Anpassung eines "China"-Frästisches

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    3 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Von einer Userin dieses Forums konnte ich für einen fairen Preis einen Frästisch Marke "China-Böller" erwerben. Sie selbst hatte ihn geschenkt bekommen, bekam aber ihre Fräse beim besten Willen nicht montiert. Aufgrund der vorliegenden Massangaben machte es zunächst den Eindruck, als könnte meine Einhell Oberfäse passen, weshalb ich ihr den Tisch abnahm. Nun, wie nicht anders zu erwarten, passte meine Fräse nicht.
Also, was tun?
Andere Fräse kaufen? Auf keinen Fall.
Den Frästisch weiterverkaufen? Ich wollte eh einen haben und wenn der schon hier steht....
Also: Modifizieren!

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PBS 75 A  - Band- und Varioschleifer (elektrisch)
  • PST 900 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elektrisch)
  • Tischbohrmaschine,  93896
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Materialliste
  • Rest x Multiplex (12 mm)
  • 3 x Muttern (M5)
  • 6 x Schrauben | Senkkopf (M5 x 16)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausgangslage und Planung

Unterseite der Tischplatte, die Markierung zeigt die Aussparung.
Hier sieht man, dass die Fussplatte der OF etwas zu groß ist.

Wie auf den Bildern erkennbar, soll die Fräse in die kreisförmige Umradung eingelassen werden. Diese hat eine Innenhöhe von gut 10 mm und einen Durchmesser von ca. 158 mm. Und damit ca. 2 mm zu wenig für meine Oberfräse. Die Umrandung wegzufräsen, wie es mir an anderer Stelle vorgeschlagen wurde, war mir zu riskant. Im schlimmsten Falle hätte ich den Tisch und den Fräser ruiniert, das Risiko war mir zu groß. Toby bot mir an, mit seinen ungleich größeren Fähigkeiten und Möglichkeiten die Umrandung zu entfernen. Aber das hätte bedeutet das Ding zweimal postalisch durch die Republik zu schicken. Auch das war es mir nicht wert. Meine erste Idee war dann auch die, die ich umsetzte: Die Umrandung wird mit einer Sperrholzplatte aufgefüllt und die Fräse an eben dieser Platte befestigt. Nachteil dieser Lösung ist ein Verlust an Fräshöhe, aber darauf gehe ich noch später noch ein.

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Sperrholzplatte herrichten.

Reststück Multiplex, 12 mm stark.
Am Stichsägetisch erst mal grob....
...und mit Hilfe einer "Q&D" Vorrichtung rundgesägt.
Am unteren Bildrand sieht man den Sägefehler vom ersten Versuch...aber egal.

Eine Sperrholzplatte in der Stärke=Innenhöhe der Aussparung gibt es nicht. Am nächsten dran war ich mit 12 mm Multiplex. Ich wollte diese mit der Oberfräse und der Kreisschneidevorrichtung rund ausfräsen. Das scheiterte leider an dem minimal möglichen Radius, der mit rund 80 bis 90 mm viel zu groß war. Also habe ich das mit dem Stichsägetisch erledigt und mir dafür eine improvisierte Kreisschneidehilfe gebastelt. Beim ersten Versuch habe ich die leider nicht ausreichend festgezwingt, weshalb mir der Zuschnitt verrutscht ist. Man kann das auf den Bildern sehen. ich habe das Werkstück dennoch verwendet. Man sieht es später nicht und der Funktion tut es keinen Abruch.

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Montagepunkte festlegen

Hier sieht man die Bohrungen für MPX Befestigung.

Ich musste nun unterschiedliche Montagepunkte festlegen:
  1. Montagepunkte für die Befestigung der Multiplexplatte am Frästisch.
  2. Montagepunkte für die Befestigung der Oberfräse an der Multiplexplatte.
Im Prinzip sind die Punkte eigentlich vorgeben, da sich sowohl am Tisch schon Bohrungen und an der Fräse Innengewinde befinden. Dummerweise lagen diese jeweils so dicht beieinander, dass ich gezwungen war, die Fräse "verkehrt" herum einzubauen. Also, die Seite der Fräse, auf die man beim handgeführten Betrieb schaut, ist im eingebauten Zustand hinten. Für den Betrieb durfte das aber keine Nachteile bringen, da alle notwendigen Bedienelemente trotzdem erreichbar sind.
Für die Montage der Multiplexplatte entschied ich mich für M5 Gewindeschrauben, welche in eingelassen 6-Kantmuttern greifen. An den entsprechenden Stellen wurde also mit 8 mm ausreichend Platz für die Muttern geschaffen und mit 5 mm durchgebohrt.

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Fräshöhe

Soviel steht die Platte über die Umrandung hinaus.
Mit Bandschleifer plan geschliffen.
Die hellen Stellen am Metall zeigen, dass es nun plan ist.
Zur Verdeutlichung die runde Scheibe in den Abschnitt gelegt.

Die Oberfräse an einer 12 mm Multiplex zu befestigen, bedeutet normalerweise auch 12 mm Fräshöhe zu verlieren. Das war mir zuviel und ich konnte durch die folgenden Massnahmen ein Teil des Verlustes kompensieren.
Als erstes entfernte ich die Kunststoffplatte, die den Fräsfuss abdeckt, diese ist rund 5,5 mm stark. Als zweites schliff ich mit dem Bandschleifer die Multiplexplatte - eingelassen in der Umrandung - soweit herunter, bis sie mit eben dieser Umrandung bündig war. Das brachte weitere 1,5 mm. Von den 12 mm konnte ich in Summe also ca. 7 mm herausholen. Verbleiben also rund 5 mm Verlust - damit kann ich leben.

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Befestigung der Oberfräse

Aus der Scheibe wird ein Ring.
Dieser wird mit der Oberfräse verschraubt.
Hier ist der Ring mit der Tischplatte verbunden.
Winkeltreue scheint vorhanden.

Mit Hilfe der demontierten Fussplatte werden die Montagepunkte für die Verbindung von Sperrholz und Oberfräse ermittelt. Mit 5 mm durchbohren und versenken. Mit der Lochsäge entferne ich den zentralen Bereich, wo später der Fräser austritt, aus der Scheibe wird ein Ring. Nun kann alles miteinander verschraubt werden.
Mit Rundstab und Schlosserwinkel überprüfte ich das Winkelverhältnis zwischen Fräser und Tischplatte.

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Endmontage Frästisch

Die Beine werden nur leicht angezogen...
...und erst unter Last festverschraubt.
Die restlichen Anbauteile montiert.
Die Absaugung könnte besser sein.
Erste Fräsversuche zeigen, es besteht noch Optimierungsbedarf.

Jetzt wird der Rest des Tisches montiert. Als erstes die vier Beine. Die Schrauben ziehe ich nur handfest an. Dann wird der Tisch auf die Füße gestellt und von oben mit Gewicht belastet. Erst jetzt ziehe ich die Verschraubungen fest. So verhindere ich, dass der Tisch wackelt. Die zugehörigen Verbreiterungen links und rechts habe ich weggelassen, da ich sie nicht verwenden möchte. Dann noch die Anbauten:
  1. Parallelanschlag mit Absaugung und Federkämmen.
  2. Federkamm auf der Tischplatte, optional den Quer/Winkelanschlag.
  3. Sicherheitsschalter
Der Ein/Ausschalter der Oberfräse wird mit einer beiligenden Schelle auf "Dauer-An" fixiert. Für unterschiedlich große Fräser liegen noch 5 verschiedene Einlegeplättchen bei, die in den Fräserdurchlass eingeclipst werden können.
Für die Justierung der Fräshöhe fehlt noch ein Lift, aber das wird ein anderes Projekt.

Nun konnte ich erste Fräsversuche unternehmen. Hier ist noch reichlich Nachjustierung und vorallem Übung meinerseits erforderlich. Aber der Anfang ist gemacht und mit noch kommendem Unterbau, Fräslift und weiteren Optimierungen hoffe ich, mit diesem "China-Böller" eine halbwegs adäquate Lösung geschaffen zu haben.


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