Gopro-Ventilator (aus Drohnen Absturz)

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    60 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Ich bin stolzer Besitzer einer Videodrohne, einer Gopro Karma. Ein tolles Gerät - solange es fliegt. Bei einem Videodreh kollidierte sie mit dem Ast eines Baumes, ein Propeller brach und die Drohne sauste up side down dem Erdboden entgegen. Das Ergebnis des kleinen Ausflugs: Das Fluggerät hatte vier gebrochene Propeller und zwei gebrochene Arme.

Der Schaden war mit ca. 200 Euro schmerzlich. Aber was tun mit dem gebrochenen Arm? Wegwerfen, weil das Plastik gebrochen ist? Der Motor funktioniert ja schließlich noch. Jetzt an den heißen Tagen des Sommers kam die Idee: Ich baue daraus einen Ventilator. Im Folgenden beschreibe ich das Projekt und gebe Detailinfos für den Nachbau.

Bevor es wieder dumme Kommentare hagelt: NEIN, das Ding ist keine Werbung. Man kann es auch nicht kaufen. Und ich bekomme weder von GOPRO noch von sonstwem Geld dafür. Ich mach das einfach, weil ich es lustig finde und Spaß dabei habe.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Klebepistole
  • Lötpistole
  • Akku-Schrauber
  • 3D Drucker
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Materialliste
  • 1 x Drohnen-Ausleger komplett mit Motor | Elektronik
  • 1 x Luftschraube | Kunststoff, Metall (20cm)
  • 1 x Elektronikbox | Kunststoff (200x100x50mm)
  • 1 x Netzteil 12V 2A | Elektronik
  • 1 x Schalter
  • 1 x Brushless-Controller | Elektronik
  • 2 x Kabel | Elektronik
  • 4 x Schrauben

Los geht's - Schritt für Schritt

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Defekte Drohne ausschlachten

Erster Schritt ist das Explantieren des defekten Arms aus der Drohne. Die Bauweise des Flugobjektes ist modular gestaltet und so war es eine Frage von Minuten, die gebrochenen Arme auszubauen und gegen neue zu ersetzen.

Der erste Schritt war getan.

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Elektronik testen

Als nächstes muss eine geeignete Lösung gefunden werden, den Motor außerhalb der Drohne betreiben zu können.
Ich bestellte im Internet einen Brushless-Controller, welcher bürstenlose Motoren (wie diesen Außenläufermotor) jeder Art ansteuern und mittels 12V Gleichstrom betreiben kann.

Der Controller verfügt zudem über einen Drehknopf, mit dem die Drehzahl geregelt werden kann.

Wenn der Motor nicht zum laufen gebracht werden kann, können wir direkt an dieser Stelle das Projekt abbrechen. Bei mir hat zum Glück alles geklappt und der Motor dreht. Sehr schnell...

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Befestigung aus dem 3D Drucker

Der Arm mit dem Propeller muss irgendwie befestigt werden. Der Motor ist sehr stark, eine entsprechend große Kraft wirkt auf die Verbindung. Einfach mit Heißkleber festkleben is nicht.

Hinzu kommt, dass die Schraube fast genauso lang wie der eigentliche Arm ist. Ein Adapter muss den Arm also auch gleich um einige Zentimeter verlängern.

Im Internet fand ich nichts dergleichen, darum konstruierte ich den Adapter kurzerhand selbst. Ausgedruckt wurde der Adapter aus dem Material PLA, einem Biokunststoff. Anschließend wurde der Adapter mit jeder Menge 2K Kleber am Arm angeklebt.

Als Standfuß kann nun eine Elektronikbox, aber beispielsweise auch ein massiver Holzbalken oder ein Holzbrett dienen. Man könnte den Arm auch direkt auf die Tischplatte des Schreibtisches schrauben.

Wenn Nachfrage besteht stelle ich das die 3D Datei des Adapters auf Thingiverse.com oder einem anderen open source Downloadportal. Das Drucken kann auf dem eigenen 3D Drucker geschehen, bei einem Freund oder auch in öffentlichen Makerspaces.

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Gehäuse bearbeiten

Nachdem der Motor läuft und der Befestigungsadapter stabil am Arm verklebt ist, muss der Standfuß (das ist auch gleich das Gehäuse für die Elektronik) angepasst werden.
Neben den Befestigungsbohrungen für den Arm wird ein Loch für die Kabel gebohrt.
Die Drehzahl soll man von außen einstellen können, darum muss auch seitlich ein Loch gebohrt werden, für den Drehknopf an der Platine. Danach fehlen noch weitere Bohrungen für den Schalter und die Buchse der Stromversorgung.

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Elektronik anschließen

Als finaler Schritt muss alles zusammengebaut und verkabelt werden.
Für die Stromversorgung nutze ich ein Steckernetzteil mit 12V und einem Strom von 2 Ampere. Dieses wird über eine Steckverbindung angeschlossen, man könnte das Kabel aber auch direkt mit der Platine verbinden.
Für einen höheren Komfort baue ich einen Druckschalter ein. Dieser stammt aus einer alten Schreibtischlampe. Er wird mittels Heißkleber fixiert. Die Platine wird ebenfalls mit Heißkleber an den Gehäusedeckel geklebt.

Damit der ganze Ventilator aufgrund des gewaltigen Schubkraft nicht umfällt oder wegfliegt, habe ich als Zusatzgewicht eine 8mm starke Stahlplatte in die Box gelegt und mit ein paar Punkten Heißkleber gesichert.

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Testrun

Und fertig ist der Gopro-Ventilator. Noch ein paar Aufkleber drauf (Deko muss sein, das Auge isst mit) sonst versteht niemand, dass dieser Einrichtungsgegenstand mal ein Stück Hightech war.


Das Prinzip lässt sich auf alle Arten Drohne übertragen. Generell gilt: Je größer, um so mehr Wind macht der Ventilator. Viel Spaß beim nachbauen!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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