Gartenholzhaus

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Das Objekt der Begierde...
Das Gartenhaus noch mit unvollendetem Rasen/Beet im Vordergrund.
Die komplett selbstentworfenen und gebauten Türen
  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    2500 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Ja, der Wahnsinn hatte uns gepackt. Wir wollten nicht nur unser kleines Häuschen am Stadtrand komplett selbst sanieren, nein, wir wollten auch den Garten komplett umgestalten. Buhjah. Bei erster Betrachtung gab es erstmal grundsätzlich nur eines zu tun: Abreißen, abreißen, abreißen. Es handelte sich um einen typischen 60er Jahre Garten, der die letzten 20 Jahre (gefühlt) nicht gepflegt worden war. Alte Betonwäschepfähle standen auf der total vermoosten "Rasenfläche" herum, dazwischen metallene Klettergerüste und zusammengeschusterte Hütten, die einstmals als Kaninchenzuchtställe und Hundehütten fungiert haben sollen, ein Riesenkompost aus KS gemauert mit Fundamenten. Aber dazu später mehr...
Unser grundsätzlicher Plan ist in unseren Köpfen. Dieser beinhaltet u.a. eine Sauna mit Whirlpool, Rasenflächen mit automatisierter Beregnungsanlage, schön gepflasterte Wege und Flächen (und nein, Waschbetonplatten sind nicht schön!), Spielecke für den Junior, pflegeleicht angeordnete und bepflanzte Beete und noch einiges mehr.

Aber ein Schritt kommt nach dem nächsten.

Bis es soweit ist, dass wir endlich "Hurra, Fertig" rufen können, werden wohl noch einige Monde ins Land vergehen.
Ich werde in mehreren Projekten den bisherigen und den weiteren Weg beschreiben.
Ich kann nicht hexen und habe nur zwei Hände vom lieben Gott erhalten. Daher wird es einige Zeit dauern, bis ich nach und nach alle Projekte eingestellt habe. Auch sind noch nicht alle Projekte fertig, sondern warten teils noch auf Ausführung. Das Jahr 2019 wird aber größtenteils im Zeichen des Gartens und nicht des Hundes oder Affen (welches Jahr haben die Chinesen eigentlich gerade?) stehen.

Bis dahin ein erster Vorgeschmack mit unserem Gartenholzhaus.
Eigentlich als Saunahaus geplant wurde es nach diversen Diskussionen und verworfenen und geschmiedeten Plänen zwischen der Regierungschefin und dem Untergebenen zu einem Holzlagerhaus mit aufgesattelter Solaranlage für die Heizungsanlage. Manche mögen sagen, es sei viel zu schade, solch ein schönes Haus als schnödes Holzlager zu benutzen, aber mal ehrlich: Das Auge heizt doch mit und wenn ich jetzt gerade immer mal wieder jeden Tag zum Holz holen gehe, freue ich mich wie ein kleines Kind über den wunderschönen Anblick, insbesondere jetzt, wo der Rollrasen dann auch endlich verlegt ist:)

Schaut euch gern die Bilder an, sie sagen teils mehr, als ich schreiben kann und berichten von einem langen, schweiß- und blutgetränktem Weg zum heutigen Tage. Blutgetränkt? Ja, auch dieses Gewerk forderte mehrere Tropfen Blut von mir ein, so, wie so viele andere Projekte auch. Manch abgeglittener Hammer oder abgerutschter Akkuschrauber mitsamt Torx20-Bit bohrte sich in die unwissende Handfläche und hinterließ so manche Narbe...

Viel Spaß mit der Story wünscht euch

Christian

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PEX 220 A  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • Xeo  - Universalschneider (Akku)
  • PSS 250 AE  - Schwingschleifer, Multischleifer (elektrisch)
  • PDA 180  - Deltaschleifer (elektrisch)
  • PST 800 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elekt
  • POF 1200 AE  - Fräse (elektrisch)
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • GWS 1000
  • Absauganlage HD 12
  • BS 14.4
  • SB 18 LT Impuls
  • GAS 25 L SFC
  • diverse weitere Handwerkzeuge wie Schraubendreher, Hammer, Handsäge etc.
  • Werkzeug zum Betonieren wie Mörtelkübel, Rührgerät, Schaufel/Spaten, Kellen, Abzieh- und Reibebretter
  • Wasserwaagen und Richtscheite
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Materialliste
  • KVH | Holz (diverse Größen)
  • Nut und Federbretter | Holz
  • Estrichbeton (Sackweise)
  • Kantsteine | Beton (100x25x5)
  • H-Pfostenanker | Metall (90er)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde...

Ursprungszustand des 60er Jahre Gartens...
Da in die Mitte soll das Gartenhaus hinkommen...
Doch zunächst einmal Fundamente Marke "extremst schwer" ausbuddeln...
Dort standen die alten, zusammengeschusterten "Hütten"
Auch Pflanzen müssen weichen, gleich nach dem ach so tollen Plattenweg...
Der Radlader macht kurzen Prozess mit den Betonwäschepfahlen (wer kennt sie nicht?!?)
Der Bagger beginnt sein schnödes Werk...
Die Schützengräben werden gezogen...
...und nebenbei wird die Fläche abgezogen und eingeebnet vom Minibagger...
KG-Rohre werden verlegt für Abwasser und ein zweites als Leerrohr für Solar...
Zwischendurch noch einen Abzweiger installiert, falls wir noch auf weitere Ideen kommen sollten...
Das obere Rohr ist Abwasser, schon mit Abzweiger links zum Saunahaus und das untere, bereits verbuddelte, ist für Solar (sieht man hinten am Ende hochstehen)
Links Abwasser-rechts Solar:)

...so kam ich mir in Teilen vor, als ich in dieses "Paradies" eintrat. Nun gut, ich darf mich nicht beschweren: Ich wußte beim Kauf, worauf ich mich einlies, immerhin ist dies nicht unser erstes Haus/Garten was wir saniert haben.
Aber das hier war schon echt ne Nummer größer als das vorherige. Die Bilder sprechen denke ich für sich. Ich habe noch dutzende weitere, möchte euch aber nicht mit Hässlichkeiten zu sehr langweilen...

Wie stand es so schön in einem englischen Block? "First of all highpressure-cleaning for everything. All overall."
Jep, genau so. Heißt: Alles muß weichen und grundgereinigt werden. 20 Jahre Peek hinterlassen halt Spuren, die manche nicht so gern haben, uns eingeschlossen. Das Abreißen und Entsorgen der Gesamtheit des Gartens hat mehrere Tage und Wochen gedauert. Von den Kosten mal ganz zu schweigen. Zum Glück hatten wir jemanden gefunden, der für kleines Geld mit Radlader und Minibagger zum schaffen kam. Sonst säße ich vermutlich immer noch beim Abriss...
Dann wurde erstmal Infrastruktur verlegt: Wasser, Abwasser, Strom und Solarleitungen mußten in den Boden. Der Minibagger grub Schützengräben, die ich dann hinterher wieder einebnen durfte. War sehr spaßig bei mehr als 30°Celsius im Staub zu schuften...Nicht!

Aber irgendwann war der Grundstock erledigt und wir konnten an den Aufbau gehen.

Stromleitungen habe ich hier keine Bilder von eingestellt, sonst meckert wieder einer;) Es liegt aber 5x4qmm Erdkabel mit entsprechenden Absicherungen und Unterverteilungen in Garage und Holzschuppen:) Ich kann das, ich traue mir das zu und das funktioniert auch;)

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Fundament und Platte

Die Gräben sind verschlossen und eingeebnet...
Die Platte ist halbwegs nivelliert...
Dann wollen wir mal betonieren... H-Pfostenanker in Punktfundamenten, ~80cm tief, ~40cm Durchmesser. Hält bis in die Steinzeit und zurück...
Schön in Flucht... Eckgerüst gebaut und Schnüre gespannt
Vorderkante ebenso.
Die rote Schnur zeigt genau die Rückwand des Schuppens an...
Aus dem Gartenabriss hatte ich noch Betonrohre übrig (keine Ahnung, wozu die gewesen sein sollen). Die dienen jetzt einbetoniert als Kantenabschluß.
Aussparungen für die Punktfundamente wurden mit dem Winkelschleifer eingebracht und anschließend mit Beton zugeschmiert.
Vorn wurden alte Kantsteine verarbeitet.
Seitlich gab es neue Kantsteine, ebenfalls in Beton gelegt und schon ist die Umrandung fertig.
Nach Schotterbett (verdichtet) und Splitt kamen die Waschbetonplatten zum Einsatz.
Echt empfehlen kann ich den Greifer (linker Bildbrand mit blauem Griff) zum Platten verlegen. Der macht das Leben echt sehr viel einfacher...
Es wächst weiter...
Habe Platte fertig...:)

Schaut euch die Bilder an. Die sagen sehr viel mehr, als ich schreiben könnte. Unter jedes Bild habe ich was geschrieben, was die Arbeitsschritte erklärt. Wer mehr wissen möchte: Ihr habt meine Adresse;)

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Der Aufbau: Wände und Dach

Zwischenstand nach einiger Mühe...
Wandverkleidung außen mit Nut-und Federbrettern
Unzählige Bretter und Schrauben später...
Blick von innen: Schön zu sehen die Eichenbohlen (Scheunenabriss), die ich innen als Gegenlager für das Brennholz angeschraubt habe. Auch zu erkennen die Diagonalstrebe.
Die Rückseite im Baustadium mit Diagonalstreben, oberen und unteren Querstreben sowie den inneren Eichenbohlen.
Wände zu, Dach ist dicht, Stühle davor und Fettich... Nicht ganz;)
Blick von der anderen Seite.

Tja... irgendwie habe ich dann im Eifer des Gefechtes völlig vergessen, dass ich auch mal ein paar Fotos vom Aufbau machen sollte... Das Grundgerüst ist da irgendwie untergegangen. Ist aber recht einfach erklärt:
10x10cm Kanthölzer dienen als Ständer. Obendrauf ein Rahmen ebenfalls aus 10x10cm KVH sägerau. Als Aussteifung diagonale Streben eingebaut und jeweils oben und unten in die Fächer horizontale Querbalken als Halterung für die Bretter außen und innen. Die Befestigung erfolgte hier durchgehend mit Winkeln und Spax-Schrauben.
Das Dach ist ein Pultdach mit hauchzarter Dachneigung (ich weiß echt nicht mehr, wie viel Grad das sind, es reicht aber lange hin;)). Die Sparren haben die Dimension 40x120mm. Obendrauf OSB-3 Verlegeplatten in 22mm Stärke. Hält bis in die Ewigkeit... Da rauf kam Dachpappe, überlappend verlegt, verklebt und genagelt.

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Aufbau Röhrenkollektoren (Solaranlage)

Knapp 10qm Röhrenkollektoren zieren jetzt das Dach und sorgen für reichlich warmes Wasser:) Hier nur das "Gerippe", noch ohne Leitungen und Röhren.
Röhren drin und Anlage läuft:) Vor dem Haus: Jede Menge Verpackungsmaterial...
Auch im Winter kommt Sonne durch die Röhren in die Herzen der Bewohner:) Oder vielmehr in das Heizungs- und Warmwassersystem des Hauses:)

Auch hier gilt: Ich bin ständig so im flow beim malochen, dass ich immer mal wieder gern vergesse, zwischendurch wenigstens ein paar Fotos zu machen... Irgendwann lerne ich das bestimmt noch mal.

Ich hatte zwischendurch doch etwas bedenken, ob das Dach die zusätzliche Last denn wohl tragen würde... Immerhin wiegt das ganze System auf dem Dach lockere 236 (!) Kg! Nun ja, ich wiege so immerhin zwei Zentner (100 Kg für die, die die alten Einheiten nicht mehr kennen;)) und ich hab emich auf das Dach getraut und bin ein wenig herumgegangen und habe etwas gewippt... Das dürften dann schließlich reichlich mehr als 236 Kg gewesen sein, die da als Last vorhanden waren. Sicherheitshalber habe ich die Bodenpunkte auf die Sparren gesetzt und in diese auch verschraubt. Die Anlage steht mittlerweile schon seit fast zwei Jahren dort und hat sowohl Hagel als auch Sonnenschein, Starkregen und diverse Herbst- und Frühjahrsstürme vollkommen klaglos überstanden. Läuft...

Sollte hier Interesse an einer ausführlicheren Dokumentation bezüglich der Heizungs-/Solaranlage bestehen, dann schreibt einfach mal was dazu;) Ich habe dann doch noch so ein oder zwei Fotos dazu beizutragen:)

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Umpflasterung

So kann es ja nicht bleiben...
Schnürgewirr und Granit, Granit, Granit und Beton, Beton, Beton...
Hier erkennt man schön die Hanglage (wenn ich schon davon sprechen darf), die ausgeglichen werden mußte...
Auftritt zum Stauraum hinter dem Gartenhaus
Und schon geht's weiter...
Erste Seite steht.
Und kaum ist die Umrandung fertig, wird auch schon gepflastert... Hier sieht man schön den "kleinen" Granitbrocken (Auftrittsstufe), den ich mal eben kurz allein da hochgebuckelt habe... Danke auch...
Fertig.
Kurz noch verfugt mit Feinsplitt (gut gegen Unkraut und vor allem Ameisen) und fertig.
So ist es schon schöner... Fehlt aber noch was...

Nachdem das Grundsätzliche stand, ging es noch mal eben kurz ans Pflastern...
Einige Tonnen Granit, Pflastersteine, Splitt und Beton später war das Ergebnis dann aber auch sichtbar angenehmer als vorher. Wir haben ein leichtes Hanggrundstück. Insgesamt etwa 3% Steigung bzw Gefälle. Das muß irgendwie immer etwas ausgeglichen werden. So auch hier bei der Miniterrasse, die ich gebaut habe. Die senkrechten Stehlen sind hinten und vorn rechts kürzer (25 cm) als die in der linken vorderen Seite/Ecke (50cm). Alles in Beton gesetzt und mit reichlich Fuß versehen sollte das auch einige Zeit halten:)
Das Pflaster ist das gleiche, mit dem ich dann hinterher alle Wege und die Hofeinfahrt gepflastert habe. Paßt einfach schön hier herein.

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Die Türen

So sehen sie dann fertig aus
Wozu der Mann nicht auch eine Holzwerkstatt besitzt:)
Rohbau an der Wand gelagert, zweite Tür auf der Werkbank
Leisten für die Fenster einarbeiten
Beschläge ansetzen
Überblattungen für die Fensterkreuze und viel viel Handarbeit...

Wenn mir vorher einer gesagt hätte, was das für ein mordsmäßige Arbeit ist, ein paar Türen zu bauen, hätte ich es trotzdem gemacht... Warum? Weil es einfach nur ein wahnsinnig stolzes Gefühl ist, auf die Frage:"Wo hast du denn die Türen her?" zu antworten: "Habe ich selbst gebaut!" Und die Antwort durfte ich schon einige Male geben... :)

Entstanden aus KVH/Nut-und Federbrettern und reichlich Schrauben und Beschlägen entstanden diese Türen kurz vor dem Winter in der heimischen Holzwerkstatt. Arbeitszeit weiß ich nicht mehr, es waren diverse Stunden, die ich dort im Keller verbrachte... Das kühle Bierchen im kühlen Keller versüßte die alltäglichen Stunden ein wenig;) Das Ergebnis entschädigte für den Staub allemal und erst recht das Lächeln auf dem Gesicht meiner Angebeteten, als die Türen an ihrem Platz waren...

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Abschluß

Läuft...
Stauraum für Leitern und Baumaterialienreste außer Sicht für Gäste...
Vorher...
Nachher...

Fertig??? Ist man grundsätzlich nie... Ich habe euch reichlich Arbeiten unterschlagen, u.a. die Abschlußbretter, Dachrinne, Fallrohr, Elektrik, Beleuchtung, etc pp. Das würde sonst einen größeren Roman einnehmen als es eh schon ist...

Wenn es einem zu viel Text war: Schreib das doch mal kürzer;)

Wenn es einem zu wenig Text war: Schreib das doch mal länger;)

Wenn es einem zu viele Bilder waren: Mach das doch mal mit weniger;)

Wenn es einem zu wenig Bilder waren: Mach das doch mal mit mehr;)

In diesem Sinne:

Konstruktive Kritik gern und habt Spaß beim werkeln wünscht euch euer

Christian:)


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