Grundhobel

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Öffentliche Wertung

Seit in "Holzwerken" eine Artikelfolge zum Thema "Härten mit einfachen Mitteln" erschienen war, reizte es mich, dies mal zu versuchen. Als ich nun feststellte, dass ein Grundhobel in manchen Situationen ein nützliches Werkzeug darstellen könnte, beschloß ich, die Sache anzugehen.
Käufliche Grundhobel gibt es mit Holz- und Metallkörper. Mit meinen Voraussetzungen kam nur Holz in Frage.
Im Netz gibt es verschiedene Beschreibungen vom Eigenbau solcher Hobel. Sicher sind gewollt oder ungewollt Ideen daraus auch in mein Projekt eingeflossen.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Hobelkörper

Reststücke aus Eiche
Teile abrichten ...
... und verleimen
Form auf das Holz übertragen
Aussägen
So sieht's dann aus
Innere Öffnung ausbohren
So sieht's dann aus
Abschrägen
Grobe Form
Nach der Feinbearbeitung
Führung für das Eisen

Das Material für den Hobelkörper sollte hart und widerstandsfähig sein. Häufig wird Buche dafür verwendet.
In meinem Fall waren noch einige Stücke Eiche vorhanden, welche die Voraussetzungen auch erfüllen sollten.
Um die geplante Höhe des Körpers von ca. 7 cm zu erreichen musste ich zwei Teile verwenden.
Also wurden die Teile sauber abgerichtet und verleimt.
Die Form des Hobelkörpers wurde auf Papier entworfen, ausgeschnitten und auf das Holzpaket übertragen.
Daraufhin wurde diese Form mit der Bandsäge ausgesägt.

Für das Loch in der Mitte habe ich keinen passenden Bohrer. Deshalb habe ich mit einem kleineren Bohrer rundum gebohrt und dann die Öffnung mit Stemmeisen und Raspel fertig bearbeitet.

Der Hobelkörper sollte nach vorne hin flacher werden um später einen besseren Blick auf den Arbeitsbereich zu ermöglichen. Für einen Schnitt in dieser Richtung reichte die Durchlasshöhe meiner Bandsäge nicht aus. Deshalb erfolgte der Schnitt mit der Handsäge.

Anschliesend wurde die endgültige Form des Körpers mit Stechbeitel, Raspel und Schleifpapier ausgearbeitet.
Jetzt musste noch die Führung für das Eisen geformt werden.


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Eisenhalterung

Ausgangsmaterial
So sieht'sdann aus
Und so eingebaut

Die Halterung hält das Eisen in der Nut im Hobelkörper. Sie liegt in einer Bohrung im Körper, umschließt das Eisen vorne und wird mit einer Mutter nach hinten gezogen.

Ich hatte noch einen kleinen Sterngriff übrig. Der passte auf eine Schraube mit M6-Gewinde.
Von dieser Schraube wurde der Kopf abgesägt und dafür ein Schlitz angebracht, in den eine vorhandene Scheibe passte.

Mit der Feile wurde die Bohrung der Scheibe quadratisch vergrößert, so dass das vorgesehene Eisen durchgesteckt werden konnte. Dann wurde die äussere Form der Scheibe passend gefeilt.
Scheibe und Schraube wurden dann verlötet.

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Eisen

Ofen
... in Betrieb
Schneide
von unten
Einzelteile des Eisens
und zusammen geschraubt
Zum Härten kirschrot glühen
Eisen montieren
Hobel montieren
Fertig

Wie in "Holzwerken" für Anfänger empfohlen habe ich als Ausgangsmaterial einen Stab aus C45 Stahl verwendet. Er rostet zwar, lässt sich aber härten und ist nicht kritisch was die Einhaltung der Parameter betrifft. Mein Stab hat einen Querschnitt von 10mm mal 10mm.
Als Wärmequelle habe ich eine Lötlampe mit Propan / Butan Kartusche verwendet. Um kein Risiko einzugehen habe ich einen kleinen Ofen aus Porenbetonsteinen zusammengebaut und durch eine Halterung für den Gasbrenner ergänzt.

Das Eisen soll am Ende L-förmig aussehen. Der erste Plan war, das Eisen heiß zu machen und dann rechtwinklig abzubiegen.
Ich musste feststellen, dass mein Ofen dafür wohl nicht genügend Energie liefern konnte.

Plan B war dann, das Eisen aus zwei Teilen zu machen. Das erste Teil ist der vertikale Stab. An diesen wird das horizontale Teil, die Schneide angeschraubt. Da nur dieses kleinere Teil gehärtet werden muss, würde sich hoffentlich mein Brenner leichter tun, die erforderliche Energie zum Härten aufzubringen.

Aus einem kurzen Stück Vierkantstab habe ich mit Säge und Feile die Schneide geformt. Der Schneidenwinkel beträgt ca 25 Grad.

Die Verbindung zwischen beiden Teilen sollte allerdings stabil sein. Deshalb habe ich zusätzlich zur Verschraubung eine "Nut- und Zapfen- Verbindung" angefeilt.

Das Härten des Schneidenteils ging einfacher als erwartet. Erhitzen bis die Schneide kirschrot glüht und dann in Wasser abschrecken.
Ein Versuch mit der Feile zeigte dass das Material hart war.
Etwas kritischer war dann das Anlassen. Dabei soll die Schneide gelb werden.
Ich war zu langsam und schon war sie blau.
Deshalb habe ich neu gehärtet und vorsichtiger angelassen. Mit Erfolg.
Nun konnte die Schneide fein geschliffen und abgezogen werden.

Dann wurden alle Teile montiert und ein erster Hobelversuch unternommen. Es funktioniert!

Am Ende bleibt nur noch, den Hobelkörper mit Öl zu behandeln.
Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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