Bierkasten-Flaschenöffner - Gibt's sowas?

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Der fertige Bierkasten Flaschenöffner
Der fertige Bierkasten Flaschenöffner
Beispiel Anwendung :)
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Dies ist nun das dritte mal, das ich so einen Öffner als Geschenk baue. Und das war jedes mal der Gag jeder Party. Es gibt halt nichts erfrischenderes als ein isotonisches kalt Getränk an heißen Sommertagen :)
Wir haben bei uns in der Straße jeden Sommer ein Zusammentreffen zu unterschiedlichen Anlässen. Dieses Jahr war es das gemeinsame schauen (kleineres publik viewing - wie das so neudeutsch verdenglischt wurde) zur Tour de France und zur Fußball EM der Frauen.
Dabei wird gemeinsam gegrillt und natürlich auch das ein oder andere Bierchen verköstigt.

Einer meiner Nachbarn ist sehr engagiert wenn es darum geht Bierflaschen zu öffnen um diese dann anschließend zu verteilen. Und für Ihn habe ich dieses kleine Präsent erstellt.
Damit lässt sich nun ein Handelsüblicher Kasten Bier mit 24 Flaschen in einem Ruck öffnen. Natürlich benötigt man dazu dann auch die entsprechende Menge an Abnehmern, man will ja nicht dass die Getränke abstehen :) Aber dann steht einer herrlichen Erfrischung mit dem kühlen Nass, nichts mehr im Wege.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Konstruktion des ganzen um es an den Bierkasten anzupassen

Konstruieren in Fusion
Übersicht über die benötigten Teile

Aller Anfang ist schwer. Somit musste ich zuerst mal einen Bierkasten organisieren der noch komplett voll war und auch voll bleiben musste :)

Somit wurde dieser komplett vermessen und zwar alle Abstände der einzelnen Flaschen zueinander und auch der Platz innerhalb des Bierkastens um dort später nicht mit irgend einem Rand zu kollidieren oder irgendwie mit der Hand dort blöd hängen zu bleiben.

Des weiteren war für mich interessant wie ein normaler Handelsüblicher Flaschenöffner aufgebaut ist um den Kronkorken auch sauber aufzuhebeln.

Alle diese Erkenntnisse wurden dann in die Konstruktion integriert und auf 24 Flaschen aufgeweitet.

Für den Hebelmechanismus war mir zusätzlich noch wichtig, das man sich beim Öffnen nicht an irgend einer Stelle die Finger quetschen kann.

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Flexen und schleifen anstatt lasern

Als Grundlage 2mm V2A Blech
Trennbereich markieren
Und mit der Flex auftrennen
Erfolgreicher Schnitt
Danach sauber verschleifen und entgraten
Das ganze für alle Teile

Eigentlich wollte ich die Teile mit dem Laser ausgeschnitten haben, jedoch war mir das einfach zu teuer. Im nachhinein muss ich sagen, hätte ich das mal lieber lasern lassen :)

Als Material nehme ich 2mm starkes V2A Blech was ich in ausreichender Menge als Blechabfall da habe. Es soll ja nichts Rosten.
Aber das Material ist echt widerspenstig und macht keinen Spaß das von Hand zu bearbeiten.

Von mehreren Blechtäfelchen markiere ich mir mit Klebeband die Stellen an denen ich das Material trennen möchte. Hier für den Start schneide ich mir nur Rechtecke zurecht. die eigentliche Form kommt dann später.

Anfangs machte ich das noch Freihändig mit der kleinen blauen Flex. Später dann mit Führungshilfe gebaut aus Holzresten um den Schnitt gerader hin zu bekommen um danach nicht zu viel abschleifen zu müssen.

Die Ganzen abschnitte müssen dann vom Klebeband befreit werden und sauber verschliffen und entratet werden.

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Fertigstellen der vier Längsbügel (Teil 1)

4x das Teil 1
Ausschneiden und aufkleben
Körnen und bohren
Rundungen schleifen
Papier abziehen und säubern
Die erste fertige Leiste
Das Ganze dann vier mal

Ich drucke mir dann die Teile im Maßstab 1:1 auf Papier aus und schneide diese aus. Anschließend werden sie mit doppelklebeband auf die vier rechteckigen langen Stücke aufgeklebt.

Nun körne ich die Löcher sauber an und bohre diese dann an der Ständerbohrmaschine auf. Das ist sehr mühselig, Ich habe zum Schluss einen Vollhartmetallbohrer verwendet, den von den normalen HSS Bohren konnte ich mich hier beim bohren sehr schnell verabschieden.

Beim ersten versuch die Ecken rund zu schleifen hab ich dann auch gleich mein Schleifpad am Tellerschleifer ruiniert. Da hat nichts geschliffen sondern das V2A ins Schleifband eingeschnitten.
Also das ganze mit der Flex vorschleifen und dann mit dem Tellerschleifer fertig sauber machen.

Damit die Leisten sauber und schön aussehen habe ich diese mit dem Texoro sauber abgeschliffen. Das ging ganz prima und auch die blauen Stellen vom Trennen mit der Flex bekam ich damit sauber weg.

Die Sache musste ich dann viermal machen und mit der Zeit bekommt man da schon ordentlich Übung und es läuft dann ganz gut.

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Fertigstellen der acht Scharniere (Teil 2)

Teil 2 8x
Ebenfalls die ausgeschnittenen Schablonen aufkleben
Mit der Flex ausschneiden
Entgraten und sauber machen
Löcher bohren
Nach dem Bohren ab damit in den Schraubstock
Mittelschlitz ausflexen
geht ganz gut
Teile säubern
erstes Fertiges Teil

Auch das Teil 2 wird nun ausgeschnitten und auf die kleinen Rechtecke geklebt.
Im Bild steht das man es 10 mal benötigt, jedoch brauchen wir nur acht Stück davon.

Anschließend habe ich die beklebten Rechtecke mit Doppelklebeband auf einer Holzplatte fixiert und mit der Flex ausgeschnitten.
Die Radien habe ich dieses mal gleich mit der Flex angebracht und mit dem Tellerschleifer nur noch das endgültige finish durchgeführt.

Nun mussten wieder die Löcher für die Schrauben gebohrt werden. Enddurchmesser 8mm.

Die kleinen Scharnierteile werden später mit Flaschenöffnerbügeln verlötet und benötigen dafür einen entsprechenden Schlitz. Dieser wird ebenfalls ganz einfach mit der Flex eingebracht. die endgültige Anpassung mache ich jedoch mit einer Nadelfeile.

Zum Schluss werden alle nochmals mit dem Texoro abgeschliffen und fertig. Auch hier das Ganze für acht Teile.

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Fertigstellen der Zunge (Teil 3) und dem Öffnerbügel (Teil 4)

Teil 3 insgesamt 24 Stück (Uff)
Aus Roh mach Fertig :)
Teil 4 wird fünf mal benötigt
Ausschneiden Aufkleben
Ausflexen und ausfeilen
Sauber verschleifen
Punkte körnen
5 mm Löcher bohren
Öffnung aufbohren
aussägen
finish
Verschleifen und säubern

Das Teil 3 wird insgesamt 24 mal benötigt. Zum Glück hat es eine einfach Form, welche mit der Flex sehr schnell hergestellt werden kann. Einzig die vielen Löcher mit Durchmesser 5mm für die späteren Blindnieten sind aufwändig.

Teil 4 ist hingegen wieder sehr kompliziert. Eigentlich das blödeste Teil und davon braucht man dann auch noch fünf Stück.

Somit hier auch die alte Vorgehensweise. Blech mit Schablone bekleben und mit der Flex ausschneiden. Das war dieses mal echt eine größere Aufgabe da man an den Stellen nicht einfach mit der gesamten Scheibe arbeiten kann und alles Stück für Stück herausgearbeitet werden muss.
Das entsprechende Finish habe ich dann mit der Feile gemacht. das ging hier deutlich besser und man konte somit auch die Rundungen sauber anfeilen. Zum Schluss habe ich so gut es ging die Ränder am Tellerschleifer abgezogen. Danach wurden noch die Schlitze für die Scharnierplatten eingeflext und mit der Nadelfeile gesäubert.

Um die Öffnungen heraus zu arbeiten habe ich die vier Ecken jeweils für einen 8mm Bohrer vorgekörnt. Mit dem 8mm Bohrer habe ich dann auch gleich den Radius an den Ecken wie ich ihn haben wollte. Hoffentlich verläuft der Bohrer nicht :)

Aber zuerst wurden die Löcher für die Zungen des Öffners mit 5mm gebohrt. Danach die Ecken mit 4mm vor- und mit 8mm aufgebohrt.

Um das Innenleben heraus zu bekommen, habe ich mit der Bügelsäge und einem entsprechenden Sägeblatt (Ich brauchte 12 Stück) die zwischenstellen der Bohrungen herausgearbeitet und anschließend mit der Feile gesäubert.

jetzt noch mit dem Texoro den letzten Schliff verabreichen und fertig.
(Ganz ehrlich, das hat kein Spaß gemacht und dauerte gefühlt ewig!)

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Verlöten und Fertigstellen des Handbügels (Teil 5)

Benötigt wird Teil 2 und 4
Diese werden ineinander gesteckt
Das schaut dann so aus
Mit der Lötlampe wird V2A Lot aufgebracht
Nach dem verlöten
Teil 5 wird zwei mal benötigt
Teil 5 wird ebenfalls verlötet
Bis dann alle Teile verlötet sind

Nun nimmt man vier von den Öffnerbügeln (Teil 4) und die acht Scharniere (Teil 2).

Diese werden dann ineinander gesteckt bzw. geschlagen :) Je nach Genauigkeit der Passung. Ich habe stellenweise kleinere Wurfpassungen fabriziert, aber da die Scharniere denoch an ihrem Platz halten sollten. habe ich die Innenkanten mit einem Meißel und einem Hammer etwas eingekerbt. somit passten die Teile stramm zusammen.

Nun kam ein Versuch, den ich so noch nie gemacht hatte. Es gibt Weichlot für V2A welches mit der Lötlampe aufgetragen werden kann. Das Flussmittel ist im Lot enthalten. Ich war überrascht wie einfach das ging.

Natürlich habe ich vorab einen Versuch mit einem anderen Teil vorgenommen. Ich habe Stumpf ein Blech auf ein anderes aufgelötet. Sozusagen ein T hergestellt. Und ich muss sagen, das es auch wirklich sehr gut hält. Mit Gewalt lässt es sich aber dann doch abreißen bzw. durch hin und her biegen löst es sich dann.
Das sollte jedoch bei meiner gewählten Verbindung nicht der Fall sein.

Danach die Lötstelle einfach mit einem Schmiergelflies reinigen und gut ist.

Sind alle vier Öffner mit den Scharnieren gefertigt, flexe ich die beiden großen Handbügel in gewohntem Ablauf heraus. Auch dort werden zwei Schlitze eingeflext und die entsprechenden Löcher für die Aufnahme gebohrt.

Die beiden Bügel werden dann am letzten Öffnerbügel anstatt der Scharniere verlötet.

Somit sind alle fünft Teile erst mal fertig.

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Einbau der Zungen

4,8er Blindnieten
Zunge an Bügel...
...aufstecken...
...und anschieben...
...Blindniet einziehen
Von Oben
von Unten
Fertiger Handbügel

Ich verbinde die Zungen mit den Öffnerbügeln mittels Blindnieten. Genommen habe ich 4,8er Blindnieten mit einer Länge von 6mm.
Sicherlich kann man die Zungen auch verschrauben. Ich hatte nur keine entsprechend kurzen Schrauben zur Hand.

Die Blindnieten werden von Oben eingesteckt und die Zungen von unten aufgeschoben. Durch die 5mm Löcher geht das recht gut auch wenn mal ein Loch etwas verrutscht ist.

Mit der Blindnietzange werden dann die Blindnieten angezogen. Das hält!

Insgesamt braucht man dafür 48 Blindnieten.

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Verschrauben der Bügel und Leisten

Schraube + 2x Scheibe + Sicherungsmutter
Die Leisten nach außen
gefolgt von den restlichen Bügeln
Auf beiden Seiten
Alles so anziehen das noch Luft ist
Die Schraube muss sich noch drehen lassen
Dann die unteren Leisten...
...anschrauben
Fertig

Nun benötigt man 20 Schrauben M8x10, 40 Unterlegscheiben und 20 Sicherungsmuttern.

Verschraubt wird alles immer mit zwei Unterlegscheiben.

Zuerst verschraube ich den Öffner mit den beiden Handgriffen mit den beiden Leisten. Die Leisten bringe ich dabei jeweils außerhalb an.

Danach werden die restlichen vier Öffnerbügel angeschraubt. Dabei darauf achten, das die Zungen jeweils unten sind.
Das ganze auf beiden Seiten.

Nun werden die Schrauben angezogen jedoch nur soweit, das man die Schraube noch mit den Fingern drehen kann aber sie nicht wackelt.

Anschließend wird die untere Leiste auf beiden Seiten befestigt und ebenfalls in der gleichen Vorgehensweise angezogen.

Fertig fürs Erste, jetzt kommt der Griff.

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Griffe anfertigen

zwei Aluprofile
Reststück Buche
Zurechtschleifen
2K Kleber aufbringen
Und in Aluprofil einkleben
Überstand verschleifen
Endkappen aufstecken
Soweit so gut
In Drechselbank einspannen
und verschleifen
dabei immer feiner
Mit Klarlack behandeln
Und verschrauben
Oben wie unten

Es werden nun zwei Griffe benötigt. Generell hätte ich diese aus Holz angefertigt, ich hatte aber noch zwei kurze Stücke eines Runden Aluprofiles mit Endkappen welche eine Mutter aufnehmen in meinem Fundus.

Diese wurden kurzerhand auf die entsprechende Länge abgesägt.

Aus einem Reststück Buche habe ich dann kleine dünne Leisten mit der Bandsäge aufgeschnitten und dann entsprechend in die Nuten der Alurundprofile eingepasst.

Um die Leisten zu befestigen habe ich 2K Kleber verwendet. Den Überstand links und rechts wurde dann kurz am Tellerschleifer egalisiert.

Die entsprechenden Endkappen nehmen jeweils eine Mutter M10 auf somit musste ich noch zusätzlich an den Bügel des Griffes die Bohrungen von 8mm auf 10mm aufbohren.

Die Endkappen der Griffe werden einfach in das Profil eingedrückt und fertig.

Anschließend habe ich die Griffe auf die Drechselbank aufgespannt und sauber verschliffen, dabei ging ich von 80er über 120er, 240er, 400er bis zur 600 Leinwand.

Um alles zu schützen habe ich dann die Griffe mit Klarlack überzogen.

Nun konnten die beiden Griffe mit dem Bügel verschraubt werden.

10 10

Fertig

Fertig für den ersten Test

Nun ist es soweit, die Mechanik steht und die Funktion ist gegeben.

Der Bierkastenflaschenöffner kann nun auf einen Handelsüblichen Bierkasten aufgesetzt werden und mit einer einzigen Hebelbewegung nach unten komplett geöffnet werden.
Für größere Feste mit hohem Durchsatz sicherlich gut geeignet aber ansonsten ist und bleibt es ein Nettes Gimmick was an einem Feucht fröhlichen Abend zwei bis dreimal zum Einsatz kommt.

Hoffe das hat euch ein wenig gefallen und bis zum nächsten mal

euer
saberlod


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