Bench-Pucks

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    25 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Viele von Euch kennen und besitzen die bekannten Bench-Cookies. Diese gibt es inzwischen in unzähligen Nachbauvarianten, weil sie zum einen sehr geschickt sind, aber deutlich günstiger als die Originale. Ich habe mit vor Jahren einen Satz der Originale gekauft und nutze diese auch gerne. Eine echte Bereicherung in der Werkstatt. Nun habe ich kürzlich im Internet eine Variante gesehen, bei der die Cookies eine Gewindemuffe haben. An diese kann man Benchdogs einschrauben, so dass man die Cookies in die Löcher eines Multifunktionstisches setzen kann. Eine gute Idee.

Aber so schön die Idee auch ist, sie hat für mich drei entscheidende Nachteile: Rund 80 Euro für einen Komplettsatz mit Zubehör das ich nicht brauche, Dogs mit 19 mm die in meinem Tisch mit 20 mm-Löchern wackeln würden und dazu noch Gewindemuffen in zölligem Maß für das man hier eigentlich keine Schrauben hat.

Also selbst bauen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • AdvancedImpact 18  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • PBD 40  - Bohrmaschine (stationär)
  • Kapp- und Gehrungssäge,  Kapex KS 60 Set
  • Stechbeitel
  • Gewindeschneider M6
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Materialliste
  • 12 x Eishockey-Pucks | Gummi
  • 12 x Haftpads fürs Armaturenbrett/Handy | Silikon
  • Schrauben | M6
  • Bucherundstab (20 mm)
  • Aluminiumvollmaterial (20 mm)
  • Restholz

Los geht's - Schritt für Schritt

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Grundidee

Die Idee als solches ist nicht ganz neu. Ich habe im Netz gestöbert was ich als Grundmaterial für Cookies nehmen könnte, Scheiben aus Holz zu sägen war mir irgendwie zu profan. Die Cookies sollten ordentlich ausschauen. Eine Grundidee war farbigen Schrumpfschlauch über Holzcookies zu ziehen, andere Idee war Vollkunststoff. Aber extrem teuer.

Als ich in Google Cookies und Gummi eingab habe ich noch eine Weile gesucht und kam dann auf die Seite die Ihr im Bild seht. Lee Valley bietet einen Cookie-Selbstbausatz an: Eishockey-Pucks. Oha!

Aus Canada lasse ich mir die nicht schicken. Meine bestelle ich im tschechischen Dependanz-Lager eines China-Anbieters. Ich habe dann noch etwas nach günstigen Preisen gesucht und fand zu guter letzt 12 Stück für 15 Euro inkl. Versand.

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Die Bestellung

Ich habe also 12 Eishockey-Pucks bestellt.

Offizielle Wettbewerbsqualität: Die Größe des Pucks ist im Durchmesser Ø 7,62cm (3 Zoll), Höhe 2,54cm (1 Zoll) und einem Gewicht von 160 Gramm. Durch das Gewicht fühlen sich die Pucks sehr gut an. Sie bleiben auch gut auf der Werkbank liegen und rutschen nicht leicht weg. Ich denke, das war schon mal ein guter Kauf.

Üblicherweise klebt man auf die Cookies Anti-Rutsch-Matten aus dem Teppichhandel. Ich hatte eine andere Idee: Anti-Rutsch-Pads aus Silikon die man für Handys auf das Armaturenbrett des Autos kleben kann. Ich werde auch schnell fündig. 12 Stück für 6,99 Euro über Amazon. Rund mit Durchmesser 8 cm. Also perfekt für meine Pucks.

Bei dem Preis kann man nicht meckern und wenn es nicht funktionieren sollte, verwende ich diese irgendwie anders.

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Ein erster Versuch

Vergleicht man Cookies und Pucks miteinander, stellt man fest, die Maße sind nahezu identisch. Dabei sind die Pucks etwa doppelt so schwer. Und die Pucks sind aus Vollmaterial festen Gummis. Nebenbei bemerkt, das Gummi riecht so wie Gummi riecht, also angenehm und nicht extrem wie manches anderes was man so aus China bekommt.

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Die Haftpads

Dann teste ich meine Haftpads. Diese sind aus Silikon und kleben extrem. Ich restauriere gerade einen Schrank und einer der gedrechselten Füße wird auf ein solches Pad geklebt. Die Haftung ist ausreichend, dass der Puck angehoben werden kann.

Nachteil, Staub bleibt extrem daran haften und ist genug Schleifstaub auf dem Pad ist die Wirkung dahin. Aber man kann die Pads gut reaktivieren. Ich habe ein solches Pad erstmal in Schleifstaub paniert. Dann abgeschüttelt. Wäscht man das Pad dann mit Spülmittel und Wasser gut ab und lässt es trocknen, haftet es genau so wie zuvor. Die Kunststofffolien die bei der Lieferung an den Pads aufliegen also nicht wegwerfen, sondern einfach die nassen Pads damit wieder verpacken. Die Pads trocknen innerhalb eines Tages trotz Folie aus und sind dann wieder einsatzbereit.

Konkret heißt das für mich: Werkstücke die definitiv nicht verrutschen sollen, bekommen ein solches Pad auf den Cookie. Hinterher wird das Pad wieder verpackt. Klebt es nicht mehr, wird es gewaschen und darf dann auf den nächsten Einsatz warten.

Ich denke ich werde einige Cookies mit Teppich-Antirutschmatte bekleben, einige aber für die Pads nutzen.

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Ein erster Versuch

Mittenfinder
Einschraubmuffe
6er Loch
10er Loch für den Schraubenkopf
Puck mit 20mm-Benchdog
Im Loch versenkt
Schaut gut aus, aber nicht mittig.

Zuerst zeichne ich die Mitte des Puks an. Das geht gut mit meinem Mittenfinder - einem Schreinerwinkel an den ich eine Winkelhalbierende anschrauben kann.


Dann bohre ich ein Loch und setze eine Einschraubmuffe ein. Leider stelle ich zwei Probleme fest. So hart das Gummi auch ist, der Bohrer verläuft obwohl ich an der Standbohrmaschine bohre und einen Holzbohrer mit Zentrierspitze nutze. Und die Einschraubmuffe sucht sich ebenfalls ihren Weg wie sie will. Das Loch ist hinterher etwa 2 mm neben der ursprünglich gewollten Mitte. Da ich beim ersten Mal nur etwa zur Hälfte gebohrt habe, versuche ich es nochmals von der anderen Seite. Prinzipiell aber das selbe Ergebnis. Das wird so nichts ...

Dessen ungeachtet mache ich einfach mal weiter. Ich habe von den Bench-Dogs 20 mm Vollmaterial Aluminium. Ein 30 mm-Abschnitte wird zunächst mit 6 mm durchbohrt. Dann aufgebohrt auf 10 mm, so dass eine Inbusschraube M6 eingesetzt werden kann und deren Kopf versenkt ist.

Das Ergebnis ein Bench-Puck enorm stabil aber leider nicht zentriert. Als Werkbankauflage zwar zu gebrauchen, aber eben mit Handicap. Nur wie bohren, ohne dass der Bohrer wandert?

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Die ultimative Bohrvorrichtung für Eishockey-Pucks

Ein Brett so breit wie ein Puck
Zwei Seitenteile so hoch wie ein Puck
Mitte finden
Hinterer Anschlag der Kiste

Der entscheidende Tipp kam von Toby. Gummi bohrt man indem man es zwischen zwei Bretter spannt. Dann verläuft nichts mehr.

@Toby: Herzlichen Dank! Der Tipp ist Gold wert!

Also baue ich mir erst mal eine Vorrichtung.

Ein Brett so breit wie ein Puck. Daran zwei Seiten, die Konstruktion also exakt so hoch wie ein Puck. Da kommt dann ein Deckel drauf.

Wichtig: Zuerst alles zusägen, dann den Deckel mit den Seiten einfach verschrauben. Das Brett, das so breit ist wie ein Puck zunächst nur auf einer Seite verschrauben. Dann den Puck rausnehmen und das Brett auf der anderen Seite 1mm tiefer befestigen.

Ich weiß, war nicht wirklich verständlich. Schaut Euch Bild 6 an. Hier sieht man, dass das obere Brett nicht bündig zu den Seiten ist, sondern etwa 1 mm tiefer sitzt. Wird der Puck nun von der anderen Seite eingeschoben, klemmt er, da die zwei Bretter zum Ende hin zu eng sind. Ich schlage den Puck mit paar Hammerschlägen bis an den hinteren Anschlag. Der Puck sitzt dann absolut fest in dieser Vorrichtung.

Bild 5. ich will absolut sichergehen, dass ich in die Mitte des Pucks bohre. Dazu falte ich ein Blatt Papier mit 7,6 cm Seitenlänge und erhalte so die genaue Mitte des Quadrats. Das Papier klebe ich mit Sprühkleber auf. Klar habe ich das zuerst mit Geodreieck auf dem Holz angezeichnet. Aber Fichte hat Maserungen wodurch auch der Bleistift verlaufen kann und das Geodreieck anzulegen hat immer das Problem, dass der Bleistiftstrich eben immer neben dem Lineal ist. Also Papier falten ist definitiv genauer.




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Die Bohrungen

Bild 1: Nochmals die Bohrvorrichtung. Oben ein exakt mittiges Loch in 6 mm. Das Loch wurde durchgebohrt, also auch durch die untere Platte.

Bild 2: Anhand des durchgebohrten 6 mm-Loches konnte ich den Forstnerbohrer mittig ansetzen um dort 20 mm zu bohren. Dieses 20 mm-Loch im Puck dient später zur Aufnahme des Rundholzes bzw. des Alustabs für den MFT.

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Erster Bohrversuch mit Puck

Bohren
Aufbohren 15 mm für Schraubenkopf
Schraube - Passung prüfen
Rundstab 20 mm - Passung prüfen

Von der einen Seite 6 mm durchbohren - da soll später eine M6-Schraube durch. Auf eine Einschraubmuffe verzichte ich gerne - diese zentriert zu bekommen halte ich für relativ schwierig.

Dann von der anderen Seite mit dem Forstnerbohrer bis zur Hälfte des Pucks bohren. Da soll der Rundstab hinein.

Der Puck wird aus der Vorrichtung genommen. Mit der Schieblehre kontrolliere ich an mehreren Stellen den Abstand ‚Loch zum Rand‘ - das passt exakt. Nochmals Dank an Toby. Ohne den Tipp hätte ich das so nicht geschafft.

Ins Loch stecke ich die dafür vorgesehene Schraube, den Kopf fahre ich mit einer Reissnadel nach. Ich muss mit 15 mm aufbohren, ich nehme einen Holzbohrer - höchste Drehzahl, wenig Druck. Den Bohrer richte ich nach meinem Anriss frei Hand aus. Funktioniert perfekt. Schraubenkopf ist im Gummi versenkt.

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Rundstab Buche bohren

Mit dem Mittenfinder zeichne ich den Buche-Rundstab mit 20 mm an. Dann bohre ich mit 4,5 mm mittig und anschließend schneide ich in die Buche ein M6-Gewinde. Ob das hält? Keine Ahnung, ich versuche es.

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Hochzeit

Jetzt kommt on der einen Seite der Buche-Rundsab ins Loch, von der anderen Seite eine Flachkopf-Inbusschraube. Verschrauben, fertig.

Das Gewinde hält, aber ich werde bei weiteren Cookies entweder Alu-Vollmaterial verwenden oder die Schraube mit Epoxy in den Buchenrundstab kleben.

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Fertige Bench-Pucks

Ich finde diese Bench-Pucks ziemlich chic. Kein Vergleich zu welchen aus OSB-Resten. Das Gummi ist praktisch unzerstörbar und mit einem Aluminium-Dog sehr hochwertig.

In Verbindung mit den Anti-Rutsch-Pads sind die Bench-Pucks deutlich besser als die Original-Cookies. Mit 12 Pucks bin ich auf jeden Fall gut versorgt.

Und wann bestellt Ihr Euch ein paar Eishockey-Pucks?


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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