Eine Mini-Werkbank

Auf Pinterest teilen per E-Mail teilen IC-send-mail Drucken IC-print-circle
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    60 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Öffentliche Wertung

Es ist mal wieder soweit: Nachdem ich eine ganze Zeit lang keine Zeit hatte, mich ernsthaft mit Holzbearbeitung zu beschäftigen, hier mal wieder eines meiner Projekte: Eine Mini-Werkbank.
Ich hatte im Internet einige Beispiele gesehen und "zufällig" bei einem größeren Versandhändler einen kleinen Schraubstock gefunden. Einige Zeit später war ich beim Holzhändler meines Vertrauens und habe ihn nach passendem Holz gefragt. Zuerst bot er mir ein Stück Esche an (ca. 1 Meter mal 60 cm mal 5 cm). Das war mir allerdings zu groß (und zu teuer)...

Du brauchst

Icon my-product Icon--my-product-black-48x48
Werkzeuge
  • Schlagbohrmaschine
  • Holzhammer
  • Stecheisen, verschiedene Größen
  • Winkel
  • Markiermesser
  • Forstner-Boher, 3/4 Zoll / 19 / 20mm
  • säge
  • Grundhobel
  • Putzhobel
  • Streichmaß
  • Bleistift
  • Lineal
Icon confirmation Icon--confirmation-black-48x48
Materialliste
  • 1 x Holzplanke | Mahagoni (55 x 250 x 2000mm)
  • 1 x Kantholz | Ahorn (70 x 70 x 400mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

1 6

Das richtige Holz

... Stattdessen hatte er diverse Planken Mahagoni-Holz da - etwa 20 cm breit, 5 cm dick und um die zwei Meter lang. Und zu einem für mich annehmbaren Preis. Da ich aber eine Mini-Werkbank bauen wollte, waren zie zwei Meter mehr als genug (für den Rest werde ich sicher auch noch eine Verwendung finden).
Also erst mal das Holz auf die ungefähre Länge zuschneiden - mit ca. 90 cm Länge lässt es sich wesentlich besser verarbeiten. Dann habe ich die schnale Seite mit dem Hobel bearbeitet, bis sie glatt war.
Dann war die Oberseite dran. Zuerst wird quer zur Faser gehobelt, bis die oberste Schicht abgetragen ist. Dann wird entlang der Faser gehobelt, bis auch die Unterseite glatt ist. Einzelne Kleinigkeiten können mit der Ziehklinge ausgeglichen werden.
Zum Schluss dann noch die gegenüberliegende (schmale) Seite.

2 6

Unterseite und Hirnholz

Ich hatte vor einigen Jahren mal einige Bankhaken von Veritas gekauft. Die sind etwas über fünf cm lang (um genau zu sein, zwei Zoll) und verfügen über einen Federmechanismus, durch den sie etwas länger werden können. Um sie in der Arbeistplatte verschwinden zu lassen, muss diese also etwas über zwei Zoll dick sein. Dafür habe ich das Streichmaß auf 53mm gestellt, an der Unterseite angelegt und eine Linie um die Arbeisplatte gezogen. Alles oberhalb dieser Linie habe ich abgehobelt - wie vorher erst quer zur Faser, dann zum Glätten entlang derselben.
Ist das erledigt, ist das Tages-Aktivitäts-Soll erfüllt ;-) Es hilft gewaltig, mit Hilfe von Richtscheiten die Oberseite plan zu hobeln (Fotos davon habe ich nicht gemacht)...
Zum Schluss wird ein Winkel an die Hirnseiten angelegt und mit dem Messer eine kleine Kerbe um die Platte gewinkelt. Auf diese Linie wird das Hitnholz herunter gehobelt. Das sieht nicht nur hübscher aus als sägeraues Hirnholz, es ist auch eine gute Möglichkeit, zu überprüfen, wie genau die bisherige Arbeit ist: Wenn die Messerkerbe genau da wieder ankommt, wo sie losgegangen ist, ist die Platte  ausreichend rechtwinklig.

3 6

Löcher für die Bankhaken

Die Löcher für die Bankhaken sind nicht wirklich spektakulär: Mit dem Bleistift wird eine Mittellinie angerissen und dann ausgehend von der Hirnseite, an der später der Schraubstock befestigt wird, in beliebigen Abständen die Punkte markiert, an denen er Bohrer zum Einsatz kommt - der erste nach 15 cm, dann drei weitere alle 10 cm.
Jetzt kommt die Bohrmaschine mit dem mobilen Ständer und dem 3/4"-Forstnerbohrer zum Einsatz. Wenn kein Bohrer mit einem Durchmesser von 3/4 Zoll (das sind 19,05 mm) vorhanden ist, tuts auch ein 19mm-Bohrer - diese Toleranz sollte drin sein; zur Not geht auch ein 20mm-Bohrer...
Zu den Bankhaken gehören kleine Eisenplättchen, die unter die Werkbank geschraubt werden, damit sie nicht durchrutschen.. Die werden schnell festgeschraubt und getestet, wie weit die Haken aus der Platte herausstehen - und ob sie tief genug in der Platte verschwinden, um später nicht im Weg zu sein...

4 6

Die Füße

Der Schraubstock wird nicht nur von vorne an die Bank geschraubt, sondern auch von unten. Die Holzplanke kann also nicht einfach so aufliegen, sondern benötigt Füße. Ich hatte vor einigen Jahren mal ein paar Stücke Ahorn (70 x 70 x ~400 mm) gekauft. Eins davon halbiert und schon habe ich ein Stück, aus dem sich zwei Füße herstellen lassen. Ursprünglich wollte ich den Ahorn mit der Bandsäge zerteilen. Leider ist meine kleine Bandsäge dafür zu schwach. Also mache ich das statt "mal eben" mit der Bandsäge nun mit der Hand. Das dauert etwas länger und ist recht schweißtreibend - aber schön ;-)
Die sägeraue Seite wird - wie die Mahagoni-Planke plan gehobelt. (Hätte ich geahnt, dass Ahorn sooo hart ist, hätte ich mir das sicher zweimal überlegt.

5 6

Die Gratnuten

Die Ahornstücke sind jetzt etwa 35 mal 70 mal 200mm lang. Auf der einen Hirnseite wird jetzt ein Schwalbenschwanz angezeichnet. Der hat eine Breite von 35mm. Auf der anderen Seite wird ebenfalls ein Schwalbenschwanz angezeichnet, allerdings etwas schmaler - dadurch läuft das Stück dann später spitz zu.
Mit dem Streichmaß wird die Tiefe dieses Schwalbenschwanzes angerissen und alles mit der Säge freigeschnitten.
Ist das erledigt, wird's auf die Arbeisplatte übertragen. Mit dem Messer wird eine Kerbe gezogen; diese wird mit dem Stecheisen etwas vergrößert und dann gesägt...
Das Innenleben wird grob mit dem Stecheisen entfernt und mit dem Grundhobel auf die genaue Tiefe geputzt. Sollte der Fuß jetzt nicht genau passen, kann der Grat mit dem Hobelnachbearbeitet werden. Mit etwas Überzeugingsarbeit (oder einem Hammer) werden beide Füße in die Nuten getrieben.

6 6

Fertig machen

Zum Schluss muss noch der Schraubstock befestigt werden. Das ist nicht weiter aufwendig. Ist er befestigt, wird die Position der Bolzen auf den Fuß übertragen und entsprechende Löcher gebohrt.
Damit die Werkstücke später nicht mit dem Metall der Spannbacken in Berührung kommen womöglich eingedellt werden (das Metall der Spannbacken dürfte um einiges härter sein als das Holz, aus dem meine Werkstücke sind) schneide ich noch zwei Stücke aus Birke-Multiplex zu und befestige sie am Schraubstock.
Zum Schluss wird der Schraubstock noch einmal abgebaut und die Werkbank mit Hartwachs-Öl eingepinselt. Überschüssiges Öl wird nach etwa 20 Minuten mit einem Lappen entfernt.
Ist das Öl getrocknet, werden die Plättchen für die Bankhaken und der Schraubstock wieder befestigt.
Fertig ist die Mini-Werkbank!


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


Tags

Meinungen und Reaktionen

Wie hat dir das Projekt gefallen? Indem du deine Meinung mit uns teilst, hilfst du uns und anderen Community-Mitgliedern zukünftige Inhalte zu verbessern.

  • Öffentliche Wertung