Brieföffner aus Holz

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    10 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Es gibt tatsächlich noch Leute, die gerne Briefe lesen und zum Öffnen dieser einen Brieföffner verwenden. In unserem Bekanntenkreis gibt es auch noch solche immer seltener werdenden Exemplare.

Vor etlichen Jahren hatte ich schon einmal eine Serie Brieföffner gemacht (die Idee hatte ich damals aus der ssw). Als wir letztens eingeladen waren, fragte mich eine Bekannte, ob ich immer noch diese schönen Brieföffner machen würde, sie bräuchte dringend ein hübsches Geschenk für eine ältere Dame und einen für Ihren Bruder. Na ja, da hab ich halt schlecht nein sagen können und hab mich mal wieder hingesetzt und gesägt.
Die Geschenke wurden mittlerweile auch verteilt und scheinen gut angekommen zu sein. Mich hat das gewundert, denn ganz ehrlich, wenn ich heute noch Post bekommen, dann sind das meist Rechnungen und für die benötige ich keinen schönen Brieföffner. -:)
Ich habe dann trotzdem einfach aus Spaß am Sägen noch einen dritten gemacht - und ich glaube auch schon zu wissen, wer denn bekommen soll.
Auch wenn die Brieföffner, vorallem der mit Blumenmuster sehr filigran und zerbrechlich wirken, sind sie sehr stabil. Sie zerbrechen nicht, man kann sie ruhig täglich benutzen, es besteht keine Bruchgefahr.
Seht selbst was dabei herausgekommen ist.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Multicut S2
  • Minibandschleifer + Pinsel
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Materialliste
  • 3 x Stück | Hartholz (nach belieben)
  • 3 x Schleifpapier (diverse Körnung)
  • 1 x Walnußöl
  • 1 x Leinölfirnis

Los geht's - Schritt für Schritt

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Holz auswählen

Da Brieföffner ja zumindest auf einer Seite eine scharfe Kante haben sollen, habe ich mich für Hartholz entschieden.

Ich hatte ein wunderbares Stück gestockte Buche noch im Vorrat, das sollte für die Brieföffner drei schöne Brettln geben.
Beim Auftrennen kam dann die böse Überraschung, das Holz war zum Rand hin schon morsch und bröselig.
Also umdenken, ein Stück Erle und ein Stück Buche genommen, wieder circa 4-5mm dicke Brettln daraus gesägt und das war dann das Rohholz für die Brieföffner.

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Motiv auswählen und skizzieren

Ich dachte, für die ältere Dame passt am besten ein Blumenmuster. Um eine gewisse Vorstellung zu haben, habe ich einen alten Brieföffner auf meinen Kopierer gelegt und abkopiert. In diese Form habe ich dann ein Blumenmuster gelegt. Solche Muster gibt es wie Sand am Meer, ich hatte noch eines in meinen Vorlagen.

Für den musizierenden Bruder habe ich einen Violinschlüssel genommen und einfach das obere Teil an meine Schneide angesetzt.
Für die Schrift LOVE habe ich mit Photoshop eine passende Schrift genommen und einfach alles zusammengefügt.
Dann habe ich alles ausgedruckt.

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Schneide und Löcher für Innenschnitte bohren und aussägen

Bevor ich zu arbeiten beginne, klebe ich immer das Holz mit Tesa ab. Dadurch kann ich die Vorlage später problemlos wieder entfernen und das Sägeblatt bekommt auch noch etwas Schmiere.Als erstes habe ich die Schneiden zugesägt.

Mit dem Akkubohrer habe ich dann die Bohrlöcher gemacht. Dazu habe ich beim Blumenmuster einen 1mm Bohrer genommen, da sonst die Bohrlöcher zum Einfädeln des Sägeblattes zu groß für das Motiv geworden wären. Beim Violinschlüssel war es egal, da habe ich einen 2mm Bohrer genommen.

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ausgesägt

Nachdem alle Innenschnitte ausgesägt sind und die Schneiden auch, sind alle drei Motive fertig ausgesägt. 

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Schleifen

Nun geht es ans Schleifen. Für die Schneide habe ich meinen Minibandschleifer genommen.

Anschließend habe ich per Hand mit Schleifpapier alle Kanten schön gerundet, die Schneide noch verbessert und kleine Grate im Blumenmuster entfernt.

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Ölen

Der Brieföffner mit dem Blumenmotiv hat die meisten Innenschnitte, also Löcher, an die man nicht so gut später zum polieren hinkommt. Daher habe ich für das Blumenmotiv als Öl Walnußöl genommen. Das kann man sehr sparsam auftragen und man muss nicht unbedingt in den Löchern groß nachpolieren. Zuerst habe ich es mit einem großen Pinsel aufgetragen, danach mit einem ganz kleinen noch die Löcher behandelt.

Für den Violinschlüssel und die Buchstaben habe ich Leinölfirnis genommen, da ich da viele gerade Flächen habe. Leinölfirnis feuert das Holz stärker an als Walnußöl und es hat mir da besser gefallen. 

Nach mehreren Stunden Trockenzeit konnte man auch gut den Unterschied der Öle erkennen. Das Walnußöl war komplett eingezogen, vom Leinölfirnis waren noch leichte Rückstände zu erkennen.

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Fertigstellung - Endkontrolle

Meine Brieföffner werden nun noch mit einem weichen Tuch abgerieben, damit auch wirklich keine Ölrückstände mehr am Holz sind und gleichzeitig dadurch auch etwas poliert.

Danach sind meine Brieföffner fertig.
Nun wird es spannend: funktionieren sie auch wirklich.
Zum Glück hatte ich an diesem Tag Post bekommen (leider nur Rechnungen). Aber zum Testen war das gerade gut. Jeder Briefumschlag wurde mit einem anderen Öffner aufgeschlitzt. Es hat bei allen dreien funktioniert, die Schnittfläche ist glatt, keine fransigen Stellen.
Ich bin mit dem Schnittergebnis sehr zufrieden.Nun kann ich sie beruhigt verschenken.

Ich hoffe, sie gefallen auch Euch.


Rechtlicher Hinweis

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