Gleitplatte für die Oberfräse mit Aufnahme für Kopierhülsen aus Messing

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Neue Gleitplatte mit Kopierring
Die Kopierring-Aufnahme im Detail
Mit der kompletten Fräse
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    48 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Öffentliche Wertung

Als ambitionierter Heimwerker möchte man seine Werkzeuge und Maschinen gerne vollumfänglich nutzen können, sodass das Zubehör der Hersteller sich einer großen Beliebtheit erfreut. Diese Freude wird allerding deutlich getrübt, wenn man die Preise sieht, die für sehr banale Teile aufgerufen werden.
Eine einzelne Kopierhülse für eine Bosch Oberfräse ist laut Liste und der gewählten Größe als unverbindliche Preisempfehlung zwischen 16,68 und 22,85 EUR teuer (ohne MwSt.). Für den amerikanischen Markt ist von Bosch ein Kopierhülsenset mit sieben Hülsen für 38,24 EUR (incl. MwSt), auf dem Markt zu haben. – Leider alles zöllige Maße.
Entweder man investiert viel Geld in den Kauf der insgesamt sieben Originalhülsen mit metrischen Maßen oder man sucht nach Alternativen. Hier zeige ich euch meine kostengünstige Alternative.

Du brauchst

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Werkzeuge
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Materialliste
  • 1 x Grundplatte | Polycarbonat (PC) (200 x 200 x 6 mm)
  • 1 x Kopierringset | Messing

Los geht's - Schritt für Schritt

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Entwicklung und Materialwahl

Die Originalgleitplatte mit der montierten Kopierringaufnahme
Zwei Originalkopierringe von Bosch
Das bestellte Kopierringset aus Messing
Die austauschbaren Kopierringe mit einer Rändelmutter
Als Gleitplatte dient ein 6 mm starke Platte Polycarbonat (PC)

Nachdem ich erfolglos das WWW nach günstigen Originalhülsen durchsucht habe, hatte ich zuerst den Plan fehlende Hülsen selbst herzustellen. Die Blechteile hierzu hatte ich schon konstruiert und wollte sie als Laserteile in Auftrag geben.
Doch dann sah ich bei dem großen Onlinehändler mit A ein Kopierhülsenset aus Messing. Das Hülsenset ist in den Durchmessern 10 mm, 12 mm, 14 mm, 16 mm, 18 mm, 20 mm, 24 mm und 30 mm verfügbar. Zusätzlich gibt es zwei Rändelmuttern.
Alles was man nun benötigt, ist eine Möglichkeit mit der die Hülsen an der Fräse adaptiert werden können. Es bedarf einfach einer Gleitplatte für die Fräse, welche die Hülsen aufnehmen kann.
Nachdem das Hülsenset nach der Bestellung eintraf, konnte ich genauere Pläne zur Gestaltung der Gleitplatte machen. Acrylglas (PMMA) wollte ich hierfür nicht verwenden, da es zu kratzeranfällig ist. Stattdessen kam ich auf Polycarbonat (PC). Eine quadratische 6 mm starke Platte Makrolon Lexan Polycarbonat mit der Seitenlänge von 200 mm war dann auch schnell bestellt.

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Übertrag der Löcher von der Originalgleitplatte

Aufkleben der Originalgleitplatte auf das PC mit Doppelklebeband
Abbohren der Löcher mit einem Ø 5,2er Bohrer

Die einfachste Art, die Befestigungslöcher auf die neue Gleitplatte zu übertragen, besteht darin, beide Platten mit Doppelklebeband zu fixieren.
Die Durchgangslöcher von Ø 5,2 mm habe ich an der Tischbohrmaschine gebohrt. Hierbei dient die Originalgleitplatte als Bohrschablone. WICHTIG! Mit langsamer Drehzahl und viel Kühlschmiermittel arbeiten! Häufiges Herausziehen des Bohrers zum Späne herausbefördern verhindert ein Überhitzen des Kunststoffs, was sich durch Schlieren bemerkbar machen würde.

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Außenkontur herstellen

Die Außenkontur mit der Stichsäge aussägen
Mit dem Bündigfräser die Kontur nachfräsen
Mit Nassschleifpapier die Riefen herausschleifen
Mit dem 45°-Fräser die Kanten leicht fasen

Die Außenkontur sägte ich mit der Stichsäge aus und fräste mit einem Bündigfräser an der Tischfräse die Konturen der Originalgleitplatte aus. Damit sich die leichten Fräsriefen durch den Anlaufring des 45°-Fräsers nicht übertrugen, schliff ich mit 400er und 1000er Nassschleifpapier die Riefen an den Seitenflächen heraus.

Anschließend faste ich mit einem 45°-Fräser die Kanten auf beiden Seiten leicht an.

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Aufbohren und Senken der Löcher

Nach dem Aufbohren der Löcher werden diese mit einem Stirnsenker gesenkt
Mit einem Kegelsenker werden die leichten Grate an den Bohrlochkanten gefast

Die zuvor gebohrten Löcher musste ich nun, nach dem Entfernen der Originalgleitplatte mit einem Ø 5,5er Bohrer aufbohren, da der Zapfen an dem Stirnsenker dieses Maß besitzt.
Mit diesem Stirnsenker senkte ich nun alle fünf Befestigungslöcher, sodass 4 mm tiefe, zylindrische Senkungen entstanden. Für alle Bohr- und Senkarbeiten verwendete ich, wie zuvor beschrieben, Bohr- und Schneidöl.

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Zentrisches markieren der Gleitplatte

60°-V-Nutfräser mit Ø 6 mm Spannzange
Die aufgeschraubte neue Gleitplatte wird zentrisch markiert
Mit einem Ø 2 mm Bohrer anschließend duch die Platte bohren

Ich habe lange überlegt, wie ich das zentrische Loch für die Kopierhülsen in die Platte bekomme. Wie sich herausstellte, war es dann recht einfach.
Die Platte schraubte ich nun auf die Oberfräse und spannte einen 60°-V-Nutfräser ein, mit dem ich die Platte markierte.

Diese Markierung reichte aus, um mit einem Ø 2 mm Bohrer an der Tischbohrmaschine durch das Material zu bohren. Diese Bohrung ist notwendig, damit der Forstnerbohrer sich exakt mit seiner Zentrierspitze darin führt.

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Führungsloch für die Kopierhülsen herstellen

Bohren der Senkung mit Ø 35 mm Forstnerbohrer
Die Tiefe der Hülse genau einpassen
Fertiger Sitz für die Kopierhülsen

Mit einem Ø 35 mm Forstnerbohrer bohrte ich das Führungsloch für die Kopierhülsen in die Platte. Hierzu spannte ich diese auf dem Maschinentisch fest. Wichtig ist, dass beim Bohren nicht zu viel Druck auf den Bohrer ausgeübt wird. Ebenso ist der Eingriff des Bohrers im Material auch jeweils nur sehr kurz auszuführen, um ein Überhitzen zu vermeiden! – Also immer wieder den Bohrer aus dem Material ziehen!

Nachdem die Tiefe der Bohrung erreicht war, wechselte ich den Bohrer bei gleicher Tischspannung auf einen Ø 30 mm Forstnerbohrer, mit dem ich durch das Material bohrte. – Das Ganze auch etwas tiefer in die Bohrunterlage, um die Tiefe des Führungsbundes der Messinghülsen zu testen. Hier musste ich noch einmal ein paar 10tel mm mit dem Ø 35 mm Bohrer nachsetzten, da der Führungsbund leicht über die Gleitplatte überstand.

Abschließend senkte ich ganz leicht die Löcher, an denen sich ein feiner Grat befand, um diesen zu entfernen.

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Fazit

Fertige Gleitplatte mit Kopierring
Im Detail...
...und mit auf die Fräse montiert

Ähnlich, wie bei den Original-Kopierhülsen, muss beim Einsatz der Messinghülsen die Gleitplatte mit montierter Hülse mit einem Zentrierdorn ausgerichtet werden. Ist dies geschehen, können die Hülsen bei montierter Gleitplatte, ohne erneutem Ausrichten ausgetauscht werden.
Insgesamt war der Arbeitsaufwand sehr überschaubar, sodass mit geringem Aufwand ein Maximum an Möglichkeiten, die mir nun zur Verfügung stehen erreicht wurde. – Und das ohne rund 140 EUR für ein paar lumpige Hülsen locker zu machen…
Mit Hilfe der Kopierhülsen können Konturen mit der Oberfräse reproduziert werden.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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