Erweiterung Parallelanschlag PTS 10

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Parallelanschlag verlängert
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

...und kaum hatte der Mann seine Werkbank mit integrierter PTS 10 zum zweiten Mal überarbeitet, da lagen da so Aluprofile auf der Werkbank herum. Ein bißchen hier probiert, ein bißchen da angehalten... Hupsala: Der Parallelanschlag (PA) paßt ja nicht nur wie in anderen Projekten gelesen auf 25x25mm Alurohr, sondern auch auf den 25x25mm Aluprofilwinkel?!? Hmmm... Wie kriegen wir denn den Winkel zusammen mit der PTS 10??? Und der Rest des Projektes ist Geschichte.
Lest im Folgenden, wie ich den PA komplett nach rechts erweitert habe und den Original-PA verwende.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PEX 220 A  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • Winkelschleifer,  GWS 750
  • Handkreissäge,  PL 55
  • Akku-Schrauber,  BS 14.4
  • Akku-Schrauber,  SB 18 LT Impuls
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Materialliste
  • 1,5 m x Aluwinkelprofil | Aluminium (25x25x2mm)
  • 1,0m x Vierkantrohr | Stahl St 37/2 (handelsüblich, Baumarkt) (20x20x2mm)
  • 1,0m x Winkelprofil | Stahl St 37/2 (25x25x4mm)
  • Schrauben, Muttern, Scheiben | Stahl (M4, M5, Spax)
  • 1,0m x Aluflachprofil | Aluminium (25x2mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Zufall wollte es...

So war der gedachte Aufbau
passt (fast) auf nen Mü
Foto von hinten/unten: Der Aluwinkel legt sich schmatzend um den Originalanschlag

...dass ich mit der ersten Erweiterung (PA nach links bzw. neuer PA auf dem linken Tisch) nicht so richtig zufrieden war. Ich hatte schon diverse Pinterest und YT-sessions hinter mir und auch bei 1-2-do einige Sachen angeschaut. Unter anderem gibt's hier den Stefan Ostermann, der bereits im Jahre 2014 seine PTS 10 mit dem PA erweitert hat. Die Grundidee fand ich ja ganz nett, aber ich kenne den PA der PTS 10 inzwischen recht gut und kam zu dem Schluß, dass ohne den zweiten Fixierpunkt am hinteren Ende dieser PA nicht ordentlich funktionieren kann. Außerdem wollte ich meine PTS 10 nicht grundlos zerstören, also nicht unbedingt die vordere Laufschiene einfach so abflexen, wie es der Stefan bei seiner Säge gemacht hat.
Und da kam mir der Zufall wie gerufen, als ich feststellte, dass der PA auch über ein Winkeleisen von 25x25mm, montiert auf der Originallaufschiene, wunderbar gleitet...
Es galt also nurmehr das "Problem" des hinteren Anschlags zu beheben. Aber dazu später mehr.

Erstmal ab in meinen Lieblingsbaumarkt (der mit dem Biber), und bißchen Material gekauft. Anschließend ging es dann los.

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Erste Kleinigkeiten

Filzgleiter vom schwedischen Möbelhaus (weiß)
Zwischenarbeitsplatte mal so locker eingelegt
Auszug der PTS 10 rechtsseitig mit Schrauben in der Arbeitsplatte fixiert
Arbeitsplatte (bisher beweglich) mit Schrauben von unten fixiert, Auszug und Zwischenplatte ebenfalls fixiert
Kürzen der Arbeitsplatte hinten mittels Tauchkreissäge

Erstmal habe ich alles so grob ohne Bohren/schrauben etc. einfach nur mal so aufgelegt, um überhaupt zu testen, ob das denn theoretisch überhaupt klappen könnte. Dabei stellte ich fest, dass der PA an der hinteren Kante auf der Oberfläche der PTS 10 rumkratzte. Das war nicht nur ein nerviges Geräusch, sondern hinderte auch den PA daran, vernünftig zu gleiten... Gleiten? Metall auf Metall? Hmmm... Filzgleiter! Wir hatten grad einige neue Stühle aus dem Möbelhaus gekauft und natürlich hatte ich auch Filzgleiter dazugenommen, damit die Stühle nicht so auf dem Parkett herumschrabbeln. Davon waren noch einige übrig geblieben und in der IKEA-Restekiste verschwunden;) Nun kamen sie wieder zu Tage und einer von ihnen konnte seinen Dienst auf dem originalschleifpunkt des PA antreten. Weiß auf schwarz-wen interessiert es? Hauptsache, das Schrabbeln hört auf und der PA gleitet parallel zur Oberfläche. Das Schrabbeln kommt übrigens daher, dass der PA ja vorn am Tisch 2mm angehoben wird durch die neue Winkelschiene.
Weiter ging es. Aufgrund der Breite meiner Werkbank und der Konstruktion derselbigen mußte ich ein Zwischenstück an Arbeitsfläche anfertigen. Glücklicherweise hatte ich noch reichlich Parkett und Spanplatte, so dass ich fix eine Platte zusammenleimen konnte. Davon habe ich keine Fotos gemacht, das könnt ihr bei Interesse gern in einem meiner "alten" Projekte bestaunen:)
Auf Maß zugeschnitten und von unten mittels schmaler Holzleisten an den Rundrohren des Auszuges fixiert verrichtet sie nun ihren Dienst zwischen PTS 10 Grundkörper und Auszug. Der Auszug selbst wurde einfach an der rechten, bislang ausziehbaren Tischoberfläche mittels Holzschrauben (vorgebohrt und angesenkt), fixiert. Anschließend wurde die Arbeitsoberfläche am Trägerrahmen der Werkbank festgeschraubt.
Danach schnitt ich die Arbeitsfläche hinten auf das Maß der Arbeitsfläche der PTS 10 zu. Tauchkreissäge mit Führrungsschiene machten ihre Sache sehr gut, so dass der PA nun schon das erste mal über die gesamte Breite fahren konnte.
So weit, so gut.

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Anfertigen der Laufschiene und Befestigung

Erstes fixieren des gesamten Aufbaus an der Werkbank/PTS 10 mittels Schraubzwingen
Blick von vorn auf die Konstruktion
Blick von unten/hinten auf die Konstruktion
Kürzen der Profile an dem stationären Einhandwinkelschleifer
Das sollten eigentlich die Schrauben zur Befestigung werden, es wurden dann aber doch M4 Senkkopfschrauben (eigener Fundus) und sie unteren Schrauben
Bohren der Befestigungslöcher an der Standbohrmaschine
Rückwärtige Löcher zum Einführen der Muttern und des Schraubenschlüssels
Blick auf die verschraubten Profile (Ansicht von vorn)
Blick auf die verschraubten Profile (Ansicht der Rückseite)
Querschnitt der Profile: Oben/links: Aluwinkel 25x25x2mm; Mitte: Stahlkastenprofil 20x20x2mm; unten/rechts: Stahlwinkel 25x25x4mm

Nachdem ich mir nun also im Klaren war, wie der Grobaufbau der Laufschiene auszusehen hatte, mußte ich mich also um eine Befestigung kümmern. Das Aluwinkelprofil klemmte ich erstmal provisorisch mit Schraubzwingen an der PTS 10 fest. So dann guckte ich mich in meinem Metallfundus um, was ich da so an Material herumzuliegen hatte. Mit ein paar Resten probierte ich so herum, was wohl am besten passen könnte und wie ich das so befestigen könnte. Als Lösungsansatz kam dann folgendes dabei heraus:
Der Aluwinkel wird am Originalteil von vorn mit Senkschrauben verschraubt. Platz ist dafür reichlich gegeben zwischen den hinteren Streben. Dafür genügen nur wenige Schrauben, also nur wenige Löcher im Originalteil, die eine spätere Rückrüstung nicht behindern, höchstens optische Nachteile mit sich bringen.
Rchts neben der PTS 10 ist ein kurzes Stück ohne Halterungsmöglichkeit. Das macht aber nichts, da die Gesamtkonstruktion derart verwindungssteif ist, dass sich da garantiert nichts verzieht (wie auch bei der Materialstärke insgesamt...).
Danach kommt bis zum Ende der Schiene die alte Arbeitsfläche mit einer Gesamtstärke von 50mm. Dort sollte ein massiver Stahlwinkel mit 4mm Wandstärke für die erforderliche Stabilität sorgen.

Ja, ich weiß: Das ist alles maßlos übertrieben an Material und die Hälfte hätte auch gereicht. Möglicherweise auch die Hälfte an Schrauben. Aber so bin ich nunmal. Liebher einen mehr als einen zu wenig und dafür hält das auch bis zum jüngsten Tag und zurück.

Nachdem die Konstruktion klar war, alles vermessen, anzeichnen, auf Länge sägen, Schnittstellen entgraten, Bohren, senken, und miteinander verschrauben...

Ja, nee, so einfach war es denn doch nicht. Gedacht hatte ich eigentlich M5 Senkkopfschrauben. Schade eigentlich. Das passte leider gar nicht, da die Wandungsstärke des Aluwinkels für die Senkung zu schwach war (die Schraube wäre also fast durchgerutscht). Ich habe dann kurzentschlossen meinen Fundus durchsucht und habe M4 Senkkopfschrauben gefunden und benutzt. Schlitzschrauben, ja ich weiß, aber das war mir dann auch egal. Sie sind gleichmäßig verbaut und sehen gleichmäßig aus als ob es so gewollt gewesen wäre;)
Und dann war da noch das kleine "Problemchen", dass der Aluwinkel ja an dem Vierkantrohr befestigt werden sollte. Durchschrauben hätte man machen können, aber dann wäre der PA mit seiner hinteren Führung gegen die Muttern geschlagen. Also mußte eine andere Lösung her:
Von der Vorderseite wurden 4mm Löcher für die Schrauben gebohrt, von der Rückseite 12mm Löcher für die Muttern sowie den Steckschlüssel, mit dem ich die Muttern dann festgezogen habe. Sieht hinterher kein Mensch mehr, da diese Löcher im Spalt zwischen Arbeitsfläache und Führungsleiste stecken und kaum zu sehen sind.

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Fortsetzung Schritt 3, da 3000 Zeichen erreicht...

Die Befestigung des Winkels am Vierkantrohr wiederum war nun fast schon einfach. Am Anfang und am Ende jeweils M5x20 Linsenkopfschrauben mit Muttern und mittig zwei Blechschrauben eingebracht. Diese beiden wären eigentlich schon überflüssig gewesen, aber ihr wisst ja...
Danach ging es recht einfach weiter: Das Gesamtkonstrukt mit Schraubzwingen fixieren, genau ausrichten und festschrauben. An der Arbeitsplatte rechts mit Spax (ich glaube 5x60mm) und an der PTS 10 mit M4 Senkkopfschrauben und Muttern. Danach konnte der PA schon gleiten...

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Hintere Halterung

Gesamtansicht des hinteren Anschlags
Detailansicht des "Kanals".

So, jetzt schreib ich das zum dritten Mal, da irgendwie zweimal mein Text nicht gespeichert wurde...

Nachdem also der PA auf der Arbeitsplatte gleiten konnte gab es noch einige Restarbeiten zu machen. Dazu zählte die hintere Halterungsschiene des PA, Verlängern der Arbeitsplatte, Schließen des Kanals in Richtung Schubalden, Hinterwand wieder montieren und Abschlußleiste anbringen.
Die hintere Schiene des PA habe ich an der PTS 10 vermessen. Hierbei stellte ich fest, dass sie etwa 2mm vorsteht und etwa 25mm hoch ist. Insofern habe ich dann eine passende Aluleiste besorgt und von hinten an der Arbeitsplatte verschraubt. Bilder hierzu habe ich keine gemacht... Manchmal geht der Flow einfach mit mir durch;)
Danach wurde die abgesägte Arbeitsplatte wieder angebracht, natürlich mit entsprechendem Abstand zur eigentlichen Platte, damit der PA freie Bahn hat:) Dieses Stück sollte dann etwas verlängert werden, damit die Platte einheitlicher aussieht. Das Stück ist aus einem Reststück entstanden, was ich noch in meiner Holzkiste hatte. Beide Teile wurden mittels Holzleim und 10mm Dübeln miteinander ins Benehmen gesetzt. Anschließend von unten mittels Taschenlochbohrungen befestigt.
Danach kam eine 3mm HDF-Platte von unten ins Spiel. Diese sorgt genagelt dafür, dass Sägespäne oder herunterfallende Kleinteile nicht in die darunterliegenden Schubladen fallen.
Zum Abschluß wurde die Rückwand wieder geschlossen und die Abschlußleiste neu angefertigt.

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Abschluß / Resumee

Aufgebrachtes Maßband
PA wird reichlich benutzt
Die Leichtigkeit des Seins

Nach der ganzen Arbeit mußte ich "nur noch eben" ein Maßband auf die vordere Laufschiene anbringen. Hierbei verwendete ich wieder mein althergebrachtes 1m Stahlmaßband, was ich schon bei einigen anderen Projekten verwendet habe. Ich habe den PA gegen das Sägeblatt geschoben und dort, wo der Strich der Lupe zu sehen war, mit Bleistift ebenfalls einen Strich auf der bis dahin noch jungfräulichen Laufschiene gemacht. Dort war dann die "0" vom Maßband anzubringen und der Rest ist an und für sich klar...
Feineinstellungen können wie gewohnt über den PA gemacht werden (innerhalb des vorhandenen Einstellungsbereichs).

Und dann habe ich den PA getestet und gesägt und gesägt und getestet...
Und er wurde für gut befunden. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit der jetzigen Lösung. Deutlich einfacher als mit dem zweiten PA den ich zuvor gebaut und benutzt hatte. Es ist einfach die Verlängerung oder auch Erweiterung des bestehenden PA und der ist, vernünftige Behandlung vorausgesetzt, sehr präzise und stabil.
Ich habe hier keine Formatkreissäge erschaffen, habe es auch nicht vor, da meine Platzverhältnisse das gar nicht zulassen. Außerdem fehlt mir schlichtweg das passende Portemonnaie dazu;) Aber ich denke ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo ich aus einer BAUKREISSÄGE, und das ist die PTS 10 nunmal, eine recht ordentliche und genaue Tischkreissäge für den Heimgebrauch gemacht habe. Ich kann seitlich bis auf etwa 86cm den PA gebrauchen. Ob das tatsächlich immer sinnvoll ist, sei mal so dahingestellt, aber ich habe eben die Möglichkeit und haben ist immer besser als brauchen.
Ich hab euch noch ein kleines Video von der "Leichtigkeit des Seins" eingestellt, damit ihr eine Vorstellhng davon bekommt, wie leicht der PA tatsächlich gleitet und wie fest er tatsächlich klemmt.
Für Plattenzuschnitte bin ich mittlerweile auf die Handkreissäge mit Führungsschiene gekommen, allerdings fehlt mir dazu noch mein MFT der derzeit in der Mache ist und mit den dort dann vorhandenen Zusätzen wird das hoffentlich auch einfacher werden.

Bis dahin kennt ihr ja schon meine letzten Sätze:
Lasst mir gern ein feedback da, auch gern kritisch oder negativ, allerdings bitte immer konstruktiv, da mich bzw. uns nur so etwas voran bringt.

Schöne Grüße aus Niedersachsen in die Welt!

Christian


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