Ein Seilzug für den Spielturm Marke Eigenbau

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    0 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Meine Kinder haben einen Spielturm im Garten. Und wie es immer so ist, muss auch immer irgendwelches Spielzeug mit hoch genommen werden. Auch wenn die doofen Eltern noch so oft sagen, dass dies unterlassen werden soll, damit sie sich beim Hochklettern ordentlich festhalten und nicht herunterfallen, müssen wir sie immer wieder dabei erwischen. Und schließlich ist es doch passiert: Unsere 3-jährige Tochter ist den schrägen Aufgang von fast ganz oben mit samt Buddeleimer etwa 1,5m heruntergefallen. Zum Glück ist ihr nichts passiert. Das war aber das Ereignis, welches wir zum Anlass genommen haben, uns etwas einfallen zu lassen. Meine Frau kam dann auf die Idee, einen Seilzug zu bauen. Mein 8-jähriger Sohn war gleich hellauf begeistert, sodass der Papa nun wieder ran musste. So war das Projekt geboren und ich durfte meinen Bestand nach passenden Materialien durchsuchen.

Ich habe mir vorher keinen Plan gemacht, sondern einfach drauf los gebaut. Dabei habe ich mir meinen Sohn mit heran gezogen. Er soll schließlich was für seinen zukünftigen Komfort tun :-)
Und ja, dabei hatte ich bzgl. der Maße extrem Glück gehabt, was sich später herausstellen sollte.

Verwendet habe ich ausschließlich Dinge, die ich sowieso schon da hatte. Teilweise habe ich Dinge auch zweckentfremdet, sodass sogar ein richtiges Upcycling-Projekt daraus geworden ist. Deswegen habe ich keine Angaben zu den Kosten gemacht. Da ich auch Sachen umfunktioniert habe, möchte ich die Kosten auch nicht abschätzen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Schraubstock
  • Hammer
  • Metallsäge
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Materialliste
  • 1 x Kantholz
  • 1 x Führungs-Rolle
  • 1 x Seil | z.B. Wäscheleine
  • 1 x Haken | ggf. selbstgebogen
  • 1 x Schrauben
  • 1 x Material für Kurbel

Los geht's - Schritt für Schritt

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Material für das Ständerwerk und Rolle

Die Umlenkrolle aus meinem Bestand
Die Umlenkrolle aus meinem Bestand
Kantholz aus meinem Bestand

Mein erster Gedanke war, dass ich ja noch eine Rolle herumliegen habe. Diese habe ich auch schnell gefunden. Dann kam noch ein Rest eines Vierkantholzes dazu und schon konnten wir los legen.

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Planung des Anbauortes

Der Spielturm
Hier soll der Seilzug dran
So wird das Kantholz befestigt werden

Das Objekt war der vorhandene Spielturm. Unter dem Turm hatte ich schon eher mal eine Verkleidung mit Tür und Fenster dran gebaut, sodass daraus gleich noch ein Spielhaus wurde. Auf der Seite, die auf dem Bild zu sehen ist, befindet sich die Tür. Auf der anderen Seite ist das Fenster und die Schaukel. Rechts und links davon sind der Aufgang und die Rutsche. Somit kommt eigentlich nur die Türseite in Frage. Natürlich soll die Tür nicht an das Seil anstoßen, sodass die Position schnell klar war.
Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, die Pfosten vorher zu reinigen. Die sind komplett mit Kreide bemalt. Also bitte nicht wundern oder kritisieren. Kinder halt… :-)

Schließlich habe ich das Vierkantholz angehalten und meine Frau hat gesagt, wie weit die Rolle vom Geländer weg sein soll. Dort habe ich angezeichnet. Den Rest nehme ich einfach als Kopfband (wenn das in diesem Fall auch so heißt). Die Maße haben dafür ganz gut gepasst.

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Bearbeitung des Kantholzes

Das Kantholz konnte ich noch anzeichnen, dann musste ich weg. In der Zwischenzeit hat mein Sohn mit der Hilfe meiner Frau die Leiste durchgesägt und vom Kopfband eine Seite auf etwa 45° abgeschrägt. Die Hölzer wurden dann noch durch meinen Sohn mit Wetterschutzfarbe behandelt. Wenn man sich die Qualität des Anstriches anschaut, stehen einem zwar die Haare zu Berge, aber den Zweck erfüllt es.

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Montage der beiden Leisten

Anschlag mit einem Winkel
Anzeichnung der Position des Kopfbandes
Vorbohren
Senken
Schrauben
Schrauben
Fertig

Die Konstruktion wird seitlich an den Pfosten des Spielturms geschraubt. Deswegen ist das Kopfband nur von einer Seite abgeschrägt. Für die Verbindung der Latte mit dem Kopfband habe ich beides aneinander gehalten, mit einem Winkel ausgerichtet und mein Sohn hat die Position angezeichnet. Nun haben wir vorgebohrt, damit sich das Holz nicht spaltet. Mit einem größeren Bohrer habe ich dann noch das Loch angesenkt, damit die Schraube später nicht absteht. Nun eine Schraube rein und fertig. Ich habe hier eine verzinkte Schraube genommen, weil ich leider keine Edelstahlschraube in der passenden Länge hatte.

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Umlenkrolle anbauen

Beim Einspannen im Schraubstock Klötzer dazwischen legen, damit das Holz nicht beschädigt wird
Da soll die Umlenkrolle drauf
... mit dieser Schraube aus meinem Bestand
Bohren mit Opferholz, damit das Loch unten nicht ausbricht
Schraube vorsichtig einschlagen
... und fixieren

Das Gestell haben wir erstmal in den Schraubstock eingespannt (mit Resthölzern dazwischen, damit es nicht beschädigt wird) und nun konnten wir überlegen, wie die Rolle befestigt werden kann. Die Rolle könnte ganz einfach oben auf die Leiste aufgesetzt und so verschraubt werden. Eine passende Schraube hatte ich in meinem Bestand. Loch bohren, Unterlegscheiben und Federring dazwischen, sachte einschlagen und verschrauben. Natürlich musste ich bei der Montage darauf achten, dass die Rolle auf der richtigen Seite hängt. Mein Sohnemann hätte sie natürlich falsch herum angebaut...

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Die Konstruktion muss an den Spielturm

Das sind die Schrauben
Bohren
Senken
Vorbohren am Pfosten
und dran damit
Ansicht von unten
Ansicht von unten

Nun konnte die Konstruktion an den Spielturm angebaut werden. Dazu habe ich ebenfalls verzinkte Schrauben genommen, weil ich nur kürzere Edelstahlschrauben im Bestand habe. Auch hier habe ich die Löcher vorgebohrt und gesenkt.

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Planung der „Kurbel“ zum Aufwickeln

Das gute Stück von meiner Frau :-)
Passt ganz gut
Würde sogar zu drehen gehen
Glasübertopf als Einsatz
Passt perfekt zusammen
Anhalten mit Glasübertopf - wie dafür gemacht :-)

Ich nenne die Aufwicklung mal Kurbel, auch wenn es im eigentlichen Sinne keine Kurbel geworden ist. Man könnte nun auch zusätzlich einen Griff zum Kurbeln benutzen, aber es soll ja nur ein Kinderspielzeug sein.
Jetzt erst habe ich mir Gedanken gemacht, wie man denn das Seil im Spielturm aufwickeln könnte. Zufällig hatte meine Frau zwei Monate zuvor eine Springform mit Rohrbodeneinsatz aussortiert. Dieser Einsatz passte vom Maß her ganz gut, dass ich diesen in diesem Projekt verbauen konnte. Ich sage immer wieder: Man kann eben nichts wegschmeißen. Nun brauchte ich nur noch eine Möglichkeit, den Rohrbodeneinsatz irgendwie zu befestigen. Ein Kantholz? Zu eckig, da bleibt die Schweißnaht immer hängen. Also muss es rund und konisch geformt sein. Wie es der Zufall so will, habe ich einen genau passenden Übertopf aus Glas gefunden. Den hat der Himmel geschickt... :-)
Kurz auch mal angehalten und die Begeisterung war groß. Die Freigabe meiner Frau geholt, dass ich diesen Übertopf auch verwenden darf und die Begeisterung war noch größer!

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Befestigung der „Kurbel“

Glas-/Fliesenbohrer
etwas Wasser zur Kühlung und gegen den Staub
Beim Bohren entsteht viel Dreck, welcher durch das Wasser gebunden wird
Putzen und Wasserwechsel
Die Löcher sind fertig
Kantholz als Gegenlager
Kantholz gekürzt
Auch das Kantholz muss vorgebohrt werden
Blech für den Winkel - eingespannt im Schraubstock
Blech gebogen...
... und gekürzt...
... und gefeilt
Der fertige Winkel, bereits mit zusätzlichem Loch
So sieht es dann aus
Anschrauben an den Pfosten
Passt, wackelt, hat Luft und lässt sich drehen

Irgendwie muss nun die „Kurbel“ mit dem Glasübertopf an der dafür vorgesehenen Stelle befestigt werden. Eigentlich muss nur der Boden des Übertopfes durch die Kopfbandöffnung hindurch an den Pfosten angeschraubt werden. Durch die konische Form lässt sich dann der Rohrbodeneinsatz nicht mehr abziehen, kann aber sehr leicht gedreht werden.
Ich habe entschlossen, dazu ein Metall-Lochblech zu einem Winkel zu biegen. Anschließend habe ich das Blech gekürzt und die Schnittstelle entgratet. Außerdem musste noch ein Loch gebohrt werden, weil die vorhandenen Löcher zu weit auseinander waren. Mit einem Glas-/Fliesenbohrer habe ich dann passende Löcher in den Boden des Glasübertopfes gebohrt. Dazu habe ich etwas Wasser auf die Bohrstelle geträufelt, damit zum einen der Bohrer nicht zu heiß wird und es zum anderen nicht so sehr staubt. Und glaubt mir, in das Glas bohren staubt extrem. Das Wasser muss auch mal gewechselt werden, weil die Masse durch den Staub immer fester wird, je mehr Staub entsteht. Auf der Innenseite sind die Löcher ganz leicht ausgebrochen. Hier hätte ich vielleicht ein Opferholz reinlegen müssen.
Wenn man nun direkt am Glas den Winkel anschrauben würde, würden wahrscheinlich die Löcher komplett rausbrechen, unabhängig davon, dass beim Bohren die oberste Schicht abgeplatzt ist. Aus diesem Grund habe ich ein weiteres Stück Kantholz in den Übertopf rein gelegt, welches als Gegenstück dient. In dieses Holz schraubte ich die Schrauben rein, sodass sich die Last auf den gesamten Glasboden verteilt. Dieses Mal habe ich sogar mal Edelstahlschrauben verwendet. Die Löcher haben wir natürlich wieder vorgebohrt und das Holzstück mit Wetterschutzlasur behandelt. Der Winkel konnte nun gefahrlos angeschraubt werden. Aber Vorsicht: nach Fest kommt ab.

Ebenfalls mit Edelstahlschrauben habe ich die Konstruktion nun an den Bestimmungsort an den Pfosten geschraubt, natürlich wieder mit Vorbohren.

Resultat: Die „Kurbel“ hält gut, wackelt nicht und lässt sich prima drehen.

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Das Seil

Das ist die Wäscheleine
Durchmesser der Wäscheleine messen für das Loch
Loch bohren und entgraten
Anprobe - passt
Montage vor Ort
Achtknoten
Und fest ziehen
Führung durch die Umlenkrolle

Als Seil haben wir eine Wäscheleine mit Stahleinlage (Draht) verwendet. Diese kostet im Euro-Shop nur wenige Euro, ich hatte sie aber im Bestand. Für die Befestigung an der „Kurbel“ hatte ich bereits in der Werkstatt ein entsprechend großes Loch in der Mitte nach außen hin gebohrt und dieses entgratet. Durch dieses Loch habe ich nun das Seil durchgeführt und mit einem Achtknoten gesichert. Hier kommt mir zu Gute, dass ich gerade einen Sportbootführerschein (SBF) mache. So konnte ich gleich den gelernten Knoten in der Praxis anwenden :-)
Das Seil musste nun nur noch über die Rolle geführt werden und man konnte es schon auf- und ablassen.

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Der Haken

Reststück des Weinregals
Einspannen in den Schraubstock
Der untere Teil ist fertig
Biegen der Öse mit Hilfe eines Schraubendrehers
... Den Rest mit dem Hammer
Überflüssiges Metall abschneiden
Noch einmal im Schraubstock in Form biegen
Grat abfeilen
Fertig ist der Haken. Nicht schön, aber selten...

Natürlich muss auf der anderen Seite noch etwas befestigt werden, damit man da auch etwas anhängen oder drauf stellen kann. Wir haben uns, der Flexibilität wegen, für einen Haken entschieden. Da ich keinen passenden Haken habe, habe ich einfach einen selber gebogen.

Das Material hatte ich von einem alten Metall-Weinregal. Das hatte den Vorteil, dass eine aufgeschweißte Kugel, welche als Fuß diente, gleich die Spitze des Hakens sichert, damit sich die Kinder daran nicht verletzen können. Besser geht es nicht. Die Metallstange ist zudem stark genug, um auch etwas Last aufnehmen zu können. Gebogen habe ich das Metall mit dem Schraubstock und Manpower. Angefangen habe ich mit dem Haken selbst. Die Form ist nicht besonders schön, aber er hängt nicht seitlich herunter und es wäre mit meinen beschränkten Bearbeitungsmöglichkeiten auch nicht hübscher möglich gewesen. Gern nehme ich Vorschläge entgegen, wie ich es hätte besser biegen können. Anschließend habe ich noch eine Öse für die Aufhängung gebogen. Dazu habe ich dann einen Hammer zur Hilfe genommen. In Form gebogen habe ich den Rest mit einem Bolzenschneider abgetrennt und noch einmal in den Schraubstück eingespannt, um das Profil zu glätten. Gern hätte ich eine Schnecke gebogen, aber das hätte ich nicht ansehnlich hinbekommen.
Nun musste ich noch den Schweißpunkt abfeilen, welcher von dem Weinregal übrig war. Dann war der Haken fertig. Nicht schön, aber Einzelanfertigung...

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Haken an das Seil und fertig ist der Seilzug

Seil durch die Öse
Ein toller Seemannsknoten :-)
Fertig
Abnahme durch die Kinder...
... bestanden :-)

Das Seil habe ich durch die Öse mit dem Haken verbunden. Auch hier konnte ich gleich mal einen Knoten für meinen SBF in der Praxis üben. Befestigt habe ich den Haken mit „Anderthalb Rundtörns mit zwei halben Schlägen“. Da die Wäscheleine sehr steif ist, musste ich hier ein wenig variieren, aber macht ja nichts :-)

Sogleich wurde ein Eimer an den Haken gehangen und der Seilzug ausgetestet. Abnahme ist erfolgt :-)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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