Kinderbett mit Dachhimmel

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Fertig aufgebaut und dekoriert
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Unser Junior, mittlerweile knapp 9 Monate alt, wächst und wächst. Haben Kinder so an sich und deshalb ist sein Gitterbettchen ziemlich schnell zu klein bzw. zu niedrig für ihn gewesen. Hochziehen und dran stehen war eins, das drüberklettern und runterfallen konnten wir ihm noch dadurch abgewöhnen, dass wir das Lattenrost auf die unterste Stufe gestellt haben. Auf Dauer wurde es mit dem Kind aber etwas zu schwierig, ihn dort hineinzulegen, da man das immer aus dem Rücken heraus erledigen muß. Das ist nicht so ganz leicht und außerdem Rückenmordend. Also durfte ich ein Bett für den Junior bauen.
Die Frau Mama suchte im Internet nach Anregungen und fand zunächst ein Bett, welches ihr optisch zusagte. Der Preis sagte dann mir nicht so richtig zu, denn da standen 400,-+ Euro drunter! Für Kantholt Fichte/Tanne! Öhm, Schatzili: Das baue ich dir für deutlich weniger... So suchten wir etwas weiter und fanden im Netz einen link zu einer Seite, die eben dieses Bett selbst nachgebaut und Pläne dazu eingestellt hatten.
Allerdings war der Bau selbst etwas, nun sagen wir mal sehr grob ausgeführt: Die Schnittkanten sahen sehr rauh und ausgerissen aus, keinerlei Fasen an den Kanten, und vor allem: mit gefühlt millionen von Schrauben zusammengehauen.
Das ist nun so gar nicht mein Fall gewesen und ich dachte so: Das muß auch handwerklich schöner und besser gehen.
Also: Frisch ans Werk!

Kleine Anmerkung: Der Preis oben bezieht sich auf die reinen Materialkosten des Holzes und der Schrauben/Dübel/Leim. Lattenrost und Matratze gehen extra. Wir haben uns für ein Rollrost und eine Matratze vom schwedischen Möbelhersteller entschieden. Günstig, einfach und vollkommen ausreichend für ~10 Kilo Kindesgewicht plus Mama oder Papa zum einkuscheln;)

Du brauchst

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Werkzeuge
  • AdvancedImpact 18  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • PEX 220 A  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • PSS 250 AE  - Schwingschleifer, Multischleifer (elektrisch)
  • POF 1200 AE  - Fräse (elektrisch)
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Wolfcraft Undercover-Jig
  • Wolfcraft Dübellehrenset
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Materialliste
  • 16 x KVH | Fichte/Tanne (44x44x3000mm)
  • Holzdübel | Holz (8mm)
  • Holzschrauben | Metall (verschieden (5x70/5x120/4x50))
  • Rundstab | Holz (10mm)
  • Holzdübel | Holz (6mm (für Rollrost))
  • Holzleim

Los geht's - Schritt für Schritt

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Zuschnitt der Einzelteile

Der Plan aus dem Netz
Das Ausgangsmaterial
Zuschnitt auf der Kapp-und Gehrungssägenstation
Das Endergebnis

Aller Anfang beginnt mit dem Kauf und dem Zuschnitt der benötigten Einzelteile. Der Kauf an sich war schon ein kleines Abenteuer: Schon mal versucht, im Baumarkt anständiges, gerades Holz zu bekommen? Ja? Ich auch, bin aber jedesmal kurz vorm verzweifeln, da allein die Tatsache, dass man das Holz dort senkrecht (!) lagert das Holz schon an den Rande des Wahnsinns treibt...
Zwischenzeitlich sah der Gang bei meinem Lieblingsbaumarkt etwas wüst aus, da ich sämtliche (!) Pakete aufgeschnitten und die einzelnen Latten herausgenommen und auf Verzug geprüft hatte... Ich glaube, die Mitarbeiter kennen mich seit drei Jahren gut genug um zu wissen, dass ich das, was ich nicht benötige auch wieder zurückräume...:) Daher ließen sie mich in Ruhe suchen:)

Das Zuschneiden ging nach dem ausgedruckten Zuschnittplan auf meiner Kapp-und Gehrungssägenstation sehr zügig und fast schon zu einfach. Was habe ich eigentlich die letzten Jahre ohne sie gemacht???
Das Ergebnis präsentiert sich dann auf dem noch im Bau befindlichen MFT... Projekt hierzu folgt irgendwann mal...

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Die Stirnseiten

Fertige Stirnseite (noch am trocknen)
Sämtliche benötigten Maschinen und Materialien mal auf einem Blick; es fehlt die Oberfräse.
Vorgefertigte Distanzhölzer aus Abschnitten
Vorbohren und Senken der unteren Hölzer
Zusammengeschraubt
Auf die unteren Hölzer kommen die Stege. Distanzhölzer erleichtern die Arbeit enorm
Zusammengesteckt zur Probe
Verleimt, verdübelt und verzwingt zum Trocknen aufgehängt äh abgelegt.
Anbringen der Fase an dem unteren Ende der Steher
Das dazugehörige modus operandi
Und wieder bohren und dübeln und bohren und dübeln...
Zuschnitt der Firstdreiecke auf der Kapp- und Gehrungssäge
Mal grob in Pose gelegt zum Verständnis des Aufbaus.
Nach alter Väter Sitte wurde hier mit Klebeband eine Tiefenmarkierung für den 10er Bohrer gefertigt.
Alles zusammengesteckt, verdübelt, verleimt und geschraubt sieht dann das so aus. Hiervon bauen wir dann bitte zwei Teile...
Detailaufnahmen der Eckverbindung Sparren/Grundgerüst
Weitere Detailaufnahme Verbindungen Steher/Seitenteil
Detailaufnahme First mit Dreiecksverstärkung

Ich begann gleich mal mit dem schwierigsten Teil wie sich später herausstellte. Zumindest aber mit den aufwändigsten Teilen: Den Stirnseiten.
Ich will euch hier keine Riesenbeschreibung abliefern. Das meiste ist auf den Bildern zu erkennen.
Grundsätzlich habe ich das Bett anders verbaut und aufgebaut, als es in der Anleitung im Netz zu finden ist. Ich wollte das Bett zerlegbar machen und mit wenigen Teilen auch transportabel, falls irgendwer aus der Familie das Bett auch mal brauchen könnte...

Außerdem sollten so wenig wie möglich Schraubenköpfe zu sehen sein. Daher auch die Abdeckungen an manchen Schrauben aus 10mm Rundholz. Eingeleimt und verschliffen sieht man fast nichts mehr davon.

Grundsätzlich habe ich zunächst die beiden unteren Hölzer zusammengeschraubt und darauf die senkrechten Streben gedübelt und verleimt. Pro senkrechter Strebe 3 Dübel (8mm). Zwei unten und einer oben. Warum einer oben? Faulheit! Zweiter Dübel Unnütz! Zwei unten? Verdrehsicherung! Fragen? Keine! :)

Das reichte dann schon langsam mal als Test für den neuen Akkuschrauber... Aber es wurden noch deutlich viel mehr Dübellöcher... Insgesamt 38 Dübel pro Stirnseite. Löcher logischerweise immer doppelt gebohrt, einmal ins eine Holz, dann mit Pieker angezeichnet und ins andere Holz hinterher... Somit schonmal 76 Bohrungen pro Stirnseite... Mal zwei= 152 Bohrungen. Plus Längsseiten plus Verbindungen plus plus plus... Ich habe Dübellöcher bohren gelernt...:)

Nachdem die untere Seite fertig gebohrt war habe ich alles grob zusammengesteckt und geprüft auf Passung. Sah gut aus also alles mal übergeschliffen, Kanten gebrochen und verleimt und verzwingt.

Es ging weiter mit den Stehern (Eckpfosten). Diese wurden am unteren Ende mittels Fräser angefast. Das vermindert Ausriss und mindert mögliches Quietschen auf dem vorhandenen Holzboden im Kinderzimmer.
Danach wurden wieder reichlich Dübellöcher eingebracht... Die Eckpfosten sind mit je drei Dübeln an den Seitenteilen befestigt und zusätzlich je einmal im oberen und unteren Holz verschraubt. Hier habe ich mit 10mm vorgebohrt und dann erst durchgebohrt, damit ich diese Schrauben mit Rundholzabschnitten abdecken konnte. Eingeleimt, verschliffen und gut. Das kam aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

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Fortsetzung Stirnseite wegen 3000 Zeichen überschritten...

Ich schaute mir dann die Skizze an und stellte fest, dass die Ersteller den First stumpf zusammengeschraubt hatten, wie so alles an dem Vorbildprojekt. Hmmm... Das gefällt mir ja mal gar nicht so ein "Wabbelding" da oben ohne alles. Also kurz ein Stückchen KVH genommen, auf Länge geschnitten und anschließend diagonal geteilt. Zwei Dübellöcher hinein und in den First geleimt und verschraubt... Besser.
Der Sparrenaufbau ist recht einfach aus der Skizze zu entnehmen. Die Befestigung hier hat mir aber auch wieder nicht zugesagt. Also wieder Dübellöcher gebohrt, verleimt und verschraubt und auch hier wieder mit versenkten Schraubenlöchern...

Anschließend alles geschliffen, verleimt, verdübelt, verschraubt und zum Trocknen aufgehängt äh aufgestellt.

Und weil es so lustig war und so viel Spaß brachte, machen wir das Ganze jetzt noch einmal... Denn ein Haus hat immerhin grundsätzlich zwei Stirnseiten...

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Vordere Längsseite

Die ersten zwei zusammengeschraubt
Fertig zusammengeschraubtes Vorderteil. An der Vorderseite sieht man meine Bleistiftmarkierungen.

Da gibt es fast nicht so viel zu schreiben: Es sind schlichtweg drei lange KVH verdeckt zusammengeschraubt, so dass die Schrauben von außen/oben nicht zu sehen sind. Rest siehe Bilder.

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Hintere Längsseite

Mal die ganzen Teile ausgelegt
Dübellöcher anzeichnen
und bohren, bohren, bohren...
Und wer sich gefragt hat, warum zwei unterschiedliche Distanzhölzchen: Hier ist die Antwort...
Oh oh... Ob die wohl noch reichen werden???
Fertig gebohrt und zusammengesteckt
Alle alle:) Bis auf den letzten Dübel aufgebraucht...
Wieder zerlegt und bereitgelegt
Verdübelt, verleimt und verzwingt... Rest kennt ihr schon;)

Im Prinzip das Gleiche, wie bereits bei den Seitenteilen oben beschrieben: Anzeichnen, bohren, verdübeln, anzeichnen, bohren, verdübeln...
Alles einmal zusammengesteckt, wieder zerlegt, angeschliffen, verleimt, verdübelt und verzwingt.

Wer ganz oben gut aufgepaßt hat, hat sich gewundert, warum ich zwei Distanzhölzchen angefertigt hatte. Grund: 91mm für die Seitenteile als Abstand und 92mm für die Längsteile. Warum? Ergibt sich so rechnerisch...

Ich habe nach langer Diskussion mit der Frau Mutter darauf verzichtet, in der vorderen Längsseite auch ein Gitter einzubauen, da Junior das Klettern für sich entdeckt hat... Dann lieber so aus dem Bett auf den Boden und gut ists;)

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Alles zum Zusammenbau vorbereiten

Im Wohnzimmer ausgelegt...
Die (hoffentlich) letzten Dübelverbindungen...
Nein...! Doch noch welche vergessen...
Nochmal nach unten in die Werkstatt...schnell gebohrt...
...angepiekst...
und sollte passen...
Paßt! Das hier ist die Mittelstrebe zwischen den beiden Längsseiten, damit die nicht auseinandergehen bei Last...
Hier gab es auch die einzigen Taschenlochbohrungen zur Befestigung...

Da meine Werkstatt leider nicht groß genug für so eine Bettmontage ist, habe ich die Endmontage in unser Wohnzimmer verlegt. Natürlich nach Rücksprache und mit dem Einverständnis der Frau Mutter. Sie wollte das Bett ja schließlich auch fertig sehen...

Dort habe ich dann die letzten Dübelverbindungen angezeichnet und gebohrt. Diese sind jetzt alle ohne Leim, da sie wieder lösbar sein sollen, um die Teile auch transportieren zu können.

Nur die Mittelstrebe hatte ich komplett vergessen. Die gibt's ja nicht auf der Skizze, ich wollte sie aber unbedingt haben. Sie hat je Seite zwei Dübel diagonal plus eine Taschenlochbohrung, damit sie verschraubt werden kann. Warum Taschenloch? Weil ich keine Schrauben von außen haben wollte und es hier die einzige Lösung schien ohne auf Winkel o.ä. zurückgreifen zu müssen...

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Endarbeiten/Endmontage/Deko

Erstmals Zusammengebaut
Endposition im Kinderzimmer mit Deko von der Frau Mama:)

Gleich mal vorab: Wir haben uns gegen eine Behandlung mit irgendeinem Öl/Wachs/Lack/sonstiges Gut antschieden. Das hat nix mit Faulheit zu tun, sondern einfach nur damit, dass wir unbehandeltes Holz für unseren Sohn als Bett haben wollten. Da kann man drüber diskutieren-muß man aber nicht...
Das erste Aufstellen fand im Wohnzimmer statt (Gründe siehe oben). War schon schick. Die Einzelteile wurden mit 5x120mm Schrauben zusammengeschraubt und fertig war das Ganze. Unten kam ein Rollrost hinein. Damit sich das nicht verschieben kann kamen insgesamt vier 6mm Dübel zum Einsatz die halb eingelassen wurden und somit noch etwa 20mm weit herausstehen. Damit halten sie das Rollrost in Position.
Oben drauf die Matratze und gut ists. Aus der Gesamthöhe von etwa 20-25cm (je nach Matratzenhöhe) kann unser Junior gut allein rauskrabbeln ohne zu stürzen oder sich anderweitig zu verletzen.

Dekoration ist Mamasache. Da mische ich mich auch nicht so sehr ein. Das kann sie viel besser als ich. Unter dem Himmel ist eine LED-Lichterkette mit Batteriebetrieb. Macht schön leichtes Licht und ist weit genug weg vom Junior;)


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