörper und "b" mit dem Resonanzkörper aus Holz.

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A = Resonanzkörper aus Bambus

Im Internet habe ich Bambusrohre bestellt. Der Durchmesser sollte in etwa bei 5 cm liegen. 

Das Stück, das als Resonanzkörper dienen soll, habe ich einfach auf die passende Länge zugeschnitten. Da der Standfuß eine Neigung von 30° hat, muss das Bambusstück ebenfalls abgeschrägt werden.
Damit sich das Bambmusrohr möglichst flach an den Standfuß anlegt, habe ich die Wulst vom Bambus ein wenig flach geschliffen.

Jetzt muss das Bambusrohr nach oben hin verschlossen werden, damit der Schall nicht an der falschen Stelle austritt. Dazu habe ich einfach ein rundes Holzstück ausgesägt und in das Bambusrohr eingeleimt.

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A = Resonanzkörper aus Bambus mit der Harfe verbinden

Mit Holzleim und Schrauben wird dann das Bambusrohr mit der Harfe verbunden. Dabei muss unbedingt vorgebohrt werden, damit der Bambus sich nicht spaltet.

Die Schraubenköpfe habe ich versenkt. das ist eine optische Geschichte. Dazu einfach mit einem größeren Bohrer das vorgebohrte Loch so anbohren, dass sich der Schraubenkopf versenken kann.

Nachdem ich den Bambus verschraubt habe, habe ich mir eine Paste aus Holzleim und Sägemehl angerührt. Damit habe ich die Schraublöcher und die Verbindungsnaht vom Bambus mit der Fußplatte (unten, an der Schräge) verschlossen.
Nach dem Trocknen konnte ich diese Stellen dann ganz normal schleifen und diese Stellen gut kaschieren.

Zum Schluß müssen noch die Schalllöcher in den Bambus geschnitten werden. Dabei ist der Fantasie keine Grenze gesetzt. Wie groß oder in welcher Form, das bleibt jedem überlassen. Zweck ist, dass man das Instrument auch hört.
Man sollte in jedem Fall darauf achten, dass man in der Lage ist, nachher die Saiten noch einzuziehen. Daher sollten die Schalllöcher so groß wie nötig und so klein wie möglich sein. Ich habe dazu eine Tauchsäge benutzt. Wer keine hat, der kann natürlich auch mit einem Bohrer ein entsprechend großes Loch vorbohren, dass das Sägeblatt der Stichsäge rein passt.

Kanten schön glatt schleifen

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B = Resonanzkörper aus Holz

Passend zur Harfe wird bei dieser Variante einfach ein Resonanzkörper aus Holz gebaut. Leider hatte ich in dem Moment nicht daran gedacht, dass ich besser eine andere Holzart in einer dünneren Variante gewählt hätte. das ist mir aber erst aufgefallen, als es zu spät war. Ich gebe an dieser Stelle allen den Tipp, auf eine dünnere und besser reflektierende Holzart auszuweichen und/oder den Resonanzkörper größer zu gestalten. Dann wird das Instrument auch etwas lauter. Das, was ich hier gemacht habe, hat sich nicht als wirklich effektiv erwiesen. Aber das habe ich erst am Ende gemerkt...


Ansonsten einfach wieder verschrauben und verleimen. 
Anschließend erst einmal offen lassen, damit man noch die Saiten einfädeln kann. Ist das geschehen, einfach wieder die Schalllöcher bohren und mit einem Deckel aus Pappelholz verschleißen.

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Einsetzen der Zitherwirbel, Löcher für Saiten bohren

Jetzt müssen die Zitherwirbel eingesetzt werden. Dazu sollte man sich Gedanken machen, wie viele Saiten man einsetzen möchte. Ich habe mich für einen normalen Satz Gitarrensaiten entschieden - also 6.


Nun war erst einmal Ausprobieren angesagt. Einfach selbst testen, in welchem Winkel man die Saiten einsetzen möchte. 
Als ich mir sicher war, wie ich es haben möchte, habe ich mir mit dem entsprechenden Winkel ein Stück Holz geschnitten, um einen Anschlag zu haben.
Damit habe ich mir die Punkte markiert, an denen ich die Zitherwirbel einsetzen und die Löcher für die Saiten bohren muss.

Die Zitherwirbel müssen fest sitzen. Daher muss das Loch kleiner gebohrt werden,als der Durchmesser des Wirbels ist. Der Rest muss mit einem Hammer eingeschlagen werden. Wie gesagt - er muss fest im Holz sitzen. Da ist wichtig, damit er die Spannung der Saite aushalten kann. Durch das Gewinde im Zitherwirbel läßt er sich später mit einem Stimmschlüssel (im Internet bestellen) oder einer Zange drehen.

An den Stellen, an denen die Saiten in den Resonanzkörper laufen, habe ich zum abpolstern Filzgleiter aufgeklebt und die einzelnen Löcher im entsprechenden Winkel (hier kommt das Holz zum Einsatz, das ich im entsprechenden Winkel geschnitten habe) komplett in den Resonanzkörper gebohrt.


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Saiten einziehen und Finish

Jetzt werden die Saiten in der entsprechenden Reihenfolge E, A, D, G, H, E eingesetzt.

Dazu die Saite erst durch die Öffnung des Resonanzkörpers durch das Bohrloch ziehen und in den Zitherwirbel einsetzen.

Wer schon einmal Gitarrensaiten in der Hand hatte weiß, dass sich am unteren Ende der Saite ein Metallkörper (ähnlich einer Kugel) befindet. Der ist große genug, um nicht durch das Bohrloch zu passen und stark genug, um die Saite zu spannen.

Dann den Zitherwirbel in die entsprechende Richtung drehen (mit einer Zange oder einem Stimmschlüssel) und die Saite spannen. Dabei recht vorsichtig vorgehen, damit die Saite nicht reißt. Sobald die Saite straff ist aufhören und den Überrest abknipsen.
Dann mit der nächsten Saite weiter machen, bis alles Saiten eingesetzt sind. 
Nie zu viel spannen - die Saiten reißen schnell...

Wenn alles fertig ist, die Harfe nach belieben verschönern. ich nehme dazu gerne ein Hartholzöl. Das bringt die natürlichen Farben voll zur Geltung und schützt die Oberfläche. 

Nach etwa zwei Tagen kann man versuchen, vorsichtig die Saiten mit einem Stimmgerät in die gewünschte Stimmung zu bringen.
Ob man Neylon oder Stahlsaiten nimmt, muss man selbst entscheiden. Wie gesagt - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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  1. Projekt des Monats

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