Gartenhütte für lau bzw. ganz wenig Geld

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Klein aber fein
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    280 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Nachdem wir im Februar dieses Jahrs unsere Hecke gekürzt haben und auch gleich dabei ein Haselnussstrauch niedergemetzelt haben, stellten wir fest das auf der Fläche davor und dem Bereich, wo die Äste waren ein ungenutzter Platz zur Verfügung stand, welcher nach Nutzung schrie. Da wir trotz einem Schuppen und zwei Garagen, wovon eine nur als Abstellmöglichkeit genutzt wird und einer Vollunterkellerung aus allen Nähten platzten. (Ich weiß das ist Jammern auf hohes Niveau und ja ich muss mich auch mal von etwas trennen) Entschieden wir uns dort eine Gartenhütte hin zu stellen. Problem dabei war mal wieder der Geiz LOL also wurde der Kleinanzeigenmarkt durch forstet bis etwas passendes unter zu verschenken gefunden wurde.
In Nachhinein kann man sagen ist schön geworden, aber was ich mir da wieder für Arbeit ans Knie gebunden hatte.... seht aber selbst.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Stichsäge
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Handkreissäge
  • Schwingschleifer
  • Die üblichen verdächtigen: Hammer, Zange, Schraubenschlüssel....

Los geht's - Schritt für Schritt

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Bauplatz vorbereiten

Wilde Brombeeren
Eine kleine Tanne versperrt den Weg.
Die Fläche ist vom Garten kaum zu sehen.
Die runter geschnittene Hasselnuss
Und wieder mal Pflanzsteine
Obwohl ich nie wieder welche anfassen wollte.
Fertig verlegte 1. Reihe Pflanzsteine
Glatt gezogene Fläche.

Die vorgesehene Fläche war mit wilder Brombeere bewachsen, welche ich frei gelegt/ gerodet habe, sprich Wurzeln soweit wie möglich ausgegraben und Boden geglättet. Da das Grundstück eine gewisse Hanglage hat wurden in zwei Reihen 56 Pflanzsteine, welche ich für Lau im Kleinanzeigenmarkt ergattert habe, verlegt und die Fläche gerade gezogen und somit das Erdreich abgefangen. (Dachte eigentlich das ich nach der Terrasse nie wieder Pflanzsteine anfassen wollte, aber hilft ja nichts. LOL)

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Abbau der Hütte

Die Hütte, die wir beim Kleinanzeigenmarkt aufgetan hatten, war vom Typ her ähnlich wie die die bereits vorhanden war und passte auch von der Größe. Leider habe ich beim Abbau versäumt Fotos zu machen. Die Hütte war beim Aufbau mit dem Holzrahmen vom Vorbesitzer einfach auf das Erdreich gestellt worden und dann wurde an ihr ran gepflastert.
Das Ergebnis war das der untere Rahmen und zum Teil die ersten Nut und Federbretter marode waren. Welches auf den Fotos der Anzeige nicht zu sehen war. Der Abbau dauerte etwas über 2 Stunden und meine Frau und mein Sohn fragten mich ob das alles eine gute Idee ist da die Substanz doch recht fraglich war. Da ich nicht zugeben wollte das ich da ziemlichen Mist rausgesucht hatte, sagte ich in guter Handwerksmanier " Alles kein Problem" und kratzte mir imaginär den Kopf. Auf der Heimfahrt entstand aber recht schnell der Sanierungsplan.

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Sockelrahmen erstellen.

Ausführliche schriftliche Planung.
Fertige Hozsockelrahmen
Stückelung eines Quersteges
Verbindung der Reststücke mit Siebdruckplatte
Winkel in der Ecke als Verbindung.
An den Stößen mit 120 x 7 mm Schrauben verschraubt.
Der gesammte Sockel wurde 2 x gestrichen.
Günstig aber meines Erachtens recht gute Farbe.

Da der alte Sockel für die Bodenplatten und Wände nicht mehr zu gebrauchen war musste ein neuer gebaut werden. Da ich noch diverse 8 x 8 cm Holzbalken, welche ich von einem Kollegen bekommen hatte, liegen hatte war die Entscheidung schnell gefallen und wurden verwendet. Nachdem ich die Aufteilung der Fußbodenplatten rekonstruiert hatte war klar, dass noch 3 Querbalken für den Sockelrahmen benötigt werden. Natürlich fehlte ein Balken und es musste aus zwei Reststücken einer entstehen. Als Verbinder für die beiden Reststücke habe ich zwei Streifen Siebdruckplatte aus meinem Fundus verwendet. Der Rahmen wurde mit 7 x 120 mm Schrauben an den Stößen verschraubt und auf der Innenseite wurde jeweils Winkel mit 4 x 40 mm Schrauben verschraubt. danach wurde der Sockel zwei Mal mit Wetterschutzfarbe gestrichen.

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Punktfundamente erstellen und Rahmen setzten.

L-Träger
Ausgehobene Löcher für die Punktfundamente
Montierte L-Träger und in Waage ausgerichtet.
Montierter L-Träger
Fertig betonierte Fundamente.
Nahaufnahme

Da der neue Sockelrahmen nicht das gleiche Schicksal erleben sollte wie der alte, sollte er nicht im Erdreich stehen, sondern auf Trägern über dem Erdreich gesetzt werden. Damit er belüftet ist und sich keine Feuchtigkeit bildet. Die Träger habe ich im Netz für ein unanständig niedrigen Preis erworben (Frage mich immer noch wo da noch Gewinne erwirtschaftet werden bei 1,52 € das Stück) Nachdem wir den Sockel auf die spätere Position der Hütte gelegt haben wurden 10 Löcher gekennzeichnet und mit einem Lochspaten ausgehoben. Danach wurde der Rahmen wieder aufgelegt und die Träger montiert und der Rahmen in Waage ausgerichtet. Dann wurde der Estrichbeton (Sackware) mit einem Rührgerät angemischt und in die Löcher verfüllt und mit einer Stange wurde der Estrich gestochert damit keine Lufteinschlüsse entstehen. Nun hieß es erstmal eine Woche warten.

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Wände marodes Holz ersetzten.

Das Holz war zum Teil sehr marode
Entfernen der defekten Bretter
Defektes Rahmenholz wurde durch Dachlatte ersetzt.
Neue Nut und Feder Bretter.
Alle Seiten mal mehr mal weniger

Da alle Wände und die Türen im unteren Bereich zum Teil sehr marode waren, wurden die defekten Bretter und Rahmenholz entfernt. Das defekte Rahmenholz wurde durch Dachlatte, die ich noch liegen hatte (stammen aus einem Abrisshaus) ersetzt und für die Bretter wurden neue Nut und Federbretter mit Schrauben montiert.

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Wände Streichen

Gestrichene Wände

Die Wände wurden mit dem Rutscher und 120 er Papier geschliffen und dann mit der gleichen Wetterschutzfarbe wie der Sockel in Farbton Ebenholz zwei Mal gestrichen.

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Montage der Wände

Montierte Wände
Mit Sechskanntschrauben auf den Sockelrahmen verschraubt.

Die Wände wurden mit 80 mm Sechskanntschrauben auf dem Sockel mit vorbohren und Schlagschrauber auf dem Sockelrahmen verschraubt und miteinander mit 60 mm Spax verbunden.

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Dach und Boden montieren.

Aufgesetzte Dachflächen
Dachbefestigung von Innen
Dachbefestigung von Innen
So hat die alte Dacheindeckung noch ein Nutzen und ich bin sie los.
Montage des Bodens.
Fertig verlegter Boden
Musste zum Teil ausgeklinkt werden.

Das Dach bestand aus zwei Flächen, die aufgelegt waren und in der Mitte und Seite mit Winkel innen festgeschraubt waren. Da ich immer für die Ewigkeit baue, habe ich die Flächen von Oben mit den Wänden zusätzlich mit 60 mm Spax verschraubt. Die alte Dacheindeckung welche aus Bitumwelle bestand habe ich als Schutz vor Feuchtigkeit unter der Rahmenkonstruktion gelegt oder man kann sagen "Aus den Augen aus dem Sinn" ;o) . Danach wurde der alte Boden neu eingesetzt und verschraubt. Dieser musste an einer Seite neu ausgeklinkt werden da die Dachlatte an den Wänden breiter war als das alte Rahmenholz.

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Dacheindeckung und Regenrinne

Besandete Dachpappe als Schutzlage.
Querlattung
Abschlussblech,Regenrinne
Rohr zur Wassertonne

Da die alte Dacheindeckung alt und defekt war und auch optisch überhaupt nicht unser Ding war wurde diese erneuert. Hierfür habe ich eine Schicht besandete Dachpappe auf die Dachfläche genagelt diese wird von der Seite zur Dachmitte und überlappend verlegt damit kein Wasser über die Stöße unterlaufen kann. Danach wurde eine Querlattung auf die Dachflächen aufgeschraubt, welche vorher auf Abstandsstücke aus Dachpappenreste gesetzt wurde, damit das Wasser unter der Latte ablaufen kann. Danach wurde Anthrazitfarbenes Trapetzblech auf die Querlattung mit Spenglersechskanntschrauben geschraubt und ein Firstblech ebenso mit Spenglerschrauben montiert. Das Blech und Firstblech haben wir auch äußerst günstig als dritte Wahl Blech in einem Fachhandel in unserer Nähe erstanden. Als Dachabschluss an den Seiten wurde vor dem verschrauben des Trapetzbleches ein Alutraufblech umgekehrt runter geschoben welches mit dem Langen Schenkel einen sauberen Abschluss bildet die kürzere Seite mit 6cm Länge langt um eventuelles Rücklaufen des Wasser abzudecken. Am Blech wurden die Halter für die Kastenrinne, welche bei der Hütte bei waren, befestigt und mit Rohren auf der Rückseite zu einer Auffangtonne geführt welche in Überlauf besitzt wo das überschüssige Regenwasser mit einem Schlauch abgeleitet wird und mit einem Schlauch am unteren Teil das Wasser entnommen werden kann.

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Abschluss und Firstbretter

Alte Abschlussbretter
Lackieren der Firstbretter

Die Firstbretter mussten neu angefertigt werden da der Dachaufbau jetzt wesentlich höher war als vorher. Für die Bretter habe ich mich aus meinem Fundus bedient und für jede Dachseite jeweils zwei Bretter für vorne und hinten mit der Kapp und Zug-Säge auf Maß/Winkel zugesägt. Die Abschlussbretter für die Ecken und Fenster wurden aus den alten Abschlussbrettern zu gesägt und zum Teil im unteren Bereich gestückelt, da dort eh Natursteine rum gelegt werden und die Stückelung dann nicht mehr sichtbar ist. Als Farbton haben wir uns für ein helles Grau entschieden da wir davon noch genug im Regal stehen hatten. Die Abschlussbretter und Firstbretter wurden mit VA-Schrauben festgeschraubt damit diese später leichter ersetzt werden können wenn diese Verwittert sind oder gestrichen werden müssen.

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Feldsteine und Kiesbett anlegen und und Dekorieren nicht vergessen.

Fertige Hütte von vorne mit Kiesbett davor.
Fertige Hütte von der Seite.
Ein paar Feldsteine fehlen noch.

Da um die schon vorhandene Gartenhütte und den Hochbeeten, die in unmittelbarer Nähe stehen ein Kiesbett angelegt ist, wurde dieses bis zur neuen Hütte erweitert. In dem eine Unkrautfolie verlegt worden ist und weiterer Kies vom Kieswerk geholt wurde und dieser auf der Folie verteilt worden ist. Um die Hütte herum wurden dann noch größere Feldsteine gelegt, welche wir in der Feldmark gesammelt haben und wie wir finden einen schönen Abschluss bilden. Meine Frau ließ es sich nicht nehmen Die Hütte wie ich finde, akkurat zu dekorieren, damit die Spaziergänger an der Grundstücksgrenze auch was Schönes zu sehen haben.

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Fazit

Vorher
Nacher
Gerettete Tanne

Es war zwar viel Arbeit und wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass ich die Hütte abgebaut/ aufgebaut hätte, wenn ich gewusst hätte wie viel Arbeit da mal wieder drinsteckt. Andererseits muss ich sagen das es ein großartiges Gefühl ist etwas Altes zu retten und dabei auch noch viel Geld zu sparen. Und wie sagt man doch "Neu kaufen kann jeder" LOL

Die neue Hütte hat unser Platzproblem super gelöst ...(Vorerst LOL) und fügt sich auch sehr schön in das Gesamtbild ein und wir wollen sie echt nicht mehr missen.

Die kleine Tanne, die im Weg war, konnte ich übrigens erfolgreich auf eine Freifläche bei mir auf der Arbeit im schönen Sachsenwald umsiedeln wo sie bisher prächtig gedeiht.

Auf Eure Kommentare und Verbesserungsvorschläge bin ich wie immer sehr gespannt und freue mich darauf.

Euer Krusse


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