Epoxidharz Tisch / Epoxy River Table

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Epoxidharz Tisch bauen mit Holz Bohlen und blauem Epoxid | DIY Epoxy River Table
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    250 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

In unserem Wohnzimmer steht aktuell ein recht rustikaler Palettenholztisch. Mir gefällt er sehr gut, aber meiner Freundin leider nicht so sehr. Die Kombination aus Epoxidharz und Holz reizt mich jedoch schon länger und nach einem Testprojekt vor kurzem, habe ich mich an einen Tisch gewagt. Der Tisch ist deutlich feiner als der Palettenholztisch, aber dennoch rustikal gehalten.

Die Größe des neuen Tisches beträgt 52x82 cm bei einer Höhe von 39,5 cm. Die Platte ist knapp 5 cm stark.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • AdvancedRecip 18  - Stichsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (Akku)
  • Oberfräse,  RT0700CX2J
  • Tischkreissäge,  TKU 1693 D
  • Kapp- und Gehrungssäge,  GCM 8 SJL
  • Exzenterschleifer,  GEX 125-150 AVE
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Materialliste
  • Flachstahl | Stahl (10x100mm)
  • Bohlen | Robinie
  • Epoxidharz

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorbereitung

Für den Tisch habe ich zwei ca. 5 cm starke Robinie Bohlen verwendet, die auf einer Seite bereits besäumt waren. Die Bohlen habe ich zunächst auf meiner Kappsäge grob auf länge gesägt. Dadurch habe ich eine gerade Kante für die Form und das bauen der Form wird sehr einfach.

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Säubern der Bohlen

Nach dem Zuschnitt habe ich die Bohlen gut mit einer Drahtbürste gereinigt. An der vorhanden Baumkante habe ich die Rindenreste sorgfältig entfernt und die Oberfläche danach ebenfalls mit einer Drahtbürste gereinigt. Das ist notwendig, damit sich das Harz gut mit dem Holz verbinden kann. Die Rinde löst sich leicht vom Holz und der Tisch hätte ohne das Säubern eine Schwachstelle.

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Erstellen der Form

Die Form habe ich aus beschichteter Spanplatte hergestellt. Die glatte Oberfläche ist sehr gut für diese Arbeit geeignet und Spanplatten sind oft günstig/kostenlos (Sperrmüll/Kleinanzeigen) zu bekommen.
Für den Rahmen habe ich vier ca. 5 cm schmale Streifen gesägt, die ich einfach auf eine größere Platte aufgeleimt habe. Ich hatte keine ausreichend große Grundplatte, daher habe ich zwei kleinere Platten verschraubt und den Stoß mit Klebeband abgedichtet.

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Vorbereiten der Form

Um sicherzustellen, dass sich die Tischplatte wieder aus der Form lösen lässt, habe ich auf die Spanplatte noch ein Trennwachs aufgetragen. Das Trennwachs muss mit einem Baumwolltuch dünn aufgetragen werden und wird nach dem Ablüften noch einmal aufpoliert.
Im Anschluss können die Bohlen in der Form platziert werden. Sie sollten leicht festgespannt werden, damit sie sich nicht mehr bewegen können und beim Gießen nicht aufschwemmen.

Die gesamte Form sollte etwa im Wasser ausgerichtet werden. Das Harz ist zwar zähflüssig, durch die lange Trocknungszeit fließt es aber relativ weit.
Um zu verhindern, dass die Klötzchen, die zum Spannen verwendet werden, festkleben, können sie in Klebeband eingepackt werden.

Die Empfehlung für das Trennwachs habe ich übrigens hier aus dem Forum - Danke.

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Gießen des Harzes

Alle Oberflächen, die in Harz gegossen werden, müssen vorher mit einer dünnen Schicht Harz versiegelt werden. Das verhindert, dass Luftblasen aus dem Holz aufsteigen, die später im Harz sichtbar wären.
Ich habe das Harz mit einigen Tropfen Farbe in zwei unterschiedlichen Blautönen eingefärbt und langsam in die Form gegossen. Das Gießen muss bei dieser Schichtdicke in mehreren Schichten erfolgen. Ich habe jeweils ca. 1cm gegossen.
Bei jedem Gießen werden kleine Luftblasen aus dem Harz aufsteigen, die nach einigen Minuten mit dem Fön oder einem Feuerzeug entfernt werden sollten.

Das Mischungsverhältnis zwischen Harz und Härter muss genau stimmen. Die beiden Komponenten müssen sorgfältig vermischt werden, so lange bis keine Schlieren mehr zu sehen sind. Stimmt das Mischungsverhältnis nicht oder wird nicht gut gerührt, härtet das Harz nicht richtig aus. Bei zu hoher Schichtdicke oder zu frühem Nachgießen kann das Harz sehr heiß werden. Die Temperatur sollte überwacht werden und das Harz sollte eventuell gekühlt werden. Bei Temperaturen über 40°C kann es passieren, dass das Harz spröde aushärtet.

Die einzelnen Schichten werden Nass in Nass gegossen. Die nächste Schicht muss gegossen werden, bevor die vorherige ausgehörtet ist. Die beiden Schichten verbinden sich sonst nicht mehr richtig. Das Harz sollte schon möglichst hart sein, beim Berühren mit dem Handschuh sollte aber noch Harz am Handschuh kleben bleiben. Vergesst nicht bei jeder Schicht auch nochmal Harz auf die versiegelten Oberflächen aufzutragen.

Epoxidharz gehört (im flüssigen Zustand) nicht unbedingt zu den gesündesten Chemikalien. Ich trage beim Verarbeiten Nitril Handschuhe (Latex lässt die Chemikalien zu schnell durch) und Atemschutz.

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Entformen der Tischplatte

Nach einigen Tagen ist das Harz getrocknet und die Tischplatte kann aus der Form entnommen werden. Wenn das Trennwachs gut aufgetragen ist, lässt sich die Platte leicht aus der Form lösen. Ein paar Schläge mit dem Hammer sollten ausreichen.

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Planfräsen

Die Oberfläche der Platte ist nach dem Entnehmen aus der Form sehr uneben. Ich habe keinen Hobel und verwende daher ein kleines Hilfsmittel für die Oberfräse, das ich in einem anderen Projekt vorgestellt habe. Damit lässt sich die Oberfläche gut abrichten. Bei sauberem Arbeiten reicht die Genauigkeit bei einer Tischplatte auch zum Dickenhobeln. Der Vorschub mit der Oberfräse sollte sehr gering sein, da das Harz sonst zum splittern neigt.

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Zusägen und Schleifen

Vor dem Schleifen
Geschliffen mit Korn 120

Nach dem Abrichten sind auf der Oberfläche noch deutlich die Frässpuren zu sehen. Es gibt also noch einiges zu schleifen, bis die Oberfläche schön spiegelnd ist. Angefangen habe ich mit Korn 120, bis die Oberfläche glatt war.
Nach diesem ersten Grobschliff habe ich die Platte auf das endgültige Maß gesägt und die Kanten gefast. Außerdem habe ich Einschraubmuffen für die Füße angebracht. Für die Einschraubmuffen habe ich mit dem Kerndurchmesser vorgebohrt. Eingedreht habe ich die Muttern mit einer langen Schraube und einer Kontermutter.
Im Anschluss folgt das trocken Schleifen bis Korn 320 und von 400 bis 2000 Nass. Nass habe ich fast ausschließlich den Harzteil geschliffen. Beim Nassschleifen muss die Oberfläche jedes Mal gut gereinigt werden (nass abwischen) wenn das Papier gewechselt wird.

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Oberfläche fertigstellen

Damit die Harzfläche schön glänzt habe ich sie nach dem Schleifen noch poliert. Dazu habe ich eine Lammfellhaube und Polierpaste verwendet. Die gesamte Platte muss nach diesem Arbeitsschritt noch einmal mit ausreichend Wasser gereinigt und danach gut abgetrocknet werden.
Nach dem Trocknen der Oberfläche habe ich noch Hartwachsöl aufgetragen. Da es sich um einen Tisch handelt, dessen Oberfläche stärker beansprucht wird als z.B. ein Regal, habe ich das Öl mit einer Rolle aufgetragen. Nach 30-60 Minuten habe ich das überschüssige Öl mit einem Küchenpapier entfernt (Vorsicht, kann sich selbst entzünden).
Im Anschluss noch die Füße angeschraubt und der Tisch war fertig.

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Ergebnis und ein Wort zu den Füßen

Der Tisch auf den Bildern in diesem Arbeitsschritt ist immer endbehandelt. Einige sind zu hell, andere zu orange. Der tatsächliche Farbton liegt irgendwo dazwischen.
Zu den Füßen: Den Bau habe ich nicht dokumentiert. Es ist meine erste Schweißarbeit seit langem und das erste Mal mit Elektrode.

Die Füße sind aus 10x100mm Flachstahl. Die Einzelteile habe ich mit dem Fuchsschwanz gesägt, verschweißt, geschliffen, grundiert und matt schwarz lackiert. Insgesamt nicht kompliziert, für mich aber wegen der Schweißarbeit am aufwendigsten. Vor allem war es schwierig, den Verzug durch das einseitige Erhitzen ausreichend zu beachten, damit die Winkel nach dem Abkühlen alle stimmen.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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