Die nächste Werkbank

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    200 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Meine Frau hat mir vor einigen Jahren eine Werkbank geschenkt. Die ist auch immer noch in Gebrauch, hat aber einen Nachteil: Sie ist zu niedrig, um bequem im Stehen daran arbeiten zu können.
Also musste eine neue Werkbank her - eine, an der ich im Stehen arbeiten kann, ohne nach 20 Minuten Rückenschmerzen zu haben... Das Ziel war es, genau so eine Bank zu bauen und dabei möglichst ohne Maschinen auszukommen.
Auf Maße wie Höhe, Breite, Tiefe der Werkbank verzichte ich hier absichtlich - jeder hat eine andere Arbeitshöhe und unterschiedlich viel Platz...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Säbelsäge
  • Winkel
  • Markiermesser
  • Stechbeitel
  • Holzhammer
  • Putzhobel
  • Grundhobel
  • Bohrwinde
  • Bohrer
  • Zapfenstreichmaß
  • Bleistift
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Materialliste
  • 18 x Holzlatte | Fichte (40 * 80 * 2000 mm)
  • 1 x Spannzange (optional)
  • 999 x Holzschrauben | Messing (6 * 80 mm)
  • 999 x Holzleim | Ponal (Wasserfest)
  • 999 x Schraubzwingen
  • 1 x Leimholzplatte | Fichte (200 * 2000 * 18 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Das Verleimen der Latten

Los geht's mit dem Verleimen der Latten. Die werden auf Böcke gelegt un dann mit Holzleim eingestrichen. In der Vorlage, die ich verwendet habe, wurde ein Zickzack-Muster auf jede Latte getropft. Werden dann zwei der Latten zusammen gedrückt und gegeneinander gerieben, verteilt sich der Leim und bildet einen flächendeckenden Film.

Auf diese Weise werden die Latten für die Arbeitsfläche und die beiden Schürzen verleimt (nacheinander, denn ich hatte nicht genug Schraubzwingen).

Ist das erledigt, werden noch zwei Latten für die Beine auf die gleiche Weise verleimt.

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Der Zuschnitt

Wenn alles getrocknet ist, werden Arbeitsplatte, Schürzen und Beine zugeschnitten. Die Latten hatten beim Kauf eine Länge von 2,5 Metern - das ist mir zu groß (so viel Platz habe ich nicht). Ich habe daher Arbeitsplatte und Schürzen auf 1,65 Meter zugeschnitten: Dafür habe ich meinen Winkel angelegt und mit einem Markiermesser einen Schnitt quer zur Hozlfaser gemacht. Dann habe ich ein Stecheisen genommen und den Schnitt von der Abfallseite des Holzes etwas verbreitert (so 2-3 mm). Dadurch erhalte ich eine Kerbe, in die ich meinen Fuchsschwanz setzen kann.

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Schlitz und Zapfen für die Beine - Vorbereitung

Die Beine sollen untereinander verbunden sein - zumindest jeweils immer ein vorderes und ein hinteres. Hierfür eignet sich eine Verbindung mit Schlitz und Zapfen.

Die erste Querstrebe soll ca. 15 cm über dem Boden verlaufen. Ich nehme mir also zwei Beine, lege sie bündig zusammen und ziehe mit Bleistift und Winkel eine Linie. Für die zweite Linie verwende ich ein Stück der Querstrebe (die besteht aus dem gleichen 4*8 cm-Holz, aus dem auch die anderen Teile bestehen).

Jetzt kommt das Zapfenstreichmaß zum Einsatz: zuerst wird der Abstand zwischen den Schneiden auf die Breite des zu verwendenden Stecheisens eingestellt - in diesem Fall habe ich eine 14mm-Beitel genommen. Dann wird das Streichmaß so eingestellt, dass es genau im Zentrum des Beines anliegt (das ist wichtig, da ich das Zapfenloch von beiden Seiten anreißen muss und deshalb idealerweise genau zentriert bin).

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Schlitz und Zapfen für die Beine - Ausstechen der Schlitze

Das Stecheisen wird nun auf die mit dem Bleistift gezogene Linie gesetzt, genau zwischen die mit dem Zapfenstreichmaß gezogenen Rillen. Dann erfolgt ein ganz leichter Schlag mit dem Holzhammer - eigentlich wird damit nur die Linie ein wenig vertieft. Jetzt wird das Stecheisen ca. zwei Millimeter von der Linie entfernt nach innen gesetzt und etwas kräftiger zugeschlagen. Wieder zwei Millimeter weiter weg und noch kräftiger zuschlagen...

Ab dem vierten Mal kann ich anfangen, das Abfallholz herauszuhebeln.

Mit dieser Methode sind die Erfolge ziemlich schnell sichtbar: Nach ca. drei Zentimetern ausstechen habe ich schon eine Tiefe con knapp 2,5 cm erreicht. 

Ungefähr zwei cm vor dem Ende setze ich mein Stecheisen auf die andere Linie und mache genauso weiter. Ist der Schlitz auf diese Weise bis gut über die Hälfte der Holzdicke ausgestemmt, wird das Holz gedreht un von der anderen Seite weitergemacht.

Auf diese Weise erhalte ich in relativ kurzer Zeit vier Schlitze...

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Schlitz und Zapfen für die Beine - Zuschnitt der Zapfen

Der Zuschnitt der Zapfen ist nicht weiter kompliziert - Das Zapfenstreichmaß ist natürlich noch auf die richtige Breite eingestellt, lediglich für die Holzdicke muss es angepasst werden. Die Schultern der Zapfen werden wie in Schritt 2 mit Winkel, Markiermesser und Stechbeitel angerissen und dann bis zu den Markierungslinien des Streichmaßes eingesägt. Danach werden die Schnitte entlang der Faser gemacht - natürlich auf der Abfallseite des Holzes.

Die Zapfen werden dann vorsichtig in die Schlitze gesteckt - Das Holz darf nicht aufplatzen, an den Zapfen dürfen keine Quetschungen zu sehen sein und es darf natürlich nicht zu locker sitzen...

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Schlitz und Zapfen für die Beine - die oberen Querstreben

Die oberen Querstreben werden im Prinzip genauso hergestellt - mit einem kleinen Unterschied: Da die Querstrebe bündig mit der Oberkante des Tischbeins verlaufen soll, kann hier kein durchgehender Schlitz gezogen werden - das würde nicht halten...

Die Lösung sieht wie folgt aus: Der Schlitz wird so ausgestemmt, dass er zwei Zentimeter unterhalb der Oberkante des Beins endet. Dann wird ein ca. 2 cm tiefes Stück ausgesägt. Beim Zapfen wird das Gegesntück ausgesägt.

Auch hier gilt: Die Verbindung darf nicht zu fest und nicht zu locker sein...

Passt alles, können die Beine mit den Querstreben verleimt werden.

Zum Schluss noch eine Kleinigkeit: Es ist sinnvoll, die Unterseite der Beine anzufasen - wenn die Werkbank später über harten Boden geschoben oder gezogen wird, reißen die Fasern nicht aus. Für das Anfasen kommt der Hobel zum Einsatz: Er wird um 45° gedreht und geneigt (also in X- und Z-Richtung); so wird vermieden, dass die Fasern am Ende ausreißen.

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Die Aussparungen für die Schürzen

Die Schürzen werden an die Beine "gehängt". Dafür muss ein Teil des Holzes entfernt werden. Ich ziehe mit Winkel und Markiermesser eine Linie ca. 25 cm vom Rand der Schürze entfernt. Die Linie geht so weit, dass die Schürze ca. 2-3 mm höher ist als die Arbeitsplatte - dann kann ich mir die ganze Bank auf eine Fläche zurecht hobeln.
Diese Linie wird wieder mit dem Stecheisen verbreitert und dann mit "zärtlichen" Schlägen vertieft (am Anfang nie zu doll zuschlagen, sonst verschiebt sich die Messerlinie).
Ist die Aussparung ungsfähr halb so breit wie sie sein soll, wird das Bein genommen und an die Messerlinie angelegt. Dann wird mit dem Markiermesser auf der anderen Seite eine kleine Markierung gemacht - das ist die Breite der Aussparung. Die Markierung wird dann mit dem Winkel auf die entsprechende Länge gebracht und ebenfalls Holz weg gestemmt.
Ist die erforderliche tiefe erreicht (bei mir waren es 12 mm), wird der Grund mit dem Grundhobel "hübsch" gemacht.
Zum Schluss wird das Bein in die Aussparung gesetzt - auch hier gilt: Nicht zu locker und nicht zu fest... Wenn sich die Schürze über das Bein anheben lässt (wenige Millimeter genügen, für alles andere ist das Ganze zu schwer), ohne dass die Holzfasern gequetscht werden, stimmt's.
Zum Schluss werden die Schürzen mit den Beinen verleimt zun zusätzlich mit Spax-Schrauben fixiert.

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Die Arbeitsplatte

Die Arbeitsplatte wird von unten festgeschraubt. Dafür nehme ich zwei Stück Restholz, ca 10 cm Breit und so lang, dass sie genau zwischen die Schürzen passen. Diese Holzstück werden so auf die oberen Querstreben geleimt und geschraubt, dass sie mit einer Kante der Strebe bündig abschließen - dadurch habe ich genug Platz, um die Arbeitsplatte daran festzuschrauben (die Holzdicke habe ich natürlich beim Aussparen der Schürzen berücksichtigt).
Ist dies erledigt, wird die Arbeitsplatte mit der Schürze verleimt und verschraubt; zusätzlich wird sie noch von unten an den Holzplatten verschraubt - durch das Verschrauben von unten habe ich später kein Metall auf der Oberfläche...
Sorry, ich dachte, ich hätte mehr Bilder davon...

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Die Spannzange

Die Spannzange sollte möglichst dicht bei einem Bein sitzen. Da ich Linkshänder bin, habe ich mich für die rechte Seite der Werkbank entschieden. Um sie einzupassen, habe ich sie zerlegt und auf die Innenseite der Werkbank unter die Arbeitsplatte geschraubt; so konnte ich die Löcher anzeichnen und ausmessen (natürlich von unten, denn die Oberseite der Werkbank ist noch nicht ganz glatt).
Die Löcher für die Führungs- und Gewindestangen habe ich dann mit der Bohrwinde gebohrt.
Zum Schluss noch ein paar Buchenplatten verleimt und festgeschraubt, und fertig war das Spannwerk.
Einen Fehler habe ich allerdings gemacht: Es gibt diese Spannwerke mit Schnellverschluss und Bankhaken - wäre schlau gewesen, wenn ich gleich so eines gekauft hätte...

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Die Werkzeugablage und letzte Schritte

Als Werkzeugablage kommt eine Leimholzplatte zum Einisatz. Diese wird so zugeschnitten, dass sie zwischen die Arbeitsplatte und die hintere Schürze passt, und ebenfalls von unten verschraubt.
Um kleine Unebenheiten, die beim Sägen entstanden sind, zu kaschieren, habe ich einen Viertelstab an beiden Seiten der Werkzeugablage befestigt (genagelt und die Nägel dann mit einem Splitentreiber etwas in den Stab hineingetrieben).
Bleibt nur noch das Bündighobeln von Spannplatten, Schürze und Arbeitsplatte, und fertig ist die Werkbank.
Mittlerweile habe ich Löcher für Bankhaken gebohrt, und die Werkbank steht im Schuppen. Jetzt fehlt nur noch ein Überzug mit Leinölfirnis, damit sie den Änderungen der Luftfeuchtigkeit etwas besser widersteht.
Damit ist das Ziel, eine Werkbank zu bauen und dabei Handwerkzeuge zu verwenden, erreicht (wenn man mal vom Akkubohrer absieht).


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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