Fingerabdruckset - Filmrequisite

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Abdruck nehmen
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

In einer Szene unserer Sci-Fi-Serie müssen von einem Agenten Fingerabdrücke genommen werden. Bisher habe ich schon den Verhörraum und einen Handabdruckscanner als Türöffner gebaut, nun kam ein Fingerprint-Set dazu.

Klar, man könnte dieses auch kaufen. Aber eines in wirklich guter Qualität kostet von 70,00 Euro aufwärts (Geld, dass wir lieber für die Sprengung eines Autos ausgeben werden) und die Billigsets, wie sie zuhauf angeboten werden taugen nicht wirklich was.
Also mal überlegen und dann um wenig Geld selbst was machen - geht schnell und einfach.

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Du brauchst

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Materialliste
  • 3 x Kartonpapier, weiß (A4)
  • 1 x Buchfolie | fest
  • 1 x Kunststoffbehälter
  • 2 x Lidschatten, schwarz
  • 1 x Rouge- oder Puderpinsel

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorarbeiten

Vorlage drucken

Da ich echte Fingerabdrucksets ja von meinen oftmaligen Einsätzen als Spurensicherer (Spusi) bei Soko Wien kenne, weiß ich, wie sie aufgebaut sind. Daher war es mir ein Leichtes, entsprechende Überlegungen anzustellen um sie nachzubauen.

Was braucht man um Fingerabdrücke zu nehmen? Im Wesentlichen nicht wirklich viel:
* Pulver
* Pinsel
* Abziehfolie mit Karton (ich nenn sie einfach mal "Briefchen")

Davon selbst machen musste ich nur die Briefchen. Passend zum Film habe ich mir also eine entsprechende Vorlage gebastelt. Natürlich mit Corel Draw.

Die einzelnen Briefchen haben eine Größe von 6x8 cm. Am oberen Ende habe ich einen Strichcode mit einem Schriftzug eingepasst - der Code lässt sich mit Corel Draw leicht generieren (Bild 1).
Die Vorlage habe ich mir dreimal auf weißem Kartonpapier ausgedruckt, was insgesamt 24 Briefchen ergab.

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Briefchen

Längsschnitte
Querschnitte
an Folienkante ansetzen
Folie ankleben
Folie zuschneiden
Überstand kürzen
fertiges Briefchen

Mit eine Papierschneidemaschine habe ich die einzelnen Briefchen zugeschnitten. Erst die Längs- (Bild 2), dann die Querschnitte (Bild 3).

Von der Buchfolie (hier ist unbedingt die etwas stärkere Folie anzuraten, da sich diese viel einfacher handeln lässt - vor allem, wenn man alleine arbeitet) wird ein Stück des Papieres abgezogen. Dann etwa 1 cm auf eine glatte Unterlage geklebt. Ich verwende hier eine große Schneidunterlage mit Linien, so dass ich die Folige möglichst gearde ankleben kann. An der Kante richte ich dann die Kartonplättchen nebeneinander aus (Bild 4). Diese dabei möglichst bündig nebeneinanderlegen.

Die Folie wird nun soweit am oberen Rand auf die Kartons geklebt, dass der Aufdruck komplett verdeckt ist. Das Deckpapier scharf knicken und die Folie über die Briefchen legen (Bild 5).

Nun mit einem scharfen Cuttermesser entlang der Kanten des Kartons die einzelnen Briefchen auschneiden (Bild 6). Zum Schluss wird das umgeknickte Deckpapier an der Rückseite etwas eingekürzt (Bild 7) und die Briefchen sind fertig (Bild 8).

Es empfiehlt sich, die Briefchen über Nacht zu pressen. Ein alter Medizinwälzer leistete da gute Dienste (Bild 9).

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Weitere Utensilien

weiteres Zubehör
Pulver

Beim Bipa besorgte ich zwei schwarze Lidschatten Nr. 12. Alles weitere - wie einen kleinen Plastikbehälter mit dicht schließendem Deckel, einen Rougepinsel (versenkbar) und einen Staubpinsel mit Blasebalg - hatte ich daheim (Bild 10).

Den Lidschatten gab ich in den Plastikbehälter und habe ihn zu Pulver zerrieben (Bild 11).

Soweit war nun alles bereit um den ersten Testabdruck zu nehmen.

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Abdruck nehmen

einstäuben
überschüssiges Pulver wegblasen
Deckblatt abziehen und Folie auf Abdruck streichen
Folie auf Träögerpapier streichen

Mit dem Rougepinsel habe ich etwas "Fingerabdruckpulver" aufgenommen, den Pinsel abgeklopft und das Pulver auf der Oberfläche aufgetragen (Bild 12).
Ich habe dazu ein Stück Kastenrückwand verwendet. Zum einen, da dieses eine nicht ganz glatte Oberfläche hat (um zu sehen, obs auch da funktioniert) und zum anderen, da ich erst Erfahrungen sammeln musste, wie leicht (oder schwer) sich das Pulver hinterher von der Oberfläche entfernen lässt.

Überschüssiges Pulver habe ich mit einem Staubpinsel (den ich in der Kameratasche meiner alten Canon A1 gefunden habe) weggeblasen (Bild 13). Da es nicht um DNA-Spuren geht könnte man Pulver das auch mit dem Mund wegblasen, das schaut aber wenig professionell aus ;-)

Jetzt wird das Deckpapier von der Folie abgezogen, diese über den eingestaubten Abdruck gelegt und glattgestrichen (Bild 14). Die Folie von der Oberfläche abheben und auf dem Trägerpapier glattstreichen (Bild 15). Dabei wird von der Kante mit dem Code nach vorne gestrichen.
Nun ist der Fingerabdruck gesichert und kann weiterbearbeitet (gescannt, fotografiert, mit der Lupe betrachtet...) werden ohne dass er beschädigt werden kann.

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Anmerkungen

Bleistiftabdruck

Bei meinem ersten Versuch mit dem Abdruckpulver habe ich - wie es oft im Netz zu lesen ist - zerriebene Bleistiftminen (in unterschiedlicher Härte) verwendet.
Abgesehen von der Mehrarbeit wurden die Abdrücke damit nicht wirklich schön sondern verwischten beim Glattstreichen und waren so nicht mehr zu erkennen (Bild 16).

Der Lidschatten lässt sich mittels Fensterreiniger sehr einfach und rückstandsfrei von allen möglichen Oberflächen entfernen.

Eine kleine Bastelei, mit der man mit den Kinder/Enkeln/Neffen... auch mal gut einen verregneten Nachmittag beim Detektiv spielen verbringen kann.

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Zugabe

Verhörszene1
Verhörszene2
Verhörszene3

Weils zum Thema passt hier noch ein paar Bilder der Verhörszene im selbst gebauten Verhörraum.

Freu mich schon, wenns im Frühjahr endlich mit den Außendrehs weitergeht ;-)


Rechtlicher Hinweis

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