Dekorative Aufsteller für Fotos und Einladungs- oder Festtagskarten

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Meine Tochter ist begeisterte Fotografin und so haben wir ständig Fotos in der Wohnung liegen. Viele davon gehören eigentlich in Bilderrahmen, aber sobald man ein Foto gerahmt hat, bekommen wir schon wieder ein neues das dann in den Rahmen sollte. Besonders seit unsere beiden Enkelkinder auf der Welt sind. Aber auch Einladungskarten zu Geburtstagen und Hochzeiten, oder besonders schöne Karten die man selbst erhält, brauchen immer wieder ein würdiges Plätzchen, so dass man die Karten sehen kann.


Angeregt durch die Tochter, die einen hübschen Karten- oder Bilderhalter gesehen hat, ging ich jetzt in die große Produktion. Ich habe sehr viele Halter gemacht, die wir selbst  aber auch die Töchter in der Wohnung dekorativ verwenden möchten. Das eine oder andere Geschenk ist damit auch schon erstellt. Ich schätze, ich werde in der nächsten Zeit aber noch weitere bauen. 

Die Projektdauer mit 2 bis 3 Tage ist der Trocknungszeit von den Pigmentölen geschuldet. Lässt man das Holz natur oder wachst es nur, ist man in kurzer Zeit am Ziel.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischbohrmaschine
  • Schwingschleifer
  • Oberfräse
  • Schleifpapier
  • Fasefräser
  • Trennscheibe für Dremel
  • Fusselfreier Lappen
  • Feiner Lasurpinsel
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Materialliste
  • Holzleisten (4 x 2 cm )
  • Holzöl

Los geht's - Schritt für Schritt

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Erste Versuche

ich habe schöne Buchenleisten die ich gerne für dieses Projekt verwenden möchte. Nur wie bekomme ich die feine Nut in das Holz. Diese darf maximal 1 mm breit sein.

Bandsäge scheidet aus, da die Leistenabschnitte zwischen 10 und 13 cm sein werden. Hier ist die Schnitttiefe nicht vorhanden.

Kreissäge scheidet aus, auch mit feinstem Blatt bekomme ich eine Nut von 3 mm. Auch die Oberfräse kann nur Nuten ab 4 mm.

Die Japansäge macht einen feinen Schnitt. Das würde gehen, aber ist sehr aufwändig und der Schnitt kann zwar sauebrr werden, muss aber nicht. Einmal verkanten und schon hat man eine Scharte die man nicht reparieren kann.

Es muss eine andere Lösung her.

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Die Lösung - Mini-Trennscheibe

In unserer Powertüftler-WhatsApp-Gruppe habe ich mein Problem geschildert. Und Jörg schickte mir ein Foto eines kleinen Kreissägeblattes, das man in die Bohrmaschine einspannen kann. Rund 4 cm Durchmesser mit einem Aufnahmeschaft. So etwas hatte ich auch mal ... also ging ich auf die Suche. Ich habe es nicht gefunden. Vermutlich entsorgt, da ich es nie brauchen konnte. Und jetzt bräuchte ich es.

Für den Dremel hatte ich doch so was auch! - aber viel zu dünn. In der Dremelkiste wurde ich dann fündig!

Eine kleine Trennscheibe mit knapp einem Millimeter Stärke. Aber mit dem Dremel frei Hand? Das wird nichts. Aber in der Standbohrmaschine? Wird die Geschwindigkeit überhaupt ausreichen?

Also wird das einfach mal getestet.


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Anschlag dran und los geht‘s!

Da die Trennscheibe waagerecht in der Standbohrmaschine eingesetzt ist, muss ich das Holz aufrecht fräsen. Also brauche ich einen stabilen Anschlag. Da ist es hilfrecih, dass bei der PBD 40 von Bosch ein solcher als Zubehör in den Tisch eingesetzt werden kann. Auch die Bohrtiefe kann arretiert werden, so dass die Scheibe exakt ihre Höhe hält.

Bild 4: Zwei Testschnitte.

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Staubabsaugung, Handschuhe und Schutzbrille sind Pflicht.

Durch die Trennscheibe wird zum einen viel extrem feiner Staub anfallen. Dieser ist für die Atemwege sehr schädlich und kann auch krebserregend sein. Sodann entsteht viel Reibung bei Trennscheiben und das Holz wird stark erhitzt, so dass durchaus auch Brandrauch entstehen kann. Das stinkt und ist sicher auch nicht gut einzuatmen.
Also ist unbedingt eine Absaugung in der Nähe der Trennscheibe zu verwenden.

Da solche kleine Scheiben gerne auch mal brechen und splittern, sollte wie bei allen Arbeiten mit Maschinen eine Schutzbrille für die Augen und Handschuhe getragen werden. Etwas unsicher habe ich mich tatsächlich gefühlt und ich habe mir ernsthaft überlegt, ob ich meinen Forsthelm mit Visier verwenden soll. Aber zum einen ging alles gut und die Trennscheibe selbst hat 4 Meter Buchenholz überstanden. Aber Vorsicht ist dennoch angebracht.

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Fräsen - hmm ... das dauert.

Keine Ahnung, ich habe mir das deutlich leichter vorgestellt. Die Tiefe passe ich je Durchgang auf etwa 1 mm an. So geht es besser als tiefer. Es braucht dennoch Zeit. Buche ist leider auch sehr hart. Und auf die Länge von rund 50 cm dauert jeder Durchgang schon einige Minuten.

Später, mit Erfahrungen, habe ich mich da schneller herangewagt, aber zu Anfang wollte ich nicht zu sehr drücken und schieben. Aber interessanterweise hilet die Trennscheibe auch größerem Druck Stand. Stellenweise kam ich in der Höhe vom Unterlageholz abe, was dann unschöne Stellen gab.

Beim späteren Ablängen habe ich diese so gut es ging ausgespart. Aber auch hier spielt die Routine eine große Rolle. Vielleicht sollte man zuerst ein weicheres Holz wie Fichte verwenden. Allerdings muss man da aufpassen, dass man die Nut nicht über Äste führt. Ich gehe fest davon aus, dass dort sehr schlecht zu nuten ist.

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Drehzahl 2500 U/min

Ich experimentiere auch mit den Drehzahlen. Aber die höchste der PBD 40 ist 2500 Umdrehungen in der Minute ist hier die beste. Im Vergleich zu einem Multitool wie dem Dremel ist das sehr sehr wenig. Aber es funktioniert und das ist das Wichtigste.

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Ein Malheur - Scheibenaufnahme gebrochen

Links eine neue Scheibe

Fast habe ich einen Meter gefräst, bricht mir schlagartig die metallene Aufnahme der Trennscheibe ab. Entweder ist das Materiel einfach zu schwach oder es war die Belastung einfach zu hoch. Ich vermute eher ersteres. Ich habe nämlich eine andere Aufnahme montiert und diese hielt dann weitere 3 Meter.

Dabei kontrolliere ich gleich mal, wie hoch die Abnutzung der Trennscheibe ist (Bild 3). Erstaunlich, an der Scheibe fehlt nichts! Die Standzeit ist enorm hoch. Ob das nun am Holz oder der eher langsamen Geschwindigkeit liegt? Egal, ich finde es prima.

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Abrieb vom Anschlag entfernen

Durch das Andrücken und Schieben der Holzleisten am Anschlag entlang haben sich Abriebspuren ergeben. Diese schleife ich zunächst von Hand, dann aber doch mit dem kleinen Schwingschleifer ab.
P80, P120 und P180. Mehr braucht es bei Buche nicht. Diese saugt später Öl sehr gering auf und das wäre P240 oder P300 zu viel des guten.

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Ablängen an der Kappsäge

Ich lege zwei konkrete Maße fest: 10 und 13 cm. Diese Maße entsprechen den gängigen Fotoformaten: 10 x 15 und 13 x 18 cm.
Sodann passen Grußkarten in die größere Version gut hinein.

Als Wichtelgeschenk habe ich ein tolles Anreissmesser bekommen und das kommt auch gleich zum Einsatz (Danke Michael!). Die Schnittlänge wird markiert und dann wird auf der Kapp- und Zugsäge abgelängt. Dazu mache ich mir einen Anschlag. So geht es rascher.

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Kanten anfasen

Die Kanten meiner Bucheleisten sind abegaschrägt und es schaut sicher harmonischer aus, wenn die gerade zugeschnittenen Stirnkanten ebenso eine Schräge erhalten.

Das kann man zwar auch am Frästisch machen, aber auch an der KZS. Das mache ich zunächst auch so, denn der Frästisch ist monentan mit selbst gebauten Weihnachtsgeschenken belagert. Nein, wegräumen will ich jetzt nicht. Also Anschlag angepasst und mit 45 Grad-Schnitten die Kanten anschrägen.

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Schleifen

Nun werden alle Schnittkanten ordentlich abgeschliffen. Hierzu verwende ich auch Papier P80, P120 und dann P180. Die feine Nut entgrate ich mit einem hineingesteckten Schleifblatt. Dauert zwar etwas, aber das Ergebnis ist sehr schön. Endlich sieht man einen ersten Erfolg (Bild 3).

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Vorführung

Jetzt gibt es zuerst was zu Essen. Und dazu bringe ich mener Frau schon mal zwei Exemplare mit. Sie ist begeistert und will ganz viele. Wusste ich es doch! So zehn Stück braucht sie auf alle Fälle.

Also bedarf es einer weiteren Produktion ...

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Noch mal von vorn ...

In der Werkstatt zurück fange ich also nochmals an. Diesmal mache ich es aber anders.

Ich säge zunächst die nötigen Abschnitte in 10 und 13 cm Länge. So muss ich nicht so lange Strecken am Stück fräsen. Tatsächlich habe ich es irgendwie einfacher und ich bin zumindest gefühlt schneller.

Dann entscheide ich mich dazu, doch den Frästisch frei zu machen. Mit einem Fasefräser kann ich die Kanten abschrägen. Das geht auf jeden Fall schneller als mit der KZS. Naja, das Abräumen der Fräse hat die Zeit ausgeglichen.

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Neue Schleiftechnik

Für die Nut fällt mir ein, ich habe Schleifschwämme von Bosch nit einer spitzen Kante, Damit kann ich die scharfe Nutkante viel leichter brechen. Das geht nun auch um einiges schneller. 

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Pigmentöle für die Oberfläche

Ich entscheide mich für eine Oberflächengestaltung mit pigmentierten Ölen. Zum einen mit Weiß. Dieses allerdings überdeckt den Rotton der Buche nicht so, dass es mir gefällt. Ich nehme dann Grau. Dieses deckt sehr gut und da dieses in die Wohnung der Tochter weniger passt, wird dieses beim zweiten Durchgang mit weiß überarbeitet. So entsteht dann ein leichtes Maserungsbild, das sehr schön wirkt.

Letzten Endes mache ich verschiedene Farbgebungen - Buche farblos geölt, Buche mit leichtem weißen Auftrag, mit neutral grauem Auftrag und Grau mit Weiß. So kann sich jeder in der Familie heraussuchen, was ihm gefällt. Ich habe ja inzwischen eine ganze Menge.

Nach Trocknung über Nacht und feinstem Zwischenschliff wird ein zweiter Auftrag angebracht.

Dann werden die Hölzchen gedreht und die Unterseite ebenfalls behandelt. Also schon ein immenser Aufwand für so ein paar Hölzchen.

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Und noch einmal ran ... - letzter Akt.

Nie wieder baue ich etwas für meine Frauen. Naja, vielleicht schon, aber jetzt hat die Tochter die Aufsteller gesehen und will noch welche aus Naturholz mit Maserung. Pur und ohne Wachs und Öl. Selbst gutes Zureden hilft nicht. Also wird Fichte-Leimholz zersägt und gefäst.

Ein Teil der frisch bearbeiteten Fichten-Aufsteller werden leicht mit Öl weiß pigmentiert. Die passen gut auf unsere Vitrinen. Dabei werden auch gliech der bereits fertigen Aufsteller auf der Unterseite geölt. Diese sollen ja auch von unten ordentlich ausschauen. So an die 50 Stück habe ich jetzt. Da soll mal jemand keine Auswahl haben.

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Ein paar Verwendungszwecke

Hier zeige ich Euch eine Auwahl an Aufstellern mit diversen Fotos und Karten. Schaut doch gut aus. Oder?

Diese Aufsteller sind ganz geschickt und auch schnell bei Nichtgebrauch in einer Schublade verstaut. Andererseits gibt es immer ein Plätzchen und ein Kärtchen um den Raum zu dekorieren. Möglicherweise baut Ihr Euch solche Halter nach. Dann viel Spas dabei!



Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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