Helfer zum Leisten schneiden an der Tischkreissäge

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Hallo zusammen,

als Anfänger an der Tischkreissäge hatte ich einen Riesenspaß, als ich für meinen Schiebeschlitten die Leisten für die Führungsschienen schneiden musste.
Ich hatte mir zwar bereits einen Helfer für Leisten gebaut, dieser hatte jedoch den Nachteil, dass ich weiterhin mit Schiebestock etc. jonglieren musste, um den nötigen Druck auf den Parallelanschlag auszuüben. Außerdem musste man ihn neben dem Anschlag positionieren, was die Skala natürlich hinfällig gemacht hat. 

Klar habe ich die Leisten geschafft, ich habe jedoch ordentlich dabei geschwitzt und geflucht. 

Gestern habe ich durch Zufall in einem Youtube Video ein Kunststoffteil gesehen (keine Ahnung wie das Ding heißt) und bin danach direkt in die Werkstatt geflitzt um es halbwegs brauchbar nachzubauen. 

Die erste Versuche damit waren großartig, so sauber und vor allem schnell, hab ich noch nie Leisten geschnitten. 

Los geht's - Schritt für Schritt

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Hier das Original

Zuerst habe ich überlegt, wie ich dieses Teil halbwegs sinnvoll nachbauen kann. 


Es sollte einfach und funktionell sein, nicht viel kosten und, was mir wichtig war, keine Tränchen auslösen wenn ich hineinsäge oder das Ding anderweitig kaputt geht. 

Als das Grundgerüst stand (ich hatte einen relativ vielversprechenden Fehlversuch), ging es um die Maße. 

Mein Helferlein hat jetzt folgende Maße:

Breite: 120mm
Länge: 200mm
Höhe (ohne Griff): 54mm

Welche Maße ich damit sägen kann, schreibe ich weiter unten. 

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Los geht's! Stücke zurecht schneiden

Die einzelnen Teile

Im ersten Versuch habe 3 Platten a 18mm verleimt und dann den mittleren Teil ausgesägt. Um alles glatt zu bekommen, habe die Reste mit dem Stechbeitel entfernt. Das ist jedoch relativ ungenau, da in den Freiraum ein zusätzlicher verstellbarer Block muss, der verschiebbar sein soll.


Also weg damit und neu gemacht. 

Mit viel fummeln und fluchen habe ich vier Leisten a 10mm Breite geschnitten. Die Grundplatte hat 200mm x 120mm.


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Stücke verleimen

Leisten
Der Rahmen

Ich habe die Leisten gerade verleimt und die beiden Blöcke dann mit der Grundplatte verleimt. Hier habe ich auf Schrauben verzichtet, damit man auch mal ruhigen Gewissens reinsägen kann. 


Zusätzlich habe ich noch einen "Block" verleimt, der später beweglich im Rahmen liegt. Er besteht aus zwei übereinander verleimten Platten in derselben Stärke (18mm) und ist 200mm lang und 40mm breit.

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Führungsnut mit der Kreissäge, einsetzen der Schrauben in den Block

Vor dem Schnitt
Der mittlere Block

Damit der mittlere Block später beweglich ist, habe ich eine Nut mit der TKS eingesägt. 


Der Block ist später dafür da, das Werkstück nah am Sägeblatt zu halten und da das Original verstellbar war, ist es meiner jetzt auch.

Ist auch irgendwie logisch. Durch die Verstellbarkeit kann man das Werkstück auf beiden Seiten sehr nahe am Blatt führen und nichts verrutscht. 

Ich habe beim sägen der Nut den Block mit angelegt, so hatte ich direkt die Punkte, wo ich die Bohrungen für die beiden Verstellschrauben anbringen konnte. 

Als Schrauben habe ich M6 Schrauben mit Sechskantkopf genommen, 

Hier war mich wichtig, dass die Schrauben so tief wie möglich im Block stecken, um beim versehentlichen reinsägen nicht ans Blatt zu kommen. Gebohrt habe ich erst mit einem 11mm Bohrer (10,5mm besitze ich nicht) auf 30mm Tiefe. Den Rest der 36mm habe ich mit einem 6,5mm Bohrer gebohrt. 

Die Schraubenköpfe sitzen durch die Bohrung jetzt verdrehsicher im Holz und haben noch ein wenig Futter, damit sie nicht ausreißen.

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Alles zusammensetzen und ein wenig hübsch machen

Erstmal schauen ob es leicht läuft
Irgendwie muss ich überall mit der Fräse dran..
Doppelseitiges Klebeband
Die Antirutschmatte

Die Einzelteile habe ich dann testweise montiert, um zu prüfen, ob sich der Mittelblock leicht verstellen lässt.


Als das gegeben war, habe ich die Kanten mit der Oberfräse ein wenig hübsch gemacht. Das Auge arbeitet ja schließlich mit. 

Noch schnell ein Griff montiert und unten diese Antirutschmatte geklebt, die man sich eigentlich unter den Teppich legt. 

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Endgültiger Zusammenbau und erste Testschnitte

Sieht gut aus
Leisten von 10-110mm
Und dazwischen
Geölt wird er aber noch ;-)

Ich habe den Helfer so gebaut, dass ich Leisten zwischen 10 und 110mm sägen kann, ohne einen akrobatischen Volkstanz mit Schiebestöcken ausführen zu müssen. Die verbauten Schrauben sind so hoch, dass ich wirklich nur ans Blatt kommen kann, wenn ich die Höhe völlig falsch einstelle. Also auf 75mm Höhe gehen, wenn ich ein 30mm Brett sägen möchte. So etwas in der Art. Ansonsten komme ich an die Schrauben nicht dran. 


Mehrere Schritte, oder Schnitte, später muss ich sagen, er funktioniert!

Klar ist er jetzt nicht so gut wie das Original, von dem ich noch immer nicht weiß wie es heißt, aber ich bin zufrieden.

Fazit: 

Super! Hätte ich das Ding mal früher gehabt. 
Im Endeffekt muss ich jetzt nur den passenden Abstand vom Sägeblatt zum Anschlag einstellen und kann unkompliziert meine Leisten sägen. Und mit der freien Hand kann ich mir selber die Daumen drücken.
Zusätzlich ist alles sicher, da mir nichts per Kickback um die Ohren fliegen kann. 

Ich überlege jedoch, mir noch eine etwas längere Version zu bauen. 
Falls ja, gehe ich auf 300-400mm.

PS: Für mich war das jetzt ein Projekt. Zwar nur ein relativ kleines, jedoch eines mit einer großen Wirkung für mich!

Nachtrag: Habe jetzt herausgefunden, dass das Teil "Gripper" heißt und in den Shops locker 60-70€ kostet. Dann lieber selber machen! 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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