Fräser und Bohrerschrank

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Fertiger Schrank
Fertiger Schrank
Fertiger Schrank
Bohrer und Fräserschrank
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    70 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Öffentliche Wertung

Da ich mich immer wieder geärgert habe das meine Fräser und Bohrer in verschiedenen Schachteln und Orten in der Werkstatt gelagert waren. Habe ich mich entschlossen einen Schrank hierfür zu bauen. Da der Platz in der Werkstatt bekanntlich meist begrenzt ist, hatte ich lange überlegt und im Netz nach diversen Möglichkeiten geschaut. Letztendlich habe ich mich für eine Art Apothekerschrank entschieden. Die Kosten habe ich geschätzt denn das Holz habe ich mal recht günstig im Kleinanzeigenmarkt geschossen. Einzig die SO-TECH Vollauszüge und eine Packung Heftzwecken habe ich regulär gekauft. Alles andere ist aus den unergründlichen Annalen meiner Werkstatt ;o).

Das Video wo ich diesen Schrank vorstelle ist übrigens mein erster Versuch überhaupt wo ich für so einem Zweck auf einem Video spreche also habt bitte Nachsicht mit mir. Rookie und Chief hatten mir geraten Videos nicht hochkant zu erstellen, leider ist das Video vorher entstanden, ich habe zig mal versucht es nochmal neu aufzunehmen und mich immer wieder verbal verhaspelt....also schei... drauf es bleibt für dieses Projekt hochkant ;o)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Platzfindung und Planung

Mehrere Schachteln mit Fräser und Bohrer
Überall lag was rum
Da ist doch quasi noch eine ungenutzte Fläche....

Ich brauchte einen Platz, wo man schnell und einfach rankommt, einen Platz, der am besten auf Augenhöhe war. Die Lösung war direkt neben meiner Arbeitsinsel in der Werkstatt dort hing an der Wand zum Kellerbad/ Gästebad direkt über dem Mülleimer ein Feuerlöscher und ein Papierhandtuchspender. Der Plan war den Schrank dort anzuhängen und den Feuerlöscher und den Spender wieder an den Schrank zu schrauben. Da der Feuerlöscher relativ schwer ist, wollte ich diesen nicht an eine Tür hängen, somit viel der klassische Schrank weg und es musste eine Art Apothekerschrank werden. Eine Zeichnung hatte ich nicht gemacht, der Schrank wurde anhand der zur Verfügung stehenden Größe gebaut. Also Größe notiert und los ging es.

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Korpus bauen

Buchen Leimholzbretter
Mit TKS geschnitten
Zugeschnittenes Holz
Aus den Brettern Leimholzplatten hergestellt.
Papiertücher an den Stößen unter gelegt.
Ordentlich mit Zwingen verpresst.
Mit Stechbeitel den getrockneten überschüssigen Leim entfernt.
Mit Undercover Jig Verbindungen gebohrt.
Deckel und Bodenbrett mit einer Seite verschraubt.
Vollauszüge auf die Seiten montiert.
Seitenteile, Deckel und Boden mit Winkelschrauber verschraubt.
Zur Sicherheit noch mal Winkel innen verschraubt.
Mit Winkelschrauber verschraubt.
Rückwand mit TKS zu geschnitten
Mit Nägel Rückwand aufgenagelt.
Antirutschmatten
Verleimkannten glatt geschliffen.
Alle Kanten mit Handhobel gebrochen.
Ecke von Rückwand mit Handhobel ordentlich angephast
Kleiner Handhobel
Löcher zum Befestigen gebohrt.
Korpus an die Wand geschraubt
Angeschraubter Korpus
Feuerlöscher und Papierhandtuchspender montiert.
Als Stütze unterhalb noch ein Winkel montiert.

Ich hatte vor einiger Zeit Leimholzbretter günstig im Kleinanzeigenmarkt geschossen aus Ihnen sollte der Korpus entstehen. Da sie nur 20 cm breit waren ich aber eine Korpustiefe von 46 cm brauchte wurden zwei Bretter und ein 6 cm breiter Streifen zusammen zu einem Brett geleimt. Die Vollauszüge angeschraubt und danach wurde alle Teile mit Undercover Jig - Verbindungen verschraubt und innen zur Sicherheit noch mal Winkel in die Ecken gesetzt. Die Rückwand ist auf die Rückseite direkt rauf genagelt worden, da ich aus Platzgründen keine Nut setzte wollte. Die Ecken/ Kanten worden mit dem Handhobel gebrochen, Nachdem dann alle sichtbaren Flächen mit dem Schwingschleifer geschliffen worden sind. ist der Schrank durch die zuvor vorgebohrten Löcher an der Wand festgeschraubt worden und unterhalb noch ein Stützwinkel wegen den zu erwartenden Gewicht gesetzt worden.

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Schubladenkorpusse mit Nutenaufnahme/ Trägerhalterung erstellen

Teile mit TKS zugeschnitten
Bretter für Nuten mit Klebeband gegen verrutschen gesichert.
Nuten mit verdeckten Schnitt an der TKS geschnitten.
Erster Schnitt
Glaserklötze als Abstanshalter verwendet.
Zweiter Schnitt mit Versatz
Nach fertiger Nut breiteren Abstandshalter gesetzt.
Zweite Nut sägen.
usw.
Eventuelle Reste mit Stecheisen entfernen
Kanten geschliffen
Fertig gesägte Teile mit Nuten, jeweils ein Paar
Löcher für die Befestigung der Fronten gebohrt und angesenkt.
Mitte an den Enden mit den Mittefinder angezeichnet.
Löcher für Holzdübel mit der Standbohrmaschine gebohrt.
Mit Dübelspitzen...
Bohrungen gekennzeichnet und gebohrt
Teile zusammen geleimt
Eingebaute Schubladeneinsätze
Da ist ja noch Platz!
Leisten für oberes Fach aufgeleimt
Frontleisten für obere Fächer angeleimt

Nachdem alle Teile für die Schubladen mit der TKS zugeschnitten waren, wurde jeweils ein Paar bestehend aus Front und Rückplatte aneinandergelegt und mit Klebeband Fixiert (Siehe Bild) so ist sichergestellt das später die Nuten alle an gleicher Stelle sind. Danach mit einem verdeckten Schnitt und Glaserklötzen und einer Metallschiene als Abstandshalter die Nuten gesägt mit den Glaserklötzen als Abstandhalter wurde eine 6 mm Nut (2x Sägeblattbreite) erreicht und mit der Schiene den Abstand zwischen den Nuten. Nachdem alle Nuten gesägt worden waren, wurde mit Hilfe von Dübespitzen die Löcher für die Holzdübel angezeichnet und an der Standbohrmaschine gebohrt. Mit einem Handhobel und Schleifpapier alle Kanten gebrochen und alles ordentlich verleimt. Danach wurden die Schubladenkorpusse an den Vollauszügen montiert. Da ich festgestellt hatte das zwischen den einzelnen Schubladen noch Platz war, wurden noch Leisten obendrauf geleimt, um Fächer für lange Bohrer zu schaffen und den Platz nicht zu vergeuden.

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Fronten für die Schubladen

Siebdruckplatte mit TKS gesägt. Rückwand als Splitterschutz
damit es nicht splittert Schnittkante zusätzlich mit Klebeband abgeklebt.
Löcher für Griff gebohrt.
Mit 10 mm Forstnerbohrer Loch für Schraubenkopf eingebohrt.
Kanten mit Abrundfräser abgerfräst
Fertig gefräste Kanten.
Mit Oberen Befestigungsschrauben Front angezeichnet und vorgebohrt.
Und Front fest geschraubt.
Fertig montierte Fronten.
Geschlossene Schubladen.

Als Front habe ich graue Siebdruckplatte gewählt, damit diese nicht beim Sägen splittert, habe ich eine dünne Rückwand bis auf Sägeblattlänge eingesägt und mit Klebeband fixiert somit ist der Spalt zwischen Sägeblatt und Tisch geschlossen, ein weiteres Stück habe ich neben den Anschlag festgeklebt damit alles gerade gesägt wird. (Siehe Bild) Des Weiteren habe ich die Schnittkanten mit Klebeband abgeklebt. Durch diese Maßnahmen habe ich auch ohne Extrasägeblatt einen sauberen splitterfreien Schnitt durchgeführt. Damit später die Front glatt an der Schublade anliegt, habe ich mit einem Forstnerbohrer den Schraubkopf vom Griff versenkt. Die Kanten sind dann am Oberfräsentisch mit Hilfe eines Abrundfräser abgerundet worden, das ergibt einen schönen Kontrast zum Grau der Oberfläche. Mit zwei eingeschraubten Schrauben habe ich dann die Front an die Richtige Stelle gehalten und mit anpressen die Position der Schrauben gekennzeichnet und dort dünn vorgebohrt. Danach die Fronten an die Schubladen festgeschraubt.

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Träger für Bohrer und Fräser

Leisten mit TKS zugeschnitten
Positionen der Bohrungen angezeichnet
Auf die anderen Leisten übertragen
Löcher für Fräser mit Standbohrmaschine gebohrt.
Auf der Front mit einem 1 mm Bohrer auf gleicher Höhe gebohrt.
Sägeblatt von TKS auf 15° seitlich geneigt
Leisten/ Träger längst aufgetrennt.
Mit Kappsäge Trägerhalter erstellt.
Leiste mit gesägten Trägerhalter
Eingesetzter Träger in der Nut von der Schublade.
Mit TKS vordere Seite vom Träger wieder gerade gesägt.
Träger mit Exenterschleifer geschliffen
Träger mit weißen Heftzwecken zum Beschriften bestückt.
Die ersten drei Träger.

Die Träger für die Bohrer und Fräser habe ich aus Rahmeneholzleisten erstellt welche ich noch liegen hatte. Diese habe ich auf ein Maß von 34 mm x 34 mm x 460 mm mit der TKS gesägt. Danach habe ich auf zwei Seiten der Leisten mit den Mittefinder die Mitte gekennzeichnet und auf einer Leiste alle 2,8 cm ein Loch angezeichnet. Danach habe ich die Maße mit Hilfe eines Anschlages auf die anderen Leisten übertragen. Nachdem ich ermittelt habe welche Schaftstärken meine Fräser und Bohrer haben, habe ich die Leisten auf einer Seite dementsprechend mit Löchern versehen und angesenkt. Auf der anderen Seite der Leisten wurde jeweils auf gleicher Höhe ein 1 mm Loch gebohrt. Damit die Fräser leichter zu entnehmen sind, habe ich diese Trägerleisten längst mit der TKS und 15 ° geneigten Sägeblatt aufgetrennt so das eine Schräge entsteht. Danach wurden mit der KGS Links und Rechts an der Leiste die Schmalen Haltestege erstellt. Hierfür habe ich die KGS so eingestellt das das Sägeblatt 5 mm in der Höhe beim Sägen stehen lässt. Danach wurde das Sägeblatt an der TKS wieder auf 90 ° gestellt und die Seite mit den 1 mm Löcher gerade gesägt. Nachdem alle Träger geschliffen waren, wurden Heftzwecken in die 1mm Löcher gesteckt, welche später als Beschriftung dienen sollen.

Für die Bohrer habe ich auf eine Anschrägung der Steckfläche verzichtet und habe eine etwas breitere Leiste verwendet damit ich zwei Reihen Bohrer stecken kann. Ich habe jeweils mit der nächsten Größe des Bohrers in halben Millimeterschritten ein Loch gebohrt. Und auch jeweils ein Millimeterloch auf der gleichen Höhe vorne auf die Front. Dort wurden dann wieder Heftzwecken eingesteckt.
Für die Spannzangen habe ich in der Breite der Spannzangen mit einem Forstnerbohrer Löcher gebohrt und auch diese wieder mit Heftzwecken gekennzeichnet.

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Schrank bestücken und beschriften

Leere Trägerleisten
Weiße Heftzwecken zum Beschriften
Beschriftete Heftzwecken
Abgeschnittene Dübel als Reduzierungen
Nahaufnahme

Nachdem dann die Trägerleisten fertig waren, habe ich versucht die Bohrer und Fräser und das andere Zubehör sinnvoll auf die drei Schubladen zu verteilen. Die Beschriftung der Heftzwecken geht mit einem Fineliner recht gut und wenn sich mal etwas ändert, tauscht man die Heftzwecke gegen eine Neue aus. Da zum Beispiel meine Forstnerbohrer unterschiedliche Schaftstärken haben, ich aber immer ein Loch für den größten Schaft gebohrt habe, habe ich die anderen Löcher wo zu viel Spiel war mit abgeschnittenen Dübeln oder den Hülsen aus den Fräserkästchen reduziert.

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Fehler und Ärgernisse

Auszüge nicht auf einer Ebene
Ausrisse auf den Trägerleisten
Front durch geschraubt

Nur zur Info wer behauptet das ein Projekt wie dieses ohne Fehler bewerkstelligt, den sage ich „Hut ab“ aber denken würde ich Du Schnacker ;o)

Natürlich sind mir so einige Patzer widerfahren.

Von dreimal gesägt und immer noch zu kurz bis munter durch die Frontplatte geschraubt.

Das mit der Frontplatte hatte mich am meisten geärgert, Grund hierfür war das eine 35 mm Schraube in der 30 mm Schachtel lag. Aaaaarrg, hab es dann eingermaßen mit Späne, Leim und einen Bleistift kaschiert.

Weiter würde ich jedem empfehlen die Auszüge erst nach der Montage an der Wand zu montieren oder besser zu messen als ich es getan habe, ich musste drei Stück nochmal versetzten.

Auch würde ich die Schubladeneinsätze kleiner machen und nicht knartsch dem Korpus anpassen. Denn ich musste daraufhin nochmal die Auszüge lösen und neu befestigen, damit die Front am Korpus anliegt, (Ärger....) sozusagen eine knappe Kiste geworden.

Weiterhin, nimmt wenn möglich Hartholz als Trägerleisten, den Fichte/ Kiefer ist meines Erachten zu weich und die Bohrungen bekommen am Rand der Leiste Ausrisse.

Achja und hört auf zu arbeiten, wenn Ihr genervt seit sonst hobelt Ihr Euch noch in die Finger, Sägt und Bohrt die falsche Seite von Trägerleisten usw....... ;o)




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Fertiger Schrank und Fazit

Schrank geschlossen
Schubladen sind trotz Gewicht leichtgängig.
Schublade für die Fräser
Beidseitig bestückbar
Schublade für Holz u.Metalbohrer
Auf der anderen Seite sind die Spannzangen und Senker.
Schublade für Forstnerbohrer und Co.
Andere Seite für die großen Exemplare
Ablagefach auf der ersten Schublade

Der Schrank stand schon lange auf meiner To Do Liste und ich bin wirklich froh, dass ich ihn endlich in Angriff genommen habe. Auch finde ich ist er mir, obwohl ich noch nicht so viel Möbel gebaut habe, recht gut gelungen. Klar ist das eine oder andere verbesserungswürdig, wie zum Beispiel nur zwei Schubladen anstatt dreien, damit man mehr Platz erhält, aber man lernt ja nie aus. ;o)

Für mich ist es auf jeden Fall eine Wonne einfach an den Schrank zu gehen und schnell den Fräser oder Bohrer zu finden den ich brauche und nicht wie früher in den ganzen Schachteln zu suchen.

Wie immer freue ich mich auf Eure positiven Kommentare und konstruktive Kritik sowie Verbesserungsvorschläge.

Grüße aus dem Norden Euer Krusse




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