Kickermannschaft für Fußballspiel Teil 2 - Heimwerker Challenge

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Testspiel
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    12 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Wie schon in meinem Projekt Fußballstadion für Fußballspiel geschrieben, bekommt mein Enkel zum Geburtstag ein Fußballspiel und das sind die Fußballspieler dazu.

Eigentlich wollte ich beides, Stadion und Spieler als ein Projekt hochladen. Dann ist aber der Teil der Spieler so lange geworden, daß ich die Übersicht verloren hatte und habe es dann schweren Herzens in zwei Projekte geteilt (die Handynutzer werden es hoffentlich danken).

Ich habe vor einigen Jahren bei amerikanischen Freunden so ein ähnliches Spiel gesehen, nur leider damals nie im Leben daran gedacht, daß ich so etwas mal bauen wollte und dadurch zwar die Kinder damit spielen sehen, mir aber nicht die Technik angesehen.

Ziemlich unbedarft ging ich an diese Aufgabe ran und wußte zum Glück zu Beginn nicht, was ich mir mit dieser Idee antun würde und auf wie viele Schwierigkeiten ich stoßen würde.
Zwischendurch war ich so verzweifelt, daß ich ein Ersatzprojekt, die weisen Hasen sägte, einfach um zu entspannen, aber irgendwie habe ich es letztendlich doch noch geschafft. 
Die Fußballer können wirklich Ball spielen und mein Mann und ich haben schon Probe gekickt.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBD 40  - Bohrmaschine (stationär)
  • Akku-Bohrschrauber,  Easy Drill
  • Dekupiersäge,  Multicut S2
  • Metallfeile, Schleifpapier, Pinsel, UHU PLus
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Materialliste
  • 9 x Holzkugeln (30 mm)
  • 2 x Holzkugeln für Fußball (15 mm)
  • Massivholz | 20x30cm (6cm dick)
  • 1 x Schweißstab (100 cm - 3mm dick)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorüberlegungen und erste Versuche

Die Idee war die Fußballspieler zu bauen, durch deren Körper vom Bein aus eine Metallstange geht, die im Kopf enden soll. Bewege ich den Kopf nach unten, dann bewegt der Spieler sein Bein nach vorn. Bewege ich den Kopf mit Schwung nach unten, dann kickt er stärker.


Das klingt alles doch ziemlich einfach und genau so hatte ich mir das dann auch vorgestellt.
Ich habe mir dann mal ein Stück Holz zurecht gesägt und das Bein nur provisorisch befestigt. 
Erkenntnis:
Wenn die Stange gerade vom Kopf zum Bein geht, dann hat sie keine Schubkraft.
Wenn das Bein eckig ist, hakt es beim schießen.

Also weiter versucht und probiert.
Die Stange muß am Ende gebogen sein und von der Seite das Bein bewegen.
Dann kann es losgehen.

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Es wird begonnen zu sägen

Ich hatte ein sehr schönes Stück Ahorn vor etlicher Zeit gekauft, das war genau richtig für meine Fußballspieler. Daraus schnitt ich mir 6 gleiche Stücke zurecht, damit ich später sechs Spieler bekomme. Aus einem Reststück sägte ich ein Probierstück. Dann habe ich mir die Beine angezeichnet und auch ausgesägt. Dann merkte ich, daß die Beine so nicht funktionieren und habe sie runder gemacht und seitlich abgeschnitten. 

Eigentlich müßte das jetzt so passen, wenn da nicht ein neues Hindernis aufgetaucht wäre, der Schweißdraht.

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Schweißdraht und Kugeln und eine neue Überraschung

Eigentlich wollte ich ja die Köpfe sägen. Da nun die vorgegebenen Materialien Holzkugel und Schweißdraht waren, ist aus dem gesägten Kopf halt eine Kugel geworden. Der Wechsel ging leicht.

Da ich bei meinem Fußballstadion auch schon Schweißdraht verbaut hatte, den ich nach längerer Suche bei einem Autospengler bekommen hatte, fuhr ich jetzt direkt zu einem näher gelegenen Karosseriespengler. Auf meine Frage nach Schweißdraht erklärte er mir, daß es keinen Schweißdraht gäbe, man schweißt mit Schweißstäben. 
Mag sein oder nicht, er ist der Fachmann und wird schon wissen, wovon er spricht und meinen Fußballspielern wird es ziemlich egal sein ob ihr Schwungbein von einem Schweißdraht oder einer Schweißstange beschleunigt wird.
Nach einem guten Trinkgeld in die Kaffeekasse gab er mir gnädig einen Meter ab. Doch leider hat er nicht dazu gesagt, daß Schweißstäbe zum Ende hin platt sind und so haben mir dann 5 cm beim Zusägen gefehlt und ich mußte alle meine Figuren etwas kürzen, damit die Stange lang genug war und reichte. 

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Probieren, probieren, probieren

Da mein Physikunterricht schon Jahrzehnte her ist und ich auch kein Konstrukteur bin, konnte ich mich der Lösung nur nähern, in dem ich immer ausprobierte und die gewonnene Erkenntnis mit in den nächsten Schritt mit nahm.

Das sah dann so aus, daß ich zuerst etliche Entwürfe des Beines macht bis das so in etwa paßte.

Meine ersten Versuche mit der Schubstange schlugen alle fehl, weil ich die Stange in der Körpermitte ins Bein führte. Erst als mir mein Mann eine Tasse Kaffee als Stärkung brachte und mir was von Physik und Hebelarmwirkung erzählte, sind wir zusammen auf die Idee gekommen, die Stange seitlich enden zu lassen, das Ende umzubiegen und ins Bein zu stecken.
Ist ja auch ganz einfach in der Theorie. Dann ging mein Mann wieder und ich saß da und probierte und probierte und probierte.
Ich hatte drei ungelöste Rätsel.
1. welche Neigung muß die Stange vom Kopf zum Bein haben, also in welchem Winkel muß ich bohren
2. wo muß die Stange ins Bein
3. wo muß das Bein am Körper befestigt werden



Dann kam mein Mann und um mir zu helfen, bohrte er in alle Körper das lange Loch für den Schweißstab weil er genau wüßte wo das Loch laufen soll. Als ich dann den Schweißstab einführen wollte, staunte ich nicht schlecht, denn das Loch dafür saß nicht in Körpermitte. Als ich ihn fragte wieso meinte er, daß der Hebelarm länger sei, wenn der Kopf nicht mittig sitzt und letztendlich doch nur wichtig sei, daß das Bein kickt.
Ich war so sauer, ich konnte meine Fußballer doch nicht alle mit körperlichen Mängeln ins Spiel schicken, da würde ich doch nie einen Sponsor für meine Stadionreklame finden.
Das Ende des Liedes war dann, ich sägte alles bisherige noch einmal. Da ich kein Ahorn mehr hatte, mußte ich nun Fichte nehmen. 
Dann machte ich mir gleich noch einen Probierspieler aus einem Resteholz. Er bekam dann mehrere lange Löcher, bis ich genau wußte, in welchem Winkel die Stange gut sitzt, es waren ca 12 Grad.
Als das Loch für den Schweißstab paßte bohrte ich dann die Löcher für den Schweißsstab selbst punktgenau in die Mitte.


Mit eingeführter Stange konnte ich jetzt schon viel genauer testen und stellte fest, daß ich auch das Loch im Bein weiter nach außen setzen mußte. Das habe ich dann auch gemacht und dann hat es funktioniert. Nun ging es an die Serienproduktion.

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Beine und Körper bohren

Mit meinen neuen Erkenntnissen und den neu zugeschnittenen Einzelteilen ging es nun weiter.

In alle Beine wurden an der richtigen Stelle die Löcher gebohrt.
Danach wurden alle Teile fein geschliffen.

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Der Schweißstab wird zur Schubstange

Als Schubstange wollte ich ja den Schweißsstab hernehmen.

Daher habe ich genau ausgerechnet in welchem Winkel das Loch für die Stange gebohrt werden muß und das mir auf dem Körperholz aufgezeichnet. Danach habe ich das Loch gebohrt mit einem extralngen Bohrer 3mm.
Hierbei habe ich die Erkenntnis, daß die Stange seitlich ins Bein muß, umgesetzt. Nun konnte ich die Länge der Stange genau ermitteln zuzüglich Zugabe fürs Umbiegen ins Bein und habe zuerst nur einen Schweißstab gesägt und als der paßte den Stab in gleich lange Stücke gesägt. Hierzu habe ich in meine Dekupiersäge ein Metallsägeblatt eingespannt und dann den Stab zersägt. Die Enden der Stäbe habe ich mit einer Metallfeile geglättet, dann ein Ende in den Schraubstock gespannt und mit Gummihammer umgeklopft.

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Kopf- und Beinbefestigung

erster Funktionstest des Schwungbeines
Oberkörper ist noch zu mächtig - der Bauch muß weg
Fußballertest - Oma und Opa kickern

Nachdem ich nun den Schweißstab in den Körper stecken konnte,hatte ich genau die Richtung, die das Loch im Kopf haben muß. Dieses Loch habe ich auch leicht schräg gebohrt und den Kopf auf die Stange gesteckt. Paßt - Kopf wird wieder abgenommen um besser weiter arbeiten zu können. 

Dann habe ich den zurecht gesägten Stab in den Körper gesteckt und darauf das schon zurecht gesägte Bein gelegt. Nun konnte ich eine Schraube in das vorgebohrte Beinloch stecken und so anritzen, wo in das andere Bein das Loch für die Schraube muß. Das Loch habe ich mit einem Körner vertieft damit die Schraube bündig sitzen kann.
Bei einer Figur habe ich dann den Kopf aufgesetzt und die Schraube angezogen um zu sehen, ob es auch funktioniert. Das sieht man dann auf dem 1.Video.

Danach habe ich alle Körper so gebohrt.

Als alle Körper fertig waren habe ich wieder getestet, aber die Figuren bleiben nicht sehr gut stehen, sie sind zu dick und kippen dann leicht nach der Schwungbeinseite.
Also klar, der Bauch muß weg. Dafür habe ich einfach mit der Deku überall den Bauchspeck abgesägt. Außerdem muß das Ausgangsloch der Stange unten noch etwas ovalförmig erweitert werden, damit die Stange leichter flutscht und besser geht als auf dem Video.
Video 2

Nachdem jetzt alle Figuren quasi fertig sind werden die Köpfe festgeklebt. Dafür habe ich UHU Plus genommen, angerührt und mit einem dünnen Zahnstocher in die Halslöcher und an den Schweißstab aufgebracht.

So, die Figuren sind fertig und jetzt können endlich Oma und Opa testen ob die Fußballfiguren auch wirklich fußballern können - 
es geht und es macht riesigen Spaß.

Kommentar meines Mannes: eigentlich hätte ich nicht geglaubt, daß Du das noch hinbringst ....
anscheinend kennt er mich immer noch nicht lange genug :-)

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Trikotvergabe, Fußballschuhe und Schminke

So echte Fußballer können ja nicht nackig durch das Stadion rennen, also bekommt noch jeder ein schönes Trikot.

Ich habe 6 Figuren gesägt und eine Figur als Tester, da ist das Holz nicht ganz so schön.
Der Tester wird Schiedsrichter, er bekommt ein weiß-schwarzes Trikot
3 Spieler bekommen ein grünes Trikot
3 Spieler bekommen ein gelbes Trikot

Dafür habe ich die Übergangsstellen von Hose zu Trikot mit Tesa abgeklebt und dann mit Farbe bemalt.

Da wir noch keinen Sponsor gefunden haben, müssen die Schuhe preiswert sein - jeder Spieler bekommt gratis ein Paar schwarze Kickerschuhe.

Für die Trikotanprobe mußten sich alle Spieler nochmals zerlegen lassen, damit der Pinsel auch überall hinkam.

Damit die Trikots und die Schuhe länger sauber bleiben, werden sie alle mit klarem Mattlack überzogen.

Ebenfalls wegen der Sponsorsuche müssen die Spieler noch geschminkt werden. Jeder bekommt ein Lächeln ins Gesicht. Manche Spieler fanden das dann so albern, daß sie eine Grimasse gezogen haben, die ist ihnen zur Strafe geblieben.

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was fehlt noch? die Torwarte und der Ball

Zu jedem guten Fußballspiel gehören auch Torwarte. Da nach unseren Spielregeln die Torwarte sich immer nur direkt vor einem Schuß bewegen dürfen, habe ich sie sehr einfach gehalten.

Doch leider ist mir bei der Trikotvergabe ein Malheur passiert und ich habe beiden ein grünes Trikot angezogen.
War ja nicht weiter schlimm, mußte wieder abgeschliffen werden, aber danach konnte ich auch das Schleifband wegwerfen so verklebt war das mit der grünen Farbe.
Da wir mit Mannschaftseinwurf nach Balloberseite spielen, muß der Ball noch eine weiße und eine schwarze Hälfte bekommen. Mit ein bißchen Farbe war das schnell erledigt.
Ich habe dann noch mit verschieden großen Holzkugeln das Schußverhalten getestet und die am Besten geeignete Kugel dann bemalt.

Wenn man die Bilder der Sequenz Bild 1-4 schnell hintereinander anklickt, dann sieht man genau den Bewegungsablauf.
Eigentlich sollte hier ein Video stehen. Aber leider geht heute Abend der Projektassistent nicht richtig und nimmt mein Video nicht an.
Daher diese Bildersequenz.

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Meine Fußballspieler sind fertig

Probeschießen

...und ich auch.

Manchmal war ich ehrlich gesagt nah daran aufzugeben. 
Solch ein schwieriges Projekt hatte ich noch nie zuvor gemacht.
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber 1000 filigrane Innenschnitte machen als diesen Stress noch einmal.

Aber letztendlich heißt es ja
Heimwerker-Herausforderung
und genau das war es für mich im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich hoffe Euch gefallen meine Kicker und noch mehr hoffe ich, daß sie meinem Enkel gefallen werden.

Nachtrag:
Mein Enkel war begeistert, er hatte sofort den Bogen heraussen und wurde Torschützenkönig. Letztes Bild. 
Aber der Brüller war, daß dann bei die beiden Väter der Enkel auf dem Boden lagen und sich begeistert und mit viel Gejohle ein Match nach dem anderen lieferten.

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Spielregeln

Für alle die es interessiert schreibe ich noch unsere Spielregeln auf:

1.ein Spiel dauert 5 Tore, weil mein Enkel noch keine Uhr hat - wer am ersten 5 Tore geschossen hat, hat die Partie gewonnen

2. der Torwart darf vor jedem Schuß neu aufgestellt werden, darf dann aber nicht mehr bewegt werden

3. trifft der Ball das Tor nicht spielt die Mannschaft weiter deren gewählte Farbe schwarz oder weiß oben am Ball sichtbar ist

4. jedes geschossene Tor wird am Torzähler geschoben

Weitere Spielregeln oder Abänderungen wird die Praxis mit sich bringen. Ich bin kein Fußballer und da kann es gut sein, daß wir hier noch ordentlich nachbessern müssen, aber das dürfte dann das kleinste Problem sein.


Rechtlicher Hinweis

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