Entstaubbürste für die Werkstatt

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    2 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Bei Lidl gab es diese Woche Bürstendichtungen für Türen. Ich habe mir drei gekauft. Zwei für die Werkstatttüren und eine einfach so. 2,99 Euro das Stück, kann man immer mal brauchen. Ich sehe das als Rohstoffquelle und habe schon das eine oder andere mit Bürstendichtungen gemacht. Zum Beispiel die Tischkreissäge PTS 10 damit abgedichtet. Also mal eine als Reserve gekauft ...


Die Profile haben 100 cm und schon habe ich nach dem Abdichten der Türe zwei Stücke übrig. Eines mit etwa 15 cm, eines mit 38 cm. Und schon kommt die Idee. Ihr kennt vielleicht die feinen Bürstchen zum Schallplatten von Staub zu befreien? So etwas wäre doch etwas für die Werkbank, die Maschinentische, aber auch um Holz nach dem Schleifen von Staub zu befreien. Nur größer mit solchen Bürsten der Türabdichtungen. Klar kann man den Sauger mit Bürste für solche Arbeiten einsetzen aber für mal kurz abfegen ist der Aufwand manchmal zu hoch. Kurz bürsten und fertig. Also ran ans Werk! 

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Materialien

Viel braucht es nicht: Zwei Parketthölzchen aus Eiche und ein Stück Bürstendichtung.

Das Stück Dichtung soll einen Handgriff bekommen und von den Eichenhölzchen habe ich noch viele hier liegen. Zwei davon sollen aufeinander geleimt und mit einer kleinen Nut versehen werden, in die das Bürstenstück dann eingesetzt werden wird.

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Abrunden

Durch die rauh gesägten Kanten des Parkettholzes fühlt sich dieses gar nicht nach einem Handgriff an. Als erstes runde ich eine Seite der Hölzchen am Frästisch. Ich verwende dazu einen 8 mm- Viertelstabfräser mit Anlaufkugellager. Dieser ist noch vom letzten Projekt in der Fräse eingebaut. 



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Maß nehmen und Nut fräsen

Die Bürstendichtung hat etwa 4,5 mm Stärke und soll dann im Handgriff eingefügt werden. Da ich keinen 4,5 mm-Fräser habe und ich will, dass die Bürstendichtung stramm in der Nut sitzen soll, werde ich aus jeder Handgriffseite etwas mehr als 2 mm abfräsen.

Ein Fräser mit 5 mm wird in den Frästisch eingesetzt. Wichtig ist, dass dieser nicht nur an der Seite, sondern auch am Ende Schneidflächen besitzt. Die Frästiefe wird eingestellt auf etwa 2 mm - hierzu hilft mir mein selbst gebauter Tiefenmesser. Jetzt noch die Fräse minimal hoch stellen, so sollte ich in etwa 2,25 mm heraus fräsen. Anschlag mit Federklemmen anbringen, so dass das Holz nicht vom Fräser angehoben werden kann.

Erster Versuch - doch zu wenig abgefräst. Also nochmals minimal zugeben. Da ich ja zwei Hölzchen fräse, die später zusemmgesetzt werden und ann gemeinsam die Nut bilden werden, muss ich vorsichtig sein: 1 mm an der Fräse bedeutet später als Nut 2 mm. Ich bewege mich also im Zehntelbereich und taste mich voran. Bis es exakt passt.

Bei so diffizilen Maßen bietet es sich immer an, Probefräsungen vorzunehmen. Also mache ich das an zwei anderen Parketthölzchen und fräse erst dann mein richtiges Holz.

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Hochzeit der Griffschalen

Die beiden gefrästen Griffhälften werden geleimt und verpresst. Hierbei ist zu beachten, dass es sich bei Eiche um Hartholz handelt, das an beiden Kontaktseiten geleimt werden sollte. Ein dünner Auftrag auf jeder Seite genügt. Ich ziehe den aufgetragenen Leim mit einem selbst gebauten Leimstreicher ab - ein ausgedientes Metallsägeblatt funktioniert wie eine sehr feine Zahnspachtel.

Dann füge ich die Griffschalen zusammen und verpresse diese mit Tischlerzwingen. Austretender Leim stört mich nicht, dieser wird nach dem Trocknen mit einem Messer abgeschnitten und dann wird ja eh geschliffen. Auf Hartholz gibt Leim dann keine Spuren. 

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Bürste kürzen

Während der Leim härtet habe ich Zeit, mich um die Dichtung zu kümmern. Ich habe diese bereits angezeichnet, so dass ich die künftige Länge habe. Dann spanne ich diese in den Maschinenschraubstock um diese zu kürzen.

Zum Kürzen nehme ich einen „Dremel“ mit Trennscheibe. Das geht flott und besser als mit einer Metallsäge.

Die Trennstelle muss dann noch mit einer Beisszange zugebogen werden. Man sieht in den Bildern, dass die einzelnen Fasern im Profil um einen festen Metalldraht gebogen sind. Würde ich die Bürstendichtung so verwenden wollen, würden mir die Borsten seitlich nach und nach verloren gehen. Also zubiegen.

An dieser Stelle einen Tipp: Möchte man eine weniger feste Bürste haben, empfiehlt es sich nun einfach etwas Borsten zu entfernen und die dann noch vorhandenen Borsten so weit zu verschieben, bis die Lücke geschlossen ist. Weniger Borsten = weniger Steifheit und dadurch eine weichere Bürste. Da hilft nur Ausprobieren.

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Schleifen und Wachsen

Das Holz schleife ich zunächst am Bandschleifer um den Leim und feine Überstande zu entfernen. Ich habe da P220 darauf. Dann noch etwas mit dem weichen Handschleifklotz mit P280 und zum Schluss mit P500. Ich habe letzteres günstig dür den Exzenter ersteigert und verwende es höchst selten. An Flächen bei Holz eher nicht sinnvoll. Aber bei Handgriffen oder Dingen die man anfasst, will ich schon eine sehr sehr feine glatte Oberfläche. Also P500.

Dann ziehe ich eine feine Schicht Möbelwachas auf. Normalerweise stehe ich eher auf Öle, aber bei der Bürste werde ich die natürliche Haptik gerne spüren. Nach ein paar Minuten reibe ich Überstände des Wachses mit einem Baumwolltuch ab und poliere es. Jetzt habe ich den feinen Seidenglanz und eigentlich kein Wachs mehr auf dem Holz sondern lediglich in den minimalsten Poren.

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Bürste einsetzen

Ich könnte die Bürste mit Epoxy kleben. Aber ich mag nicht überall die extreme Chemie haben. Und es dauert mir auch zu lange. Ich verwende ganz einfachen „Uhu“-Kleber. Dieser klebt auch Holz und Metall. Die Belastung in Längsrichtung ist sehr gering und in der Querrichtung sitzt die Bürste in der Nut. Das sollte halten. Und wenn nicht, dann kommt eben doch Epoxy rein.

In den Bildern sieht man rechts feinen Schleifstaub. Den habe ich mit der Bürste von meinem Arbeitsbrett zusammen geschoben. Perfekt, der feinste Staub wird aufgenommen.

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Jetzt wird gebürstet

Die Werkbank habe ich zuerst mit dem normalen Handfeger gesäubert. Dann mit der neuen Bürste. Man sieht, da kommt noch reichlicher feiner Staub zusammen.

Am Tisch der Standbohrmaschine ist die Bürste auch ganz hilfreich um diese von feinen Metallspänen zu reinigen. Diese drücken sich leicht in die Platte, wenn man den Maschinenschraubstock aufsetzt. Oder sie hängen später in Holz das man gebohrt hat. Da hilft nur absaugen, aber häufig hängen feinste Späne dest, die bekommt man nur mechanisch ab.

Dann der Bandsägetisch und die TIschkreissäge mal entstauben.

Da die Bürste insgesamt nur 4 cm hoch ist, ist diese schön klein und handlich. Sie liegt gut in der Hand und ich werde aus den weiteren Resten der Bürstendichtungen noch ein paar Bürstchen machen.

Zum einen möchte ich eine mit zwei Reihen hintereinander zum Entstauben von Holz vor dem Ölen oder Lackieren. Ob das besser funktioniert? Das muss ich einfach probieren. Auf jeden Fall eine längere für große Flächen wie Türen vor dem Lackieren. Eine klene soll in den Handwerkzeugsystainer für Reinigungsarbeiten wenn ich unterwegs bin. Vielleicht bekommt meine Frau eine für Krümel auf der Tischdecke ... Ich habe ja noch rund 1,30 Meter Material verfügbar.

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Messer und Bürste, Anreissmesser

Mein schönes Klappmesser zum Wandern ist kürzlich gebrochen. Die Klinge brach unvermittelt ab. Toller Stahl aber wohl doch zu spröde um einen Fall auf hartes Gestein aushalten zu können. Aber zum Wegwerfen zu schade!

Ich habe die Klinge in Parketthölzschen eingepasst und mit Epoxy eingeklebt. Ein geschicktes stabiles Messer für die Werkbank. Ich verwende es sehr gerne. Leider habe ich mir dabei wenig Mühe am Griff gegeben. Die nicht abgerundeten Kanten stören mich. Naja, ich werde wohl nacharbeiten müssen. Aber das Design passt.

Und dann noch mein schönes Wichtelgeschenk von Cybermann - das Anreissmesser passt auch sehr gut in die Sammlung. Die Bürste ist eine gute Ergänzung in dieses Trio für die Werkbank. Drei Handwerkzeuge, die man nicht unbedingt braucht, die für mich aber zur Grundausstattung gehören und immer auf der Werkbank liegen.


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