Dorfkarte auf Leinwand

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Mein Mann ist in einem kleinen Dorf aufgewachsen, dessen Hausnummern mit den Jahren immer unlogischer verteilt wurden. Irgendwann hat es sich so eingebürgert, dass verwirrte Rettungsleute oder Post-Newbies bei meiner Schwiegermutti klingelten, weil es sich von ihrem Haus-Standplatz scheinbar so anbietet. Meistens konnte meine Schwiegermutter den verwirrten Menschen auch helfen, aber nicht immer - oder es war schwierig zu beschreiben. So war irgendwann eine Idee entstanden:


Mein Mann und sein Bruder liefen vor ungefähr 1 Jahr durch das Dorf, bewaffnet mit Schreibunterlage, Kuli und 4 GoogleEarth-Ausdrucken. Sie erkundeten jede poplige Ecke und erfassten die Hausnummern akribisch auf den Ausdrucken. Nun ja, das hat einen langen Spaziergang und Mühe gekostet - aber so richtig praktikabel war es nicht. Man wollte mehr draus machen, aber irgendwie landete es irgendwann in der Schublade und war aus den Augen und aus dem Sinn.

Dann näherte sich der Geburtstag meiner Schwiegermutter und plötzlich kam meinem Mann die Idee, dass er auf irgendeine Weise das Projekt "Plan vom Dorf" zuende bringen und wenn es vllt sogar hübsch wird, gleich als Geburtstagsgeschenk nehmen könnte. Das Eheweib war recht überrascht - war es sonst doch meistens so wie in vielen Ehen - der Mann ist froh, dass die Frau immer so gute Geschenkideen hat und lässt es dabei ;).

Aber auf seine Idee hin setzten wir uns zusammen und brachten unsere verschiedenen Ideen zusammen. Daraus wurde dann das im Titelbild zu sehende Ergebnis. Es war Anlass, mal neue Dinge auszuprobieren - und ein Lerneffekt, dass nicht immer alles so klappt, wie man es sich ehrgeizig überlegt hat.

Es ist kein Riesenprojekt, sondern eine Kleinigkeit. Es sollte von interessierten Nachahmern auch nicht alles eins zu eins nachgemacht werden - haben sich manche Sachen im Nachhinein doch als nicht hundertprozentig ideal erwiesen. ABER ich wollte euch trotzdem an diesem Projekt teilhaben lassen.

Ein Hinweis zur Projektdauer: Wie auch schon bei meinem anderen Projekt weise ich darauf hin, dass wir durch unseren Alltag nicht so durchziehen können, wie manch anderer in einem Schwung alles schafft. Dadurch und durch die Feststellung, dass vor allem das Zeichnen und Beschriften am allerbesten bei Tageslicht klappt, sorgte für die zeitliche Verzögerung!

(P. S. Ob es mir komisch vorkam, dass wir durch die Aufmalung auf Leinwand jemand indirekt zu zwingen, so höflich zu sein, es dann auch aufzuhängen? Ja klar, aber mein Mann war sich ziemlich sicher, dass seine Mutter es toll findet - und er sollte recht behalten. Sie hat sogar ihren Kolleginnen von dem tollen Geschenk erzählt ... also hat es ja seinen Zweck erfüllt ;))

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Klebepistole
  • Embossingfön
  • Schere
  • Pinsel
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Materialliste
  • 1 x Leinwand
  • 1 x Bogen Strohseide
  • 1 x Glas Serviettenlack
  • 4 x Pastellkreidenstifte
  • 1 - 2 x Fineliner schwarz
  • 1 x Farbe Embossingpuder
  • 1 x Embossingstift
  • 2 - 3 x Bögen Kohlepapier (A 4)
  • div. x Dekoelemente
  • 1 x Dose Haarspray
  • 1 - 2 x Blätter Papier

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ideenentwurf und Materialeinkauf

Ideenentwurf: Abzeichnen mit Kohlepapier, nachzeichnen mit Stabilo Sensor, ausmalen mit ?, Randgestaltung mit ?, zum Schluss Lichterkette mit festgetackerten Bändern befestigen, die optional zu- oder aufbindbar sind - wir wollen ja keinen zwingen, sich das auch noch zu beleuchten, wenn es nicht erwünscht ist und so wäre die Lichterkette optional.

War dann stundenlang im Bastelgeschäft. Den Stabilo Sensor, den ich eigentlich auch für mein gelegentliches ScrapBooking haben wollte (zB Lettering, hatten sie nicht. Also hatte ich das Projekt beschrieben und mir wurde eine Kombipackung aus Bleistift, Radiergummi, Anspitzer und 3 Finelinern empfohlen, was gut für Zeichnungen und Skizzen geeignet sein soll. Die Fineliner gab es in 3 unterschiedlichen Stärken: 0,3 - 0,5 - 0,7. Zwecks Ausmalen habe  ich mich für Pastellkreide entschieden, womit ich bisher nicht gearbeitet hatte. Ich mochte die leicht cremige Textur und fand es geeignet, um damit auf Leinwand zu malen. Das Problem mit dem Verwischen sollte mit Fixierspray lösbar sein, dessen Kauf wollten wir aber erst später erledigen. Für den Rahmen fand ich auch eine Lösung, die gewagt war, weil noch nicht ausprobiert (Strohseide mit Serviettenlack, Licht von Lichterkette würde schön durchscheinen)

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Abzeichnen

Mein Mann hatte definitiv den anstrengendsten Part von uns. Er suchte im Internet etwa eine halbe Stunde nach einer voraussichtlich gut abzuzeichnenden Karte. Google fiel damit schonmal aus, weil die normale Mapsversion viel zu kontrastarm war und die Earth-Version überladen war und die Linien nicht immer so gut vom Hintergrund zu unterscheiden waren. Er stellte fest, dass sich anscheinend schonmal jemand die Mühe gemacht hat, Neu Degtow mit Hausnummern zu erfassen. Auch die Zeichnungen scheinen selbst gemacht worden zu sein. Größtenteils waren die Häuser schon beschriftet, manche Nummern fehlten aber und sogar ein ganzer Bau. Was die vorhandenen Nummern betraf, verglich mein Mann diese nicht mit seinen Aufzeichnungen, sonder verließ sich lieber auf sich selbst und ignorierte die Nummern aus dem Internet.

Er druckte die Karte (wie auch schon mit der Google-Earth-Version bei der Erfassung) in 4 Ausdrucken aus, klebte diese mit Klebestreifen so zusammen, dass sie übergangslos zueinanderpassen, legte diesen Ausdruck auf Kohlepapier und fixierte alles mit Klebestreifen an der Leinwand. Dann begann er, mit Kugelschreiben akribisch jede Linie des Ausdruckes (bis auf die nicht von ihm stammenden Hausnummerbeschriftungen) abzuzeichnen und sorgte so für einen "Durchschlag" auf der Leinwand. Das war eine mühselige, nackenunfreundliche und konzentrationsmäßig anstrengende Aufgabe.

Nach getaner Arbeit entfernte er Kohlepapier und Ausdruck vorsichtig und begann, Stück für Stück mit den Pastellkreidestiften die Häuser und Straßen zu bemalen. Um die Kohle nicht zu verwischen, versuchte er, wenn überhaupt, nur ganz bisschen mit dem Handrücken auf die Leinwand zu kommen und hatte dabei immer ein Stück Papier zwischen Hand und Leinwand. Die hellbraunen Häuser gehören zur dunkelbraunen Straße und die grünen Häuser zur mittelgrünen Straße. So ist mehr Übersichtlichkeit gegeben.

Am nächsten Tag schrieb er auf jedes Gebäude die passenden Hausnummern (was aufgrund der kleinen Häuser auf Leinwand-Struktur echt bescheiden klappt) mit dem Fineliner in der Stärke 0,3  und bei den ganz kleinen Häusern mit einem Fineliner, den wir noch da hatten, in 0,1. Ich beschriftete die Straßen, weil ich die Diskussion um "wer hat die schönere Schrift" gewonnen habe ;), doch selbst bei mir wurde es aufgrund der Leinwandstruktur nicht ganz so schön, wie geplant.

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Ich war ein böses Mädchen ...

... und habe mir einen, wie ich finde, witzigen Gag einfallen lassen und unten rechts etwas eingefügt, welches aber, wie wir vermutlich alle wissen, von Design und Namensgebung her, nur halb meinem Gedankengut entspringt ;) 

(Ich hoffe, das Präsentieren dessen verstößt gegen keine Regeln, wenn doch, bitte ich um kurze Info von Seiten der Admins und es wird umgehend entfernt!)

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Hervorheben von Straßennamen und Wohnhaus

Nachzeichnen der Schrift mit Embossingstift, immer erst ein paar Buchstaben, dann Puder sh Bild 2; später das ganze nochmal mit dem Haus
So sieht es nach dem Aufstreuen des Puders auf die Embossingstiftlinien aus. Das wird dann vorsichtig auf ein Blatt Papier mit Knick in der Mitte abgekippt, ggf ein bisschen von hinten geklopft. Das überschüssige Pulver dann vom Auffangpapier in die Dose.
Mit dem Embossingfön dann die bepulverten Elemente anschmilzen lassen.
Fertig.

Wir wollten die Straßennamen und das Haus der Eltern hervorheben - da kam mir die Idee, dass ich auch für mein gelegentliches ScrapBooking ja immer schonmal Embossing ausprobieren wollte, was die Elemente dann ja richtig emporhebt sozusagen. Gesagt, getan. Das Zubehör wurde im Bastelladen also gleich mitbesorgt. Es war riskant, es zu machen, ohne richtige Übung damit zu haben, aber wir gingen das Risiko ein. Auf einer alten Leinwand probierte ich erstmal, ob es überhaupt auf Leinwand klappt. Nach zufriedenstellendem Ergebnis wandte ich es auch bei unserem Projekt an (Details siehe Bilder).


Positiv: Gott sei Dank haben Leinwand und Kreidefarbe die sehr heiße Luft aus dem Embossing-Fön gut weggesteckt, ohne Farb- oder Formveränderung.
Weiterhin positiv: Es hat geklappt, es ist hervorgehoben.

Negativ: Wir hatten uns den Effekt cooler und schöner vorgestellt, das Ergebnis hat uns jetzt nicht unbedingt umgehauen, aber es war zu spät - und vermutlich betrachtet es jemand anderes nicht so kritisch wie wir in dem Moment.

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Fixieren

Da nicht nur der Kohledurchschlag, sondern auch die Pastellkreide, verschmieren kann, wollten wir wenigstens ein bisschen dem entgegenwirken. Ich recherchierte im Netz ein bisschen, was für eine Art Fixierspray man am besten verwendet und stieß überraschend oft auf die Aussage, dass man auch einfach Haarspray verwenden kann. Restskeptisch rief ich eine Bekannte an, die Kunstdesignerin ist und viele Sachen in optischer Gestaltung macht und gemacht hat. Sie stimmte den Ergebnissen aus dem Netz zu und so wagten wir es. Ein klebriges Balkongeländer und verseuchte Atemwege später war unsere Leinwand also fixiert. Wunderbar. 

(P. S. Zum Glück stimmte das mit dem doppelten Volumen in dem Falle nicht ;) Die 24h halt sollten aber mindestens stimmen ;))

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Unsere Abenteuer mit dem Rahmen

Hier seht ihr mich, wie ich feststelle, dass meine Fingerkuppen zu einer Art Fremdkörper mit einer Art steinharten, von der Strohseide leicht behaarten, Hornhaut geworden sind.

Wie wir uns schon dachten, sah die Leinwand nach getaner Arbeit am Rand etwas nackig aus. 


Den ursprünglichen Plan mit der Hintergrundbeleuchtung im Hintergrund, äh Hinterkopf, entschieden wir uns für theoretisch schön durchscheinende Strohseide. Im Bastelgeschäft wurde uns für die Auftragung Serviettenlack empfohlen, also so eine Art Kleister. So etwas habe ich zum letzten Mal in der Kindheit verwendet, da war es ein bisschen einfacher mit kleiner Serviettenfetzen. Hier war die Schwierigkeit: Wie kriegen wir den aus dem Strohseidebogen zurechtgeschnittenen Rahmen in einem Stück auf die Leinwand, ohne dass es kleckert, oder der Kleister am Rand vorbeigeschmiert ist und ohne dass die Strohseide reißt. Wir haben ein paar Möglichkeiten durchdacht und uns leider für die falsche entschieden:

Ich habe Folie ausgelegt und darauf vorsichtig die eine Seite des Rahmens eingekleistert - nicht zu dick und nicht zu dünn.  Dann haben wir versucht, das Ganze gemeinsam hochzuheben, umzudrehen und mit Präzision auf die Leinwand zu legen. Leider wurde die Strohseide durch den Serviettenlack noch schwerer als befürchtet und so war es unmöglich, den Rahmen gleichmäßig hochzuhalten, ohne ihn wegen zu viel Spannung zu zerreißen. So kam, was kommen musste und die erste Ecke machte 'Klatsch' auf der Leinwand. Zum Glück nicht gerissen, aber sehr anhaftend. Wir versuchten, es noch ein bisschen weiter nach oben zu setzten, merkten aber, dass die Strohseide bedrohlich stark nachgab. Es gab also keinen Weg zurück und so mussten wir es irgendwie, wenn schon nicht symmetrisch am Rand, wenigstens halbwegs gerade raufkriegen. Wie ihr am Endergebnis seht, ist es dadurch ungleichmäßig geworden. So sah es ganz bescheiden aus, also beschloss ich, solange noch der Lack noch nicht ganz fest geworden ist, den Rand hier und da ein bisschen zur Seite zu schieben/zu rollen, damit die Optik aufgelockert wird. Nun ja.. aber ich denke, wir haben aus dem Mist das Beste rausgeholt, was in dem Moment noch ging.

Danach habe ich der Ordnung halber auch auf der Strohseide nochmal einen Lackanstrich gemacht. Leider wurde die Strohseide in schönem dunkelbraun durch den Serviettenlack viel, viel dunkler, das ist wirklich schade - aber ich hoffe, es fällt für die Beschenkte unter die Rubrik "Glauben, es sollte immer so sein".

Übrigens: Wenn man lange an mit Serviettenlack getränkten Materialien rumdoktert, hat man später immer noch was davon. Das Gefühl wurde es nach und nach besser, als mit jedem Händewaschen und ein Stückchen mehr abgegangen ist. Abziehen ging nicht ohne Originalhautverlust, also half nur Geduld. Fazit: Beim nächsten Mal Einweg-Handschuhe anziehen, auch wenn ich es sonst lieber mag, mehr Gefühl für die Bastelei zu haben.

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Schi-Schi am Rahmen

Wir hatten eine Dekoration des Rahmens sowieso geplant, aber jetzt war es unumgänglich, um von dem Disaster abzulenken. 

In meinem ScrapbookingMaterial befanden sich Bögen mit Buchstabenstickern, einer davon passte farblich zu der Farbgebung der Leinwand und so wählte ich das für den Ortsnamen aus. In der Mitte befindet sich ein Herz, das aus einer Kokosnussschale geschnitzt wurde. Unten am Rand sind 3 Astscheiben, auf die ich die Daumenabdrücke der beteiligten Personen (mein Mann, sein Bruder und ich), ebenfalls mit Serviettenlack, befestigte* Den Daumenabdruck meines Schwagers mussten wir per WhatsApp anfordern, weil er sich gerade in Neuseeland befindet. Unter den Abdruck schrieb ich den jeweiligen Namen. Rechts am Rand hatte sich anscheinend ein Stück Strohseide verselbstständigt, was wir leider erst im trockenen Zustand bemerkten. Wir bekamen es nicht entfernt, also musste ich es kaschieren. So wurde rechts der Spruch "Home is, where your <3 ist" draus, das Herz ist ein Herzknopf, das ich genau auf den "Unfall" geklebt habe. Alle eben genannten Elemente wurden mit der Heißklebepistole geklebt.


*leider löste sich die Filzstiftfarbe ein bisschen beim Einkleistern, dadurch ist es ein ganz kleines bisschen verwaschen, aber es sieht immer noch nach einem Daumenabdruck aus.

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Ich hätte fast meinen neuen Bosch-Tacker benutzt ....

... aber nur fast. 

Das Experiment Hintergrundbeleuchtung ist nämlich leider gescheitert. Ich hatte die Idee mal in einem Scrapbooking-Ideenbuch gesehen, da natürlich hinter einer Fotoleinwand. Ich weiß nicht, was die anders gemacht haben, auf jeden Fall war bei denen das Licht ganz gleichmäßig, bei uns klappte das aber gar nicht. Anstatt eines warmen, verteilt durchscheinenden Lichtes hatte wir punktuelle Erleuchtungen, was überhaupt nicht gut aussah.

Zum Glück fiel uns das auf, bevor wir die Bänder in den Rahmen getackert haben. Was daran schade ist: Ich hatte mich wirklich gefreut, jetzt einen Verwendungszweck für den neu erworbenen Tacker zu haben. Naja, dann muss der Tacker wohl noch ein bisschen warten, bis es wirklich einen Einsatz gibt.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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