Ersatztheke oder Corona die Zweite

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Vorher
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Öffentliche Wertung

Wie in diesen Zeiten nicht anders zu erwarten hat das Coronavirus bei diesem Projekt mal wieder die Finger im Spiel. Mein erstes Coronaprojekt war ja eine Garderobe für die KiTa.

Diese vermaledeite Pandemie hat mich (zum Glück nur beruflich) im Griff und läßt auch meinem Hobby immer weniger Zeit übrig.
Also nochmal ein Aufruf, nicht nur in eigener Sache. Bleibt vorsichtig, bleibt gesund, bleibt zu Hause und haltet euch an die Vorgaben. Mein Berufszweig (Intensivpflege) wird es euch danken!!! Denn uns geht es nicht darum, ob wir jetzt ein schönes Weihnachten feiern, sonder darum ob wir Weihnachten und Sylvester durcharbeiten dürfen!!!

Diesmal kam die Anfrage nach einer Idee aus dem Freundeskreis. In die Kinderarztpraxis von guten Freunden kommen gesunde, wie kranke Kinder. Diese werden direkt am Eingang und der Theke in verschiedene Wartezimmer separiert. Seit Beginn der zweiten Welle, in der Erkältungszeit und Coronawelle ineinander fallen, kommen aber noch zusätzliche Patienten die bestenfalls gar keinen Kontakt zu den anderen Patienten haben.

Zum Glück hat die Praxis noch einen zweiten Eingang. Dort hat das Praxisteam mit Hilfe eines Unterschranks, ein paar Büchern und einem Multiplexbrett eine behelfsmäßige Theke aufgebaut. Für meinen Geschmack etwas zu behelfsmäßig. Der Standort und die Höhe waren gut, lediglich die provisorische Bauart mißfiel mir. Es mußte also ein stabiles Bein her um der Konstruktion Halt zu geben. Des Weiteren handelt es sich ja um eine Behelfstheke, diese sollte bei Bedarf weggeklappt werden können. Denn da, wo sie steht steht sie eigentlich im Weg.

In Hinblick auf diverse (Möbel) Wünsche meiner Frau, wollte ich zudem mal mit Vollholz und klassischen Verbindungen experimentieren. Das ließ sich also gut kombinieren.

Du brauchst

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Materialliste
  • 1 x Eichenstück massiv | Eiche (60x30x1400mm)
  • 2 x Klavierband | Metall (40cm)
  • 10 x kleine Schrauben
  • Holzleim

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausgangsmaterial und Ausgangslage

Ausgangslage
Ausgangsmaterial
Der große "Plan"

Die Ausgangslage ist wie eingangs schon beschrieben und in Bild1 zu sehen, mehr als provisorisch.


Bild2
Als Ausgangsmaterial hab ich ein schönes Stück Eiche erkoren. Ich habe es mal bei einem Schreiner "gefunden". Es sollte dort mal ein Tischbein werden, ist aber auf dem Müll gelandet, da ein Stück Splintholz mit drin war. Ansonsten hatte das Holz wunderbar stehende Jahresringe, die Ideal für ein Bein sind, der Faserverlauf ist zudem schon ruhig und gerade.

Bild3
Das Bein sollte eine A-Form haben und nicht zu mächtig sein, sondern eher zierlich daher kommen. Des Weiteren sollten die Winkel alle etwa 5 Grad abweichend vom Rechten Winkel sein um auch ein späteres versehentliches Einklappen zu verhindern.
Ich bin kein Fan von großartigen niedergeschriebenen Plänen. In der Regel reicht mein Kreidetäfelchen aus, für den Rest hab ich einen Kopf zum Denken zwischen den Schultern.

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Zurechtsägen und Hobeln

Ich hatte ein 60mm breites und 30mm dickes Brett. Etwa 1,2m lang. Kurz muß man sich schon den Kopf zerbrechen das Stück wirtschaftlich aufzutrennen. Ich legte mich innerlich auf Kanthölzer mit 26mm fest. Man möchte ja noch genügend "Futter" übrig lassen um eventuelle Schnitzer beim Sägen oder Hobeln ausbügeln zu können.


Bild1:
Mit der PTS 10 aufgesägt (Meiner Meinung nach, nach wie vor eine gute präzise Säge)

Bild3:
Sich selbst beim Hobeln zu Filmen oder zu Fotografieren grenzt an Idiotie, deshalb nur ein Bild von meinem Hobel.

Bild4: Die fertigen Kanthölzer

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Strich, Schlitz und Zapfen

Erst mal überall 5 Grad
Grob zurechtlegen
Schlitz anreißen
Sägen
gesägt
Abschnitte helfen
schön Sachte
Naja, das geht noch sauberer
Tiefenbegrenzung
rumsägen
Alles im 5 Grad-Winkel
säubern
Grundhobeln is geil
Erste Passprobe
passt

Wie eingangs geschrieben, sollte die Grundform vom Bein ein "A" darstellen. Gedacht war es in zwei aufrechten und zwei Querholmen

Bild1: Aus Einfachheitsgründen entschied ich mich für einen 5 Grad-Winkel. Nach kurzem Rumrechnen und dem Herauskramen des guten Pythagoras aus einer der hinteren Ecken des Oberstübchens, fand ich Folgendes heraus: Wenn man die Beine nur um 5 Grad neigt (genauer ist es eigentlich ein 85Grad und ein 95Grad Winkel) hat man auf 90cm Länge schon fast 16cm mehr Breite.
Ergo alle Enden mal im 5Grad-Winkel angesägt (Meine neue Bosch Kappsäge ist der Burner)

Bild2-5:
Ich hab erst mal die Hölzer grob aneinander gelten und gekuckt ob alles passt. Dann schön vorsichtig gesägt und auch dabe beachtet, daß der gesamte Schlitz auch am Boden um 5 Grad geneigt ist.

Bild 6-9:
Um die Schlitze dann sauber aus zu stemmen, hab ich ein Abschnitt vom ersten Sägen genommen, denn der hat genau den selben Winkel. Der kleine Abschnitt bietet eine super Möglichkeit das Stemmeisen genau im richtigen Winkel anzulegen.

Bild 10-14:
Die Zapfen hab ich dann größtenteils mit der Kappsäge und deren Tiefenanschlag gesägt. Erstens kann ich mit der Säge wiederholgenau exakt im richtigen Winkel sägen und zweitens: Hab ich schon erwähnt wie oberhammeraffentittengeil ich meine neue Säge finde? und drittens hat sie einen Tiefenanschlag. Den erst der Zapfen hab ich dann mittels breitem Stemmeisen und dem Grundhobel versäubert.

Insgesamt sind diese Arbeitsschritte recht meditativ veranlagt. Das Stemmen und Kratzen erfordert viel Konzentration, ist aber ne echte Entschleunigung.

Bild 15-18: Der erste Versuch von händischer Präzisionsarbeit ist mir erstaunlich gut gelungen. Es passt alles zusammen, wenn man jedoch genau kuckt, dann gibt es hier und dort kleine Unsauberkeiten. Damit werde ich wohl leben müssen.

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Oberfläche und Kanten und die Kunst der Fuge

Eingedenkt der Tatsache, das die Beine später in einer Kinderarztpraxis stehen, müssen alle Kanten erstmal entschärft und gebrochen werden. Anschließend bekommt Alles noch mehrere Schliffe.


Aufgrund der noch kleinen Unsauberkeiten in Schritt 3. habe ich mich dazu entschloßen die Verbindungen mittels einer kleinen Schattenfuge sichtbar zu machen. Hat den Vorteil, daß man somit kleine Unsauberkeiten in den Verbindungen nicht mehr sieht.

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Verleimen und die letzte Ölung

Tja ähh, verleimen, mehr gibts dazu nicht zu sagen. Zwingen drauf und warten.


Beim Ölen entschied ich mich für Hartwachsöl. Es ist eine guter Kompromiss zwischen schöner Farbgebung des Holzes und beständiger Oberfläche. Dieser Arbeitsschritt erfolgte wegen doch recht kühler Außentemperaturen im Wohnzimmer, als die Kinder schon geschlafen haben.

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Die Sache mit dem Winkel - The Final Cut

Jetzt wurde es dann doch ein bisschen kompliziert und mein Kopf brauchte Zettel und Stift. Folgende Problematik:


Beide Beine sind bereits um 5 Grad angewinkelt (genauer 85%, ihr wißt hoffentlich was ich meine.) Das Ganze soll im ausgeklappten Zustand aber auch noch angewinkelt stehen, um ein versehentliches Einklappen zu verhindern.

Ich mußte also die endgültige Länge ermitteln und dann sozusagen in 2 Winkeln gleichzeitig absägen.

Zum Glück hab ich ja ne Kappsäge (hab ich schon erwähnt das ich ne mords hammermäßige neue Bosch-Blau-Kappsäge habe) die in zwei Ebenen winkelig zu verstellen ist. Was soll ich sagen: die endgültigen Zuschnitte haben perfekt gepasst.

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Aufbau vor Ort und Fertig

Vom Aufbau habe ich nur wenige Fotos. Das liegt letztendlich daran, daß ich sie mitten im Tagesgeschäft aufgebaut habe und der Datenschutz gebietet nur das Fotografieren aus einer Perspektive.


Egal ich erkläre es kurz:

Ein wird mittels Klavierband-Scharnier an einem stehenden Regal festgeschraubt, das Bein wird mittels Klavierband an ebenjenem Brett angeschraubt. Un fertig ist die Ausklapptheke


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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