Flurrenovierung mit Flüssigtapete

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Ausgangszustand
Endergebnis
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    1300 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Eins vorweg: Da es sich hier um mein erstes Projekt handelt, bitte ich, fehlende Informationen oder Erklärungen nachzusehen. Kritik und Verbesserungsvorschläge sind jederzeit willkommen.

Die Entscheidung zur Verwendung der Flüssigtapete ( oder Baumwollputz ) fiel nach einer Messedemonstration, weil mir die Optik sowie die Flexibilität bzgl. der möglichen Farbtöne und Oberflächenstrukturen zusagte. Nach Aussage des Vorführenden ist die Verarbeitung sehr einfach und auch für Laien leicht durchführbar. Dies kann ich voll und ganz bestätigen, vorrausgesetzt, die zu beschichtende Fläche beträgt ca. 1qm, ist leicht nach hinten geneigt, vollkommen plan und perfekt vorbereitet...aber dazu später mehr.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Multifunktionswerkzeug
  • Kunststoffjapanspachtel
  • Kunststoffglättkelle
  • flexible Rakel zum Glätten
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Materialliste
  • 18Sack x Flüssigtapete | Trockenmischung inkl. Kleister (ca.3qm/Sack)
  • 2kg x Gips | zum Spachteln
  • 7,1kg x Tiefgrund | Grundierung u. Wassersperre (für ca. 50qm)
  • 6kg x Putzgrund | zum Aufrauhen (für ca. 50qm)
  • 2 x Hohlwanddosen
  • 2 x Steckdosen
  • 5m x 3x1,5 Nym

Los geht's - Schritt für Schritt

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Untergrundvorbehandlung

Entfernung der alten Tapete
Entfernung der alten Isofolie hinter dem Heizkörper
Schlitzen für die beiden neuen Steckdosen
Steckdosen einsetzen, anklemmen und verkabeln, Wand mit Rigips wieder schließen
anschließend alles verspachteln
Abkleben nicht vergessen
Tiefgrund und 24h später Putzgrund auftragen. Erneut 24h warten

Ich habe die alte Tapete trocken abgezogen und die Unterbahn als Makulatur gelassen. Die Isofolie hinter dem Heizkörper wurde komplett entfernt und der Kleber mit dem Multitool entfernt. Der Schlitz für das Kabel der Steckdosen wurde ebenfalls mit dem Multitool bewerkstelligt. Nach Schließen aller Öffnungen mit einem Rest Rigips erfolgte der Auftrag der beiden Grundierungen mit dem Mohairroller.
Hierzu ist zu sagen, daß die ( vom Hersteller mitgelieferten ) Grundierungen äußerst knapp bemessen sind. Außerdem werden sie in Schraubdeckeldosen geliefert, die ein Umfüllen notwendig machen, was wiederum Verluste bringt.
Bei mir waren nach dem grundieren von beiden jeweils knapp 100g übrig.
Nach einer Trocknungszeit von je 24h ist die Vorbehandlung abgeschlossen

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Anmischen der Flüssigtapete

Die aufgelockerte Trockenmischung
nach Zugabe in die Mischwanne
Mischung von Hand
So sollte die fertige Mischung aussehen

Da wir eine Variante ausgesucht hatten, die aus 2 Standardtapeten 1:1 gemischt wurde, mußten immer 2 Säcke gleichzeitig angesetzt werden. Ich habe eine 70l Mischwanne dazu benutzt, in die die vorschriebene Menge Wasser vorgelegt und mit dem Kleister vermischt werden muß.
Jeder einzelne Sack muß in einen separaten trockenen Eimer geleert und von Hand aufgelockert werden. Danach werden die beiden Trockenmischungen in die Mischwanne gegeben und von Hand bis zur Homogenität gemischt.
Da das Material vollkommen unschädlich ist, sind dazu keine Handschuhe nötig.
Der Hersteller verbietet ausdrücklich die Verwendung jeglicher Rührgeräte.
Nach einer Ruhezeit von 45 Minuten und erneutem Aufmischen von Hand ist die Mischung dann verarbeitungsfertig.

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Auftragen und Glätten

Der Auftrag auf die Wand erfolgt grundsätzlich mit Kunststoffwerkzeugen. Es soll überhaupt kein Metall verwendet werden.
Benötigt werden eine Kunststoffglättkelle sowie Kunststoffjapanspachtel in allen erforderlichen Breiten. Zum Glätten verwendet man eine flexible transparente Rakel. Der Hersteller bietet ein geeignetes Set an, bei dem die Japanspachtel gut schneidbar sind, falls sehr schmale Streifen zu beschichten sind.
Zum Aufziehen muß ein sehr spitzer Winkel gewählt und ziemlich viel Druck ausgeübt werden, ansonsten schiebt man den Batzen einfach vor sich her.
Die Naßschichtdicke sollte 1-1,5mm betragen, damit das Material für die Fläche reicht. Das liest sich leicht, ist aber an schlecht zu erreichenden Stellen gar nicht so einfach.
Nach Auftrag und verziehen auf die o.g. Stärke wird mit der flexiblen Rakel geglättet. Das Produkt läßt sich ansatzfrei verarbeiten, auch nach mehreren Tagen Pause. Notwendig ist nur, am Ansatz zu befeuchten. Auf diese Art lassen sich auch Flecken entfernen.
Man befeuchtet die befleckte Stelle mit einem Wassersprüher, entfernt das verschmutzte Material und verzieht vom Rand der Lücke dann sauberes Material, bis alles wieder geschlossen ist. Bei nicht mehr als handtellergroßen Lücken ist keine zusätzliche Materialzugabe erforderlich.

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Fazit

bei Außenwinkeln Eckleisten verwenden
Licht paralell zur Wand erleichtert das Glätten ungemein
Nach mehreren Tagen Zwangspause mitten in der Fläche kein Ansatz zu sehen

Mit ein bißchen Übung läßt sich ein wirklich gutes Ergebnis erzielen. Für Ungeübte empfiehlt es sich, an einer bequemen Stelle zu beginnen.
Das Material haftet so gut, daß kaum etwas zu Boden fällt und ist sehr dankbar, was kleine Unebenheiten wie Spachtelriefen und z. B. Stöße von Rigipsplatten angeht.
Der Schwierigkeitsgrad ist in etwa vergleichbar mit dem Arbeiten mit Reibeputz.
Ich jedenfalls werde es bei zukünftigen Renovierungsarbeiten wieder in Betracht ziehen.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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