Ein letzter Gruß - das Grabkreuz

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Grabkreuz
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    50 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Der Umgang mit dem Tod ist grundsätzlich kein leichtes Thema, schon gar nicht auf einer Heimwerkerseite wie 1-2-do.com. Nach Zögern und Zaudern habe ich mich dennoch entschlossen, das nachfolgend beschriebene Projekt hier aus der Überzeugung heraus einzustellen, dass unser gemeinsamens Hobby eine ganz eigene Möglichkeit bietet, mit dem Verlust eines lieben Menschen umzugehen - einer Erfahrung, die ich gerne anderen weitergeben möchte.

Kürzlich ist mein Vater nach schwerem Leiden verstorben - als der Tod sich als dunkler Schatten über unser Leben legte blieb meinem Vater und mir leider nicht viel Zeit, zu früheren Zeiten Ungesagtes und Unbesprochenes aufzuarbeiten. Man mag an ein Leben nach dem Tod glauben oder nicht - mir war es wichtig, ihm und allen anderen mit einem ganz persönlichen, letzten Gruß über den Tod hinaus ein Zeichen zu geben, wie wichtig und besonders er für mich war.

Nahezu alle meine Projekte arbeiten mit Holz - daher war es für mich naheliegend, meinem Papa aus meinem Lieblingsmaterial ein besonderes, persönliches Grabkreuz anzufertigen. Festes Eichenholz soll das Kreuz dauerhaft machen und für die Persönlichkeit meines Vaters stehen, die Gestaltung ist seinem Geschmack nach schlicht und schnörkellos. Die Außenkanten des Längs- und Querbalkens bilden zusammen mit einer Einfräsung unter den Sterbedaten einen Kreis, der das Leben symbolisiert. Oberhalb des Namens habe ich eine Rose angebracht - eine Blume, die mein Papa zu Lebzeiten im Garten in unzähligen Arten gehegt und gepflegt hat.

Zumindest bei mir hat das Arbeiten am Kreuz viele längst verschütt geglaubte Erinnerungen hervorgerufen, irgendwie eine Form des Aufarbeitens. Auch hatte ich stets das Gefühl, in einer so ohnmächtigen Lage etwas Richtiges und Gutes zu tun - was mir und anderen Familienmitgliedern glaube ich sehr über die Trauer hinweggeholfen hat.

Vielleicht mag meine Idee anderen in ähnlicher Lage Anregung und Linderung sein.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Schwingschleifer
  • Stichsäge
  • Oberfräse
  • cutter
  • Klebeband
  • Blaupause
  • Bleistift, Lineal, Winkel
  • Pinsel
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Materialliste
  • 1 x Brett | Eichenholz (1700mmx100mmx30mm)
  • 1 x Brett | Eichenholz (700mmx100mmx30mm)
  • 1 x Furnier | Buche (Stärke 1mm)
  • 1 x Beize schwarz
  • 1 x Beize grün
  • 1 x Beize mahagoni
  • 4 x Senkkopfschrauben | Edelstahl (M4x25)
  • 1 x Leim wasserfest
  • 1 x Klarlack für Außen

Los geht's - Schritt für Schritt

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Das Kreuz

Beim Holzhändler habe ich mir zwei zurechtgeschnittene Bretter aus hochwertigem Eichenholz besorgt, per Stichsäge an den Enden abgerundet, die Spitze zum Einstechen in die Erde angefertigt und mit der Oberfräse die Kanten bearbeitet und die Einfräsung hergestellt. Als Anschlag für das Herstellen der Einfräsung habe ich einfach einen der Kreisbogenabschnitte an den Brettenden verwendet, per Schraubzwinge aufgeklemmt und die Fräse daran entlanggeführt. Mit der Kappzugsäge habe ich an entsprechender Stelle durch zahlreiche Sägeschnitte die 15mm tiefen Ausschnitte für die Kreuzverleimung hergestellt und beide Bretter mit einander verleimt. Zum Schluss habe ich die Kreuzverleimung von der Rückseite noch mit vier Schrauben gesichert, man weiß ja nie.

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Die Beschriftung und das Dekor

Für die Beschriftung und das Dekor habe ich eine von mir bereits viele Male erfolgreiche angewandte Technik benutzt, die bei schönem Ergebnis zwar mühselig, aber einfach ist. Zunächst habe ich das Design am Rechner 1:1 entworfen und dann per Blaupause auf Buchefurnier übertragen, das ich aus alten Projekten noch im Schrank habe. Anschließend habe ich bei dem einen oder anderen Glas Whiskey und guter Blues-Musik aus dem Plattenspieler einen Abend lang alle benötigten Teile mit dem Cutter ausgeschnitten und an den Rändern etwas geglättet. Mit farbiger Beize lassen sich die Furnierteile leicht und beliebig einfärben und anschließend per kurzem Andrücken schnell und einfach auf das Kreuz aufleimen - ein Anschlag zum Anlegen der vielen Buchstaben ist allerdings empfehlenswert. Zum Schluss wird alles mit zwei bis drei Schichten Klarlack überlackiert, damit das Kreuz lange schön bleibt und Wind und Wetter widersteht.


Rechtlicher Hinweis

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