Eigenbau Schlafzimmer Teil1: Das Bett

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    12 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Dies ist der erste Teil eines, nach meinen Maßstäben,  Mammutprojektes. Es war immer mein Traum, für meine Frau und mich ein Schlafzimmer selbst zu bauen und dabei auf möglichst viel Palettenholz zurück zu greifen, aber so, dass es am Ende nicht wie die typischen Palettenmöbel aussieht. Lange Zeit hielt ich das für eine Schnapsidee, weil ich dachte, dass es meine Fähigkeiten und auch meine Möglichkeiten überschreitet. Aber ich habe beides in der jüngeren Vergangenheit erweitern können und da auch meine Gattin dem Vorhaben ihre Zustimmung erteilte, konnte ich tatsächlich die Verwirklichung meines Traumprojektes angehen. 


Hier nun der erste Teil, das Bett. Es handelt sich nicht um einen kompletten Neubau, sondern um eine Verkleidung des vorhandenen Bettgestells. Dieses ist technisch noch völlig in Ordnung, nur gefällt es uns optisch nicht mehr.

Die Kostenangabe bezieht sich nur auf die Dinge, die ich tatsächlich kaufen musste. Das waren nur die verwendeten Kleineisen und ein paar Schrauben.

Es werden noch zwei weitere Projekte folgen: Nachtkonsolen und Kleiderschrank. 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PHO 2000  - Hobel (elektrisch)
  • PTA 2000  - Arbeitstisch
  • PPS 7 S  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • PBS 75 A  - Band- und Varioschleifer (elektrisch)
  • IXO  - Schrauber (Akku)
  • Tischbohrmaschine,  93896
  • Akku-Bohrschrauber,  GSR 10,8V-2-LI
  • Deltaschleifer,  *
  • Allzwecksauger,  TH-VC 1930 SA
  • Poliermaschine,  Poliermaschine
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Materialliste
  • Palettenholz
  • Palettensperrholz
  • 4 x Metallwinkel
  • 12 x Flachverbinder | Metall
  • Leim
  • Antikwachs
  • Holzspachtelmasse
  • Rest x MDF (18 mm)
  • 16 x Inbusschrauben (6 x 40 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Entwurf und Materialauswahl

Zustand vorher: Metallrahmen und Kopfteile aus Ahorn-Schichtholz.

Das vorhandene Bett soll mit U-förmigen Halbschalen aus aufbereitetem Palettenholz verkleidet werden. Die Kopfteile werden durch neue, ebenfalls aus Palettenholz erstellten, ersetzt. Und um besser diverse Kisten unter dem Bett lagern zu können, sollte das ganze Bett noch um ein paar Zentimeter höher gelegt werden.
Ich nahm die benötigten Masse am Bett ab. Auf eine Sketchupplanung habe ich dieses Mal verzichtet.



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Aufbereitung des Palettenholzes

Gesamtbedarf grob vorsortiert.
Kante mit dem Besäumschlitten begradigen.
Einstellen der TKS mit Hilfe der Schablone aus MPX.
Begradigen der Stirnseiten mit Hilfe der Zugfunktion.
Jetzt kann gehobelt werden...
Hobeldicke mit der gleichen MPX Schablone eingestellt.

Das Palettenholz wurde erst einmal mit Hilfe des Besäumschlittens mit einer geraden Kante versehen. Dann wurde die TKS auf 80 mm eingestellt. Da ich zukünftig diese Schnitte noch häufiger machen muss, habe ich mir aus Multiplex eine Schablone gemacht, mit der ich die Säge und den Dickenhobel wiederholgenau einstellen kann. Alle Bretter wurden auf besagte 80 mm Breite gesägt. Als nächstes sägte ich alles rechtwinklig auf Länge.
Nun kam die Hobelstation zum Einsatz. Alle Bretter wurden beidseitig plan gehobelt. Zum Schluss wurde der Hobel mit der oben erwähnten Schablone auf 12 mm Stärke eingestellt und alle Bretter auf eben dieses Stärkenmass herunter gehobelt.

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Verleimung und Zusammenbau.

Verleimung mit meinen Eigenbau-Leimzwingen.
Glätten der Oberflächen mit dem Bandschleifer.
Alle Längsschnitte erledigt.
Hilfklötzchen aus Spanplatte, die gebrochenen Ecken...
...verhindern ein Zusammenkleben mit dem Werkstück.
Warten, dass der Leim durchtrocknet.
Die fertig geleimten Halbschalen von der Innenseite...
...und von der späteren Sichtseite aus gesehen.
Nach dem Längenzuschnitt probehalber zusammengelegt.
Die Gehrungen sind ... ok...
Eckverbindung mit Metallwinkeln.
Für die spätere Verbindung mit dem Bettgestell wurden...
...Flacheisen montiert.
Hier die fast fertigen "Bettseiten-Halbschalen".
Abrunden der Kanten mittels Oberfräse.

Nun konnte ich mit Hilfe meiner selbstgebauten Leimzwingen die Bretter zu insgesamt 3 größeren Leimholzbrettern verleimen. Es reichten jeweils 3 Bahnen Palettenholz und die Gesamtlänge lag etwas über 2 Meter.
Nachdem der Leim durchgetrocknet war, erfolgte zunächst eine Oberflächenglättung mit dem Bandschleifer. Dann wurde von allen drei Brettern zunächst auf der TKS je zwei Mal die Rahmenstärke plus 12 mm (Materialstärke) abgetrennt. Dann je einmal die Rahmenhöhe abgeschnitten. Aus diesen Teilen konnte ich nun drei U-förmige Halbschalen zusammenleimen. Aus Spanplattenrest schnitt ich ein paar Hilfsklötze im gleichen Mass wie die Rahmenhöhe.

Für die Verbindungsstellen wurden die Teile auf Gehrung geschnitten, was die maximale Sägehöhe meiner PPS 7 leider überforderte. Den Rest sägte ich dann mit der Furniersäge. Anschliessend wurden die linke und rechte Bettseite auf endgültige Länge gesägt.
Zum Schluss wurden mit der Oberfräse die Längskanten abgerundet. Es folgte ein erster Zusammenbau um zu testen, ob alles passt. Die Verbindung der drei Teile machte ich mit kleinen Metallwinkeln. Die spätere Befestigung der Halbschalen am vorhandenen Bettgestell erfolgt durch eine einfache Verklemmung. Hierfür besorgte ich einige Flacheisen, die an den Innenseiten der Halbschalen verschraubt werden.

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Die Kopfteile.

Rohmaterial für ein Kopfteil.
Nach dem Hobeln sortiert und bereit für...
...die Verleimung.
Die beiden "Rohlinge" müssen noch auf Maß gebracht werden.
Glätten der Oberflächen mit dem Bandschleifer.
Bereit für die Verzierungen.
Verlauf der Zierfräsungen aufgezeichnet.
Dieser Rahmen hilft, die Oberfräse wiederholgenau zu führen.
Dafür wird er auf das Werkstück aufgesetzt.
Die Oberfräse wird eingesetzt.
Hier sind die Zierfräsungen fertig.
Hier eine "Stellprobe" mit der Applikation.
Wo die Fräse verrutscht ist, musste ich spachteln.
Die Ecken wurden am Bandschleifer abgerundet.
Das Abrunden der Kanten erfolgte mit der Oberfräse.
Ein finaler Feinschliff mit dem Delta.
Die rückwärtigen Stützleisten aus Palettenholz...
...mit angeschrägten Kanten.
Die Stützleisten verschraubt und verleimt.
Die fertigen Kopfteile sind bereit für die Oberflächenbehandlung.

Nach oben beschriebenem Schema wurden aus Palettenholz zwei Bretter gesägt, gehobelt und verleimt, sowie mit dem Bandschleifer geglättet. Um die Kopfteile optisch etwas aufzuwerten, sollten diese mit ein paar Zierfräsungen und einer Applikation aus altem Palettensperrholz versehen werden. Um die Fräsungen wiederholgenau machen zu können, baute ich mir aus Resten einen Hilfsrahmen. Ein paar kleine Löcher spachtelte ich zu. Auch eine der Zierfräsung musste ich spachteln, weil mir der Hilfsrahmen einmal beim Fräsen verutscht war. Schon blöd, wenn man vergisst die Zwinge richtig anzuziehen...
Abschließend wurden die Ecken am Bandschleifer und die Kanten mit der Oberfräse abgerundet.
Rückseitig wurden je zwei Querhölzer zur Verstärkung angeschraubt und geleimt. Diese Querhölzer entstanden auch aus Palettenholz und wurden mit der V-Fuge des E-Hobels an den Längskanten vorher angeschrägt. Sieht man zwar später nicht, gefiel mir aber besser. An diesen Querhölzern werden dann auch die Tragarme für die Kopfteile montiert, welche unverändert vom bestehenden Bett übernommen werden.

Die Herstellung der Applikationen zeige ich im nächsten Arbeitsschritt.

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Applikationen aus Sperrholz

So schäbig und verzogen, dass...
...eigentlich nur noch für die Tonne taugt...
...in Streifen von 16 mm geschnitten...
...gegengleich zur Verzugsrichtung sortiert...
...alles zur Verleimung vorbereitet...
...hier trocknet der Leim so vor sich hin...
Und das kam dabei heraus. Weiter geht es am...
...am Schiebeschlitten. Erst Quadrate zurechtsägen, aus denen dann...
...widerum Dreiecke entstehen.
Diese werden nun zu...
...Karos zusammengeleimt.
Fehlt noch der Formschnitt. Hierfür wird die...
TKS auf 10° eingestellt.
So kann ich alle vier Seiten der Karos in eine pyramidale Form bringen, was dann...
...so aussieht!

Von einer großen Transportkiste hatte ich noch einige Quadratmeter einfachstes und ziemlich schäbiges Sperrholz übrig. Dieses wollte ich für dieses Projekt noch verwenden. Zunächst einmal wurden zwei Platten gerade abgesägt. Dann wurde die TKS auf 16 mm eingestellt und die Platten in gleichgroße Streifen geschnitten. Diese Streifen wurden nun, um 90° gedreht und gegengleich, so das sich der Verzug immer aufhebt, zu einer Platte verleimt. Aus dieser Platte wiederum schnitt ich am Schiebeschlitten kleine Dreiecke zurecht. Aus je vier dieser Dreiecke verleimte ich dann kleine Karos zurecht. Diese wurden wieder an der TKS um 10°  an jeder Seite abgeschrägt. Diese nun pyramidenförmige Applikationen werden als wiederkehrendes Element an allen Schlafzimmermöbeln zu finden sein. Deshalb fertigte ich gleich den gesamten Bedarf in einer Rutsche an.

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Oberflächenbehandlung.

Um Rundhölzer herstellen zu können, wurde ein Rest Stahlblech...
...angekörnt...
...und mit Bohrungen versehen...
...und versenkt.
Das Mass stimmt.
Dünne Streifen Palettenholz auf der TKS geschnitten.
In den Akku eingespannt und durch die Bohrung getrieben...
Aus diesen Rohlingen sägte ich mir dann...
...ausreichend Stücke zurecht, um diverse Löcher zu stopfen.
Hiermit werden die größeren Löcher verfüllt...
...für die kleineren nahm ich Zahnstocher und Schaschlikspiesse.
Ein paar Fehlstellen wurden gespachtelt.
Dann kam die erste Schicht Antikwachs drauf.
Hier der Unterschied, links ist die erste Schicht aufgebracht.
Bei den Kopfteilen ebenso.
Jetzt heisst warten, dass der Wachs gut einzieht.
Zwischendurch mit Schleiffvlies abziehen.
Abschliessende Politur mit der Poliermaschine.

Kleinere Fehlstellen wurden gespachtelt und Löcher mit Rundholz geschlossen, anschließend verschliffen. Die Rundhölzer erstellte ich mir selbst aus Streifen von Palettenholz. Das ging recht einfach und ich verwendete dafür ein altes Stück Stahlblech, welches ich mit entsprechenden Bohrungen versah. Ich produzierte die Rundhölzer dann auch gleich in größerer Stückzahl, da ich für die Folgeprojekte sicher noch einige brauchen werden. Die Bauteile wurden mit dem Delta fein geschliffen. Dann mit eichefarbigem Antikwachs in zwei Durchgängen eingewachst, zwischendurch mit Vlies abgerieben und anschließend mit der Poliermaschine poliert.

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Bettgestell "höher legen".

4 x MDF, noch etwas zu groß...
...Mass korrigiert und mit Bohrungen versehen.
Mit längeren Schrauben zwischen Bettrahmen und und Rolle montiert.
4 kleinere MDF Stücke, von denen...
...zwei einen Rundausschnitt bekamen.
Ober- und Unterteil werden miteinander verleimt.
Die fertigen Teller.
So werden die Stützfüsse unterfüttert.

Durch die Bettumrandung wurde der Abstand zwischen Fußboden und Bett um 12 mm kleiner. Da wir aber diverse Kisten und Körbe unter dem Bett lagern müssen und diese nun nicht mehr darunter geschoben werden könnten, musste ich das Bett noch etwas höher legen. Da das Bett auf Rollen steht, musste ich dafür nur zwischen dem Bettgestell und den Montageplatten eine 18 mm MDF Platte setzen und die Schrauben gegen längere tauschen. Zwei Stützfüsse in der Mitte des Bettes bekamen zwei einfache Tellerchen untergesetzt.

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Verbau, Abschluß und Fazit.

Das Bett wurde zum besseren Arbeiten erst einmal von...
...Matratzen und Latenrosten befreit. Hier kann man auch gut die mittleren Stützfüsse erkennen.
Fussende, rechte Seite.
Die gleiche Stelle, von innen gesehen.
Verklemmung der Halbschalen mit Flacheisen.
Die alten Kopfteile werden...
...durch die neuen ersetzt,...
...was dann so aussieht.
Gesamtansicht des "neuen" Bettes.
Und wieder schlafbereit bestückt.

Nun konnte ich die fertigen Bauteile am Bett verbauen. Zwei der zwölf Flacheisen entfielen, ebenso wie zwei der vier Winkel. Ich hatte bei der Planung einen Fehler gemacht. Dort wo diese Kleineisen hin sollten, war nämlich die verschweisste Aufnahme für die Rollen im Weg. Also wurden sie ersatzlos gestrichen. Die Halbschalen hielten auch so schon sehr gut, stellenweise sogar etwas stramm. Einen Millimeter mehr Innenbreite hätte ich vielleicht berücksichtigen sollen.

Bei diesem Projekt lag der Anteil an Palettenholz bei faktisch 100%.
Ich bin recht zufrieden und würde mir selbst eine Gesamtnote 3 für dieses Projekt geben. Viel wichtiger ist aber, dass es meiner Frau gefällt.

Ich hoffe, dass Ihr auch ein wenig Spass an meinem Bettumbau hattet und würde mich freuen, wenn Ihr bei den Folgeprojekten "Nachtkonsolen" und "Kleiderschrank" auch dabei seid.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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