Epoxitharz Tisch (Fehlversuch und Rettungsaktion)

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    300 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Wie in meinem Erfahrungsbericht "Epoxitharz gießen" schon angekündigt, habe ich einen neuen Versuch unternommen mit dem neuen Epoxitharz "Sicomin SR Green Cast 160" und der neuen "Vacuumpumpe -kammer" einen Tisch mit "Flusslauf" zu bauen.

Dafür habe ich ein ca 6 cm dickes Nußholz Stück verwendet. Ich hatte noch ein entsprechendes Stück mit einer Länge von ca 126 cm und einem beidseitig wunderschönen Randprofil zur Verfügung. Also wie für dieses Projekt bestellt.
Ich wollte unbedingt die schönen Randprofile des Brettes sichtbar erhalten und trotz dem keinen komplett transparenten Mittelteil (also "Flusslauf") haben.
Um dies umzusetzen habe ich mich dazu entschieden, den Mittleren Teil des Tisches an der späteren Plattenunterseite mit schwarz gefärbtem Gießharz auszugießen und danach die verbleibenden 4-4,5 cm mit transparentem Gießharz aufzufüllen.
Dieser Aufbau soll verhindern, das man durch die Tischplatte durch sieht, trotzdem aber die innenliegenden Randprofile des ursprünglichen Brettes gut sichtbar zu halten.

Um die Randprofile "In Szene zu setzen" möchte ich nach dem Aushärten des Harzes mittig von der Tischplatte in die untere schwarze Harzschicht eine Nut fräsen, einen LED Leuchtstreifen einbringen und wieder mit Harz ausgießen um den Mittelteil "Flusslauf" zu beleuchten.

Soweit so Gut ! ? !

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Zwingen
  • Vaccuumkammer ist von Vorteil
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Materialliste
  • Holz | gewünschte Größe
  • Gießharz | je nach Größe
  • Siloplane
  • Multiplex
  • Silikon
  • HD-PE Platte
  • PVC Klebeband

Los geht's - Schritt für Schritt

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Holz für den Tisch vorbereiten

Als erstes habe ich damit begonnen, das Nußholzbrett an den äußeren Kanten (Randprofilen) vollkommen von Rinde und Schmutz zu befreien.
Dazu habe ich in den Akkuschrauber einen runden Drahtbürstenteil eingespannt und damit die Ränder fein säuberlich bearbeitet.
Danach mit Druckluft die restlichen losen Schmutz und Staubpartikel entfernt.
Nachdem ich mit dem Ergebnis leben konnte, habe ich das Brett auf beiden Seiten gehobelt und glatt geschliffen. (240er Körnung war für mich vorerst ausreichend).
Danach habe ich das Brett ca. in der Mitte der Länge nach durchgesägt. (Das wird später die Tischaußenkante links und rechts).
An den Stirnseiten habe ich die unschönen Brettenden rechtwinkelig zum Mittelschnitt abgeschnitten und bekam dadurch eine Restlänge von 124cm.
Das passt mir gut, da der Tisch 120cm lang werden soll habe ich etwas Überlänge und so bleibt mir an den beiden Stirnseiten noch ein wenig Material zum abschneiden übrig.

Danach noch einmal mit Druckluft den Schleifstaub entfernt.

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Vorbereitung zum Gießen

Grundplatte zugeschnitten
Seitenteil aufgelegt
Beide Seitenteile aufgelegt und innere Ränder angezeichnet
Doppelseitiges Klebeband aufkleben
Siloplane unterlegen
Siloplane festkleben und Seitenteile fixieren
Stirnseitiger Rand
Mit Kleber fixieren
Ich habe Sprühleber verwendet
Mit PVC Klebeband die Siloplane hochgezogen und fixiert
Das an beiden Stienseiten
HD-PE Stirnseiten abdichten
An beiden Seiten
Hier noch eine Detailansicht
Abdichtung fertig
Mit Zwingen Seitenteile Stirnseitig fixieren
Dazu eine Detailansicht

Ich habe eine 10mm Siebdruckplatte etwas größer als das gewünschte Tischmaß(120x60cm) auf 124 x 66cm zugeschnitten und mit der glatten Seite nach oben auf den Werktisch gelegt.
Danach die beiden Seitenteile aus Nußholz aufgelegt und ausgerichtet.
Die inneren Ränder mit Bleistift grob auf die Siebdruckplatte übertragen.
Danach unter den Holzteilen (an den Bleistiftmarkierungen) doppelseitiges Klebeband aufgeklebt.
Ein Stück Siloplane (HD-PE Folie weil sich die besonders gut vom Harz trennen lässt) mit ca 10 cm Übermaß (auf allen Seiten) zurecht geschnitten und möglichst "Faltenfrei" mit dem doppelseitigen Klebeband auf der Siebdruckplatte fixiert.
Danach die beiden Seitenteile auf die Siloplane aufgelegt, die überstehenden Ränder hochgeklappt und mit Zwingen in der gewünschten Position fixiert.
Aus einer HD-PE Platte (mit mindestens 1mm Stärke) zwei ca 6cm breite Stücke für die Stirnseiten abgeschnitten und mit Sprühkleber an den Stirnseiten der Seitenteile angeklebt.
Danach die stirnseitig überstehende Siloplane hochgeklappt und mit PVC Klebeband an den HD-PE Teilen festgeklebt.
Dadurch entsteht eine dichte Wanne, falls irgend wo später Gießharz über- oder auslaufen sollte.
Die Stirnseitenteile danach mit Silikon (ich hatte keines zur Hand, darum habe ich Laminat Dichtstoff verwendet) die Ränder unten und seitlich mit einer dünnen Fuge abgedichtet um das auslaufen des Harzes zu verhindern.
Das stört auch in diesem Fall nicht, da die Tischplatte ja Übermaß hat und diese teile später abgeschnitten werden.
Danach habe ich die Seitenteile auch stirnseitig noch mit je einer Zwinge mit etwas weiterer Ausladung fest gegen die Grundplatte fixiert um möglichst ein "Unterlaufen der Seitenteile mit Harz zu verhindern.
Danach diese Konstruktion möglichst in eine waagrechte Position bringen.
(Eind Ungenauigkeit von 0,16 bzw. 0,06 kann ich hier akzeptieren, da später ja noch geschliffen wird)

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Innere Ränder vorbereiten

Etwas Harz zum vorstreichen der inneren Holzränder

Um später die Bildung von unerwünschten Luftblasen möglichst gering zu halten, habe ich etwas Gießharz angerührt und mit einem Pinsel an den inneren beiden Seitenteilen aufgestrichen. Dabei eine möglichst dünne Schicht erzeugen aber möglichst alle Vertiefungen vollständig einstreichen.
Je weniger unbehandelte Holzfläche später mit dem Gießharz in Berührung kommt, desto wenige Luftblasen werden sich im Gießharz bilden, da aus die Holzporen ja schon durch diesen "Voranstrich" verschlossen sind.
Auch die untere Holzkante (zur Silofolie) kann vorsichtig damit bestrichen werden.
Sollten kleinere Unebenheiten, Risse oder Spalten in den Seitenteilen sein, ist es sicher leichter später das transparente Harz abzuschleifen als das schwarz eingefärbte.

Da das Harz relativ rasch in das Holz einzieht, trocknet es auch relativ rasch auf und härtet schon nach kurzer Zeit etwas aus.
(2-3 Std.)

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Harz anrühren und unterste Schicht gießen

Beide Komponenten mischen und ordentlich verrühren
Farbpigmentpulver einrühren
Endlich kann ich die Vacuumkammer ausprobieren
Der Druck lt. Beschreibung zwischen 27 und 29
Fertig zum gießen
Blasenfrei und Spiegelglatt
Das verwendete Harz
und der Härter

Das von mir hier verwendete Gießharz ist folgendes:
SICOMIN SR Green Cast 160 und
SICOMIN SD7160 Härter "slow"
Ich habe es bei timeout.de bestellt, da es angeblich eine lange Verschlußzeit hat und Schichtdicken bis zu 10cm in einem Gießvorgang gegossen werden können. Mal sehen ?!?

Also erst mal ein wenig Harz und Härter angerührt (Mischverhältnis in diesem Fall nach Gewicht 100g zu 42g), schwarzes Pigmentfarbpulver einrühren und ab damit in die Vacuumkammer.
(Endlich kann ich sie ausprobieren)
In der Vacuumkammer entstand bei dem Unterdruck eine dicke Schaumschicht auf dem Harz, was mich anfangs etwas irritierte, als ich nach 3-4 Minuten das Vacuum aber wieder auflöste, verschwand der Schaum relativ rasch. Sicherheitshalber noch ein zweiter Vacuum-Durchgang.
Jetzt kann ich das schwarz gefärbte Gießharz für die unterste Schicht gießen.
Da mir die entstandene Harzschicht noch etwas zu dünn war, habe ich noch eine zweite Harzmischung angerührt und nachgegossen.

Voller Freude über die wirklich wenigen kleinen Balsen die sich gebildet haben habe ich noch einen Pinsel zur Hand genommen und diese durch leichtes Abtupfen beseitigt.
Diese Fläche ist jetzt Blasenfrei und Spiegelglatt. Mal sehen wie es morgen nach dem Trocknen aussieht.


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Transparente Schicht gießen

Klares Harz anrühren und in Vacuumkammer stellen
Harz nach der Vacuumkammer blasenfrei
In den Tisch eingießen
Letzte Blasen mit Heißluft auflösen
Spiegelglatte Fläche
Andere Ansicht

Da die unterste schwarze Harzschicht bereits getrocknet ist, kann ich mich an die transparente Schicht machen.

Benötigte Menge an Harz anrühren, (Aufgrund der geringen Größe der Vacuumkammer habe ich diesen Schritt vier mal wiederholt, bis ich die benötigte Menge gemischt hatte) und ab in die Vacuumkammer für ca. 10 Minuten, danach sollte das Harz blasenfrei und transparent sein, die letzten Schaumkronen noch im Mischbehälter mit Heißluft auflösen und gießen.

Beim Eingießen entstehen wieder kleine Luftbläschen, welche sich mit Heißluft aber schnell und einfach auflösen lassen.

Die Oberfläche ist Spiegelglatt und schön sauber, also aushärten lassen.

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Die Überaschung !!! Heute hab ich wieder was gelernt !!!

Als ich heute in meine Werkstatt kam um mein super tolles Ergebnis zu bewundern, sah ich die Überaschung !!!

Die Tischplatte hat sich gewölbt und sieht aus wie eine Schüssel!

Das ist nicht das erwartete Ergebnis, leider.

DER FEHLER:

Die Unterlegplatte mit 10mm, an welcher ich an den beiden Längsseiten Zwingen angebracht habe um die Holzteile fest mit der Unterlage zu verspannen war nicht die beste Idee. Besser wäre eine Platte mit 22mm gewesen, denn die 10mm Platte hat unter dem Gewicht des Harzes nachgegeben und sich längsseitig, mittig nach unten verzogen.
Das wäre mit einer stärkeren Unterlegplatte nicht passiert.
Auch hätte ich quer unter die Platte einzelne Leisten legen können um ein Durchhängen des Mittelteiles unter der Last zu vermeiden.
Positiv sehen, heute habe ich wieder was dazu gelernt!!!!!!

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Retten wenn möglich, ich brauche eine Idee ?!?

Eigentlich wollte ich die beiden Seitenteile aus Holz nur ölen und nicht mit Harz übergießen.
Abschleifen oder Hobeln könnte ich die Seitenteile zwar auch noch, aber dann wird die Tischplatte an den Rändern für mich zu dünn.

Also Retten was zu Retten ist und Plan B muss her.

Ich mische also ein wenig Harz an, um die Seitenteile vollflächig ein zu streichen (um Blasenbildung durch Luftauslass des Holzes zu vermeiden), lasse es antrocknen.




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Gießen die Dritte !!!

Vollflächig vergossen

An den Stirnseiten bringe ich neue HD-PE Streifen an, da die bisherigen nicht über die gesamte Breite gereicht haben. (Wäre auch nicht nötig gewesen wenn ich nicht so einen DUMMEN FEHLER gemacht hätte.)

Diese Streifen wieder mit Silikon oder Ähnlichem abgedichtet,
Gießharz wie oben beschrieben anrühren und vollflächig über die gesamte Tischplatte gießen.

Das ist zwar weit weg vom ursprünglichen Plan aber bisher akzeptabel.

Durch die Krümmung ist diese Schicht zwar in der Mitte viel dicker als an den Seiten aber ich hoffe es funktioniert.

Ich habe dafür etwas zu wenig Harz angerührt, darum ist die Fläche noch nicht ganz bis zu allen Rändern voll gefüllt.

Das macht aber nichts, da ich ja noch einen Rahmen um die Platte montieren werde und danach die Fläche voll ausgießen.

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Rahmen bauen

Getrocknet ist die Oberfläche einigermaßen akzeptabel
Rahmen teile zurecht sägen
Rahmenteile hobeln
Rahmenteile fräsen
Bur auf einer Seite
Rahmen anleimen
Mit Zwingen sichern
Hier ist der Rahmen montiert

Die Oberseite ist noch nicht wirklich schön, aber akzeptabel, einige kleine Luftbläschen haben sich noch gebildet (kann ich sicher ausschleifen) und ein kleiner Riss Mittig in der Platte (im Harz) ist sichtbar. Dieser Schönheitsfehler bleibt leider.

Die Unterseite der Tischplatte ist eine mittlere Katastrophe geworden, da durch das Absinken auch das Harz unter die Holzteile gelaufen ist und echt unschön aussieht.
Das kann man auch auf dem letzten Bild mit den Zwingen recht gut erkennen)
Mal sehen wie ich das noch retten kann.

Der Rahmenbau:
Aus einem Stück Eichenholz habe ich mir die Rahmenteile in den entsprechenden Längen und in einer Breite von 8,3cm (Dickste Stelle der geschüsselten Platte 7,8mm) zurecht geschnitten.
Danach ab in die Hobelmaschine und auf allen Seiten gehobelt.
An einer Seite eine Kante rund gefräst und den Rahmen um die Platte herum angeleimt.
Dazu habe ich die Tischplatte mit der späteren Oberseite nach unten plan aufgelegt um den Rahmen auch plan anbringen zu können.
Das ganze mit Zwingen zum trocknen fixiert.

Am Bild 8 kann man ganz deutlich die Wölbung und die unsaubere Oberfläche erkennen.

Jetzt habe ich die gesamte Oberflächen noch einmal geschliffen (bis zu 2000er Körnung) um die Fehler (kleine Lufteinschlüsse) auszubessern und die Oberfläche für den nächsten "Reparatur-Guß" vorzubereiten.
Nach dem schleifen den Staub mittels Druckluft abblasen.

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Reparaturguß

Linke Ecke mit Wölbung
Rechte Ecke mit Wölbung
Nach dem Gießen
Spiegelglatt

Für das Gießen der Ausgleichsschicht habe ich den Standort von der Werkstatt in die Garage gewechselt (aus Platzmangel )

Ich habe versucht die Platte möglichst waagerecht zu platzieren, dass kein Harz über die Ränder läuft.

Für das Anmischen des Harzes und den Gießvorgang habe ich mir die Fotodokumentation erspart, da dies oben schon ausführlich erläutert ist.

Noch ein par Fotos vom Ergebnis.

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Fertig

Ja, jetzt ist die Tischplatte fertig.
Der Rettungsversuch ist halbwegs gelungen.
Leider sieht man noch drei Stellen im schwarzen Harzbereich rechts mittig im Bild 1 und links mittig im Bild 2 an denen kleine Luftblaseneinschlüsse sind, welche nicht mehr auszuschleifen waren.
Die Oberfläche ist aber wunderschön Spiegelglatt geworden.
Leider ist auch noch der kleine Riss im Harz durch das Absinken der Platte in der Mitte sichtbar und nicht mehr zu beheben.

Die Ursache für die Lufteinschlüsse:
Beim Vorstreichen der Innenkanten der beiden Holzteile habe ich offenbar drei kleine Stellen nicht gut genug vorbehandelt. Dadurch ist noch etwas Luft aus den unregelmäßigen Kanten im Holz ausgetreten und hat diese kleinen Lufteinschlüsse verursacht.
Daraus habe ich gelernt, das ich beim nächsten mal die Kanten jedenfalls ein zweites mal mit Harz vorstreichen werde. Dann sollte so etwas nicht mehr passieren.

Nichts desto Trotz hat mein jüngerer Sohn schon angekündigt, das diese Tischplatte wunderbar zu seinen Rattan Lounge Möbeln auf der Terrasse passen würde und die kleinen Schönheitsfehler sicher nur mir auffallen, ihn aber keinesfalls stören würden.
Also weiß ich schon was damit passiert :-)

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Hier noch ein Link zum Abschluss

Für alle Interessierten am Gießen mit Harz, hier noch ein Link zu meinem anderen Erfahrungsbericht mit Epoxitharz gießen. Darin findest du noch den einen oder anderen hoffentlich hilfreichen Tipp zu diesem Thema:

https://www.1-2-do.com/projekt/erfahrungsbericht-epoxitharz-giessen-details-links-und-info/bauanleitung-zum-selber-bauen/4013289

Viel Erfolg bei euren Harz-Projekten.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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