Digitale Anzeige für Tischbohrmaschine nachrüsten

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Vorderansicht
Seitenansicht
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    9 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Öffentliche Wertung

Zugegeben: Mit zunehmendem Alter fällt mir das Ablesen von Skalen ins Besondere bei nicht optimaler Beleuchtung immer schwerer. Zum anderen missfiel mir die suboptimale, abgenutzte Skala an meiner Tischbohrmaschine schon länger. Höchste Zeit hier etwas zu verändern!
Die Maschine sollte jederzeit nahezu in den Urzustand zurückversetzt werden können und kostenmäßig sollte sich das Ganze auch im Rahmen halten.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Tischbohrmaschine
  • Sonstiges
  • Stichsäge
  • Hammer
  • Körner
  • Bohrer
  • Senker
  • Inbusschlüssel
  • Metallfeile
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Materialliste
  • 1 x Digitalmessschieber | Kunststoff (150 mm)
  • 1 x Distanzstück | Stahl (25 x 20 x 10 mm)
  • 1 x Aluwinkelprofil | Aluminium (35 x 20 x 2 x 25 mm)
  • 1 x Aluwinkelprofil | Aluminium (30 x 30 x 2 x 50 mm)
  • 4 x Flanschkopfschrauben mit Innensechskant | Stahl (M4 x 12)
  • 2 x Senkkopfschrauben mit Innensechskant | Stahl (M4 x 10)
  • 2 x selbstsichernde Muttern | Stahl (M4)
  • 1 x Gewindeeinsatz | Stahl (M4)
  • 1 x Gewindestift | Stahl (M4 x 6)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Planung und Materialbeschaffung

Urzustand der Tischbohrmaschine mit abgenutzter Skala

Für ein anderes Projekt hatte ich vor längerer Zeit einen günstigen Kunststoffmessschieber bei einem bekannten Onlineauktionshaus erworben. Ein solcher Messschieber stellt selbstverständlich kein Hightech-Messmittel dar, ist aber im Vergleich zu der verbauten Skala an der Tischbohrmaschine schon fast ein Quantensprung. Ein besagter Kunststoffmessschieber lässt sich also sehr gut an die benötigte Anbausituation anpassen.
Der Messchieber war ebenso schnell gefunden, wie auch bestellt. Die Befestigung an der Tischbohrmaschine stellt sich dann doch ein wenig anspruchsvoller dar. Schließlich wollte ich das gute Stück nicht festkleben. Die Knopfzelle sollte auch jederzeit zugänglich sein, wie auch die Stelle um den Messschieber zu resetten.
Für die Funktionalität muss das Display an dem Maschinengehäuse fixiert sein und die Schiene des Messschiebers sich mit der Pinole und dem Bohrfutter hoch und runter bewegen können.
Die Lösung bestand darin, eine Schale zu konstruieren, die mit dem 3D-Drucker herzustellen ist. Zwei kleine seitliche Löcher an dem Messchieber verclipsen sich mit den Zapfen an der Schale. Um eine optimale Fixierung sicherzustellen, plante ich auf der gegenüberliegenden Seite einen Gewindestift ein.
Weitere Materialen fand ich in meiner Metallschrottkiste in Form von zwei Aluwinkeln und einem Stahlklötzchen wofür keine Kosten anfielen.

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Vorbereiten des Messschiebers

Kunststoffmessschieber im Anlieferungszustand
Erste Teile abgetrennt
"Gecleantes" Messmittel
Akku-Rotationswerkzeug GRO 10,8 V-LI
...mit dem Trennwerkzeug
Gekürzter Messbereich

Die nicht benötigten Messschenkel für Außen- und Innenmessungen, sowie die Tiefenmessstange ließen sich mit einem Sägeaufsatz für den GRO 10,8 V-LI leicht entfernen und mit einer Schleifkappe schleifen.
Später, als die Länge die ich benötigte feststand, sägte ich mit einer Stichsäge in der ein Metallsägeblatt eingespannt war den Messbereich bei 150 mm ab und schliff die Schnittfläche an der Tellerschleifmaschine nach.
Zur Befestigung bohrte ich unterhalb des Messbereichs ein 4,3 mm Loch durch. Ein Funktionstest zeigte, dass das Schneiden und Bohren keinen Einfluss auf das Messergebnis hatte.

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Herstellung der Kunststoffschale

Konstruiertes Gehäuse mit Verclipsungszapfen und dem Befestigungsauge
Druck des Gehäuses aus PLA
Fertig gedrucktes Teil mit dem Messmittel...
...im verclipsten Zustand
Gehäuse mit dem Gewindeeinsatz M4
Eindrehen des Einsatzes
Fertig eingedrehter Gewindeeinsatz

Mit einem Messschieber nahm ich die Maße an dem Kunststoff-Messchieber ab und konstruierte mir am CAD die benötigte Schale, mit der ich das Messmittel befestigen wollte. Wie bereits erwähnt, nahm ich auch zwei kleine seitliche Löcher auf und konstruierte an diesen Stellen je einen Zapfen, der sich in die Löcher verclipst.
Nach einer Druckzeit von ca. 2,5 Stunden war das Teil fertig gedruckt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Zapfen hatte ich ein Auge konstruiert, in welches eine Gewindebuchse mit einem M4er Gewinde gedreht wurde. In die Buchse habe ich einen M4er Gewindestift vorgesehen, der das Messmittel klemmen soll.
Hier ist mal wieder ein Phänomen zu beobachten, was nur allzu typisch ist. Viele von euch werden es kennen: Man hat Kästen voller Schrauben, in gigantischen Mengen und die Eine die man benötigt, hat man natürlich nicht! Danke Corona! – Dass es aufgrund des Lockdowns nun nicht möglich ist, den fehlenden Gewindestift zu besorgen.
Okay, es hat sich herausgestellt, dass der Gewindestift nicht zwingend für dir Funktionalität notwendig ist. Zum anderen zeigte sich, dass das Messmittel und die Schale sauber zusammenpassen. – Auch die Verclipsung.

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Verbindung mit der Tischbohrmaschine

Herstellen des ersten Aluwinkels
Bohren der Gewinde-Kernlöcher
Gewinde in den Stahlblock schneiden
Löcher vom Kunststoff in den zweiten Aluwinkel abbohren
Vormontiertes Unterteil
Detail
Vormontierte Kunststoffschale
Komplett vormontiert
Maschinengehäuse bohren und Gewinde schneiden

In meinem Fundus aus Aluprofilabschnitten und anderen Metallresten fand ich zwei Aluwinkelprofile, die entsprechend abgelängt meinen Vorstellungen entsprach. Mit der M8er Mutter, mit der die Maschinenskala angeschraubt war, wollte ich zusätzlich einen der Aluwinkel befestigen. Hierzu bohrte ich ein Loch in den Winkel. Es zeigte sich, dass der eine Schenkel des Winkels zu kurz war, um das Messmittel befestigen zu können. – Ein Distanzstück musste her.
Ich hatte Glück und ein Stahlstück fand sich in meinem Fundus, der an der Tellerschleifmaschine auf das Maß 25 x 20 x 10 mm geschliffen wurde. Mit einer Gewindebohrung M4 versehen, schraubte ich den Stahl an den Aluwinkel. Mit einer weiteren Gewindebohrung befestigte ich das Messmittel an dem Stahlstück.
Jetzt musste nur noch die gedruckte Kunststoffschale ebenfalls an der Maschine befestigt werden. Hierzu befestigte ich einen Streifen Doppelklebeband an der Schale und fixierte den zweiten Aluwinkel daran. Das Messmittel nahm ich daraufhin heraus und bohrte die Löcher der Schale ab, sodass ich mit zwei Senkkopfschrauben M4 x 10 und zwei selbstsichernden Muttern die Verbindung der beiden Teile herstellen konnte.
Nachdem der Winkel maschinenseitig durchbohrt war, markierte ich die Bohrpositionen an dem Maschinengehäuse, bohrte die Kernlöcher und schnitt die M4er Gewinde hinein. Hierbei immer Schneidöl verwenden!

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Zusammenbau und Funktionstest

Fertig montierte Digitalanzeige
Von der Seite betrachtet

Nachdem der Winkel mit zwei Linsenkopfschrauben an das Maschinengehäuse geschraubt war, die Maschinenskala ein wenig zur Seite gedreht war, konnte ich die Funktion testen.
Mit einem Forstnerbohrer kratzte ich eine Holzoberfläche an, nullte das Display und bohrte das Ganze 5mm tief. Das Ergebnis kontrollierte ich mit einem Messschieber. – Alles O.K.!
Das Projekt hat mir gezeigt, dass die Nachrüstung einer digitalen Anzeige an einer Tischbohrmaschine unter zehn Euro zu realisieren ist.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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