Grundplattenmodule für ein Winterdorf

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Wir erfreuen uns immer zur Weihnachtszeit an den niedlichen, romantischen Winterlandschaften, die ähnlich wie Dioramen gestaltet sind. Vor ein paar Jahren haben wir dann selbst begonnen, einige Häuschen und Zubehörteile für ein eigenes Dorf anzuschaffen. Das erste, kleine Dorf sah dann so aus. Die bogenförmige Grundplatte von damals ist mittlerweile entsorgt worden und etwas neues musste her. Wir beschlossen, dass unser Winterdorf zukünftig auf einem alten Tisch von 120 x 75 cm aufgebaut werden sollte. Um die optische Ausgestaltung und die Unterbringung bei Nichtgebrauch zu vereinfachen,  entwarf ich ein zerlegbares Modulsystem aus Sperrholz. Dies hat mehrere Vorteile:
  • Es nimmt beim Lagern weniger Platz weg als eine große Platte.
  • Änderungen sind einfacher möglich, weil nur Teilbereiche geändert werden müssen.
Entstanden ist dieses Projekt bereits im Mai, aber mit der Veröffentlichung wollte ich warten, bis es in die Zeit passt. Kostenansatz: Bis auf eine 4 mm Sperrholzplatte war alles vorhanden.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTK 3.6 V  - Tacker (Akku)
  • PTA 2000  - Arbeitstisch
  • PPS 7 S  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PST 900 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elektrisch)
  • Exzenterschleifer,  *
  • Akku-Kreissäge,  GKS 12-26
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 18 LI-2
  • Oberfräse,  TE-RO 1255
  • Tischbohrmaschine,  93896
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 10,8V-2-LI
  • Deltaschleifer,  *
  • Lötstation,  Lötkolben
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Materialliste
  • Sperrholz | Pappel (4 mm)
  • Sperrholz (9 mm)
  • Leim
  • Wandfarbe (weiß)
  • Abtönfarbe (schwarz)
  • Popcakesticks | Bambus
  • Klingeldraht
  • Div. x Acrylfarben
  • Styropor (30 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Entwurf und Materialauswahl.

Sketchup Entwurf.
Von unten gesehen.
Modul-Übersicht.

Die Grundfläche von 120 x 75 cm ermöglichte es mir, das ganze in 6 Module von je 40 x 37 cm zu erstellen. Als Material wählte ich 9 mm starkes Sperrholz aus, von dem ich mal einige Quadratmeter kostenlos bekam.
In Sketchup entwarf ich jedes Modul und konnte so auch gleich die benötigten Masse ermitteln und einen Sägeplan erstellen.
Die Einteilung erfolgte in die unteren Module U1, U2 und U3, sowie die oberen Module O1; O2 und O3. Bitte mit den Bildern vergleichen, damit die folgenden Arbeitsschritte nachvollziehbar bleiben.

Die Planung war nicht so einfach und hat mehrere Tage und diverse Anläufe gebraucht. Denn ich wollte zum einen einen möglichst genauen Plan erarbeiten, der z.B. auch die Kabelwege und Kabelauslässe für die Beleuchtungen beinhaltet. Anderseits kann man ein Diorama einfach nicht bis ins letzte Detail am Reissbrett planen, weil einem bei der Ausgestaltung doch noch andere Variationen besser gefallen. Die Position der Häuser als Beispiel. Mache ich für die Beleuchtung einen Kabeldurchlass an einer bestimmten Stelle, kann das Haus auch nur dort stehen. Hier musste ich einen Spagat zwischen detailgenauer Planung und späterer Flexibilität hinlegen.

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Zusägen der Teile

Aus dieser großen Platte...
...sägte ich mir die...
...benötigten Teile...
...gemäß vorher erstelltem Sägeplan zurecht.
In 4 mm Pappel kamen weitere 40 Teile dazu.

Mit meiner damals neuen GKS 12 und der PPS 7 sägte ich zunächst alle Teile der 9 mm Sperrholzplatte zurecht und beschriftete diese, um in dem Wust nicht den Überblick zu verlieren.

Was an 4 mm Sperrholz benötigt wurde, wurde eigentlich erst später zugeschnitten, rechtfertigt aber keinen zusätzlichen Arbeitsschritt. Deshalb sei das hier mit erwähnt.

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Modul O1 - O2 - O3

Lochsäge für die Kabeldurchlässe.
Dann wird gebohrt...
...Popcake-Stick eingesteckt...
...plangesägt...
...die Sticks eingeleimt...
...und mit Schleifpapier etwas angespitzt.
So entsteht ein steckbares Einzelmodul...
...in dreifacher Ausfertigung.
Auch der Übergang zu den vorderen Modulen ...
...entsteht mit Steckdübeln.

Die hinteren Module sind alle baugleich und entstanden ausschliesslich aus der 9 mm starken Sperrholzplatte und werden nur gesteckt. Die Dübelchen sägte ich aus 4 mm Popcakesticks selber und spitzte das später freistehende Ende etwas an.
Die Kabeldurchlässe wurden mit der Lochsäge erstellt.

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Module U1 und U3

Mit dem Forstner zwei Löcher gebohrt...
...und am Stichsägetisch zu einem Langloch verbunden.
Diese Teile werden verleimt, die...
...Verschraubung kommt wieder raus und soll nur für Anpressdruck sorgen.
4 mm Sperrholz wird...
...zurecht gesägt. Das Langloch dient als Kabelauslass und...
..bekommt rückseitig/unterseitig zwei ...
...Sperrholzstreifen angeleimt und getackert
So kann man verschieden große Abdeckungen verwenden.
Für den Bordstein werden Streifen verwendet.
Die Halterungen der Strassenlaternen entstehen hieraus.
So soll das funktionieren...
Laterne probeweise aufgestellt.
Hier ohne Laternen zusammengeschoben.
Planungsgsfehler! Das Langloch ist zu weit nach vorne gesägt.
Legt man die bereits gesägte 4 mm Platte drüber...
...bleibt hinten ein Spalt.
Liegt es hinten an, ist der Kabelauslass zu klein. Also, das Langloch vergrößern.
Die Unterseite bekommt noch Streifen Sperrholz...
...als Kontaktfläche für...
...die Verleimung.

Die unteren Module sind etwas aufwändiger, weil ich hier auch eine versteckte Kabelführung für die kleinen Strassenlaternen und Hausbeleuchtungen miteingeplant hatte. Sie sind aber baugleich und können in einer Rutsche gebaut werden. Zusätzlich kam hier noch 4 mm Pappelsperrholz zum Einsatz. Dieses wurde zurechtgesägt, geleimt und getackert. Als Abdeckung für die Kabelage dient dann der Bordstein, der ebenfalls aus 4 mm Sperrholz entstand. Für die Hausbeleuchtungen sägte ich ein Langloch in die Platte, welches von oben mit verschieden breiten Abdeckungen verschlossen wird. Egal wo  die Gebäude dann schlussendlich stehen werden, brauche ich dann nur dort jeweils eine Abdeckung entfernen, um die Beleuchtung durchzuführen.


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Modul U2

Auf der Grundplatte den Verlauf des Kabelkanals eingezeichnet...
...mit 16 mm Fräser eine 4 mm tiefe Nut gefräst...
...in die eine weitere 6 mm Nut hinein kam.
Um diesen Teil zu stabilisieren, wurde ein Streifen Sperrholz....
...darunter geleimt und angetackert.
Zwei weitere Kabelauslässe folgten am Stichsägetisch.
Die ersten Teile der Freitreppe werden verleimt.
Die fast fertige Treppe, es fehlen noch die...
...Seitenwangen.
Zwei 6er Dübel um...
...die Treppe in die Platte stecken zu können.
Aus diesen verleimten Sperrholzstreifen...
entstehen "Beete" links und...
...und rechts der Treppe.
Die Bordsteine aus 4 mm Sperrholzteile werden...
...miteinander vertackert...
Der Radius angezeichnet,...
...gesägt...
...und geschliffen.
Hier alle 6 Module zusammengestellt.

Dieses Modul kommt später zwischen die ersten beiden Module U1 und U3. Hier wurden die Bürgersteige ebenfalls aus 4 mm Pappelsperrholz gefertigt und zwischen den beiden Gehwegen eine doppelte Nut gefräst, um auch hier das Kabel der Strassenlaternen zu verstecken. Diese Nut wird mit einem Streifen Sperrholz abgedeckt und von unten die Platte zusätzlich mit einem Streifen aufgeleimten Sperrholz stabilsiert.

Die Freitreppe entstand aus übereinander verleimten 9 mm Sperrholzplatten.Entgegen der Planung wurde diese Treppe noch mit seitlichen Wangen versehen. Auch hier erfolgte die Befestigung mit kleinen Holzdübeln in Steckbauweise um alles zerlegbar zu halten. Links und rechts der Treppe habe ich noch eine Art gemauerte Beete angesetzt. Das lockert nicht nur auf sondern kaschiert auch wunderbar einige Ungenauigkeiten...;-)

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Oberflächenstruktur - Pflastersteine

Glätten der Oberflächen mit dem Exzenter.
Vorher-Nachher...;-)
Ein paar Löcher werden zugespachtelt.
Erst mal die Gehwegplatten aufzeichnen.
Die Strasse bekommt Kopfsteinpflaster.
"ALDI Dremmel" mit Vorsatz wird zur Mini-Oberfräse.
Das erste Modul ist gefräst und geschliffen.
Die unteren Module (wird später die "Allee") fertig gefräst.
Der Kirchplatz bekommt ebenfalls sein großes Pflaster...
...ein Kantholz als Behelfsanschlag.
Hier noch mal die Gesamtansicht.

Zunächst wurden alle Oberflächen mit dem Exzenterschleifer geglättet. Ein paar Schraublöcher wurden zugespachtelt.

Die Strukturen für die Strassen und Plätze wurden mit Bleistift vorgezeichnet und dann mit dem Dremel herausgearbeitet. Mit geknicktem 80er Schleifpapier wurden alle fertigen Fugen noch entgratet und anschliessend mit dem Delta die Oberfläche (180er) nochmals geglättet. Die Strassen bekamen ein kleineres Pflaster, die Gehwege und der "Kirchplatz" (hier kommt später der Weihnachtsmarkt hin) ein etwas größeres. Auf Fugenversatz habe ich verzichtet...weil ich nicht dran gedacht habe. Den Bewohnern wird es wohl egal sein...
Alles in allem hat dieser Arbeitsschritt ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch genommen, ich habe ca 8 Stunden gebraucht.

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Oberflächenbehandlung

Ich mischte zuerst ein helleres Grau an, das Glas in der Mitte.
Alle Kanten mit Kreppband (Pfeile) abgeklebt.
Gehwege und Kirchplatz sind angestrichen.
Kopfsteinpflaster, Bordsteine und Treppe in etwas dunklerem Grau.
Hier sind nun alle übrigen Flächen weiß gestrichen und ich habe...
...mit dem "Finishing" begonnen. Hier exemplarisch an einem...
...Mauerstück sieht man rechts vorher, links nachher.
Auch die Gehwege werden gealtert.
Dann noch der Kirchplatz, damit ist dieser Schritt beendet.

Hier probierte ich etwas für mich neues und gleichzeitig etwas sehr simples: Dispersionsfarbe auf Sperrholz. Den Vorteil sah ich in einer unproblematischen Pflege. In einem Raucherhaushalt neigen helle Flächen zum vergilben und Dispersionsfarbe lässt sich einfach überstreichen. Da ja das ganze später einen winterlichen Gesamteindruck machen soll, wurde hauptsächlich stinknormale, weiße Wandfarbe verwendet. Für die gepflasterten Flächen mischte ich verschiedene Grautöne zusammen. Mit diversen Acrylfarben, die ich meiner Gattin entlieh, wurden die Pflasterflächen noch gefinished. Mehr Realistik unter anderem dadurch, dass einzelne Steine andersfarbig angemalt wurden. An den Mauern links und rechts der Freitreppe wurden die Fugen hervorgehoben und mit etwas grün auch eine partielle Vermoosung angedeutet.

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Die Strassenlaternen

Die drei Adern mit unterschiedlichen Farben markiert.
Die Laternen werden auf die Sockelstücke geklebt.
Da der Kabelkanal zu klein war...
...habe ich ihn aufgefräst.
So sehen die verbauten Laternen aus, es sind keine Kabel sichtbar.

Diese Strassenlaternen sind wie eine 6 flammige LED Lichterkette aufgebaut. Um die nötigen Abstände generieren zu können, musste ich zwischen den ersten und den letzten drei Laternen das Kabel verlängern. Also kniff ich es durch und lötete ein Stück dünne Kupferleitung dazwischen, hiervon habe ich leider keine Fotos gemacht.
Die Laternen wurden dann mit Heisskleber auf die Sockelstücke aus dem Arbeitsschritt 4 (Module U1 und U3) geklebt. Der Kabelkanal in Modul U2 erwies sich als zu klein, also habe ich ihn durchgefräst und lasse die Kabel durchhängen.

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Zwischenschritt: Test der Hausbeleuchtung

"Lichtschacht" an den entsprechenden Stellen geöffnet...
... und probehalber zwei Modellhäuser beleuchtet.

Diesen Arbeitsschritt habe ich erst später eingefügt. Er zeigt den ersten Beleuchtungstest mit einer alten Lichterkette. wie man sieht, funktioniert die Idee mit den verschieden großen Abdeckungen sehr gut.

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Kirchenplateau

Stellprobe um Größe und Position festzulegen.
Schnittlinie aufgezeichnet.
Im 30° Winkel ausgesägt.
30 mm Styroporreste drunter geklebt.
Treppenstufen aus Sperrholz.
2. Stellprobe, nun erschien es mir doch zu klein...
...also neu gemacht.
So gefällt es mir besser.
Geschliffen, Kabelauslass gesägt und mit erstem Anstrich versehen.
Treppe gestrichen, Felsen mit erstem Finish versehen.
Weiteres Finish und...
...die Treppe bekommt zwei Spitzen eingeleimt...
...und wird so am Plateau befestigt.

Modul O3 bekam eine zusätzliche Erhöhung, da hier später die Kirche des Dorfes stehen soll. Ich machte mit dem Kirchenmodell eine Stellprobe um Position und Größe bestimmen zu können. Die Platte entstand wieder aus 9 mm Sperrholz, die Treppenstufen ebenso. Die Sperrholzplatte wurde mit der Stichsäge und 30° Gehrung in einer eher organischen Form zugesägt. Später soll die Kirche wie auf Fels gebaut aussehen, hierfür verwendete ich Styroporreste aus diesem Projekt. Die Verklebung erfolgte mit der Heissklebepistole. Der erste Versuch des ganzen erschien mir dann doch zu klein, auch weil mir erst hinterher noch eine Gestaltungsidee für den Bereich um die Kirche herum einfiel. Also zweiter Anlauf, diesmal größer. Die Lochsäge sorgte für den Kabelauslass. Dann wurde das ganze Plateau erst mit weißer Wandfarbe angestrichen und anschliessend wieder mit diversen Farben gefinished.

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Abschluss, Fazit und Video

Modulaufbau für ein Winterdorf/Weihnachtsdorf - Moduldisplay for christmas village (Assambling)

Ich habe Euch ein Video gemacht, welches den kompletten Aufbau, also von den zerlegten Einzelmodulen bis zur fertigen Grundplatte, aber ohne "Bebauung" und Details, zeigt.

Im nächsten Projekt seht Ihr dann das komplett aufgebaute Dorf mit einigen neuen Details.
Vielen Dank fürs Anschauen und allen eine fröhliche Weihnachtszeit!


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