Kapp-Vorrichtung für die Handkreissäge („Bessere Werkstatt“ – Folge 8)

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Kappsägevorrichtung - Miter Jig - Crosscut jig
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    0 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Öffentliche Wertung

Ich habe keine Kappsäge und das wird sich auch nicht ändern. Denn für eine dauerhafte Platzierung fehlt mir einfach der Platz. Und sie nur bei Bedarf auf die Werkbank wuchten, ist mir zu lästig. Aber man sieht auf Youtube viele Vorrichtungen, die es einem ermöglichen sollen, mit der Handkreissäge eine Kappsäge zu ersetzen. Vorteil für mich: Diese Vorrichtungen (Die Amis nennen sie „Miter-Jig“ oder „Crosscut Jig“) lassen sich, da sie flach gebaut sind, an die Wand hängen. Und eine Akku HKS habe ich mit der GKS 18-57 schon im Haus. Die Größe habe ich so geplant, dass ich auch mal Bretter von 50 cm Tiefe schneiden kann. Mehr als die meisten KGS können. Dafür muss ich dann nur den Winkelanschlag entfernen.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Entwurf und Materialauswahl

Das Vorhaben ist ungeplant zu einem Null-Euro Projekt geworden. Denn sämtliches Material war vorhanden und hatte ursprünglich seinen Weg kostenneutral zu mir gefunden. Einen ersten Entwurf machte ich in SketchUp, aber der gefiel mir nicht besonders. Also habe ich ein „Jig“ von Youtube nachgebaut, ohne das vorher noch großartig zu zeichnen. Ausnahmsweise hatte ich mal alle relevanten Angaben im Kopf. Ich habe allerdings die Maße angepasst, statt Multiplex MDF genommen und eine seitlich Auflageverlängerung eingeplant.

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Gleitfläche für die Säge

Die Säge soll auf einer zweigeteilten Fläche gleiten, zwischen beiden ist der Sägeblattauslass. Geführt wird die Säge durch einen erhöhten Rand. Aus 10 mm MDF (eigentlich waren es eher 9 Kommaundeinbißchenwas) sägte ich die Streifen zu und leimte die Flächen zurecht. Vorne und hinten wurde der Rand ebenfalls erhöht. Der linke Streifen ist der breitere, der rechte hingegen nur 30 mm breit.

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Grundplatte

Die Grundplatte ist aus 16 mm MDF, ebenso der vordere und hintere Anschlag. Deren Höhe ist so berechnet, dass das Sägeblatt noch ca. 2 mm in die Grundplatte einschneidet, womit ich eine sichtbare Schnittlinie habe. Der Zuschnitt erfolgt analog zu Schritt 2 mit der HKS und der TKS. Es wird gebohrt, gesenkt und verschraubt.

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Hochzeit

Linke Gleitfläche und Grundplatte werden akkurat im rechten Winkel miteinander verschraubt. Massgebend ist der hintere Anschlag, da das Sägegut später dort angelegt wird. Hier ist Sorgfalt angezeigt. Bleibt man hier nicht im Winkel, war die Arbeit für die Katz`. Dann folgt die rechte Gleitfläche, als Abstandshalter dient die Säge. Sowohl vorne, wie auch hinten muss nun der richtige Abstand ermittelt werden. Spielfreie Führung, aber ohne zu verkanten.
MDF hat zwar eine verhältnismäßig glatte Oberfläche, aber mit ein wenig Schleifen und etwas Silbergleit wird es noch glatter und die HKS hat weniger Reibungswiderstand.

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Ausziehbare Erweiterung

Nach links möchte ich die Auflagefläche für das Sägegut verlängern können. Also säge ich aus der 16 mm MDF Platte zwei Streifen, die einseitig im 45° Winkel geschnitten sind. Zwischen beiden kommt eine MDF Gleitleiste, die beidseitig im 45° Winkel geschnitten ist. Die vorderste Leiste säge ich etwas breiter zu. So habe ich einen Überstand, der es später ermöglicht, das ganze Konstrukt an der Werkbank festzuzwingen. Die Gleitleisten bekommen noch 2 Bohrungen von 6 mm. Am Frästisch fräste ich zwischen diesen Bohrungen ein 6 mm Langloch. Mit einem Riffeldübel an der richtigen Stelle habe ich nun einen Endanschlag für den Auszug. Die Auflagefläche hierfür ist ebenfalls MDF, 16 mm. Mittig schneide ich mit Forstner und Stichsägetisch eine Grifföffnung ein und runde die Kanten am Frästisch fingerfreundlich ab. Dann wird dieses Teil mit den Gleitleisten verschraubt. Diese Verbreiterung erweitert die Auflagefläche um 484 mm.

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Winkelanschlag

Denkfehler...Möchte ich längere Teile mit Gehrungswinkel schneiden, ist der vordere Anschlag im Wege. Also kürze ich diesen mit der Japansäge etwas ein. Der Winkelanschlag selbst ist nur ein Reststück Multiplex. Der Drehpunkt wird so festgelegt, dass ich bei den 90° Schnitten (die mit Abstand am häufigsten vorkommen) Bretter von knapp 200 mm Breite einlegen kann, ohne dass es mit dem Winkelanschlag kolidiert. Sind die Bretter breiter, muss der Winkelanschlag raus. Vom Drehpunkt aus fräse ich einen 45° Bogen in 6 mm. Also, leider sind es ein paar mm mehr geworden, weil sich im dritten Durchgang mein Fräszirkel (Müll ab Werk) etwas gelockert hat. Eine größere Unterlegscheibe reicht aber als Problemlösung. Bereits der erste Probeschnitt zeigte eine befriedigende Winkeltreue. Jedenfalls besser als alles, was meine tolle Bosch Tischkreisäge je konnte...

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Abschluss und Fazit

In den nächsten Projekten muss sich diese Vorrichtung bewähren. Aber ich bin zuversichtlich mein „Kein Platz für eine Kappsäge“ Problem damit gelöst zu haben. Sollte es langfristig nicht funktionieren habe ich wenigstens kein Geld verbrannt.
Ich darf noch auf das begleitende Video hinweisen. Es befindet sich oben, neben dem Startbild und hat eine Länge von rund 6 Minuten.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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