Brunnenruine mit Becken und Bachlauf

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Unseren Schwimmteich hatte ich im letzten Jahr schon beschrieben. Als Projekt war noch der Brunnen mit Bachlauf offen, denn das Wasser, dass wir aus dem Filterteich pumpen, muss ja irgendwie wieder zurück in den Schwimmteich gelangen.

Dazu hatten wir uns überlegt, wie wir das ganze am besten machen. Mit einer "natürlichen" Quelle? Mit einem Bachlauf? Da wir jede Menge Restmaterial vom alten Haus und den diversen Baustellen der Nachbarn zusammengesammelt hatten, haben wir uns letzten Endes für eine kleine Brunnenruine mit Becken entschieden, aus dem das Wasser dann über einen kurzen Bachlauf zurück in den Schwimmteich fließen kann.

Wenn das ganze schön eingewachsen ist, sieht es fast so aus, als wäre der Brunnen schon Bestandteil unsere Grundstücks gewesen und nicht nachträglich gebaut worden.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Maurerwerkzeuge
  • Pinsel, Rollen etc.
  • Cutter/Schere
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Materialliste
  • 50 x Klinkersteine
  • 20 x Granitblöcke
  • 3 x Gebinde Flüssigfolie (2,5kg)
  • 1 x Stallfenster | Stahl
  • 1 x Wasserhahn | Messing (1/2")
  • 1 x Druckschlauch | PVC (1")
  • 1 x T-Abwzeig | PVC (2")
  • 2 x Reduzierungen | PVC (1" und 1/1")
  • Div. x Schlauchschellen etc.
  • 1 x Granitplatte (300 * 200 * 15 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Brunnenbecken bauen und abdichten

Grobe Zusammenstellung der Materialien
Abdichtung des Beckens mit Flüssigfolie
Härtetest über den Winter - alles dicht

Die Stelle, an dem unsere Quelle bzw. der Brunnen hin sollte stand ja schon fest. Das wurde bei der Planung des Teichs berücksichtigt. Nachdem wir uns von der Idee einer natürlichen Quelle verabschiedet hatten und die Idee eines Brunnens immer mehr Gestalt annahm, haben wir zuerst die grobe Form des künftigen Brunnens zusammengestellt.

Der Unterbau (quasi das Fundament) besteht aus hohlen Pflanzsteinen (500 * 250 * 200 mm). Darauf sollte das Becken aus quadratischen Granitblöcken (ca. 200 * 200 * 200 mm) kommen. Um das Becken sollte dann eine kleine Mauerruine mit dem Brunnen erstellt werden. Nachdem das ganze uns als Idee sehr gut gefallen hat, ging es an die Umsetzung.

Zuerst wurde ein kleines Fundament gebaut. Dazu wurde eine Kies-Drainage für die unterste Lage, die Pflanzsteine errichtet.Die Pflanzsteine wurden dann mit Mörtel vermauert und mit Beton ausgefüllt. Auf dieses "Fundament" wurde dann der Beckenrand aus Granitblöcken gemauert. Der Überlauf des Beckens wurde aus einer Granitplatte gemacht, so dass bei steigendem Wasserspiegel das Wasser irgendwann schön in den künftigen Bachlauf "überlaufen" kann. Der Boden des Beckens wurde ebenfalls mit einer Mörtellage ausgegossen, damit er einigermaßen eben und glatt war.

Nachdem das Becken fertig war, kam die Frage der Abdichtung auf. Zuerst wollte ich das mit Folienresten vom Teichbau machen. Aber durch die eckige Form hätte es immer Falten und unschöne Ecken gegeben. Zudem blieb die Frage des sauberen Anshclusses an die Wände und die Fixierung am Beckenrand. Ich habe dann im Internet nach Alternativen gesucht und bin auf Flüssigfolie gestoßen. Die kann gestrichen oder gewalzt werden und haftet auch auf Schrägen oder senkrechten Flächen. Hier muss ich allerdings dazu sagen, dass mir bei den Wänden geholfen hat, dass ich das im Spätherbst gemacht hatte. Durch die niedrigen Temperaturen, floß die Flüssigfolie natürlich weniger stark ab. Im Hochsommer wird das sicher nicht so einfach gehen. Generell trägt man die Folie in 3 Schichten mit unterschiedlichen Farben auf. So erkennt man, wo man schon gestrichen hat und erreicht mit den 3 Lagen eine Gesamtstärke von ca. 1,5 mm. Normale Teichfolie hat meistens auch nur 1 mm.

Was ich als besonderes angenehm empfand, war die Tatsache, das uns das Grau farblich besser gefällt als die klassische schwarze Folie. Passt besser zum Granit. Und natürlich ist die ursprüngliche Form der Granitblöcke exakt beibehalten. Es sieht eben wie echter Stein aus - mal vom Kunststoffüberzug abgesehen.

Die ganze Sache hält auch dicht. Ich hatte so meine Bedenken nach dem extrem harten und langen Winter. Aber die Flüssigfolie ist flexibel und könnte auch jederzeit neu überstrichen werden, um evtl. Risse zu flicken.

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Brunnenruine mauern

Grobe Zusammenstellung des Materials
Test mit Wasser
Testlauf mit Hahn
Überlauf testen
Installation im Brunnen

Nachdem das Becken fertiggestellt war, ging es an die Mauerruine. Wir hatten so eine grobe Idee, wie das am Ende aussehen sollte und wollten den Ruinencharakter durch ein altes Stallfenster betonen. Also wieder erst einmal alles lose aufbauen und testen wie es aussieht und ob es funktionieren könnte.

Danach wurde das Klinkermauerwerk gemauert und verfugt. Nachdem die Ruine fertig gemauert und das Fenster eingebaut war, wurde zunächst wieder ein Funktionstest mit Wasser durchgeführt. Klappte alles problemlos.

Eine kleine Herausforderung stellt dann der Wasserhahn dar. Zum einen, die praktische Umsetzung und zum anderen der korrekte Wasserdurchfluss. Die Druckleitung der Pumpe hat einen Querschnitt von 2", der Hahn aber nur 1/2". Da ich die Wassermenge nicht mit Gewalt nur durch den Hahnquerschnitt reduzieren wollte, habe ich im "Brunnenturm" eine Reduzierung eingebaut (gibt es bei Pool- oder Koiteich-Zubehör). Diese verzweigt auf die 1/2"-Leitung zum Wasserhahn und auf einen 1" Druckschlauch, der "unsichtbar" getarnt unter dem Hahn direkt in das Becken führt. Damit kommt immer noch das Wasser aus 1 1/2" in das Becken und wir regulieren den Zufluß zusätzlich über einen Zeitschaltuhr-gesteuerten Drehzahlregler an der Pumpe. Wichtig ist nämlich, dass wir die Gesamtwassermenge, die vom Schwimmteich über den Filterteich gepumpt wird steuern können, da dadurch die Qualität des Schwimmteichwassers maßgeblich bestimmt wird. Und 55.000 Liter , die 1,5 Mal pro Tag umgewälzt werden sind schon eine Hausnummer.

Über dem Hahn wurde ein Klinkerstein übrigens nur lose eingesetzt, damit man den Hahn durch diese "Mauerlücke" für Reparaturen oder ähnliches leichter nach innen entnehmen kann. Fällt so kaum auf. Hilft aber später bei entsprechenden Arbeiten an der Installation.

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Finetuning

Antikes Stallfenster eingebaut
Alles fertig gemauert und verfugt
Blick durch das Fenster
Blick durch das Fenster auf den Bachlauf
Alles fertig und funktionsfähig

Da es mir zu aufwändig (und auch zu teuer) war, das gleiche farbige Mörtelmaterial für die Fugen zu nehmen wie am Haus, habe ich die Fugen einfach nachträglich mit einer Fassadenfarbe gestrichen. Sieht nach ein wenig Verwitterung fast genauso aus wie farbig verfugt. Haben wir am geklinkerten Pumpenschacht auch so gemacht.

Wie die folgenden Fotos zeigen, haben wir jetzt einen schönen "antiken" Brunnen, aus dem über einen Wasserhahn das Wasser in ein Granitbecken und schließlich über einen kleinen Bachlauf zurück in den Schwimmteich fließt.

Die Geräuschkulisse können wir über die Stärke des Wasseraustritts am Hahn regulieren bzw. über die Anzahl der gröberen Steine im Bachlauf. So hat man eine angenehme Plätscherkulisse im Hintergrund, ohne dass man sich nur noch schreiend unterhalten kann. Denn ein Grund, der uns bei der Konzeption von einem klassischen Wasserfall abbrachte, war die Lautstärke des "herabstürzenden" Wassers. Außerdem passt die Mauerruine optisch gut zu unserem verklinkerten Haus.

Die Gesamtkosten sind leider nicht wirklich aussagekräftig, da wir bis auf Reduzierungen der Leitung und die Flüssigfolie alles bereits vorliegen hatten. Wer das Steinmaterial kaufen muss, kommt sicher etwas teurer. Die Flüssigfolie kostet ca. 20€/m². Und das Stallfenster und den Wasserhahn gab es für knapp 60€ auf Ebay ;)

Infos zur Flüssigfolie gibt es auch noch hier in meinem Blog: http://www.heimwerker-aktuell.de/wasserbecken-mit-fluessigfolie-abdichten/12268/


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