Gartenbewässerung

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    1000 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Da es dann doch in diesem Thread einige Nachfragen nach dem Aufbau einer (meiner) Bewässerungsanlage gab, habe ich mich mal kurzer Hand dazu entschlossen, den Grundaufbau und die Verlegearbeiten meiner Bewässerungsanlage als Projekt einzustellen. Die Anlage ist noch längst nicht komplett verlegt, das liegt aber daran, dass meine Garten noch nicht komplett fertig ist. Ich habe da noch ein oder zwei Baustellen offen.

Fragen? Gern! Gern auch per PN, ich versuche, schnell zu antworten wenn ich kann:)

Kritik? Konstruktiv gern, destruktiv ist da eher nicht so hilfreich;)

Viel Spaß beim Lesen und Durchblättern:)

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Spaten
  • Zirkelschnur
  • Rohrschneider
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Materialliste
  • ~200m x Verlegerohr | Kunststoff, schwarz (DN 25)
  • 1 x Verteilerrohr mit Magnetventilen
  • 20 x Versenkregner (1804 von Rainbird)
  • 20 x HE-Van Düsen (andere Düsenaufsätze)
  • divers x Fittinge | Kunststoff (DN 25 (90°Bögen, T-Stücke))
  • 30m x Rainbird Spx-Flex Schlauch
  • 1 x Verteilerbox für Magnetventile
  • 2 x Druckminderer (Gardena)
  • divers x Microdrip Regner

Los geht's - Schritt für Schritt

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Erstmal Rohzustand

Einachser Umbau auf Fräsen. Vorn links ragt das Verlegerohr für den Bewässerungskreis aus dem Boden. Es liegt unter dem gepflasterten Weg.
Das Biest. Alt aber mit Dampf.
Nach dem Fräsen wird geharkt und eingeebnet. Dabei auch Unkraut und Steine entfernt.
Fertig

Ursprünglich war das mal eine grüne Fläche. Ich weigere mich, das Rasen zu nennen, was die Vorbesitzer mir da hinterlassen hatten. Das war nichtmal Gras. Egal. Nachdem das Gartenhaus gebaut war ging es an die Rasenfläche. Erstmal alles fräsen und glattziehen. Wer schonmal mit so einem Einachser gearbeitet hat weiß, dass man danach erstmal ein wenig Zeit zum Durchatmen braucht. 6PS hört sich wenig an. 90 Kilogramm Kampfgewicht auch. Beides zusammen in Aktion macht dann aber reichlich Spaß;)

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Position der Regner festlegen

Hier sieht man schön die Kreise, die ich mit einer Zirkelschnur gezogen habe, um die Regner zu positionieren.

Ich hatte mir vorher mit dem Gardena Beregnungsplaner einen groben Plan gemacht. Den habe ich dann später pauschal verworfen. Das passte in Natura überhaupt nicht hin.
Also habe ich altbewährt agiert: Ich nahm eine Schnur, die an einem Ende mittels einer Schlaufe an einem Moniereisen befestigt war. Dieses Moniereisen steckte ich ungefähr da in den Boden, wo ich den Regner positioniert haben wollte. Dann habe ich den gewünschten Radius des Beregnungskreises abgemessen und mittels eines dort angeschlagenen Stockes einen Radius um den Mittelpunkt (Moniereisen) gezogen. Die Werte für den Radius habe ich aus den Tabellen der Rainbird Regner gezogen. Je nach Druck und Düse gibt es verschiedene Reichweiten, die die Regner schaffen. Ich habe versucht, nicht an die Maximalwerte heranzugehen, da man sonst wenig bis keine Toleranzen mehr hat später.

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Einbau und Anschluß der Regner

So sieht das dann fertig aus. Der Regner mittels Flex-Schlauch am Verteilerrohr angeschlossen.
Manchmal muß man etwas tricksen:) Vor allem, wenn man zu wenig von bestimmten Anschlußstücken bestellt hat... Egal, funktioniert trotzdem;)
Rohrschneidezange-dringend zu empfehlen.
An der Stelle, wo das T-Stück hin soll, mittels Rohrschneidezange des Verlegerohr durchtrennen.
Das ist die schematische Reihenfolge beim Zusammenbau der Klemmverbinder: Zuerst die Überwurfmutter auf das Rohr, dann den Klemmring, dann den Klemmverbinder mitsamt der Dichtung. Bis zum Ende über den Widerstand der Dichtung hinaus zusammenschieben.
Hier sieht man nochmal schön die Flex-Schlauch-Verbindung zwischen T-Stück und Regner. Der Flexschlauch wird einfach nur auf die Anschlußstücke aufgeschoben und hält bombenfest.
Einmal für alle Regner in diesem Bereich

Ziemlich einfach, wenn man es erst einmal gemacht hat. Ich habe mich für einen flexiblen Anschluß der regner entschieden. Man kann auch die Regner direkt mittels T-Stücken auf das Verlegerohr schrauben. Allerdings läuft man dann Gefahr, dass, wenn man mal mit einem Pkw oder selbst zu Fuß da drauf tritt, das Rohr brechen kann und undicht wird. Blöd, dass man dann die Stelle wieder aufbuddeln kann... Das wollte ich gern vermeiden.
Das Prinzip erkennt man gut auf den Bildern. Das T-Stück ist ein 25mm/ 1/2" /25mm-Stück. Auf den 1/2" Innenanschluß kommt ein L-Anschluß geschraubt. Dieser hat an der zweiten Seite eine Riffelung über die man den Flexschlauch schiebt. Das geht recht schwer und soll ohne Flutschi passieren. Ich habe etwas Spucke dran gemacht, sonst wäre da gar nichts gegangen. Den Flexschlauch auf die passende Länge abgeschnitten und auf der anderen Seite über ein zweites L-Stück geschoben. Dieses wird mit dem 1/2" Gewinde aon unten in den Regner geschraubt. Dann das Ganze grob ausgerichtet und fertig.
Das Ganze machen wir jetzt bitteschön mit allen Regnern... Wer etwas in Übung ist, schafft das Anschlußstück in ungefähr drei Minuten. Und dann kommt das Verlegerohr.

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Zwischendurch schnell Rollrasen verlegt...

Kleine Fläche, die noch eben mal zwischendurch mit Granit eingefasst und mit Rollrasen versehen wurde.
Und weil ich erst nachträglich auf die Idee mit der Rasenfläche an dieser Stelle kam, mußte natürlich auch die dazugehörige Leitung erst noch nachträglich verlegt werden...
Hornspäne und Steinmehl als Anfangsdüngung
Eingeebnet und geharkt
Kleine Bestellung. Jede Rolle wiegt etwa 30 Kilogramm...
Ruckzuck ausgerollt
Grün
Upsala... Da ist er ja, der Regner;)

Wie es manchmal im Leben so kommt, ändern sich manche Pläne so. Auf einer Fläche, wo eigentlich ein Fahrradschuppen entstehen sollte, wollten wir dann doch lieber Rasen haben. Na gut, dann baue ich das mal eben schnell um... Fläche mit Granitpflaster eingefasst, neues Verlegerohr unter dem bereits gepflasterten hindurch geschoben und das Ganze halt schnell vorbereitet für den Rollrasen.
Auf dem ersten Bild kann man die Ursprungsart des "Rasens" erkennen, den die Vorbesitzer hinterlassen hatten. War eher amateurhaft als Profiliga;)

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Und wenn wir schon dabei sind...

Kleine Fläche von etwa 100qm. Vorn ist wieder das Verlegerohr für diesen Kreis zu sehen. Der Boden ist bereits gefräst, geharkt und mit Rolle verfestigt.
Die Moniereisen stecken noch im Boden und geben die Positionen der Regner an. Auf dem Erdreich sind die Kreise zu erkennen. Und das Buddeln geht weiter...
Material liegt bereit, ebenfalls die diversen T-und Endstücke für die Regneranschlüsse.
Wühlmäuse bei der Arbeit
Probelauf und Einstellen nach dem Schließen des Erdreichs.
Und nachdem der Rollrasen verlegt wurde. Schön grün:)

...machen wir die große Fläche auch gleich neu. Ich spare mir so manches Wort, denn die Arbeitsschritte wiederholen sich jetzt doch wieder. Schaut euch die Bilder an, die sagen mehr als tausend Worte.

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Verteilerbox für Magnetventile

Die Box im Erdreich
Das sieht man dann jetzt von ihr... Nichts, da sie unter einer Kiesschicht verborgen ist. Zum Freilegen schiebe ich die Steinchen einfach etwas beiseite:)
Das sind die Innereien der Box. Rechts kommt das Wasser an und wird verteilt. Die vier schwarzen Teile, wo die Stromkabel ranführen sind die Ventile. Jeweils eines pro Kreis. Ganz links ist der Anschluß für Druckluft zum Ausblasen der Leitungen im Herbst.
Box im Rohbau. Von oben kommt aus dem Heizungsraum der Wasseranschluß. Nach unten gehen Verlegerohre raus, einmal nach links weg und einmal ganz nach unten.

Die Bilder sprechen für sich. Eigentlich ganz einfach. Leitung kommt und wird unterverteilt. An jedem Strang befindet sich ein Elektromagnetisches Ventil, welches mit 24V angesteuert wird vom Steuergerät. Strom ein=Ventil auf=Wasser marsch! Strom aus=Ventil zu=Wasser Stop! Der Kasten kommt in die Erde mit einer Drainageschicht aus Splitt oder Kieselsteinen drunter und wird ebenerdig eingebaut. Von hier aus laufen dann die Verlegerohrleitungen zu den einzelnen Kreisen.

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Gardenas Microdrip

Suchspiel: Finde den Tropfer:) Tip: Bildmitte, klein und rot;)
Getarnt unter der Gieskanne befindet sich eine Ventilbox.
Die Ventilbox von Gardena.
Der Inhalt ist eher ernüchternd und ziemlich übersichtlich: Der kleine Druckminderer von Gardena ist hier eingebaut und regelt den Druck für die Microdrip-Anlage runter. Oben kommt der Anschluß rein und unten geht der geregelte Wasserdruck raus zum System
Hier nur ein kleines Beispiel, wie wenig man tatsächlich von der Microdrip-Anlage sieht. Zwischendurch steht da so ein kleines, graues Plastikröhrchen mit einer Düse obendrauf im Beet rum. Manchmal auch ohne Röhrchen, dann sieht man es gar nicht mehr...
Hier sieht man erstmal wieder nix...
...bis man ein wenig Laub und Kieselsteinchen beiseite räumt...
Das Bild kennt ihr schon;)

An bislang einem Kreis hängt meine Pflanzstreifenbewässerung. Die habe ich von Gardena gewählt. Warum? Weil mein Baumarkt Gardena im Sortiment hat und weil ich seinerzeit nichts anderes gefunden hatte.
Der Aufbau ist recht einfach: Zunächst kommt ein Druckminderer in den Kreis. Ich habe sogar deren zwei verbaut. Der eine ist in einem Gardena Ventilkasten untergebracht (das ist der kleine für die Bepflanzung rund ums Haus), der andere ist in einer Klarsichtbox mit Deckel versenkt (das ist der große für den Pflanzstreifen entlang des Grundstücks). Beim Großen hängen ungefähr 25 Sprühregner dran, das sind teils Halbkreis- und teils Vollkreisregner. Das funktioniert astrein. Es dauerte eine Zeit, bis ich die Regner alle so positioniert hatte, dass auch alle Pflanzen reichlich vom kühlen Nass abbekommen haben. Der Aufbau selbst geht nach Bedienungsanleitung vom Hersteller. Die Zuleitungen (13mm) sind alle bei mir unter dem Holzhackschnitzelboden verdeckt verlegt. Von der ganzen Anlage sieht man also gar nichts mehr. Selbst die Regner sind so klein, dass man teilweise im Beet echt aufpassen muß, wo man hintritt, sonst ist mal eben einer wieder abgebrochen... Passiert, ist aber nicht schlimm, da die mit dem passenden Werkzeug ruckzuck getauscht sind und einige Düsen in Ersatz habe ich immer da:)
Der kleine Druckminderer macht die Pflanzen am Haus. Das sind bislang ungefähr 15 Tropfer, die da angeschlossen sind. Auch das ist kein Hexenwerk. Die Tropfer sind einstellbar hinsichtlich des Durchflusses, so dass ich die Menge auf die Laufzeit des Kreises abstimmen kann. Super einfach.

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Fazit

Quietschegrüner Rasen...
...und kräftige Blühpflanzen

Nach einem Jahr Rasenberegnung und mittlerweile schon zwei Jahren Pflanzstreifenbewässerung kann ich nur folgendes sagen: Nie wieder ohne! Die Zeitersparnis, die dieses System mit sich bringt ist unglaublich. Speziell bei den letzten zwei doch schon recht trockenen Sommern hat sich die Anlage mehr als rentiert. Ich habe vorher jeden Tag so ungefähr zwei bis drei Stunden mit der Bewässerung mittels Gartenschlauch und verschiedenen Sprengern benötigt. Dazu die Pflanzen teils noch mit der Hand bewässert, weil die ja auch etwas empfindlich gegen Nässe von oben sind. Das macht das System jetzt alles von allein. Und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Kräftige Pflanzen, selbst bei Neuanpflanzungen so gut wie überhaupt keine Ausfälle. Mehr kann man kaum erwarten.
Die Mühe hat sich definitiv gelohnt. Fertig ist die Anlage wie gesagt noch nicht, es fehlen noch drei Kreise, aber 2020 ist ja auch noch ein Jahr;):D


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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