Die Zeitscheibenmaschine - eine Deku-Uhr

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    30 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Ein Freund hatte einen runden Geburtstag und ich wollte ihm etwas schenken.

Etwas persönliches. Etwas, das ihm gefällt. Etwas nützliches. Etwas selbstgemachtes.
4 Wünsche? Also schonmal kein Ü-Ei.
Was passt? Was tut er gern?
Basteln. Dekupiersägen. Aber ich hab doch keine Zeit.
Das war so ungefähr der Glühbirnenmoment. Ich habe eine Idee!
Eine Dekupiersäge als Uhr.

Seht selbst.

A propos Sehen: Zum passenden Zeitpunkt habe ich mich mehr oder weniger bewusst gegen eine Projekterstellung entschieden. Daher habe ich keine Bilder vom Bau.
Alle hier gezeigten Bilder hat JoergC gemacht und mir für dieses Projekt zur Verfügung gestellt.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • UniversalMulti 12  - Multifunktionswerkzeug (Akku)
  • PSS 250 AE  - Schwingschleifer, Multischleifer (elektrisch)
  • Stichsäge,  CST 6280 EL FIX
  • Akku-Schrauber,  GSR 18V-EC
  • Bleistift
  • Pinsel
  • 2 Komibzangen
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Materialliste
  • 1 x Uhrwerk | Kunststoff
  • 2 x Schrauben | Metall (3,5*35)
  • a weng x Holz | Holz (nach Wahl)
  • 1 x Satz Uhrzeiger | Kunststoff (nach Wahl)
  • 0,8 ml x Sekundenkleber | Cyanacrylat (ein paar Tropfen)
  • x ml x Buntlack | Acryl auf Wasserbasis (grün und silber)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Grundplatte als Halbzeug

Da ich keine defekte Deku zum Ausschlachten gefunden habe musste ich selbst ran.

Mein Holzlager hatte eine passende Platte Mulitiplex, also habe ich erstmal mit dem Zirkel einen möglichst großen Kreis in die Ecke gesetzt und mit dem Lineal das Rechteck nach hinten drangemacht.

Die resultierende Größe hat mir soweit zugesagt, die Proportionen haben für mein Auge auch gepasst.

Mit der Stichsäge ausgesägt, die Ecken hinten gekappt (gefiel mir einfach besser) und bei der Marke von der Zirkelnadel erst mal ein 2mm-Loch durchgebohrt.
Hier sollte später auf alle Fälle die Achse des Uhrwerks sitzen.


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Der Arm als Halbzeug

Leimkantholzstruktur am unteren Ende des grünen Armes

Mein Holzlager enthielt Rechteckleisten 5*15mm in Länge 25cm (oder waren es doch 5*20? Jedenfalls Reste von einem anderen Projekt).


Aus denen habe ich den Arm geleimt.
Begonnen auf dem kleinen Montagetisch mit Folie als Unterlage 2 Stück in L-Form aneinander gelegt mit einem Tröpfchen Holzleim wo sie sich treffen.
Dann habe ich zwei weitere Leisten da drauf gelegt und vollflächig verleimt. Der Stoß der beiden neuen Leisten war nicht über dem ersten Stoß, sondern auf der anderen Seite der Kontaktfläche.
Weitere zwei Schichten später hatte ich sozusagen 2 Leimkanthölzer, die in einem 90°-Winkel mit Fingerzingen verbunden waren. Die offenen Enden waren ebenfalls gezinkt.

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Montage die Erste: Uhrwerk und Füße

gefräster Sitz für das Uhrwerk
Füße

Damit eine Uhr entsteht hilft ein zugekauftes Uhrwerk ungemein.

Ich habe mich für ein Funkuhrwerk für 3 Zeiger (Stunde, Minute, Sekunde) ohne weiteren Schnickschnack entschieden.
Das Uhrwerk und einen einfachen Satz passender Zeiger hatte ich also gekauft.

Um das Uhrwerk zu montieren wird einfach ein Loch für die Achse durch die Grundplatte / Ziffernblatt gebort. Der nötige Bohrdurchmesser (ich glaube 8mm) steht in der Anleitung des Uhrwerks.
Wie ich feststellen durfte war mein Ziffernblatt dicker als die Achse des Uhrwerks lang. Also Umriss des Uhrwerks auf die Unterseite der Grundplatte zeichnen und diese Fläche so tief ausfräsen, dass die Reststärke des Holzes in den Bereich fällt, für den das Uhrwerk geeignet ist.
Da ich einfach nur schnell von Hand mit der Oberfräse gearbeitet habe wurde das Loch ein wenig zu groß (besser als zu klein), aber die Tiefe hat nach 2 oder 3 Durchgängen gepasst.
Eben genug war der Boden des Loches auch, also mal das Uhrwerk montieren.
Passt.
Wackelt.
Wackelt zu sehr.

Ich wollte ja sowieso die Uhr auf Füße stellen. Eine Deku liegt ja auch nicht mit dem Sägetisch auf dem Tisch.

Zwei passende Leisten waren schnell gefunden. Also, eine. Von der ich zwei Stücke passender Länge abgeschnitten habe.
Wie es der Zufall so wollte passte es sehr gut, die Leisten entlang der Kanten des "Motorblocks" rechts und links am Uhrwerk vorbei so eng anzulegen, dass das Uhrwerk sich nicht mehr stark verdrehen lässt.
Die Leisten wurden mit Holzleim angeleimt.

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Montage die zweite: Arm und Ferse, Farbe gibt es auch

Die Ferse
Sägeblatthalterung

Die Länge des Armes hat ziemlich gut gepasst. Nur wie befestige ich ihn?

Nach einigem Hin und Her-Überlegen kam ich auf die Idee:
Ein Querholz zwischen die beiden Fußleisten. Passt nicht wegen der abgeschrägten Ecken.
Also das Querholz etwas weiter vor und ein kurzes Längsholz, an dem dann der Arm verschraubt wird.
Dann noch eine kleine Markierung damit ich später weiß, wo der Arm gekürzt werden soll.

Dann wurde der Arm erstmal wieder entfernt, eine Seite gekürzt und geschliffen.
Vor dem Lackieren habe ich noch über die Befestigung eines (halben) Sägeblattes nachgedacht.
Erinnert Ihr euch noch, dass das vordere Ende des Armes Fingerzinken hat?
Was liegt da näher, als irgendwie eine Klemmvorrichtung reinzubasteln
Flugs zwei Abschnitte der kleinen Leisten zusammengeklebt und ein kleines Loch für den Pin im Sägeblatt hineingebohrt, ein wenig gefeilt und schon war die Halterung fertig. Sie hält durch Reibung ausreichend gut, kann aber tatsächlich zum Sägeblattwechsel herausgenommen werden.

Weil die Fingerzingen ja asymmetrisch sind das ganze noch ein wenig in eine gefälligere Form geschliffen und dann lackiert.
Arm grün, Halterung schwarz.
Und wenn ich schon beim Lackieren bin wird das Zifferblatt / der Sägetisch gleich mit abgeklebt und nach einer weißen Grundierung Aluguss-Silber lackiert.

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Dekuhration

Marke "Carpenter Diem"

Die zwölf Stundenmarkierungen waren schnell mit dem seeehhhr weich eingestellten Automatikkörner gestochen.


Die Zeiger sollten natürlich Sägeblätter sein.
Da ich keine Deku habe fehlen mir natürlich auch die Blätter. Der Baumarkt konnte mir problemlos für kleines Geld aushelfen. Ob die zum Sägen taugen? Weiß ich nicht, ist aber auch erstmal nicht wichtig.

Ich habe also ausgesucht:
1 feines Blatt (halbiert) für den Sekundenzeiger
1 feines Blatt (fast ganz) für den Minutenzeiger
1 grobes Blatt (fast ganz) für den Stundenzeiger

Die beiden fast ganzen Blätter habe ich an passender Stelle zerbrochen so dass die längere Seite in etwas bis zu den Stundenmarkierungen reicht. Diese Teile wurden mit Sekundenkleber auf die entsprechenden Zeiger geklebt.
Die kurzen Teile wurden entsprechend auf die Rückseite der Zeiger geklebt.
Die Sägeblätter wurden natürlich so ausgerichtet, dass die Zähne vorne sind.
Der Minutenzeiger wurde unter Verwendung eines Abbrechklingencutters und von Pinselreiniger von einem Mittelfinger, einem Daumen und Resten davon befreit.

Da in meiner Packung kein halbes feines Blatt war habe ich davon also auch eines Zerbrochen das auf den Sekundenzeiger geklebt wurde (eher umgekehrt, da der Zeiger dünner war als das Blatt). Die zweite Hälfte sägt von oben.

Auf eine Seite des Armes kam noch eine Widmung aus dem Beschriftungsgerät (meine Frau war gerade nicht für Filigranarbeiten verfügbar und meine Handschrift ist als Verschlüsselungscode klassifiziert), und auf die andere Seite die "Marke" "Carpenter Diem" - ein kleines Wortspiel aus "Carpe diem" (lat.: Nutze den Tag) und "carpenter" (engl: Zimmermann), was zu jemandem der als Freizeitbeschäftigung gerne mit Holz arbeitet ungefähr passen dürfte.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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