Juniors Piratentruhe

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Wie jedes Jahr, kommt auch dieses Jahr Weihnachten wieder recht plötzlich. OK, es sind noch eineinhalb Monate hin, aber wenn ich auf den letzten Drücker anfange, kommt garantiert wieder irgendwas dazwischen. Also beginne ich - hoffentlich - rechtzeitig.
Mein Sohn hat sich eine große Spielzeugkiste gewünscht. Nachdem wir uns ein wenig darüber unterhalten haben, was er will (und was ich kann), haben wir beschlossen, eine Truhe zu bauen, wie sie vor einigen Jahren mal in einer Heimwerkerzeitschrift abgebildet war.
An sich ist das keine große Sache, aber hier gibt's zwei Herausforderungen, mit denen ich mich noch nicht beschäftigt habe:
1. Der Korpus ist nicht senkrecht, sondern ein "halber Trichter" - das macht das Zinken etwas schwieriger.
2. Der Deckel ist gerundet. Ich wollte kein Sperrholz auf die Rundung schrauben, sondern Dauben herstellen. Da ich mit der Böttcherei nicht wirklich vertraut bin, war das recht spannend...
Am Ergebnis erkennt man, dass das jemand gemacht hat, der keine einschlägige Ausbildung hat, aber stolz bin ich trotzdem auf die Kiste...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Oberfräse
  • Stecheisen
  • Anreißmesser
  • Stecheisen, Hammer, Anreißmesser, Lineal, Winkel Hobel
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Materialliste
  • 4 x Leimholzplatte | Kiefer (800 x 400 x 18)
  • 2 x Leimholzplatte | Kiefer (800 x 300 x 18)
  • 2 x Rundstab | Kiefer (8 x 900)
  • viele x Schrauben | SPAX (4 x 30)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Korpus

Los geht's mit dem Zuschneiden des Holzes. Hierfür nehme ich eine der 40cm-Platten. Die Rechtwinkligkeit ist hierfür egal - der Schnitt wird sowieso schräg: Die Kiste soll oben sechs Zentimeter breiter sein als unten. Ich zeichne auf einem Stück Restholz eine entsprechende Steigung an (40 cm in die Höhe, 3 cm in die Breite) und stelle die Schmiege ein. Dann reiße ich die Linie entsprechend dem eingestellten Winkel an und verbreitere den Anriss mit dem Stecheisen - so erhalte ich eine kleine "Wand", gegen die ich die Säge lehnen kann.
Aus der Platte erhalte ich so mit drei Schnitten zwei Seitenteile. Das Holz, das übrig bleibt, bewahre ich erstmal auf - wegschmeißen kann ich es später immer noch.
Die beiden Seitenteile werden mit dem Hobel geglättet. Ich lege sie möglichst deckungsgleich aufeinander (auch wenn ich für die Fotos nur jeweils eine Platte verwendet habe) und hoble den Sägeschnitt auf beiden Platten gleichzeitig glatt. So erhalte ich zwei kongruente Teile und die Kiste wird später nicht allzu sehr verdreht...
Front und Rückseite kann ich eigentlich so lassen, allerdings sind mir 120 cm doch etwas zu lang. Ich säge die Platten daher auf 105 cm zu. Das Procedere ist dasselbe wie bei den Seitenteilen, nur dass ich statt der Schmiege einen rechten Winkel nutze...

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Die Zinken

Normalerweise beginne ich bei der Schwalbenschwanzzinkung mit den Schwalben. Hier würde das jedoch nicht funktionieren, weil der Korpus der Truhe nicht senkrecht ist. Deshalb zeichne ich auf den Seitenteilen die die Zinken an. Das Streichmaß stelle ich auf die Dicke des Holzes ein (in diesem Fall 18mm) und reiße eine Linie an der Innenseite an. Ist alles angezeichnet, säge ich die Zinken aus. Die angerissen Linie winkle ich um (hier genügt es, mit dem Anreißmesser eine kleine Markierung an den Seiten zu machen) und reiße dann auf der Außenseite nur die Abfallstücke an.
Mit dem Stecheisen wird die Linie etwas verbreitert. Wichtig ist, das Stecheisen nicht einfach in die Messerkerbe zu setzen und draufzuhauen - sonst würde das Stecheisen "wandern" und die Linie wäre hinfällig. Daher "klopfe" ich zuerst recht zärtlich in die Kerbe, nehme dann etwas von der Abfallseite weg, klopfe wieder in die Kerbe (jetzt schon etwas kröftiger) und so weiter. Wenn ich etwa die Hläfte entfernt habe, drehe ich die Platte um und mache das gleiche nochmal. Ist der Abfall entfernt, wird das Hirnholz an der Innenseite mit dem Stecheisen einigermaßen sauber geglättet.
Dann kommen die Schwalben: Die Platte, die die Schwalbenschwänze erhalten soll, lege ich auf die Werkbank und stelle eines der Seitenteile senkrecht darauf. So kann ich die Schwalbenschwänze leicht übertragen. Das Ausstemmen läuft dann genau so ab wie eben. Ich achte allerdings darauf, lieber etwas zu viel Holz stehen zu lassen als zu wenig - es ist leichter, beim Feintunen ein paar fasern mit dem Stecheisen zu entfernen als irgenwie wieder dran zu kleben...
Passt alles (das erkennt man daran, dass das Holz nicht aufplatzt und die Verbindungen nicht wackeln, weil sie zu locker sitzen), ist der Korpus soweit fertig...
Eine Kleinigkeit gibt es noch, die ich korrigieren will: Dadurch, dass die Seitenteile trapezförmig sind, stehen Front und Rückseite etwas schräg über. Das ist aber für den Hobel kein wirkliches Problem.

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Bodenplatte und Füße

Für die Bodenplatte verleime ich zwei 30 cm-Platten: Ich lege sie zuerst kongruent aufeinander und hoble die Fase ab - die würde nur stören. Außerdem kann ich dadurch sicherstellen, dass beide Platten auch richtig zusammen passen: Sie müssen eine Linie bilden, also einen Winkel von 180° haben. Durch das gleichzeitige Hobeln kann ich das sicherstellen: Im Idealfall (wenn ich den Hobel gerade halte) habe ich zwei Winkel von 90°. Wenn nicht macht das nicht, denn ob ich nun auf der einen Seite 89° habe und auf der anderen 91°, ist egal - am Ende sind's doch wieder 180°...
Die Platten werden dann verleimt und auf die richtige Größe zugesägt: Ich will, dass sie auf jeder Seite der Truhe etwa 3 cm übersteht. Die Oberseite bearbeite ich dann noch mit einem Profilfräser. Das sieht etwas gefälliger aus...
Für die Füße sieht die Anleitung aus der Zeitschrift runde Füße vor. Die habe ich im Baumarkt allerdings nicht gekriegt, und ich wollte nicht großartig im Internet danach suchen. Da ich keine Drechselbank habe, habe ich mich für etwas anderes entschieden: Ich säge acht Stücke Restholz zu und zeichne eine nette Form an, die ich mit der Laubsäge grob ausschneide. Mit dem Schabhobel, einer Feile und Schleifpapier mache ich die Füße hübsch und schraube sie an die Platte.
Der Korpus wird ebenfalls mit Schrauben befestigt.

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Der Deckel

Der Deckel wird was das Zinken angehet genaus hergestellt wie der Korpus. Der Unterschied ist allerdings, dass der Deckel an den Seiten höher ist.
Die Dauben habe ich mit der Tischkreissäge zugeschnitten (natürlich geht das auch mit Handwerkzeugen, aufgrund der Menge war die Kreissäge dann aber doch das Mittel der Wahl). Angefangen habe ich in der Mitte des Deckels, am höchsten Punkt. Die Daube wird erstmal nur festgeklemmt. Dann kommt die zweite Daube direkt daneben. Wenn ich der Rundung des Deckels folge, habe ich zwischen beiden Dauben eine Lücke von etwa zwei Millimetern. Also hoble ich an beide Dauben eine Fase von einem Millimeter an. Wenn ich sie nun zusammenhalte, ist die Lücke verschwunden.
Genauso verfahre ich mit den restlichen Dauben (insgesamt sind es 21). Das ist vielleicht nicht der Weg, den ein gelernter Tischler / Böttcher gehen würde, aber für selbst angeeignet sieht das gar nicht mal schlecht aus...
Ursprünglich wollte ich den Deckel nicht weiter unterteilen. Nachdem ich dann aber festgestellt habe, dass die Dauben sich in der Mitte doch ganz schön durchbiegen können, habe ich kurzerhand noch ein Stück Holz zurechtgeschnitten, in die Front und Rückseite jeweils eine Nut gestemmt und das Stück Holz dann da hinein gesetzt. Jetzt sollte der Deckel wirklich stabil sein.
Ein Problem gibt es aber beim Deckel: Auch wenn ich die Maße für den Deckel direkt vom Korpus agbenommen habe, passt er nicht zu 100% auf den Korpus (er ist etwa zwei Millimeter größer). Das stört mich nicht weiter - bei den Abmessungen dieser Truhe fällt das nicht weiter ins Gewicht. (Normalerweise werden Korpus und Deckel aus einem Stück gefertigt und der Deckel dann abgesägt; das war nur aufgrund der Größe ier schwer umzusetzen...)

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Fertig machen

Die überstehenden Dauben säge ich bündig am Deckel ab. Außerdem will ich die Schraubenlöcher verbergen. Hier kommen die beiden Rundstäbe ins Spiel: Ich säge sie in etwa zwei Zentimeter lange Zapfen zurecht. In die Schraubenlöcher kommt ein wenig Leim, dann werden die Zapfen hinein gesteckt und mit dem Hammer festgedrückt. Ist der Leim getrocknet, werden sie bündig abgesägt (hierfür eignet sich eine Japansäge).
Zum Schluss wird die ganze Kiste geschliffen. Für die Optik pinsle ich die Außenseiten mit Teaköl ein - dadurch kommt die Maserung des Holzes gut zur Geltung. Die Innenseiten lasse ich unbehandelt.
Zu guter letzt bringe ich noch die Scharniere an und schraube eine Kette an der Innenseite fest, damit der Deckel nicht überschlägt.
Den Innenraum habe ich noch mit zwei Platten unterteilt, damit das ganze Spielzeug wenigstens die chance hat, etwas geordnet weggeräumt zu werden...
Damit ist die Kiste soweit fertig.
Noch ein Wort zu den Beschlägen: unter www.antikwolf.de gibt es ein Beschlags-Set für genau diese Truhe. Dessen Preis hat allerdings unser Budget gesprengt, so dass wir beschlossen haben, die standard-Beschläge ausm Baumarkt zu nehmen. Meinem Sohn gefällt sie trotzdem...

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Fertig machen

Die überstehenden Dauben säge ich bündig am Deckel ab. Außerdem will ich die Schraubenlöcher verbergen. Hier kommen die beiden Rundstäbe ins Spiel: Ich säge sie in etwa zwei Zentimeter lange Zapfen zurecht. In die Schraubenlöcher kommt ein wenig Leim, dann werden die Zapfen hinein gesteckt und mit dem Hammer festgedrückt. Ist der Leim getrocknet, werden sie bündig abgesägt (hierfür eignet sich eine Japansäge).
Zum Schluss wird die ganze Kiste geschliffen. Für die Optik pinsle ich die Außenseiten mit Teaköl ein - dadurch kommt die Maserung des Holzes gut zur Geltung. Die Innenseiten lasse ich unbehandelt.
Zu guter letzt bringe ich noch die Scharniere an und schraube eine Kette an der Innenseite fest, damit der Deckel nicht überschlägt.
Damit ist die Kiste soweit fertig.
Noch ein Wort zu den Beschlägen: unter www.antikwolf.de gibt es ein Beschlags-Set für genau diese Truhe. Dessen Preis hat allerdings unser Budget gesprengt, so dass wir beschlossen haben, die standard-Beschläge ausm Baumarkt zu nehmen. Meinem Sohn gefällt sie trotzdem...


Rechtlicher Hinweis

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