Gartenteich mit Biofilter

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    250 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Vor rund 20 Jahren habe ich vor dem Haus im Hang einen Gartenteich angelegt. Zuvor war dort eine hässliche Wiese, die zu abschüssig war um diese in irgendeiner Form zu nutzen. Der Teich war die Ideallösung: Die ausgehobene Erde wurde oben aufgeschüttet, so dass oberhalb des Teichs eine ebene Rasenfläche genutzt werden kann.


Das Gelände habe ich mit Sandseinquadern aus einem alten Weinkeller abgefangen und der Teich liegt nun eingebettet im Hang. Was liegt also näher, als ein kleiner Wasserfall? 

 

Du brauchst

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Materialliste
  • 1 x Mörtelkübel
  • Teichfolie
  • Teichpumpe

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ansicht von Oben aus der Vogelperspektive

Nachtbild

Auf besonderen Wunsch ein Foto von oben. Hierzu stand ich auf dem Balkon. Rechts mein Feierabendbänkle. 


Traurig bin ich über meinen Rasen. Nach 10 Tagen Urlaub - da hat die Gießwächterin leider versagt. Total augetrocknet ... :-(

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Der Teich

Der Teich ist inzwischen 20 Jahre alt, die Pflanzen sind groß und sehr natürlich gewachsen. Im Vordergrund eher niedrige Gräser und kleinere Sumpfdotterblumen, im hinteren Bereich größere Gräser, Sumpfdotterblumen und im Wasser selbst Seerosen und Schwertlilien.


Absolut notwendig: Unterwasserpflanzen. In den ersten Jahren war es sehr schwierig, diese am Boden zu verwurzeln, viele starben ab, sind im Winter verfault. Inzwischen haben sich zwei Sorten durchgesetzt und bilden so ein natürliches Gleichgewicht. Sie binden Nährstoffe und verhindern so eine übermäßige Algenbildung. Die Fische finden Laichplätze und das Wasser ist so klar, dass man trotz der 1 Meter Wassertiefe bis auf den Grund sehen kann. 

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Der Biofilter

Der Einlaufschlauch von der Pumpe auf den Grund des Kübels
Der Überlauf des Kübels in den Teich

Ich habe damals lange recherchiert - Bücher und Zeitschriften gelesen, im jungen Internet gestöbert und irgendwann hatte ich es satt. Käuflich waren allerhand Filter zu bekommen, aber keiner schafft es Mikropartikel oder Schwebalgen wirklich herauszufiltern. Von den Swimmingpools kennt man Sandfilter. Diese brauchen aber enormen Druck und so hatte ich eine interessante Idee, die sich bis heute bewährt hat:

Ein Mörtelkübel mit großen Kieselsteinen und obenauf kleine Steine. Auf Sand konnte ich verzichten. 

Die Funktion: in den Boden des Mörtelkübels wird über den Rand Wasser der Teichpumpe geführt. Der Kübel wird mit Kieselsteinen gefüllt. Unten mehr als faustgroße, nach oben hin kleiner werdend bis oben kleiner Zierkies aufliegt. Das Wasser steigt im Kübel an, bis dieser über eine "Schnauze" sich in den Teich entleert. In die Kiesel setze ich Wasserpflanzen, die dort verwurzeln und so mit den kleinen Würzelchen Netze bilden. Auf die Fläche des Mörtelkübels gesehen, gibt es im Wasser nur wenig Auftrieb. Wenn man im Teich den Bodenschlamm aufwühlt, wird tiefgraues Wasser angesaugt, am Wasserfall kommt aber sauberes Wasser an. Ein ganz einfaches Prinzip. (Bild 2 und 3)

Die Schwebeteilchen werden in den Kübel gepumpt, steigen aber durch die große Oberfläche und den geringen Auftrieb im Wasser nicht auf. Lagern sich folglich zwischen dem Kieselsteinen ab. Dort verrotten sie allmählich und werden auch von den Wasserpflanzen als Dünger aufgenommen. 

Etwa alle zwei Jahre leere ich den Kübel komplett, entferne den angesammelten Schlamm und fülle ihn mit den Kieseln wieder auf. Einige Wasserpflanzenableger setze ich ein und diese wachsen innerhalb kurzer Zeit wieder zu ansehlichem Schilf heran. So entziehe ich dem Wasser Nährstoffe, Algen sterben im Dunkel der Kieselzwischenräume ab und ich habe quellklares Wasser. 

Der Teich hat etwa 4 Kubikmeter Wasserinhalt. Chemie oder andere Hilfsmittel für die Wasserqualität brauche ich nicht.

An Pumpen hatte ich schon einige, inzwischen aber bin ich von Gardena überzeugt. Einige Gartenpumpen haben zu wenig Leistung gebracht - ich habe immerhin eine Pumphöhe von ungefähr 1,20 m - obwohl diese auf der Packung das spielend meistern sollten. Diese wurden sofort umgetauscht. Aber fast jede Pumpe ging nach spätestens 2 bis 3 Jahren defekt. Meine aktuelle Gardenapumle läuft wartungsfrei seit 5 Jahren und bleibt mittlerweile sogar im Winter im Teich. Sie wird lediglich auf den Boden des Teichs in die frostfreie Zone befördert. Im Sommerbetrieb hängt sie bei etwa 50 cm Wassertiefe. Das hat den Vorteil, dass sie keinen Bodenschlamm ansaugt und so sauber von Unrat bleibt. 
 

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Gesamtansicht des Teichs

Gesamtansicht

wenn man das Bild anschaut, erkennt man, dass ich eine möglichst naturnahe Gestaltung bevorzuge. Mein Teich soll nicht angelegt aussehen, sondern so als wäre er schon immer da. Einzig der Plastikreiher stört den Gesamteindruck. Aber er ist immens hilfreich. Seit dieser dasteht kommen seine lebendigen Kumpels nicht mehr zum Fischen. Zuvor habe ich mit dem käuflichen Fischbesatz ungewollt zur Aufzucht einige Reihergenerationen beigeholfen. Das ging ins Geld und die Kinder waren immer traurig, wenn Fische und Frösche (die übrigens alle Namen hatten) plötzlich nicht mehr da waren ...


Gegenüber des Teichs steht mein Feierabendbänkle und bei schönem Wetter sitze ich da schon manchmal und genieße das Plätschern des Wassers und das Spiel der Libellen. Ohne Teich wäre der Garten ganz schön öde. Und Besucher verweilen dort immer für einige Augenblicke. Und selbst der immer im Eilschritt laufende Paketbote nimmt sich einige Sekunden Auszeit - die ich ihm bei seinem stressigen Job von Herzen gönne. 

Ich liebe den Teich und ganz besonders den Wechsel der Jahreszeiten - von 30 cm starker Eisfläche im strengen Winter bis hin zum 30 Grad warmen Wasser im Sommer. 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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