Garderobe aus Scheuenbalken und einer uralten Tür

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Meine Frau hat sich schon immer eine Garderobe aus einer alten Tür gewünscht. Jetzt haben wir auf einem Flohmarkt eine uralte heruntergekommene Tür gefunden - und das Projekt konnte beginnen. Sicher nichts für Ungeduldige oder Anfänger. Ds Projekt hat es in sich und bindet sehr viel Zeit und Arbeit - aber das Ergebnis hat sich gelohnt: Eine begehbare Garderobe aus einer uralten Tür und Scheunenbalken...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Schlagbohrmaschine
  • Stichsäge
  • Schraubenzieher diverse
  • Wasserwaage
  • Hammer
  • Gummihammer
  • Bleistift
  • säge
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Materialliste
  • Schleifpapier | diverse Körnung
  • Acryl-Klarlack
  • Spax Schrauben | versch. Größen
  • Metallwinkel | div. Ausführungen
  • Dübel
  • Unterlegscheiben
  • Schrauben 8-Kant
  • Scharniere | ein Paar

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die alte Tür in neuem Glanz

Zuerst einmal muss die alte veranzte Tür wieder aufbereitet werden. Wie ich das gemacht habe, habe ich in bereits ausfürhlich beschrieben. Schaut Euch einfach folgendes Projekt dazu an:
https://www.1-2-do.com/de/projekt/Alten-Lack-von-einer-Tuer-entfernen---Schleifarbeiten-extrem/bauanleitung-zum-selber-bauen/4008026/

Daher beschreibe ich es hier nicht erneut, sondern gehe über zum nächsten Arbeitsschritt...

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Alte Scheunenbalken aufbereiten

Um die Garderobe zu bauen, kamen für mich nur alte Scheunenbalken in Frage. Die Tür hat einen eigenen Charakter mit dem Alter bekommen. Dieser kommt durch den Acryl-Lack sehr gut zur Geltung. Diesen Charakter wollte ich in den Rest des verarbeiteten Holzes übernehmen. Die Rahmen aus dem Baumart waren da keine Alternative.
Daher habe ich inseriert und aus einem Scheuenabriss uralte verwitterte Holzbalken angeboten bekommen. Hier braucht man ein wenig Glück - aber man kann sie durchaus geschenkt bekommen. So war das zumindest in diesem Fall. Ich habe mir dann einfach ein paar Balken ausgesucht, von denen ich dachte, dass sie geeignet wären.
Jetzt musste ich die Balken natürlich zuerst einmal bearbeiten.
1. Bevor man natürlich anfängt die Balken wie auch immer zu bearbeiten, ist es wichtig alle Metallteile zu entfernen. Alte Nägel, Draht, Zaunreste - alles muss weg, da ihr sonst Eure Maschienen beschädigt. Nehmt Euch dafür ruhig etwas Zeit.

Da das Holz, lange unter freiem Himmel lag, ist es natürlich grau in grau und schwarz. Man kann weder erkennen, welche Holzart es ist, noch wie die Maserung aussieht. Daher gilt es, zunächst einmal die alten und verwitterten Schichten loszuwerden.

2. Nachdem ich die Balken von dem ganzen Metall befreit habe, bin ich mit dem Elektrohobel daran gegangen, die obersten alten Schichten des Holzes abzuhobeln. Ich habe mich langsam vorgearbeitet, bis ich die richtige Einstellung gefunden habe. Schließlich bin ich mit 1,3 mm gut vorangekommen. Dieser Arbeitsschritt ist in jedem Fall notwendig, da man nur durch Schleifen die alten Schichten nicht wirklich weg bekommt.

Und wo gehobelt wird, da fallen Späne - und das nicht zu knapp. Daher bitte Schutzbrille und Mundschutz tragen!
Nach dem Abhobeln kommt das Schleifen. Das ist jedem überlassen, ob er das braucht oder nicht. Im Grunde könnte man nach dem Hobeln auch nur noch die Kanten brechen und fertig. Ich habe mich dafür entschieden, um noch Ansetzkanten vom Hobeln zu entfernen und die restlichen Verfärbungen los zu werden. Dann habe ich das Finish mit 120er bis 240er Papier und Winkelschleifer gemacht. Ganz ehrlich - ich habe festgestellt, dass man mit dem Winkelschleifer und einem Schleifpad nicht nur extrem schnell voran kommt, sondern auch die besten Ergebnisse erzielt. Es geht zwar nicht ohne Mundschutz, da man sich wirklich in einer Staubwolke aufhält, aber das Ergebnis ist TOP!

Anschließend habe ich die Balken mit einem Acryl-Klarlack seidenmatt gestrichen. Mir persönlich gefällt es sehr die natürliche Struktur des Holzes hervorzuheben. ich finde, damit gelingt das echt gut - und es gast nichts aus. Besser wäre zwar das Holz zu Ölen oder zu Wachsen, aber damit hat man eine endgültige Entscheidung getroffen. Ist Holz einmal geölt, geht nichts anderes mehr. So kann ich immer wieder etwas verändern - und als letzte Option immer noch Ölen!
 

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Balken vorbereiten

Damit es auch mit den Fußleisten kein Problem gibt
Die Schrauben sollten schon etwas aushalten: Die Tür bringt Gewicht mit und schwingt hin und her
Schraube einstecken und ein leichter Schlag mit dem Hammer
Nach dem Schlag mit dem Hammer auf die Schraube, weiß man genau, wo man Bohren muss :)
Immer schön grade bleiben

Nachdem die Balken aufbereitet wurden, müssen sie zugeschnitten und angepasst werden. Ich gebe hier keine Maße an, da man das immer individuell ermitteln muss.
Ich habe aber drei Balken vom Boden  bis zur Decke gehen lassen und entsprechend zugesägt (Aussparungen für die Fußleisten nicht vergessen!)

Anschließend ist es wichtig, dass man sich überlegt, wie man die Balken an die Wand anbringen möchte. Ich habe mich für drei Schrauben pro Balken entschieden. Die Löcher dazu habe ich vorgebohrt. Das habe ich nicht nur gemacht, um ein mögliches Einreißen zu verhindern, sondern auch um die Abstände auf die Wand übertragen zu können.
Ich habe dann die Schrauben mitsamt Unterlegscheibe in die Löcher eingesteckt, Balken an die Wand gestellt, Wasserwaage angelegt und dann mit einem Hammerschlag auf die Schraube die Wand angekörnt. Als ich den Balken wieder entfernt hatte, konnte ich genau sehen, an welchen Stellen ich bohren musste. Wenn die Löcher nicht aufeinander passen, hat man sonst kaum eine Chance den Balken an die Wand zu bekommen.
Ich habe dann den Balken, an dem die Tür schwingt, zusätzlich mit zwei stabilen Winkeln verschraubt, um die Seitenbewegung zu verhindern. Muss man aber nicht unbedingt. Ich dachte, dass das bisschen Mehraufwand sich auf jeden Fall lohnt.

Verschraubt habe ich die Balken mit 8*120 8-Kant Schrauben. Die müssen schon etwas aushalten können (Dübel nicht vergessen!)

Als der erste Blaken an der Wand war, habe ich angefangen die Tür zu montieren - und das war ein Krampf. Wichtig ist, dass sie ein kleines wenig vom Boden hochsteht, damit sie hinterher nicht schleift - und sie muss gerade sein! Ich habe also zunächst die Tür neben den Balken auf ein Abstandsholz gestellt. Dann habe ich das Scharnier an dem Balken montiert und dann erst die Tür damit verschraubt. Wie man heri am Besten vorgeht, muss jeder selbst herausfinden. Einfacher ist es, wenn man diesen Arbeitsschritt zu zweit erledigt. Da ich alleine war, hatte ich damit echt zu kämpfen - aber schlie0ßlich hat sich die Tür einwandfrei gerade im Scharnier bewegt.

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Die Montage

Ich habe dann den Balken, an dem die Tür schwingt, zusätzlich mit zwei stabilen Winkeln verschraubt, um die Seitenbewegung zu verhindern. Muss man aber nicht unbedingt. Ich dachte, dass das bisschen Mehraufwand sich auf jeden Fall lohnt.

Verschraubt habe ich die Balken mit 8*120 8-Kant Schrauben. Die müssen schon etwas aushalten können (Dübel nicht vergessen!)

Als der erste Blaken an der Wand war, habe ich angefangen die Tür zu montieren - und das war ein Krampf. Wichtig ist, dass sie ein kleines wenig vom Boden hochsteht, damit sie hinterher nicht schleift - und sie muss gerade sein! Ich habe also zunächst die Tür neben den Balken auf ein Abstandsholz gestellt. Dann habe ich das Scharnier an dem Balken montiert und dann erst die Tür damit verschraubt. Wie man heri am Besten vorgeht, muss jeder selbst herausfinden. Einfacher ist es, wenn man diesen Arbeitsschritt zu zweit erledigt. Da ich alleine war, hatte ich damit echt zu kämpfen - aber schlie0ßlich hat sich die Tür einwandfrei gerade im Scharnier bewegt.
Als nächstes Habe ich den Balken aufgestellt, an dem sich die Tür schließt. Das Maß für den Türsturz habe ich dann aus dem Abstand der Balken zueinander ermittelt und direkt zugesägt. Mit den Winkeln habe ich dann den Türsturz zwischen die Balken gesetzt. So bin ich auch mit dem letzten Balken und dem Abstand zu Balken Nr. 2 vorgegangen. Auch der dritte Balken wurde wie der Erste mit der Wand verdübelt. Die Querbalken zu balken zwei habe ich dann wieder jeweils direkt ausgemessen, zugeschnitten und mit Winklen verschraubt.
Bis alles steht und auch gerade ist, hat man schon etwas zu tun - aber es ist mir schließlich gelungen - und das ohne Hilfe.
Da fiel mir dabei auf, dass der Mensch als Upgrade echt eine dritte Hand gebrauchen könnte... :)
 

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Das Gestalten als Stauraum

Wie man nun den Innenraum gestaltet, ist jedem selbst überlassen. Um viele Jacken aufhängen zu können und eine möglichst hohe Flexibilität zu erhalten, habe ich improvisiert. Im Baumarkt habe ich zwei Zaunelemente gekauft und auf das passende Maß zugeschnitten. Mit S-Haken kann man nun jede Menge Jacken in unterschiedliche Höhen aufhängen. Man kann auch Kleiderbügel verwenden und die Kinder können Ihre Sachen ebenfalls bequem verstauen.

Da ich noch ein altes Schlüsselschränkchen habe, habe ich dieses in das Seitelteil integriert. Das hat sich zufällig ergeben und war nicht geplant. Im Ergebnis ist dieses "schwebende Schlüsselkästchen" aber ein witziges Gimmik. Noch ein paar Haken und die Frau kann auch ihre Handtaschen bequem aufhängen...

Der Vorteil der "begehbaren" Garderobe liegt auch darin, dass man Schuhe und Schulranzen einstellen kann und alles ordentlich aussieht - man macht einfach die Tür zu :)

Wenn Euch dieses Projekt gefällt, dann freue ich mich auf Eure Daumen. Ihr könnt gerne Fragen stellen, die ich natürlich gerne versuche zu beantworten. :)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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