Aufbewahrungsregal im Küchenschrank

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Das neue Küchenregal
Vorher
  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    25 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Unsere sperrigen Küchenutensilien wie große Topfdeckel, Einsätze für Dampfgarer und den Pizzastein für den Backofen haben wir bisher in einem Fach im Küchenschrank in einem Abtropfgestell von Ikea gelagert. An sich ist so ein Abtropftgestell eine praktische Einrichtung, jedoch war dieses Gestell für die genannten Utensilien zu niedrig und zu wenig starr und letztendlich lagen alle Teile immer nur irgendwie im Fach.
Deshalb wünschte sich meine Frau hier ein richtiges Regal mit starren senkrechten Fachteilern.

Wie ich das gebaut habe, ist im folgenden Mini-Projekt beschrieben.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Die Tücken der Planung

01 Angedachte / gedruckte Befestigung für Rundstäbe
02 Finaler Plan, SketchUp-Zeichnung; Bodenplatte=grau, Abschlußleiste=gelb, 45mm-Leiste=rot, 25mm-Leiste=grün
03 Finaler Plan, SketchUp-Zeichnung; Bodenplatte=grau, Abschlußleiste=gelb, 45mm-Leiste=rot, 25mm-Leiste=grün

Die erste Idee meiner Frau war es, das kleine Regal aus je einer Boden- und Deckplatte zu bauen und als senkrechte Fachteiler 10mm Rundstäbe mit 45mm Länge zu verwenden. Seitenwände wollte ich mir dadurch sparen, indem ich die beiden Platten jeweils an dem darunter / darüber befindlichen Einlegeboden anschraubte.

Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, wie ich die Rundstäbe im Regal befestigen könnte. Eigentlich bohrt man bei sowas in die Deckplatte von unten und in die Bodenplatte von oben je ein Sackloch und stellt die Stäbchen rein. Aus Erfahrung weiß ich allerdings, dass die Regalböden von Ikea beim Bohren gerne unschön ausfransen können und hatte statt dessen den 3D-Druck von kleinen Haltern zum Einrasten der Rundstäbe favorisiert und schonmal einen Prototypen ausgedruckt.

Als ich den meiner Frau zeigte, meinte sie, dass sie doch lieber durchgängige Platten als Rundstäbe haben wolle und Sperrholz OK wäre.

Planänderung: Da ich auch aus Erfahrung weiß, dass die Sperrholzplatten aus dem Baumarkt selten gerade sind, habe ich einen Zehnerpack Sperrholz in A3 online bestellt. A3 mit 420mm Höhe würde genau für das geplante Regal passen.
Als die Platten 2 Tage später geliefert waren, meinte die Frau, dass wir doch auch noch Regaleinlegeböden aus Glas im Keller hätten und dass man die doch verwenden könnte. - Stimmt! Daran hatte ich gar nicht gedacht und passen würden die mit 380mm Höhe ja auch noch geradeso.

Nächste Planänderung: Statt Sperrholzplatten würden nun die vorhandenen Regalböden aus Glas als Fachteiler verwendet werden.

Für Boden- und Deckplatte habe ich 8mm Pappel-Sperrholz verwendet (hatte ich noch vorrätig).
Ich hätte auch vorhandene Einlegeböden oder dickere Platten nehmen können und dann hier die Rillen zum Einschieben der Fachteiler fräsen können. Regalböden aus Press-Span zu fräsen, führt aber meist wieder zu Ausrissen. Alternativ: Leimholzplatten / Multiplex-Platten in passender Größe hatte ich nicht vorrätig und hätte welche besorgen müssen.

Dagegen hatte ich noch genügend Leisten zum Aufkleben, um so die Einschub-Rillen herzustellen, im Bestand:
Breite 45mm und 30mm, Dicke jeweils 10mm

Finaler Plan:
  • Boden- / Deckplatte aus 8mm Pappelsperrholz
  • Breite: 562mm (Schrankbreite innen), Tiefe: 450mm
  • Kiefern-Leisten mit 45mm / 30mm Breite aufkleben
  • Senkrechte bewegliche Fachteiler aus Glas
  • und vorndran eine mit Magneten befestigte Abschlußleiste

Und damit alle, die bis hierher tapfer mitgelesen habe, wissen, was ich meine, habe ich auch noch eine kleine Skizze in Sketchup erstellt. Bild 02/03, hier: Bodenplatte=grau, Abschlußleiste=gelb, 45mm-Leiste=rot, 25mm-Leiste=grün

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Säge-Session: mit Japansäge, Handkreissäge und Kappsäge

01 Vorrätige Leisten
02 Mit Japansäge grob abgelängt
03 Leisten-Bündel ausrichten ...
04 ... und zusammenklemmen
05 Dann bündelweise ablängen
06 Fertig. Alle Leisten sollten gleich lang sein.

Zunächst habe ich die beiden Platten aus Sperrholz auf Maß gesägt: 562mm x 450 mm. Ging am Schnellsten mit der Handkreissäge.
Danach habe ich mit der Japansäge die Leisten grob auf Länge gesägt: 430mm + 20mm Zugabe
Anschliessend wurden die Leisten mit der Kappsäge zunächst auf einer Seite rechtwinklig zugesägt, dann bündelweise ausgerichtet und auf die exakte Länge von 430mm gesägt.

Und dann habe ich alle Leisten kurz mit 240er Schleifblatt geschliffen und die Kanten gebrochen.

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Für den 3D-Drucker gab es auch Arbeit: Abstandshalter

01 Dicke der Glasscheibe messen
02 Abstandshalter 'konstruieren', SketchUp
03 Gedruckte Abstandshalter
04 Verwendung der Abstandshalter

Nachdem meine Frau die Anforderung dahingehend geändert hatte, dass statt der geplanten Einschübe aus Sperrholz welche aus Glas verwendet werden müssen, habe ich die Stärke / Dicke der vorhandenen Glasplatten gemessen.
Die waren knapp 5mm stark.
Die Einschübe für die Leisten müßten also mindestens 5mm breit sein. Damit die Scheiben aber nicht klemmen (wenn mal eine Leiste etwas krumm ist), beschloß ich, die Einschübe 5,5mm breit zu machen und brauchte nur noch entsprechende Abstandshalter beim Einkleben der Leisten.
Und womit kann man solche Abstandshalter herstellen? - Mit einem 3D-Drucker.
Also habe ich schnell in Sketchup einen 'konstruiert' und 20x ausgedruckt. 2 Stunden später hatte ich meine Abstandshalter.

Ich hätte natürlich auch einen Abstand von 6mm wählen und dafür kleine Klötzchen aus 6mm Sperrholz sägen können. Ich hatte aber keine richtige Lust auf die Sägerei und Holzverschwendung.

Und während der Drucker druckte, habe ich mich mit Schleifen / Anfasen der Leisten beschäftigt.

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Leisten aufkleben

01 Leim
02 Leisten ausrichten
03 Verkleben und Fixieren

Ich hatte leider nur einen Mix von den 45er / 30er Leisten vorrätig bzw. von keiner Sorte genügend viele, um ausschliesslich nur diese verwenden zu können.
Deshalb habe ich jeweils aussen 4 45er Leisten aufgeklebt und innen die Fläche mit 30er Leisten aufgefüllt. D.h. aussen sind so jeweils 3 Fächer mit 45mm Breite entstanden, danach kommt jeweils ein Fach mit 75mm Breite und in der Mitte gibt es noch ein Fach mit ca. 97mm Breite (der Rest).

Beim Kleben habe ich wasserfesten Ponal-Holzleim und meine gedruckten Abstandshalter verwendet. Die Leisten wurden an beiden Ende mit Klammern bzw. Mini-Schraubzwingen fixiert.
Vor dem Kleben habe ich vorn noch eine 20 x 10 mm, 562mm lange Leiste fixiert, die später als vordere Abschlußleiste angebracht werden sollte (damit man die Stirnseiten der Leisten nicht sieht).

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Vordere Abschlußleiste, Befestigung mit Magneten

01 Magnete
02 Platte und Leiste in einem Rutsch 'vorbohren', 2mm
03 Gebohrtes 10er Sackloch
04 Magnet in Platte

Die vordere Abschlußleiste sollte die Stirnseiten der aufgeklebten Leisten verdecken, mußte aber abnehmbar sein, damit man die Glasteiler ggf. auch mal entnehmen kann.
Es lag also nahe, die Leiste mit Magneten anklipsbar zu machen.
Flache Magnete (insgesamt 12, je 3 pro Leiste / Platte) hatte ich noch vorrätig. Die Magnete haben einen Durchmesser von 10mm und sind 2mm hoch.
Ich habe auf den Platten jeweils die Position der Magnete angezeichnet und mit der Tischbohrmaschine und einem 2 mm Bohrer durch die Platte und die daran fixierte Leiste vorgebohrt. Dadurch hatte ich ohne messen und anzeichnen schon die exakte Position der Magneten auf der Leiste.

Danach habe ich in die Platten / die Leisten - an der Stelle der 2mm Bohrung - mit einem 10er Bohrer jeweils ein Sackloch von 2,5mm Tiefe gebohrt und hier die Magnete einfach nur reingedrückt (nicht geklebt). Die sitzen sehr straff und halten auch ohne kleben.
Dabei war nur wichtig, die Magnete richtig orientiert einzusetzen, damit sie sich mit der Gegenseite anziehen und nicht abstoßen.

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Die Nachbehandlung

Auf Nachfrage im Forum wurde mir für die Behandlung des Holzes Hartwachsöl, Walnussöl oder eine selbstangerührte Wachspolitur aus 1 Teil Bienenwachs, 2 Teilen Kokosöl und mit paar Tropfen Orangenöl empfohlen.

Walnussöl hätten wir sogar zu Hause gehabt, Hartwachsöl nicht.
Da ich aber auch gerne mal was Neues ausprobiere und meine Frau den Duft von Orangen liebt, habe ich den Selbstversuch gewagt und die von nightdiver empfohlene Bienenwachs-Kokosöl-Orangenöl-Mischung angerührt.

Das kleine Regal duftet damit wirklich sehr angenehm.

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Montage im Schrank, Fazit

Bei der Montage im Schrank hat sich herausgestellt, dass die Boden- und Deckplatte nicht angeschraubt werden muß. Die beiden Platten paßten vom Maß her so gut, dass da nichts seitlich wackelt. Und auf zwei eingeschobenen Glasteilern liegt die Deckplatte schon so gut auf, dass ein Anschrauben nach oben nicht notwendig ist.
Man muß nur beim Entfernen der Glasplatten - evtl. beim Reinigen - dran denken, dass da nichts geschraubt ist.

Meine Frau hat sich jedenfalls über ihre neue 'Kücheneinrichtung' sehr gefreut und meinte abschliessend, dass es mit Glas dann doch am Besten aussieht ...

Meine Frau hat immer Recht.


... jetzt muß ich mir nur noch überlegen, was ich mit 25 10er Rundstäben und einem Zehnerpack Sperrholz in A3 anstelle ...



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