Balkonbrüstung erneuern

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Das fertige Objekt
Ein erstes Modell...
  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    400 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Öffentliche Wertung

Eigentlich als kleines "Zwischendurchprojekt" geplant, erwies sich dieser Balkon doch als härtere Nuss, als sie denn zunächst erschien... Beim Abriß des Altbestandes traten dann einige Überraschungseier zu Tage, die aus den zunächst veranschlagten 4-5 Tagen mal eben zwei Wochen werden ließen. Und das war noch zügig gearbeitet:)
Plan war, die alte Brüstung zu entfernen und eine neue Brüstung sowie einen neuen Fußbodenbelag aus Douglasie zu entwerfen und einzubauen. Ist ja nur bißchen Holz... Jaja...
Und beim Abriß kamen dann die "Oha" und "Auwehohweh" zu Tage. Fluchen habe ich mir ja schon länger abgewöhnt, einmal, damit mein Junior das gar nicht erst anfängt und zum zweiten, weil es ja nunmal leider nicht so ganz so viel bringt.
Aber seht selbst, was da so alles an Arbeit auf mich wartete...

Wie üblich gilt: Konstruktive Kritik ist gern gesehen, Daumen auch. Einer geht immer und zeigt, dass ihr mein Projekt gefunden habt:)

Du brauchst

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Werkzeuge
  • AdvancedImpact 18  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • PEX 220 A  - Exzenterschleifer (elektrisch)
  • PSS 250 AE  - Schwingschleifer, Multischleifer (elektrisch)
  • PDA 180  - Deltaschleifer (elektrisch)
  • PTS 10  - Tischsäge, Unterflur-Zugsäge
  • Akku-Schrauber,  BS 14.4
  • Akku-Schrauber,  SB 18 LT Impuls
  • Allzwecksauger,  GAS 25 L SFC
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Oberfräse
  • Hobel
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Materialliste
  • divers x Bohlen/Bretter | Douglasie/Lärche
  • viele x Dübel | Holz (8er und teils 10er)
  • Holzschrauben (diverse Längen)
  • Dübel (zum Verankern in der Wand)
  • Farbe | richtig gute Qualität!

Los geht's - Schritt für Schritt

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Abriß oder: Die große Wundertüte Teil 35

Das ist der Ursprungszustand
Ein paar Werkzeuge für die Blechunterkonstruktion
Der Anschluß der hochgezogenen Blechverkleidung endet im Mauerwerk...
Man sieht schon, dass das Holz nicht mehr so richtig gut war. Dazu diese kunstvollen Öffnungen.

Erstmal wie im Altbau so üblich alles weg. Beim Holz war das ziemlich einfach. Kurz angefasst und schon stand ich ohne Brüstung da. Das Holz war nach zig Jahrzehnten einfach bröselig, vermutlich von jeher nur Fichte/Tanne oder ähnliches Weichholz. Das sollte ja jetzt besser werden.
Die Blechwanne, die mehrfach verstärkt wurde im Laufe der Jahrzehnte, mußte schon etwas mehr überredet werden. Egal, auch sie war mit mehr oder weniger Zureden dann irgendwann weg. Dann ging es los mit dem Bau.

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Zuschnitt der Brüstungshölzer

Erstmal nen Plan gemacht. Das dauerte tatsächlich ein wenig länger wegen der besonderen Form des Geländers.
Das war noch einfach: Ablängen der Pfosten an der Kapp- und Gehrungssägenstation
Aufgrund der Länge der Kanthölzer (5 Meter) ging es halt mal bis in den Flur...
Operation geglückt, Patient tot:) Der erste Pfosten ist an der PTS 10 aufgeschnitten worden und hat jetzt das Format 82x82mm :)
Da muß mein Baby mal langsam so richtig arbeiten lernen:) 55mm Tiefe auf 90° mit kurzem Spaltkeil. Absaugung ist dann mal eben einmal nicht...
Ein Alien? Nein, der Erbauer unter Vollschutz...
Die Längsaufschnitte

Ich hatte schon seit längerem die Brüstung neu machen wollen und mir im Laufe der Zeit (ja, Jahre!) einen Plan gemacht und Material beschafft. Das hatte ich von einem ansässigen Holzhändler, der eigentlich nur Lärche liefert und keine Douglasie, die ich eigentölich komplett haben wollte. Egal, beide Hölzer sind sehr stabil und witterungsunempfindlich, zumindest deutlich besser als Fichte/Tanne/Kiefer. Eiche wollte ich nicht nehmen, ich muß das auch bezahlen können...
Die Hölzer bekam ich dann schließlich überhaupt nicht in den Dimensionen, die ich haben wollte laut meinem Plan. Also mußte alles mit der PTS 10 und meiner Metabo ZKGS zugeschnitten werden. Ich glöaube mich zu erinnern, dass ich allein dafür fast zuwei Tage gebraucht habe. Die Säge mußte ja auch ständig umgebaut werden von 90°Schnitt auf 45°Schnitt mit anderer Einlage und so weiter. Das dauert halt alles seine Zeit. War aber irgendwann mal geschafft.

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Dach schneiden und anfasen

Passender Winkel an der ZKGS-Station eingestellt und vier Mal pro Pfosten das Dach herausgeschnitten
So sieht das dann aus
Richtig rum gestellt
Das Ganze dann noch bei dem rechteckigen Pfosten
Sieht dann so aus
Diagonal aufgetrennt ergibt es dann die beiden Wandanschlußhölzer
Anschließend gehobelt...
...und gefast...
...mit dem kleinen Fräser.

Dann habe ich mal eben kurz die Dachform mit der ZKGS geschnitten. 30°Winkel und los. Anschließend auf endgültige Länge gebracht. Danach gehobelt und gefast. Und ach ja: Die beiden Wandanschlußbalken mußten ja auch noch diagonal aufgetrennt werden... Und mit Dach-is klar. Sah dann schonmal ganz ordentlich aus.

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Latten für die Brüstung zuschneiden und Dübeln

Erstmal die langen Bretter auf passende Länge kürzen
Und wieder mal die PTS 10 umbauen zum 90°-Schnitt mit ZeroClearenceInsert...
Längsschnitte der Bretter auf die gewünschte Breite
Und überall die Fase wieder anbringen, damit es auch schön gleichmäßig wird
Ein ganz kleiner Teil des zu verarbeitenden Materials...
Dübeln und anzeichnen mit den Dübelspitzen. Hier mit Hilfslatten zur Abstandsgewinnung.
Erst alles anzeichnen...
...dann dübeln im Akkord...
Grob ausgelegt auf der Werkbank zum Anzeichnen mit den Dübelspitzen. Hier auch gut zu sehen das selbstgefertigte Distanzklötzchen zwischen den Brettern
Reichlich Piekser zum Löcher bohren...

Und weiter sägen und sägen und sägen... Danach fasen und dübeln, bis der Notarzt kommt. Ehrlich? Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Dübellöcher ich gebohrt habe. Es waren reichlichst. Irgendwann war ich nur noch froh, alle Löcher fertig zu haben und ich konnte ans grob zusammenstecken gehen.

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Zwischenergebnis

Das lange Mittelstück steht das erste Mal komplettiert in der Werkstatt, hier noch ohne Deckbrett
Hier noch mal von der Seite
Danach wurde erstmal ein Modell gebaut für den Übergang
Jup, so mag ich das!
Zweite Seite gefertigt und mittels Kabelbindern mal so grob zusammengestellt

So weit-so gut. Das Mittelteil war ja noch einfach. Anders sah es da schon bei den beiden Seitenteilen aus. die stehen im 45°-Winkel zum Mittelteil. Da muß man der Optik halber schonmal bißchen ausprobieren, was gefällt und gut aussieht. Also erstmal ein Modell der Eckverbindung gebaut. Das habe ich übrigens immernoch in meiner Werkstatt stehen als kleine Erinnerung an diesen Bau. Das ist schon ein wenig aufwändig, weil die Seitenteile natürlich breiter sind am anschluß als das Mittelteil. Also muß irgendwo gesägt werden. In Bild 4/5 sieht man das ganz gut, wo ich da was weggenommen habe.

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Deckbretter anfertigen und Dachform bei den Riegeln

Schräge auf das Deckbrett schneiden
Dachform auf den Riegel schneiden (NEIN, die Hand blieb nicht beim Sägen dort, nur für das Foto!)
Das Deckbrett wird von unten mit dem oberen Riegel verschraubt
Detail
So sieht das dann im Profil aus.
Hier schneide ich den Überstand ab. Schön sieht man hier das Übergang von Mittelteil zu Seitenteil und die Dachform
Zwei Teile fertig, das dritte Teil steht/liegt noch in Einzelteilen auf der Werkbank

Wasser muß weg vom Holz. Konstruktiver Holzschutz ist bei so einem Bau so ziemlich ganz schön wichtig. Damit das Wasser nicht wie bei dem vorherigen Bau stehen bleibt und das Holz wegfault, habe ich den unteren Riegel jeweils mit einem Dach versehen und obendrauf ein Douglasienbrett aufgeschraubt (verdeckt von unten), was ebenfalls eine Dachform hat. Die Schritte dazu sieht man auf den Bildern.

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Jetzt kommt Farbe ins Spiel

Streichen, Zwischenschliff, streichen, Zwischenschliff....

Von der Farbgebung habe ich tatsächlich nur dieses eine Bild gefunden. Keine Ahnung, warum. Es hat mehrere Tage gedauert, bis alles fertig war. Grundaufbau ist: nach dem Zusammenbau wurde alles wieder zerlegt und einmal leicht geschliffen. Danach gab es eine Lage Grundierung (Holzisoliergrund), damit die Farbe des Holzes nicht durchschlägt. Das ging nur an zwei Tagen, da zunächst drei Seiten gestrichen/gerollt wurden und dann nach drehen nochmals die andere Seite ihren Lack abkriegte. Danach Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier, nur, um einmal die groben Stellen zu brechen. Dann erster Anstrich (jeweils wie vorher in zwei Tagen) und noch ein zweiter Anstrich. Dann war das auch fertig.

Wir haben uns hier für den gleichen Grauton entschieden, den unser Fundament erhalten hat. Die Farbe stammt von der Firma BITO aus Uelzen. Echt fiesgeniales Zeug. Die Fundamentfarbe ist megastabil gegen Beschädigung und extremst Wasser- und Schmutzabweisend. Die Holzfarbe ist ebenfalls super zu verarbeiten und sehr gut deckend. Selten lange nicht mehr mit so einem guten Material arbeiten dürfen. Einmal wie die Profis arbeiten...

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Zusammenbau der Einzelteile

Der Trend zum Drittschrauber hält ja bekanntlich an. Extra langer Bohrer, um durch die Riegel zu bohren.
Damals habe ich den IXO testen dürfen... Also 5x120 Schrauben sind nicht so richtig seine Baustelle;) An anderer Stelle (später zu sehen) war er dann doch etwas besser aufgehoben.
Vorgebohrt, angesenkt...
...und jedes dritte Brett mit den Riegeln zusätzlich zum Verleimen noch verschraubt.
Stück für Stück gehts weiter...
...bis das Mittelteil das erste Mal ganz komplett steht.
Dann nur noch schnell die Seitenteile.

Das war dann schon was schönes, so die ganzen Teile wieder zusammenzubauen und Das Ergebnis langsam erkennen zu können. Die Bilder sagen eigentlich genug darüber aus. Alles wurde verdübelt, verleimt und zusätzlich noch jedes dritte Brett verschraubt mit den Riegeln, damit auch genug Zugkraft für die Dübel/Leim-Geschichte aufgebracht werden kann. Fest steht: Alles bombenfest.

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Aufbau der Brüstung auf dem Balkon

Die Eckpfostenhalter und die Eckpfosten-oder: Das Runde muß ins Eckige:)
Dann machen wir da mal kurz ein richtiges Loch rein
Die Pfostenhalter wurden verdübelt und mit Dichtmasse abgedichtet
Das rechte Seitenteil ist fest.
Gerüst hilft beim Aufbau
Da sieht man die Brüstung dann mal ganz gut:)
DAS ist dann eher das Einsatzgebiet vom IXO. Das ging ganz ordentlich damit.
Noch paar Feinarbeiten (Versenklöcher mit Holzstopfen verschlossen und Überstände abgesägt)

Nun kam der etwas schwierige Teil. Also nicht von der Theorie her, sondern vielmehr von der Praxis. Dieser von mir gebaute Trumm mußte jetzt hoch in den ersten Stock und draußen befestigt werden. Ich kann ne Menge, ich habe vor wenigen Dingen wirklich Angst, aber Höhe ist nicht so richtig mein Ding, schon gar nicht auf so einem elendigen, wackeligen Rollgerüst, auch wenn das ein Profiteil von nem Handwerker ist. Junge, war ich froh, als ich den Kram dann später fertig hatte und wieder unten auf dem Boden der Tatsachen stand. Reichte dann auch erstmal für mich.
Die Wandpfosten sind mit jeweils drei 6x irgendwas Schrauben in der Wand verdübelt worden. Die sind bombenfest. da wackelt mal garantiert nix.
Die Eckpfosten stehen auf den Eckpfostenträgern ebenfalls bombenfest. Dann ist ja auch noch alles miteinander verschraubt mit ich glaube 6x200mm Schrauben. Die Seitenteile durch die Eckpfosten in das Mittelteil hinein. Jeweils zwei Schrauben oben und unten. Ich denke, das reicht, auch ohne statische/dynamische Berechnung. Vorher war da jedenfalls deutlich weniger vorhanden und das soll angeblich ein Tischler gemacht haben...

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Endresultat

Fertig
Vorher...

Ich möchte mich für einige Außenaufnahmen entschuldigen. Mittlerweile ist das alles etwas anders geworden. Das Fundament ist verputzt und gestrichen worden, der Streifen um das Haus herum ist neu angelegt, ebenfalls der Rasen und die Auffahrt gepflastert... Das sieht halt auf dem Vorherbild noch so aus, wie wir die Hütte damals zum ersten Mal gesehen hatten. Das war der Ursprungszustand. Da sieht man auch, was das für eine Wackelkonstruktion da oben war. Wenig hübsch und wenig stabil. Ist jetzt schon etwas besser.

Das Holz im First wird noch auf hübsch gemacht, vermutlich mit entsprechender Unterkonstruktion und mit Schiefer verkleidet. Ist einfach witterungsbeständiger als Holz. Ich werde ja auch nicht älter und in zwanzig Jahren zum Streichen da wieder hoch müssen... Nee danke-lass mal gut sein;)

War ne schöne Arbeit, die das Aussehen des Hauses schon ziemlich mitgeprägt hat.

Ich würde mich über ein bis fünf Daumen und vielleicht ein paar aufmunternde Worte sicherlich freuen.

Bis dahin verbleibe ich

Euer cnpeanut/aka Christian


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