Bau einer Absauganlage

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Grundgerät der Absauganlage
Rundblick
  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    300 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Hallo alle zusammen die ihr gerne mit Holz werkelt, ich möchte euch hier mal an meinem Projekt " Absauganlage " teilhaben lassen. Kurz etwas Hintergrund zu diesem Projekt, 2015 verstarb mein Vater plötzlich und unerwartet und hinterließ uns so einiges wie auch seine Kaninchenzucht und die dazu gehörigen Stallungen. Diese wurde aufgelöst und die Stallung ausgeräumt ,entkernt und einer neuen Nutzung als Werkstatt für Holzbearbeitung zu geführt ( Kommt mal als eigenes Projekt ), dazu wurde vieles erneuert von Fussboden bis hin zu Elektroinstallation.  Und was in eine Werkstatt mit mehreren Maschinen gehört ist eine vernünftige Absaugung der anfallenden Späne Herr zu werden. Diese wird hier über eine baugleiche Maschine wie die Scheppach HD 12 realisiert. Ich möchte mich hier nicht groß aufhalten und beschreibe lieber in den einzeln Schritten was getan wurde und wie. Nur soviel vorweg, ich habe Fehler gemacht welche ich mittendrin im Bau nach intensiven Studium von Material über Absauganlagen etwas aufwändig wieder geändert habe. Doch kurze Rede, langer Sinn, schreiten wir zur Tat.


Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Schrauber
  • Tischkreissäge
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Tischbohrmaschine
  • Bandschleifer
  • Lochkreissäge 75 mm
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Materialliste
  • 1 x Scheppach HD 12
  • 10 mtr x HT Rohr (75 mm)
  • 5 Stk x HT Rohr Abgang (75 / 75 mm)
  • 5 Stk x HT Rohr (75 x 150 mm)
  • 1 Stk x HT Rohr Reduzierung (100 x 75 mm)
  • 0,5 qm x Sperrholz (8 mm)
  • 0,4 qm x Sperrholz (12 mm )
  • 10 m x Spiralschlauch (80 mm)
  • 10 Stk x Drahtschlauchschellen (80 - 85 mm)
  • 2 Stk x HT Rohrbogen (75 mm / 87 °)
  • 5 Stk x HT Rohr Abgang (75 / 50 mm)
  • 6 Stk x HT Rohrbogen (75 mm / 30 °)
  • 1 Stk x Erdungsschelle
  • 2 mtr. x Schutzleiter grün/gelb (10 mm2)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Grundlagen

Absauganlage
Rohrleitungs - Halter
Loch setzen
auftrennen der Halter
bohren und senken
Montage der Halter
HT Rohr montage
HT Rohrleitung
und noch mal

Zuerst habe ich mir einen Plan erstellt und als grobe Skizze festgehalten, bei mir gibt es kaum großartig Pläne für irgendwelche Projekte, das entsteht meistens alles im Kopf. Einen Platz für die Absauganlage festgelegt und begonnen als erstes die Halter für HT Rohrleitung zu fertigen. Dazu habe ich mir 10 Quadrate aus Sperrholz Stärke 12 mm, Größe 130 x 130 mm zugeschnitten, Kanten verbrechen, Mittelpunkt anzeichnen und mittels Bohrkrone 75 mm ein Loch reinbohren. Bohrungen versäubern und ab auf die Kreissäge mittig trennen und schwups der erste Fehler den ich unbedacht gemacht habe. Ist mir dann bei der Montage aufgefallen warum.............Autsch. Weiter zum bohren und senken der Befestigungslöcher an den Haltern.

Als nächste habe ich mir an den Wänden eine Höhenmaß festgelegt und dieses mittels Richtscheit und Waage rings rum angezeichnet, so das ich weiß in welcher ich die Halter montiere. Aufgrund der Stabilität der HT Rohre habe ich auf fest definierte Längenmaße beim setzen der Halter kaum Beachtung geschenkt, also einfach feie Schnauze...lach. Die Halter wurden mittels Spannplattenschrauben 5,0 x 60 mm befestigt. Der Montage der HT Rohre steht nichts im Weg , also auf geht's. . Dazu kann man recht wenig sagen weil HT Rohr sich eigentlich sehr leicht zusammen fügen lassen mittels Gleitmittel flutscht das recht gut, besonders wenn man die wieder mal öffnen muss. Die Abgänge für die einzelnen Maschinen wurden hierbei auch mit eingebaut.

Und wer genau hin schaut sieht zwei Fehler die man bei Absauganlagen nicht machen darf....wer sieht es ..?

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Fertigung der Absperrschieber

Grundplatte 10 x
Mittelpunkt setzen
Bohren
bohren der Grund - und Verschlußplatte
fertig
Führungsleisten für die Verschlußplatte
zusammenbau der Schieber
Einsetzen und Kleben der HT Rohre
eingeklebt mittels Zweikomponentenkleber = Mist
fertiger Schieber
Absperrschieber mit Befestigungsplatte
im eingebauten Zustand
so sollten die Schieber mal aussehen
mit anderen Kleber eingeklebt
so was nennt man einfach ....Murks !

Hier möchte ich den Bau der Absperrschieber kurz mal dokumentieren, an für sich keine große Sache.

Man nehme Sperrholz Stärke 8 mm , schneidet sich 10 Quadrate Größe 100 x 100 mm, Kanten verputzen , Mittelpunkt anzeichnen und die Bohrung setzen, Maß 50 mm. Leider nur eine Bohrkrone mit 51 mm gehabt , etwas mehr Spielraum für den Kleber. Als weiteres habe ich dann auf die Grundplatten gleich die Leisten angebracht welche die als Führung für die Verschlußplatte darstellen. Dann habe ich die Verschlussplatte beim Bohren der Grundplatte gleich in einem Arbeitsgang mit gebohrt damit es gut auf einander passt. Als nächsten Schritte habe ich die Grundplatten zusammen geklebt und auf einen sauberen Lauf der Verschlußplatte geachtet. Jeweils am Ende der Verschlußplatte noch einen Anschlag angeklebt und fertig. Was dann folgt war das einsetzen der HT Rohre 50 mm, diese habe ich mittig getrennt so dass ich ein Stück mit Muffe und eines ohne Muffe habe und stellte sich mir die Frage mit was diese Rohre einkleben in das Holz. Nach etwas Recherche entschied ich mich für Zweikomponentenkleber, welcher sich kurz darauf heraus stellte völlig unbrauchbar ist  weil dieser zu hart und unflexibel. Ich habe dann die HT Rohre schön sauber eingeklebt, die Schieber noch mit einer kleinen Platte hinten zwecks Montage an der Wand versehen und stolz eingesetzt. Dann zeigte sich beim ersten Gebrauch schon die Misere, die HT Rohre brachen aus dem Kleber und dank der Verschraubung zur Wand waren diese zu starr, also Pech auf der ganzen Linie. Was ich dann aus Verzweiflung tat, habe ich nicht dokumentiert, kurzerhand die noch nicht fertig gestellt Schieber in jedes HT-Rohr von unten zwei kleine Schrauben ein gedreht, fertig der Lack. 

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Umbau der Anlage, Anschließen der Kappsäge

flacher HT Rohrbogen
und der zweite flache HT Rohrbogen
neuer HT Rohr Abgang 75 mm
neuer Absperrschieber mit 75 mm
die neuen Schieber entstehen
im eingepressten Zustand
HT Rohr wird eingepasst
im fertigen Zustand
fertig zum Einbau....auf gehts
eine Absaugstrecke
Kappsägestation mit Anschluss 80 mm , bereit für die Absauganlage
Anschluß der Kappsäge
Anschluß am Absperrschieber
Kappsägestation fertig angeschlossen

Aufgrund dieser Probleme und anderen Arbeiten/ Verpflichtungen wurde das Projekt Absauganlage erst mal stillgelegt ( Stand Ende Januar 2018) Im Dezember 2018 habe ich mich wieder mit dem Thema eingehender beschäftigt und nach diversen Recherchen habe ich im Januar 2019 nach kurzer Planung den Umbau begonnen. Das heißt im Klartext wurde das entsprechende Material besorgt, die bestehende Anlage komplett demontiert und die zu klein dimensionierten Teile entfernt und durch größere ersetzt. Dazu jetzt recht viel mittels Fotos dokumentieren brauche ich ja wohl kaum den HT Rohre aus Halterungen heraus nehmen und auseinander ziehen und wieder zusammenstecken, kann doch jeder geübte Heim- und Handwerker. In der Zwischenzeit habe ich auch gleich die anderen Absperrschieber gefertigt mit den selben Grundmaßen nur diesmal mit HT Rohr 75 mm. Die Grundplatten habe ich diesmal mit einer Bohrkrone 75 mm gebohrt, danach verputzt und mal eine Probepassung vorgenommen, die Rohre gehen straff rein. Nach dem alles gebohrt und verputzt war erfolgte das einpassen der HT Rohre und der Zusammenbau der Einzelteile zu einem kompletten Schier. Diesmal habe ich zusätzlich um die HT Rohre einen flexiblen transparenten Kleber gegeben obwohl die Rohre doch sehr stramm in den Grundplatten sitzen. Sicher ist Sicher ! Auch habe ich diesmal gleich den ersten Fehler korrigiert und hab die HT Rohrbogen mit 87° entfernt und gegen drei Rohrbögen mit jeweils 30° ersetzt. Fazit , in Absauganlagen dürfen und sollen keine rechtwinkligen Bögen sein, diese behindern das ab zu saugende Material und verändern auch das Verhalten des Volumenstroms. Klingt gewaltig ist aber leider so. Nach dem Umbau konnte ich jetzt schon mal eine deutlich höhere Saugleistung auf den einzelnen Schiebern feststellen, aber der letzte Absperrschieber darf nie komplett geschlossen werden damit der Volumenstrom und auch der Unterdruck der in der Leitung herrscht nicht verringert wird. So und nun warte ich noch auf meinen Spiralschlauch mit 80 mm Durchmesser damit die Komplettierung der Anlage beendet werden kann. Dann können die Maschinen angeschlossen werden, d.h. die Kappsägestation ist schon vorbereitet, Kreissäge folgt ( wird ein eignes Projekt ) Dicken- und Abrichthobel wird auch geändert und bei  der Bandsäge HBS 300 sehe ich kaum Probleme.



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Anschluß der Bandsäge HBS 300

Anschluss HBS 300, alles unmöglich
Anschluß mittels HT-Rohr 75x150 mm
Bohrungen eingebracht, setzen der M6 Innengewinde
HT-Rohr vorbereitet zum anschliessen
Rohr eingebaut und mittels Schrauben M6 gesichert, hält bombig
Spiralschlauch aufgesteckt und mittels Drahtschelle fest gesichert
Anschluss an die Absauganlage über den Sperrschieber
Anschluss der Bandsäge HBS 300 fertig gestellt

Nachtrag, die Bandsäge habe ich heute auch anschließen können, musste nur etwas basteln um den Anschluß zu realisieren. Frage mich ehrlich wer auf die Idee kommt solche blöden Anschlüße zur Absaugung ein zubauen ?

Der große außen ist kein 100 mm, der mittlere kein 75 mm, der kleine kein 50 mm ! Nirgends bringt man etwas vernünftiges zu Absaugung drauf, sollten sich die Hersteller etwas intensiver mit dem Thema aus einander setzen. Also auf zur bastelei, folgt einfach den Fotos bitte.

Ich habe einfach ein HT-Rohr 75x450 mm mit Muffe genommen, die Muffe über den Anschluss geschoben und siehe da....pass. Aber wackelt die Sache. Also man nehme einen Bohrer 5,0 mm, setze drei Bohrungen ringsrum und setze jeweils pro Bohrung ein Innengewinde M6.  Das HT -Rohr aufschieben und mittels 3 Schrauben mit M6 sichern, dann habe ich mir noch ein 50 mm HT-Rohr längs aufgetrennt, entgratet und über das erste Rohr geschoben so dass ich auf einen Außendurchmesser von fast 80 mm komme damit der Spiralschlauch relativ stramm passt. Drahtschelle drüber , anziehen , fertig, dasselbe noch mal für die Seite am Sperrschieber. Etwas Gleitmittel ran tun und in den Anschluß der Absauganlage einführen.....grins. Dann kommt der große Moment, Anlage in Betrieb nehmen, Bandsäge an und sägen. Die Absaugung funktioniert perfekt, also wieder etwas geschafft.

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Erdung der Anlage

Original Leitungshalter ( Dachhandel )
mit anderen Anschlüßen versehen
die 1.Klemme im letzten Drittel der Anlage
die 2.Klemme im mittleren Drittel der Anlage
und die 3.Klemme im ersten Drittel der Anlage
schnell ein Loch gebohrt um nach draußen zu gelangen
ein Licht am Ende ist zu sehen....grins
den Schutzleiter ziehen
und ab nach draußen damit in die Freiheit
Anschluß an den vorläufigen Erdungsstab, der andere folgt wenn der Frost weg ist
Anschluß der Maschine
Anschluss an das Metallgehäuse
ne andere Ansicht
Anschluss über den Schutzleiter der Steckdose

Ein sehr wesentlicher Punkt der zwar umstritten ist und den  man nicht ausser acht lassen sollte ist die Erdung einer Absauganlage. Da ja nun Späne , ob groß oder klein hier mit einer doch gewissen Geschwindigkeit mittels Unterdruck durch die Kunststoffrohr sausen, kann es doch mal zu eienr elektrostatischen Aufladung kommen und diese kann sich aj auch dann irgendwie entladen. Die Diskussion zu diesem Thema war doch sehr rege und ich wurde auch schon darauf angesprochen nur hatte ich vergessen die Fotos zumachen und mit ein zupflegen, was hiermit geschehen tut.

Also kurze , drei Leitungshalter VA besorgt ( Dachhandel ) grün- gelb Schutzleiter 4 mm2 und  einen Kreuzerder Stab mit Fahne 1500 mm dazu und los geht es. Die Leitungshalter mit anderen Anschlüssen versehen und an dem HT-Rohr  auf 3 Stellen verteilt, dann den grün-geleb Schutzleiter angeschlossen und die Leitung bis zum Durchbruch gezogen und mit Nagelklemmen gesichert. Dann mal schnell nen Akku-Schrauber zur Hand genommen und mittels Schlangenbohrer ein schönes Loch durch die OSB-Platten und die Verschalung gebohrt, fertig. Die 3 Schutzleiter durch das Loch geschoben, vorher noch ein Schutzrohr rein und draußen vorbereiten zum Anschluß. Ja und da wir zur Zeit Winter haben und der Boden schön gefroren ist, kann ich den Kreuzerder erst mal nicht setzen, in Ermanglung dessen habe ich einen Metallstab 1000 mm als Behelserde mühsam ind ie Erde geknallt. Die 3 Schutzleiter mit Ringöse zwecks Anschluß versehen und ein Schutzschlauch drüber und fertig angeschlossen.

Und  ehe Fragen auf kommen ...JA die Absaugmaschine ist auch zusätzlich geerdet , einmal am Kunsstoffgehäuse und am Metallgehäuse, die 2 Schutzleiter habe ich zum Schutzleiter in der Steckdose geführt, vorläufig. Vie3lleicht setze ich mal noch eine Potientialausgleichsschiene und eine richtig gute Erdung.

So das war es eigentlich zum Thema Erdung.

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Fazit

Nun habe ich es geschafft und wieder ist ein Projekt beendet und die Absauganlage geht in Betrieb und ich kann mich freuen. Auch habe ich wieder etwas dazu gelernt , Fehler gemacht, beseitigt usw.

Empfehlenswert ist es wenn man so etwas vorhat mal sich intensiv mit dieser Problematik auseinander zusetzen, dazu habe ich Recherchen im Internet betrieben und habe etwas hilfreiches gefunden, schau es euch mal an, ist ein PDF Dokument

Katalog.haeckel-gmbh.de/seite091-96-planungsunterlagen-fuer-den-selbstbau-von-absauganlagen

So und weitere Projekte stehen schon an, wie z.Bsp. der Umbau der TKS zu einer besseren Säge ( größerer Tisch, Parallelanschlag, Absaugung ) der Umbau des Abricht- und Dickenhobels ( bessere Absaugung, Tischverlängerung ) und in Planung ist eine Plattensäge. Also noch vieles vor, aber wenig Zeit.

Natürlich werde ich die Community weiter auf dem  laufenden halten mit Projekten.

In diesem Sinne

Eure holzige Dachkatze


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