"Der Enkel freut sich", Nr.2 - Gabelstapler

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Gabelstapler
... und nun in Aktion
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    4 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Ein Lastwagen will beladen sein. Hier die Begründung ...

Also muss ein Gabelstapler her, der, wie immer, nur aus Holz bestehen soll. Außerdem soll er bespielbar sein, das heißt, er soll lenkbar, seiner Funktion entsprechend einsetzbar und stabil sein. Außerdem wird ein möglichst "technisches" Aussehen angestrebt.

Zugekaufte Teile - Räder mit Gummireifen, eine Holzkugel und einige Kleinteile - erleichtern den Bau. Bis auf ein klitzekleines Teil ist alles aus Buche gefertigt.

Auch dieses Projekt stammt aus meiner Zeit "vor 1-2-do", in der ich noch keine Fotos während der Bauphase gemacht habe. Ich werde aber versuchen, durch entsprechende Detailaufnahmen und eine zureichend ausführliche Beschreibung den Bau zu verdeutlichen.
 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PSB 750 RCE  - Bohrmaschine (elektrisch)
  • PTS 10 T  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • Bandschleifer,  GBS 75 AE
  • Akku-Schrauber
  • Stichsäge
  • Multifunktionswerkzeug
  • Allzwecksauger
  • Schlüsselfeilen
  • Polierbürste
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Materialliste
  • 1 x Grundplatte | Buche Leimholz 18mm (17*12 cm)
  • 2 x untere Arme | Buche Leimholz 18mm (15*4 cm)
  • 2 x obere Arme | Buche Leimholz 18mm (13,5*2 cm)
  • 2 x Gabel, senkrecht | Buche Leimholz 18mm (10,5*2 cm)
  • 2 x Gabel, Querachse, Außenteil vorne | Buche, Rundstab 14 mm (5 cm)
  • 1 x Vorderachse | Buche, Rundstab 12 mm (12,5 cm)
  • 1 x Drehstab Gabel, hinten | Buche, Rundstab 12 mm (7,5 cm)
  • 2 x Gabel Querachse, hinten | Buche, Rundstab 6 mm (8,5 cm)
  • 2 x Gabel Ausleger | Buche, Rundstab 6 mm (7 cm)
  • 1 x Holzklötzchen | Buche Leimholz 18mm (3,5*2 cm)
  • 5 x Hülsen, sternförmig | Buche 1,5 cm (1 cm; Bohrung 4 mm)
  • 8 x Platinen | Buche (5 mm)
  • Holzleim
  • Politur auf Wachsbasis
  • 2 x Gabel Querachse, Innenteil vorne | Rundstab 4 mm (13 cm)
  • 1 x Hebel | Buche, Rundstab 6 mm (7 cm)
  • 2 x Führungsstifte | Buche, Rundstab 4 mm (3,5 cm)
  • 2 x Vorderräder | Buche mit Gummibereifung (6 cm)
  • 2 x Hinterräder | Buche mit Gummibereifung (4 cm)
  • 2 x Holzringe | Buche (2,5 cm Durchm, 12 mm Bohrung)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Grundplatte

Die Grundplatte in einer Teilansicht
Eine weitere Teilansicht von schräg vorne
Welch eine breite Gabel ...
So sieht eine Fehlbohrung aus ...

Die Größe der Grundplatte ergibt sich aus zwei vorgegebenen Maßen: der Größe der Reifen und der Höhe der Ladewand des LKW.

Letztere Maßgabe ist die wichtigere, denn nur dann, wenn die Höhe passt, ist der Enkel glücklich.

Somit ergibt sich eine Länge von 16 und eine Höhe von 11 cm. Die Platte wird grob auf der TKS ausgesägt, feine Schnitte erfolgen mit Stichsäge bzw. Multifunktionswerkzeug (Siehe Bild1 und 2)

Bei der Formgebung der Silhouette sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, man muss nur darauf achten, dass für die Vorderachse genug Material übrig bleibt, sonst wird es kein Fahr- sondern ein Stehzeug.
Die Dicke der Fahrerhauses bleibt auf 18 mm begrenzt, da die gesamten beweglichen Teile schon ordentlich breit werden (Siehe Bild 3).

Anschließend werden die Löcher für die Vorderachse und den Hebemechanismus der Gabel gebohrt. Am besten macht man dies auf der Ständerbohrmaschine, da nur so gewährleistet ist, dass die Achsen alle im rechten Winkel durch die Grundplatte laufen und dann die Gabel sich ohne Verkannten heben und senken lässt.

Für die Hinterachse, die sich komplett im Kreis drehen soll können, wird eine senkrechte Bohrung durch das hintere Ende der Grundplatte gesetzt.
Wenn man hier nur nach Gefühl arbeitet und das Hirnkastl nicht nutzt, dann macht man Fehlerbohrungen, wie auf dem Bild Nr. 4 zu erkennen ist.
Falsch daran ist, dass die Konstruktion der Hinterachse zu nahe an das Ende des Unterbodens heranrückt, und sich daher die Hinterachse nicht komplett um 360° drehen ließe.

Leider ist mir keine glaubhafte Erklärung eingefallen, um das unnötige Erstloch zu begründen ...



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Die Gabel und ihr Hebemechanismus

Sieht ganz schön kraftvoll aus
Die barocke Seite eines Gabelstaplers
Diese Seite muss tun, was die andere will.
Und diese Seite gibt die Richtung an.
Die Zahnrädchen dienen der Distanz.

Die Gabel sollte sich nach Möglichkeit einigermaßen senkrecht in die Höhe bewegen. Siehe Bild Nr. 1

Oder anders herum gesagt: wenn man nicht nur die oberen, sondern auch die unteren Seitenarme nur als gerade Leisten ausführt, drehen sich alle vier um ihre Drehpunkte in einer Kreisbewegung.
Wir hätten dann eine Steinschleuder, aber keinen Gabelstapler. Das merken wir uns für ein späteres Projekt "Ritterburg und Belagerungsmaschinen" ... es hört eben nie auf.

Die unterern Seitenarme müssen also eine Form erhalten, die etwa so aussieht: Bild Nr. 2

Die Länge der Arme ergibt sich aus dem Maßen der Grundplatte und dem Sitz der Bohrlöchern für die Arme. Sie müssen schlicht so weit über das vordere Ende der Grundplatte hinausragen, dass noch genug Platz für die Gabel bleibt.

Mit der Stichsäge werden die Arme zugesägt, wer über eine Dekupiersäge verfügt, macht es damit, Freunde der Bandsäge treiben es auf ihre Weise.

Die vorderen Enden der Arme werden mittels 4 mm-Rundstäben in entsprechender Länge verbunden. Zwischen den senkrechten Holmen der Gabel wird auf diese Rundstäbe jeweils ein äußerer 14 -mm Rundstab mit einer 4 mm-Längsbohrung als Abstandshalter aufgeschoben (Siehe Bild Nr.1).

Die senkrechten Holme der Gabel wurden vorher auf der TKS zugesägt, auf dem Bandschleifer etwas abgerundet und mit den Bohrungen für die Querachsen und die Ausleger versehen. Alles wird nun entsprechend verleimt.

Ist das vorderen Ende glücklich zusammengefügt, geht es an das hintere Ende der Gabel.

Durch die Bohrlöcher in Achsen und Grundplatte werden Rundstäbe geschoben, nicht ohne sie mit entsprechenden Zwischenstücken - hier Zahnrädchen - zu versehen (Siehe Bild 3 und 5).

Und womit werden die kleinen Finger die Gabel auf- und abfahren? Nichts leichter als das (Siehe Bild Nr. 4).
Durch eine weitere Bohrung in der Grundplatte wird ein 12 mm -Rundstab geschoben, der später auf beiden Seiten mit je einem aufgeleimten Holzring fixiert wird. Somit kann dann der Rundstab immer noch in der Grundplatte gedreht werden, nicht aber mehr herausfallen.
Die Holzringe stammen von einem stärkeren Rundstab, wurden auf dem senkrecht montierten Bandschleifer etwas im Durchmesser verkleinert und mit der entsprechenden 12 mm -Bohrung versehen.

Jetzt, nach einem provisorischen Zusammenfügen, können zwei weitere Bohrlöcher markiert bzw. ausgeführt werden, nämlich für den Stab, der von unten gegen den Seitenarm drückt, und für den Hebel, mit dessen Hilfe der kleine Staplerfahrer die Gabel bewegen wird








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Erster Stapelversuch, Nachbesserung, Ergänzung und Kritik

Seitliche Führung
Kein Stapler ohne Palette

Nachdem alles verleimt ist, erfolgt ein erster Test. Alles passt ... hat aber zu viel Luft. Die Gabel vollführt doch einige seitliche Bewegungen, denen aber abgeholfen werden kann.

Zwei Bohrlöcher in die Seitenarme, zwei 4 mm-Rundstäbe eingeleimt und schon ist Ruhe im Betrieb. Auf Bild 1 kann man das den einen, dunkleren Rundstab erkennen.

Kein Stapler ohne Palette. Auch dem ist schnell abgeholfen (Siehe Bild Nr. 2).

Nachdem alles verleimt ist und nunmehr gut sitzt, fällt mir auf, dass die unteren Seitenarme stilistisch doch reichlich barock aussehen. Das muss aber gar nicht sein. Die aus optischen Gründen bessere Lösung wäre es, sie als einen Winkel mit zwei unterschiedlich langen Schenkeln auszuführen, die sich im Winkel von 45° öffnen.

Außerdem ist nicht jede Beize für Buche geeignet. Die farbliche Absetzung der Grundplatte von den übrigen Teilen sieht mittlerweile eher bescheiden aus.

Nun ja, man lernt ...

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Nachtrag

Wie könnte man dies nachbauen???

Gerade ist mir aufgefallen, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe. Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, daher dieser Nachtrag: Die Anregung entstammt einem Buch von Erik Skarman über Bagger, Kräne usw., das man am Amazonas finden kann. Es finden sich dort aber keine Baupläne im herkömmlichen Sinn, sondern quasi technische Zeichnungen, denen man Maße entnehmen kann, um sie dann auf Pläne im hier üblichen Sinn umzurechnen.
Mein Tipp: Wenn Ihr zu einem Spielzeugfahrzeug, das Ihr bauen wollt, keinen Bauplan findet, dann holt Euch die Anregung "in der Natur". Seit ich Spielzeug bastele, vertreibe ich mir z.B. die Zeit als Beifahrer auf der Autobahn damit, LKW genauer anzuschauen. Man entwickelt mit der Zeit ein richtiges Auge für Details und Proportionen.
Was mich früher nie interessierte, wurde auf einmal richtig spannend: Welche Formen von Abgasanlagen gibt es? Wo sitzt der Tank? Gibt es auch am Auflieger Schutzbleche  :-)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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