"DAS IST SPARTA!!!" oder "Messerblock mal anders"

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Fertiger Messerblock
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    120 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

"Tonight we dine in Hell" - Wer kennt den Spruch der mutigen 300 nicht?

Und wie könnte man besser in der Hölle speisen, als wenn man vorher mit diesem außergewöhnlichen Messerblock gekocht hat?

Nachdem ich im Netz schon vor einiger Zeit die Anregung gefunden habe, habe ich beschlossen, das Teil nachzubauen.

Das Sperrholz ist aus dem Holzhandel, die Messer sind vom Schweden. Und sind schärfemäßig denen von König Leonidas' Männern ebenbürtig =)


PS: Wer schon eigene Messer hat, für den wird es natürlich günstiger - dann ist man mit 15€ fürs Material dabei...

Aber Muttern sollte ja neue Messer bekommen - nur wer kriegt zum Geburtstag schon gern lieblos verpackte Küchenutensilien geschenkt? ^^

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Stichsäge
  • Tischbohrmaschine
  • Akku-Multischleifer
  • Multifunktionswerkzeug
  • Multifunktionswerkzeug mit Rundschaftaufnahme
  • Zollstock
  • Einhandspannzwingen
  • Schraubstock
  • Bleistift
  • Radiergummi
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Materialliste
  • 3 x Sperrholzplatte | Sperrholz (300 x 300 x 10 mm)
  • 2 x Sperrholzplatte | Sperrholz (250 x 200 x 10 mm)
  • 2 x Sperrholzplatte | Sperrholz (150 x 200 x 10 mm)
  • 1 x Holzleim
  • 6 x mittlere Schrauben
  • 4 x kleine Schrauben
  • 1 x Holzöl (lebensmittelgeeignet) (ca. 100 ml)
  • 1 x Wetzstahl
  • 1 x Obstmesser
  • 1 x Santokumesser
  • 1 x Kochmesser
  • 1 x Gemüsemesser
  • 1 x Großes Messer

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorbereitung

Vorüberlegungen und grobe Zeichnung
Angezeichneter Körper
Angezeichneter Schild

Da die Orgiginalversion per CNC-Fräse aus einer etwa 15 bis 20 mm starken Mehrschichtholzplatte geformt wurde und ich leider noch keine CNC-Fräse im Keller stehen habe, musste ich mir etwas anderes überlegen. Da ich nicht aus dem vollen Material schnitzen wollte, habe ich mich entschieden, das Ganze aus einzelnen, dünneren Sperrholzplatten zu formen und diese dann bündig übereinander zu leimen. Das ermöglicht auch den Mittelscheitel auf einfache Art.

Nachdem ich die Maße grob abgeschätzt habe, wurde die Form freihand auf die Sperrholzplatten übertragen, die ich mir vorher schon habe zuschneiden lassen.

Von meinen Überlegungen ausgehend hatte ich also 3 Platten für den Körper, 2 für den Schild und 2 für die Fußplatte vor mir liegen.

Bei Schild, Körper und Fußplatte habe ich nur jeweils eine der Platten angezeichnet. Beim Aussägen werden die jeweils anderen bündig darunter festgespannt und erhalten so dieselbe Form.

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Aussägen

Ausgeschnittene Teile
Ausgerissene Seite
Ausrissfreie Seite
Ausgeschnittene Teile übereinandergelegt
Angezeichnete Ausschnitte auf dem Schild
Fertige Ausschnitte

Wie der Titel schon sagt - auf ans Sägen.

Die Platten übereinanderstapeln, aufpassen, dass Sie nicht verrutschen, auf dem Werktisch festspannen und mit der Stichsäge entlang der aufgezeichneten Linien lossägen.

Da die Stichsäge doch einiges an Vibrationen auf die Platten überträgt, sollte ein Großteil der Plattenfläche, die man bearbeitet, auf einer festen Unterlage festgespannt werden, um zu vermeiden, dass das Werkstück bricht - schließlich sind einige Partien am Ende doch recht zierlich.

Bei mir hat es sich bewährt gemacht, die Platten mit Schnellspannzwingen übereinander zuspannen und Einhandspannzwingen zu nutzen, um die Platten passend am Werktisch zu befestigen.

Dabei immer kleine Materialreste zwischen das Werkstück und die Klemmbacken legen, um Abdrücke zu vermeiden!

Ich habe zwar gefühlte 200 Mal umgespannt, da dauernd die Reststücken mit dem Sägeschuh kollidiert sind und ich nie allzu weit am Stück sägen konnte, aber dafür ist auch nichts gebrochen.

Bei den Körperplatten wird zuerst die komplette Silhouette samt "Helm" ausgesägt. Wenn die komplette Form fertig ist, wird die mittlere Platte entfernt und die beiden äußeren Platten werden "enthelmt".

Beim späteren Zusammenfügen sollte man dann darauf achten, die äußeren Seiten miteinander zu tauschen, da die Stichsäge (zumindest ohne Spanreißschutz) naturgemäß auf der Oberseite etwas ausrupft. Durch das Tauschen der Teile verschwinden die Scharten und Macken nach innen und man sieht sie nachher nicht mehr.

Der Schild wird dann mit einigen Linien versehen, die die Messerschlitze darstellen - die jeweilige Länge ist abhängig von der Breite der Messerklinge, die Stärke des Schlitzes von der Stärke des Messerblatts.

Zusätzlich wird oben noch (nicht ganz mittig) eine Mulde eingesägt, die das "Schwert" des Kriegers halten soll. Der Wetzstahl hält dann allein durch die Auflage auf dem Arm und der kleinen Mulde sowie leichtem Anlehnen am Helm des Kriegers.

In meinem Fall gewinnen die Ausschnitte leider keinen Blumentopf - mit dem Multitool und einem dünnen Tauchsägeblatt ließen sich zwar die Schnitte schön nachziehen, allerdings waren die Schlitze nicht breit genug. Ein Stichsägeblatt kam von der Breite her schon näher ran, allerdings ist das Eintauchen der Stichsäge durch langsames Kippen eine echte Übungssache und hat mir hier das Ganze etwas zur Sau gemacht - allerdings wollte ich auch keine Bohrlöcher, um das Blatt einführen zu können.

Hier suche ich also noch nach Verbesserungsvorschlägen. Am Ende habe ich einen kleinen Fräser ins Rotationstool eingespannt - der hatte die perfekte Breite. Aber die Freihandführung hat dann zu den dargestellten schiefen Schnitten geführt...

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Zusammenfügen

Fertiger Spartaner an der Schildausgabe
Verleimter Krieger
Krieger trifft Bodenplatte
Schild mit angehenden Verschraubungen
Verschraubte erste Schildplatte am Krieger
Die zweite Schildhälfte wird aufgeleimt - die Messer sorgen für genaues Aufeinanderliegen

Jetzt gehts ans Eingemachte - die Teile werden zusammengefügt.

Dazu erst eine Seite mit Leim bestreichen und das jewels andere Teil auflegen, andrücken und mit Spannzwingen fixieren. Durch den Holzleim als Schmierschicht ist es gar nicht so einfach, die Teile wirklich exakt bündig übereinander zu bekommen - sobald man die Spannzwinge fester zuzieht, verrutschen Sie wieder.

In einem gewissen Ausmaß ist das aber nicht schlimm - Überstände von < 1 mm werden später mit dem Rotationstool abgeschliffen.

Im Nachhinein hätte ich mir eine dickere Platte nehmen sollen und jeweils ein Teil darauf legen sollen. Dann an markanten Punkten Dübel in Löcher versenken, sodass sie noch etwas herausstehen und damit den übereinandergelegten Teilen keine Möglichkeit geben, sich hin oder herzubewegen.

Hinweis: Die "Füße" sowie der Bogen unterhalb des Körpers (quasi der Schritt des Mannes) und die Schildhand sollten nach dem Zusammenleimen schon mithilfe eines Schleifers (ob Schleifrolle im Rotationstool oder Multi-/Delta-/Band-/Lieblingsschleifer ist egal) abgeschliffen werden, um aufgetretene Überstände und überschüssigen Leim zu entfernen.

Nachdem Bodenplatte und Schild montiert sind lassen sich die Stellen nicht ohne weiteres bearbeiten!

Nachdem der Kriegerkörper fertig ist (der Holzleim hat ca 30 min gebraucht) wird er kopfüber im Schraubstock eingespannt und die Bodenplatte angebracht. Dazu wird die Position der "Füße" nur auf die obere Platte übertragen (ca. mittig, bzw. dort, wo er halt stehen soll) und Löcher vorgebohrt. Danach wird diese obere Platte von unten mit den (auch vorgebohrten) Füßen verschraubt.

Anschließend wird die untere Fußplatte von unten an die obere geleimt. So sind später keine Schrauben sichtbar und der Spartaner fällt nicht vor Schwäche um.

Beim Schild wird das ganze genauso gehandhabt. Die verwendeten Schrauben sollten möglichst nicht durch die Schildhand hindurchkommen - ergo sind die Längen so bemessen, dass nur das Innere die Schraubengewinde zu sehen bekommen. Auch hier wird die zweite Schildplatte auf die erste aufgeleimt, um einen rundum "nur verklebten" Eindruck zu erhalten.

Beim Verkleben der Schildplatten sollte der Gute wieder in den Schraubstock eingespannt und die Messer in die Schlitze gesteckt werden, bevor die Spannzwingen angezogen werden. So wird verhindert, dass die Schildplatten verrutschen und am Ende kein Messer mehr passt. Natürlich kann man die Schlitze auch im Nachhinein reinsägen - macht sich aber echt blöd.

4 4

Letzter Schliff

Bearbeitung der Überstände mit dem Rotationstool
Überstände entfernt
Mein neues Spielzeug =)
Fertiger Spartaner I
Fertiger Spartaner II

Abschließend werden die beim Verleimen aufgetretenen Überstände der einzelnen Platten abgeschliffen. Dafür hat sich die Nutzung eines Rotationstools mit Rundschaftaufnahme bezahlt gemacht (ein guter Grund, sich so einen Dremelersatz zuzulegen^^). Schleifrolle eingespannt und los gehts.

Die Überstände der Holzplatten sowie ausgetretene Leimtropfen lassen sich wunderbar und freihand entfernen - dabei etwas auf Gleichmäßigkeit achten. In engeren Gefilden wie Armebeuge und Halsansatz eine dünnere Schleifrolle nutzen.

Am Ende noch schön mit lebensmittelechtem Holzöl ölen, damit später der tapfere Krieger im Angesicht des Schweißes während der (Küchen)Schlacht nicht aufquillt.

Tada =)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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