Futterhäuschen für Eichhörnchen

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Kürzlich las ich, dass die Eichhörnchen aufgrund des heißen Sommers offenbar an Nahrungsknappheit leiden und man die posierlichen Tierchen füttern sollte. Und zwar nicht nur aktuell, sondern über den ganzen Winter bis ins nächste Jahr.

Im Garten haben wir einige Paare und meine Frau hat aktuell sehr viele Walnüsse beim Gassi-Gehen gesammelt. Man sieht es auch, die Walnüsse sind teilweise sehr klein. Viele Haselnüsse sind von Insekten angebohrt und selbst die Eicheln sind oft eingetrocknet.

Kurzum, Nüsse haben wir im Vorrat, Eichhörnchen sind auch genügend in der Nähe, aber wir haben kein Futterhaus, im Forum habe ich nachgefragt und ein paar nützliche Tipps bekommen. Und so stand rasch mein gedanklicher Plan für mein Eichhörnchen-Futterhaus.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Sieht man im Projekt
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Materialliste
  • Siebdruckplatten
  • Scharniere
  • Plexiglas
  • Drahtgeflecht
  • Schrauben

Los geht's - Schritt für Schritt

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Holz zuschneiden

Ich verwende zum einen ganz einfaches Fichten-Leimholz. Da habe ich genug kleine Stücke in der Werkstatt stehen. Damit baue ich die Seitenwände des Futterhauses. Das Dach, die Rckwand und den Boden fertige ich aus einem Reststück Siebdruckplatte.

Siebdruckplatten sind extrem wetterfest und das ist in diesem Projekt wichtig. Schließlich ist das Häuschen der Witterung ausgesetzt und soll viele Jahre hübsch ausschauen. Allerdings ist Siebdruckplatte nicht besonders hübsch. Deshalb mache ich die Seitenwände aus Fichtenholz.

Da ich nur eine Vorstellung, aber keine Maße habe sage ich einfach alles mal auf Basis der beiden Seitenwände nach und nach.

Die Seitenwände werden oben abgeschrägt, so dass der Deckel wie ein Pultdach schräg aufliegen kann.

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Nuten für Plexiglas als Sichtfenster

Viele Eichhörnchenhäuser haben an der Front eine Scheibe aus Plexiglas. So sehen die Hörnchen von Außen was sich im Häuschen befindet.

Ein Stückchen Plexiglas in der Stärke von 5 mm habe ich herumliegen. Das wird auf der Kappsäge zugeschnitten. Dann nehme ich die beiden Seitenwände und schneide mit der Nutfunktion meiner KappZugSäge (KZS) 5 mm-Nuten an die Vorderseite.

Ein erster Test, die Nuten sind breit genug, die Plexiglasscheibe passt hervorragend hinein,

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Meine Verbesserungsidee

Wie ich mir das so anschaue, denke ich mir, was wäre, wenn nun das Hauschen fast leer ist und eine kleine Nuss hinten in der Ecke liegt. Das sehen die kleinen Eichhörnchen doch gar nicht. Sodann denke ich an allerlei Schmutz, der sich ansammeln könnte und ich den zur Reinigung vielleicht gar nicht so einfach herausbekomme.

Also darf die Scheibe nicht befestigt sein. Sie muss nach oben herausgezogen werden können. Und wenn der Boden schräg nach vorne laufen würde, könnten die Nüsse nach vorne rollen und würden so immer an der Scheibe liegen.

Sodann sollten die Nüsse moglichst trocken liegen. Eine Lüftung wäre ganz geschickt. Da kam mir die zündende Idee: Ein Drahtgitter als schrägen Zwischenboden!

Ja, so ein Gittergeflecht habe ich auch noch im Fundus. Dieses schneide ich auf die Breite der Plexiglasscheibe zu, dann wird der hintere geschnittene Rand umgebogen, damit keine Drähte abstehen und die Eichhörnchen nicht verletzen kann.

Zwei Nuten mit 22,5 Grad in die Seitenwände und ich kann das Gitter von hinten einschieben. Nun habe ich eine schiefe Ebene. Zum Säubern kann ich nun die Plexiglasscheibe vorne herausnehmen und leere Nusschalen und sonstigen Schmutz leicht herausbekommen. Sodann liegen die Nüsse auf dem Gitter vollkommen trocken. Falls Schlagregen unter dem Plexiglas eindringt, liegen die Nüsse auf dem trockenen Gitter. 

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Klappdach, Boden und Rückwand

An der KZS säge ich nun das spätere Klappdach, den Boden und die Fückwand aus der Siebdruckplatte heraus.

Zunächst säge ich das Dach. Die Seite an der das Schadnier angebracht werden soll säge ich nicht im 90 Grad-Winkel, sondern in spitzerem Winkel. Das Dach wird ja schräg aufgelegt und so kann ich das Dach ohne Spalt an der Rückwand anbringen.

Da ich keine Maße habe lege ich das Dach auf und markiere es an der passenden Stelle mit einem Kreppband. Weshalb? Siebdruckplatten sind dunkelbraun, Bleistift sieht man darauf sehr schlecht. Die Vorderkante säge ich ebenfalls in spitzem Winkel, so dass an der Unterseite keine harte Kante entsteht. Schließlich müssen die Eichhörnchen die Klappe mit dem Kopf oder Rücken öffnen um an das Futter zu gelangen.

Die Rückwand wird nach der Dachbreite zugesägt, der Boden ist einfach das restliche Stück der Platte. Allerdings muss man darauf achten, dass vor dem Futterhaus ausreichend Platz für die Tierchen zum Sitzen ist. Und dass man hierbei die rauhe Seite der Siebdruckplatte nach oben nimmt. So ist die Fläche für die Tierchen leichter zu begehen. Die andere Seite wäre enorm rutschig. Die Teile werden an die Seitenwände verschraubt und nun schaut es schon nach Häuschen aus.

Bild 5: Ich säge einen schmalen Streifen, den ich dann wie in Bild 9 zu sehen ist auf dei Oberkante der Rückwand nagle. Der Grund: die Klappe stößt beim vollständigen Aufklappen dort an und diese Leiste verhindert, dass diese senkrecht stehen kann. So kann das Klappdach nie offen stehen bleiben, sondern es fällt immer von sich aus zu. So ist das Futter immer cor Regen und Schnee geschützt. 

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Die Aufhängung

Ich will in die Rückwand nach oben Ösenschrauben anbringen. So kann ich das Häuschen am Baum gut befestigen.

An der Ständerbohrmaschine stelle ich zunächst die Bohrtiefe ein. Dann kommt der Anschlag an die richtige Stelle, so dass ich sauber bohren kann. Die Ösenschrauben drehe ich mittels Schraubendreher in der Öse ein.

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Dichtung als Belüftung und Schalldämpfer

Das Häuschen habe ich nun meiner Frau gezeigt und der erste Kommentar von ihr war: „Hast Du super gemacht, aber die Eichhörnchen erschrecken ja wenn der Deckel zufällt!“

Recht hat sie - nicht nur weil Frauen immer Recht haben - sondern weil es wirklich ganz laut knallt wenn der Deckel zufällt.

In der Werkstatt zurück schaffe ich sogleich Abhilfe. Fensterdichtband wird an die vordere Kante der Seitenwände geklebt. Das hilft deutlich das Geräusch zu reduzieren. Die Klappe fällt auf die Dichtung und der Ton wird sehr stark gedämmt. Dann stelle ich fest, dass daneben ein deutlicher Luftspalt ist. Super! Das dient zugleich der Lüftung.

Das bringt mich gleich auf eine weitere Idee.

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Luftzuführung im Boden

Lüftungsloch im Boden
Obere Entlüftung aufgrund des Dichtbandes

Mit einem Forstnerbohrer wird in den Boden ein Loch gebohrt. Nun kann die Luft vom Boden hin zur Klappe oben abziehen. Das sorgt für eine gute Belüftung, dringt einmal etwas Feuchte ein trocknet es innen gut ab. So eine Zirkulation halte ich für enorm wichtig. Da kann nichts schimmeln und Kondenswasser wird so kaum entstehen können.

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Die Dachleiste

Schleifen der Dachleiste

Die Siebdruckplatte auf dem Dach ist sehr glatt. Wenn die Eichhörnchen das Klappdach nutzen wollen um schnell zu flüchten oder um das Häuschen zu besuchen, werden sie leicht ausrutschen. Ich denke deshalb auf eine Leiste an der Dachkante.

Allerdings verhindert diese dann auch, dass das Wasser abfließen kann. Deshalb schleife ich die Unterkante der Leiste aus. Regen kann so leichter abfließen, denn diese liegt nur an den Stellen an denen verschraubt wurde auf.

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Landeast für die Hörnchen

Nun beschäftigte ich mich mit dem Thema „Wie kommen die Eichhörnchen gut zum Futterplatz?“

Das Dach ist bereits mit der Leiste versehen, der Boden ist rauh, da ich hier die grobe, geriffelte Rückseite der Siebdruckplatte nach oben montiert habe. Aber angenommen die Hörnchen hüpfen von einem Ast auf das Häuschen ist das bestimmt nicht ganz so einfach.

Ich habe in der Werkstatt einen Ast von einer Eiche. Das Stück säge ich passend zu, klinke ich aus und verschreube es an der Bodenplatte. Die 30 cm Ast werden eine hervorragende Landemöglichkeit für die Eichkatzerln.

Das abgesägte Stück schaut richtig schön aus. Zu schade um es wegzuwerfen. Ich nagle dies dekorativ an die dem Ast gegenüberliegende Ecke der Bodenplatte. Das schaut gut aus und bietet wiederum guten Grip bei der Flucht vor Nachbars Katze.

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Letzte Schritte

Irgendwie gefällt mir nun die Dachleiste nicht mehr. Passt irgendwie nicht wirklich zur Optik des Astes. Einen leicht gebogenen Ast finde ich rasch im Garten und dieser wird passend abgelängt und mit Bohrlöchern versehen, angeschraubt gefällt mir das viel besser.

Die Seitenwände sind noch natürliches ungeschütztes Holz. Das muss ich noch vor Witterungseinflüssen ansichern. Ich schraube das Haus also nochmal auseinander und behandle die Seiten mit einem Hartöl. Das Festool Heavy Duty-Öl ist schichtbildend und für Außenanwendungen gut geeignet. Wichtig ist, dass man nach etwa 15 Minuten das Öl mit einem Lappen kräftig verreibt und Überstände abnimmt. Sonst bildet sich eine klebrige Schicht. Nach 12 Stunden wird die Anwendung wiederholt und wiederum nach 12 Stunden kann die Fläche auch aufpoliert werden. Letzteres spare ich mir hier. Ich schraube alles wieder zusammen und jetzt ist mein Eichhörnchen-Futterhaus fertig.

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Auf der Suche nach dem Bauplatz Und kurzer Umbau

Der Landeast muss nach vorne

Jetzt marschiere ich durch den Garten und suche nach der perfekten Stelle. Zu hoch darf das Haus nicht hängen, man muss ja auch sehen können ob das Futter aus ist und dann muss man bequem nachfüllen können. Andererseits muss das Haus so hoch wie möglich hängen, damit Katzen nicht so einfach lauern können. Andererseits wollen die Eichhörnchen lieber ein Häuschen in für uns Schwindel erregender Höhe. Der ideale Bauplatz ist nur schwer zu finden. Also vertage ich das zunächst. Rom ist ja auch nicht an einem Tag erbaut werden. 


Manchmal ist es echt gut, erstmal über wichtige Entscheidungen zu schlafen. Und auch die Hörnchen vielleicht selbst die Wahl treffen zu lassen. Bereits im letzten Jahr kamen die Eichhörnchen auf unseren Balkon um Nüsse, die eigentlich zum Trocknen ausgelegt waren zu klauen. Was liegt also näher, diesen Platz zu wählen. Der Balkon ist hoch genug, für uns gut das Häuschen zu füllen und der Balkon wird im Herbst/Winter weniger genutzt. 

Der richtige Ort auf dem Balkon ist schnell gefunden: Die Ecke gegenüber der Türe, direkt neben dem Ast der Konifere. Kabelbinder geholt, Löcher für die Befestigung gebohrt und beim Ranhalte-Test festgelegt, der Lande-Ast sollte nach vorne zeigen. Also mal rasch umgeschraubt, zurück auf den Balkon und mit Kabelbindern befestigt.

Dann zog auch schon der Orkan um die Häuser. Prima! Auch bei 100 km/h hebt sich die Klappe nicht auf und selbst bei waagerechtem Starkregen wurden keine Nüsse nass. Ich bin zufrieden.  


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3 Nüsse für die Eichhörnchen

Fertig ist das Häuschen und auch an einem guten Platz. Jetzt braucht es nur noch Gäste, nach einem Tag sind noch alle Nüsse noch da. Natürlich habe ich diese abgezählt.

Nach dem Sturm lege ich noch drei Nüsse auf das Dach. So sehen meine kleinen Schützlinge hoffentlich schon von Weitem auf die Feinen Leckerlis. Wenn Sie da nicht hergelockt werden, ja dann kann die Hungersnot wohl dich nicht so groß sein. Ich bin also gespannt und warte einfach. Irgendwann wird das Haus sicher angenommen. Und wenn nicht, dann muss ich wohl einen anderen Platz ausprobieren.

Habe ich Lust gemacht, so ein Häuschen zu bauen? Material habt Ihr bestimmt genug herumliegen. Euch viel Spaß beim Bauen und den Eichkatzerln dann schon mal guten Appetit!


Rechtlicher Hinweis

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