Kartoffelhorde und noch mehr...

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    45 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Öffentliche Wertung

Der Vorteil an alten Häusern ist, daß sie meist noch über tiefe Gewölbekeller verfügen, die Sommers wie Winters schön kühl sind, und sich ideal zum Einlagern von diversen Sachen eignen. So wie es zu Großmutters Zeiten üblich war.

Fast schon eine vergessene Kunst. Denn heutzutage trägt man sein Gemüse quasi on demand vom Supermarkt nach Hause.
Bis vor kurzem der Bauer von der Alb mich über mein Haus etwas lehrte. “Kerle an solchen Keller musch nutze! Da sparsch au Geld!”
Kurzum Kartoffeln und Gemüse in größerem Stile regional zu kaufen und selbst zu lagern, ist günstiger, ökologischer und wirtschaftlicher.
Meine schwäbische Gattin war hellauf begeistert und orderte 50kg Lagerkartoffeln.
Ich dachte mir nichts Böses, aber als die 50kg Lagerkartoffeln vor der Tür lagen, kam ich ins Grübeln.
Der Keller hatte beim Hausausbau in etwa die Priorität “Z”. Sprich dort is nichts in irgendeiner Weise geordnet oder nach System angelegt. Also wird’s Zeit, was zu ändern.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Mini-Handkreissäge
  • Winkel
  • Bleistift
  • Zollstock
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Materialliste
  • 30 x Latten | Fichte (2000x48x24)
  • 2 x Vierkanthölzer | Fichte (2500x48x48)
  • 200 x Schrauben | Edelstahl (4,0x 40mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorüberlegungen

Da soll’s hin.

Eigentlich sollte eine der Vorüberlegungen sein, den tatsächlichen Raumbedarf von 50kg Kartoffeln zu überdenken. Diesen Schritt habe ich geflissentlich übergangen. Sollte sich aber noch rächen...

Ich hatte nen groben Plan im Kopf, dieser orientierte sich anhand von Kindheitserinnerungen, am elterlichen Vorratskeller. Dort stand nämlich eine solche Horde und im heimatlichen Preußen wurde man nahezu vor jeder Mahlzeit Kartoffeln holen geschickt. Also war mir das Konstrukt, zumindest in Erinnerung, noch geläufig. Große luftige Kiste, der Boden ist schräg und die Kartoffeln in einer kleinen vorgelagerten Schütte einzeln entnehmbar.

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Die Grundkonstruktion / Seitenteile

Der grobe Rahmen
Vorbohren
Die Guten
rein damit
Alle Latten gesägt.
Abstandshalter
Zusätzlich versteift.
Erstes Seitenteil fertig.
Schleifen
Kanten brechen
Erste Passprobe

Wie gesagt. Geplant hatte ich nichts, noch nicht mal ne Bleistiftzeichnung. Ich habe mir im Baumarkt ein Packet mit 10 Latten á 2000x 48x 24mm (es werden später 30) und zwei Vierkanthölzer á 2500x48x48mm.

Geplant war eine Stollenkonstruktion, in der alle Einzelteile ganz quick and dirty zusammengeschraubt werden. Ich will ja damit keinen Schönheitspreis gewinnen (oder doch?).

Zuerst habe ich aus den Vierkanthölzern eine haltbare Grundkonstruktion gebaut. 1m hoch habe ich die Hölzer gesägt. Die Tiefe ergab sich automatisch aus 2 Reststücken also knapp 50cm.

Die Grundkonstruktion wurde aus Stabilitätsgründen mit 16cm langen Würth-Holzschrauben zusammen geschraubt.

Die Latten wurden nun mit der Akku-Kreissäge alle auf richtige Länge gesägt und nach und nach auf die Grundkonstruktion geschraubt. Als Abstandshalter dienten restliche Abschnitte.

Da dieses Gebilde aber noch nicht verwindungssteif war, habe ich noch eine Diagonale mit ebenfalls jeder Menge Schrauben zusammen geschraubt.

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Rückwand

Die Breite der Horde, und damit der Latten als Rückwand ergab sich konstruktiv aus dem Platz der im Keller zur Verfügung stand.

Auch hier wurden wieder Reststücke als Abstandshalter genutzt und mit jeder Menge Schrauben fixiert.

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Die Schräge / Kartoffelrutsche

So wie bei allen anderen Bauteilen, wurde auch hier ganz wild drauf los konstruiert. Einfach zwei Leisten links und rechts angehalten daraus einen Rahmen gemacht und den dann mit Leisten beplankt. Ein Kartoffel durfte dann schon mal testen, ob es mit dem Gefälle auch hin haut.

Als Kartoffelstopper wurde einfach ein irdenes Restbrett aus Multiplex rangeschraubt.

Dann mußte noch aus Restabschnitten der Leisten ein Seitenfang gemacht werden. Zu beiden Seiten der Rutsche mußte noch eine Lücke ebenfalls mit Restlatte geschlossen werden.

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Front und Unverhofftes

Die Latten auf die Front zu schrauben, hätte eigentlich keinen eigenen Arbeitsschritt bedurft. Nach dem ich jedoch die vierten Latte angeschraubt hatte, schaute ich auf und machte mir Gedanken, wieviel Volumen ist denn eigentlich für 50 kg Kartoffeln nötig?

Nichts leichter als das. Ich füllte also die Hälfte der Kartoffeln und dann noch die zweite Hälfte ein und stellte fest: Das Ding ist viiiiiel zu groß, die Kartoffeln befühlte gerade mal das untere Drittel.

Es blieb mir also entweder die Möglichkeit noch mehr Kartoffeln zu kaufen, oder den gewonnenen Platz anders zu nutzen. Mir kam die Idee, nicht nur Kartoffeln, sondern auch noch anderes Lager-Gemüse zu lagern. Kartoffeln dürfen nicht zusammen mit Obst (genauer: Äpfel, Pfirsiche usw.) gelagert werden. Die Ausdünstungen des Obstes, würden die Kartoffeln zum austreiben bringen und ihre Haltbarkeit deutlich verringern. Gemüse, also klassisches Wintergemüse wie Möhren, Kohl, Wirsing, Zwiebeln..... lagern wir zwar nicht in der Masse ein, wie Kartoffeln, aber ein ordentlicher Vorrat für zwei Wochen um Eine vierköpfige Familie zu ernähren, ist sicherlich von Vorteil.

Kurz gefasst, oben drauf muß noch ne Schublade für Gemüse.

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Gemüsefach

Kurzer Hand hab ich einen kleinen Rahmen gebaut, den ich nach vorne entnehmen kann und der in der hinteren Lattung arretiert ist. Ein Schubfach in dem Sinne ist es ja nicht, dazu fehlt eine Führung. Darauf aufgebaut habe ich quasi eine zweite Kiste in der Kiste.


Dann hab ich das Gemüsefach im Kühlschrank geplündert und mich gefreut, daß dort in Zukunft auch mehr Platz ist.

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Fazit:

Auch wenn das Projekt bei mir eher in der Kategorie: „Quick and Dirty“ geführt wird und ich mit nahezu gar keiner Planung an das Projekt gegangen bin. So sollte man sich vielleicht manchmal Gedanken ob man noch die Ziele verfolgt, die Anfangs gesteckt wurden.


Trotz Allem ist Platz geworden und etwas Vernunft in den Keller eingekehrt. Und das mit gerade mal effektiv 4 Stunden Arbeit.

Bevor es jemand anmerkt: Der Keller ist dunkel, 10Grad kalt und hat 58% Luftfeuchtigkeit. Also ideale Bedingungen. Ich sage das deshalb, weil fast in jedem Gespräch, in dem ich einen Altbau-Keller erwähne im darauf folgenden Satz das Wort Feuchtigkeit fällt. Es gibt sie also die Keller die alt und gut sind. Einfach so und deshalb lagere ich ab jetzt dort Kartoffeln.


Rechtlicher Hinweis

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